Die Erfindung der Kaffeemaschine

1. Wer hat die Kaffeemaschine erfunden?

Die erste Kaffeekanne, mit der sich nach der Vorbereitung ohne weiteres Zutun Kaffee zubereiten lässt, ist der sogenannte Perkolator. Er wurde im 19. Jahrhundert vom Pariser Blechschmied Joseph-Henry-Marie Laurens erfunden. Der Perkolator ist die Weiterentwicklung eines Konzepts des Amerikaners Benjamin Thompson, der den Prototyp bereits 1812 erfand und sich für seine letzten Lebensjahre in Paris niedergelassen hatte.

Thompson, der auch unter dem Titel Reichsgraf von Rumford bekannt war, verfiel auf die Idee für den Perkolator, als er die Ernährungsgewohnheiten von Soldaten in der kaiserlichen Armee verbessern wollte. Dabei sah er in Kaffee und seiner Wirkung großes Potenzial für die Leistungssteigerung der Soldaten.

Infografik: Die Entwicklung der Kaffeemaschine

2. Die Funktionsweise des Perkolators

Die erste Kaffeemaschine unterscheidet sich im Aufbau und der Funktionsweise nicht von heutigen Moka-Kannen, die auch als Caffetieras bezeichnet werden. Die Zubereitung von Kaffee mit einem Perkolator ist denkbar einfach:

  1. In den unteren Teil der Kanne wird Wasser eingefüllt.
  2. Im oberen Teil befindet sich der Filter, in den das Kaffeepulver gegeben wird.
  3. Die Kanne wird verschlossen und auf eine heiße Herdplatte gestellt.
  4. Das Wasser wird erhitzt und steigt durch den entstehenden Druck im unteren Teil der Kanne durch ein Steigrohr in den oberen Bereich auf, sodass es auf den Filter mit dem Kaffeepulver gelangt.
  5. Das Wasser tropft durch den Filter nach unten, wo der Kreislauf von Neuem beginnt.

Da das Wasser auf diese Weise ständig erneut durch den Filter geleitet wird, ist die Kochzeit des Kaffees bei der Zubereitung in einer Moka-Kanne entscheidend und beeinflusst die Stärke des Kaffees.

Moka-Kannen werden fälschlicherweise auch als Espresso-Kannen bezeichnet. Bei einem echten Espresso muss das Wasser jedoch mit einem Druck von etwa neun bar durch den Filter gepresst werden. Nur auf diese Weise entsteht die typische Crema und die kurze Kontaktzeit des Wassers mit dem Kaffeemehl verleiht dem Espresso seinen charakteristischen Geschmack.
Moka-Kanne
Bei einer Moka-Kanne handelt es sich um einen Perkolator.

3. Wer hat die Filterkaffeemaschine erfunden?

Die erste Filterkaffeemaschine, der Wigomat, wurde 1954 in Deutschland patentiert und geht auf den Unternehmer Gottlob Widmann aus Schwenningen zurück. Erst mit dieser Erfindung, der wenig später die großangelegte Produktion von Kaffeemaschinen folgte, wurde die Filtermaschine auch für Privathaushalte erschwinglich.

Die erste Serie der elektronischen Kaffeefiltermaschinen lief unter der Produkt-Bezeichnung KA-1 vom Band. Wenige Jahre später wurde das Grundkonzept der Maschine weiterentwickelt, sodass der Wigomat 100 produziert werden konnte. Noch heute ist diese Maschine bei Sammlern sehr beliebt und wird mitunter sogar auch noch benutzt, um Filterkaffee herzustellen. Der Maschine wird ein sehr leiser Betrieb sowie ein charakteristischer Kaffeegeschmack nachgesagt.

Redakteur Henk Syring
Redaktionshinweise
Redaktion: Henk Syring

Henk Syring lebt und arbeitet in Köln. Er ist nach Abschluss seines Magister-Studiums und eines Verlagsvolontariats dem Team beigetreten und verfasst informative Ratgeber und weiteren Content für die Online-Plattform. Seit 2015 ist er als Redaktionsleiter für die Koordinierung der Prozesse zuständig.