Ist Kaffee gesund?

1. Kaffee: Lecker, aber auch gesund?

Kaffeetasse
Kaffee werden vielfach gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen.

Kaum ein Getränk wird in Deutschland häufiger getrunken als Kaffee. Den Geschmack lieben also offensichtlich viele Menschen – doch hat Kaffee auch noch andere Vorzüge und ist vielleicht sogar gesund? Welche Wirkung das schwarze Heißgetränk auf den Körper haben kann, wurde bereits in zahlreichen Studien untersucht. Tatsächlich fallen die Ergebnisse in vielen Fällen positiv aus.

Trotz der oft beobachteten positiven Effekte von Kaffee auf den Körper, sollten Sie das Getränk nicht in rauen Mengen konsumieren. Zu viel Kaffee kann ungesund sein, in manchen Fällen sollte ganz darauf verzichtet oder auf entkoffeinierte Varianten zurückgegriffen werden. Dies gilt insbesondere, aber nicht ausschließlich, für folgende Personengruppen:

  • Schwangere und stillende Frauen
  • Kinder
  • Menschen mit empfindlichem Magen

Achten Sie in jedem Fall auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Infografik: Ist Kaffee gut für die Gesundheit

2. Fragen und Antworten zu Kaffee und Gesundheit

Grundsätzlich wirkt Kaffee recht individuell auf den Körper. Das heißt, die in unterschiedlichen Studien beobachteten Effekte müssen nicht bei allen Menschen und nicht im gleichen Maße auftreten. Zum Beispiel verweist National Geographic auf eine Studie an der Northwestern University in Chicago, die nahelegt, dass auch die genetische Veranlagung darüber bestimmt, wie genau Kaffee oder seine Inhaltsstoffe wirken.

Ist Kaffee gut für die Gesundheit?

Kaffee kann, wenn er in Maßen getrunken wird, die Gesundheit fördern, das legen diverse Untersuchungen zu diesem Thema nahe. So haben Mediziner aus Southampton und Edinburgh mehr als 200 Studien ausgewertet und herausgefunden, dass für Kaffeetrinker zuweilen eine geringere Wahrscheinlichkeit besteht, an bestimmten Leiden zu erkranken. Hierzu zählten demzufolge unter anderem:

  • Schlaganfall
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Gewisse Krebsarten
  • Parkinson
  • Darmkrebs

Des Weiteren lag die Sterblichkeit der Kaffeetrinker während der Versuchszeit unter der von Personen, die keinen Kaffee zu sich nahmen. Das Deutsche Grüne Kreuz führt darüber hinaus eine Untersuchung von deutschen Wissenschaftlern an der TU Kaiserslautern an, die darauf hindeutet, dass das Getränk männliches Erbgut schützen kann.

Die positiven Auswirkungen, die Kaffee auf den Körper haben kann, werden unter anderem den zahlreichen im Getränk enthaltenen Antioxidantien zugeschrieben. Diese können den Organismus unterstützen und bestimmten Krankheiten vorbeugen.

Schützt Kaffeetrinken vor Depression?

Die Ergebnisse verschiedener Versuchsreihen, unter anderem von der Harvard School of Public Health in den USA, deuten auf einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Kaffeekonsum und einer geringeren Wahrscheinlichkeit hin, an Depression zu erkranken. Allerdings ist nicht ganz klar, unter welchen Umständen sich diese Wirkung entfaltet. Die Resultate von Forschungen an der Katholischen Universität im brasilianischen Porto Alegre legen nahe, dass die Menge des Kaffees oder Koffeins ein entscheidender Faktor ist. Während ein gewisses Maß Depressionen vorbeugen könne, hätte zu viel Koffein einen gegenteiligen, negativen Effekt.

Kann Kaffee das Risiko verringern, an Diabetes zu erkranken?

Studien, zum Beispiel von der University of Southern California, haben eine mögliche Verbindung zwischen einem gemäßigten Kaffeekonsum und einem verringerten Risiko für Diabetes-Erkrankungen hergestellt.

Ist Kaffee gut für die Leber?

Englische Ärzte aus Southampton und Edinburgh fanden heraus, dass regelmäßiger Kaffeekonsum die Gefahr verringern kann, an Leberkrebs zu erkranken. Auch bestimmte andere Krebsarten kamen bei einigen Kaffeetrinkern im Rahmen der Untersuchung seltener vor.

Hat die Zubereitung Einfluss darauf, ob Kaffee eher gesund oder ungesund ist?

Ob die Art der Zubereitung Einfluss auf die Wirkung von Kaffee hat, wird kontrovers diskutiert. Den Nationalen Gesundheitsinstituten der USA zufolge soll es keine nennenswerten Differenzen geben. Zwar sei eine potenziell gesundheitsfördernde Wirkung Studien zufolge bei Filterkaffee am größten, aber auch Instantkaffee soll entsprechende Eigenschaften besitzen. Auf der Webseite des Bundeszentrums für Ernährung wird dagegen auf Tests aus Skandinavien und den Niederlanden verwiesen, die darauf schließen lassen, dass ungefiltert zubereiteter Kaffee aus gemahlenen Bohnen ungesünder ist als Filterkaffee, weil er den Cholesterinwert im Blut erhöhen kann.

Ist Kaffee ohne Koffein gesünder als mit Koffein?

Dass koffeinfreier Kaffee per se gesünder ist als Kaffee mit Koffein, lässt sich nicht eindeutig sagen. Für Personen, die empfindlich auf Koffein reagieren, ist koffeinhaltiger Kaffee freilich generell nicht empfehlenswert. Der Inhaltsstoff erhöht zudem oft den Blutdruck, insbesondere bei Personen, die selten Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen. Während eine Studie des Piedmont Hospital in Atlanta zu dem Ergebnis kommt, dass entkoffeinierter Kaffee tatsächlich schlecht für das Herz ist, weil er den Cholesterinwert im Blut steigern soll, konnten skandinavische und niederländische Forscher laut einem Eintrag auf der Webseite des Bundeszentrums für Ernährung keinen Zusammenhang zwischen erhöhtem Cholesterinwert und Kaffeekonsum feststellen, unabhängig davon, ob Koffein enthalten war oder nicht.

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Redakteur Simon Scholl
Redaktionshinweise
Redaktion: Simon Scholl

Simon Scholl unterstützt die Online-Redaktion seit Juni 2018. Zuvor studierte er Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften in Siegen und Bamberg und schrieb für verschiedene Publikationen im Print- und Online-Bereich. Er lebt in Düsseldorf.