Ratgeber

Wein – die hohe Kunst der Kelterei

Rot-, Weiß- und Roséweine werden aus dem vergorenen Saft von Trauben hergestellt und sind ein alkoholisches Genussmittel. Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles, was Sie über Wein wissen müssen.

1. Alles über Wein

Wein

Alkoholische Getränke wie Wein, Champagner oder Whiskey gelten als Genussmittel. Bei der Vergärung und anschließenden Lagerung kommt es zu zahlreichen biochemischen Reifeprozessen, wodurch viele Weine jahrelang haltbar sind. Zu den am häufigsten hergestellten Sorten zählen Rot-, Weiß- und Roséweine. Auch Schaumweine wie Prosecco und Sekt gehören streng genommen zu den Weinen, sollen aber in diesem Ratgeber nicht weiter vorgestellt werden. Informationen zu diesen haben wir an dieser Stelle für Sie zusammengestellt.

In den folgenden Kapiteln erfahren Sie alles über Herstellung, Anbaubedingungen und Geschmack von Wein.


1.1 Herstellung

Das Grundprinzip bei der Herstellung von Wein beruht auf der alkoholischen Gärung, bei der spezielle Hefestämme Zucker in Alkohol umwandeln.

Die Herstellung von Wein unterscheidet sich zunächst in der Art der verwendeten Trauben: Für einen Rotwein werden in der Regel dunkelrote und blaue Trauben verwendet, während Weißwein aus weißen oder roten Rebsorten gewonnen wird.

Des Weiteren gibt es große Unterschiede im Weinverarbeitungsprozess, der sogenannten Vinifizierung. Die Herstellung von Weiß- und Rotwein differenziert sich durch den Zeitpunkt, an dem die Vergärung stattfindet.

Herstellung von Roséwein
Ein echter Rosé ist nicht bloß eine Mischung aus Weiß- und Rotwein. Bei der Herstellung kommen vielmehr ausschließlich blaue Trauben zum Einsatz. Im Gegensatz zu der Vinifizierung von Rotwein findet eine verkürzte Maischegärung statt, sodass der Wein seine typische hellrote Farbe erhält.
Weißwein-Trauben
Trauben für Weißwein

Mostgärung bei Weißwein

Im ersten Schritt werden die Trauben von den Stielen getrennt und in einer Mühle beziehungsweise Presse zerkleinert. So entsteht eine dickflüssige Masse, die als Maische bezeichnet wird. Je nach Land und Qualitätsanspruch dürfen noch Zucker oder Traubendicksaft zugeführt werden. Nach spätestens 24 Stunden erfolgt dann das Keltern der Maische, sodass lediglich die Flüssigkeit – genannt Most – übrigbleibt.

In einem nächsten Schritt wird der Most in Fässer oder Gärbehälter abgefüllt und Hefekulturen hinzugegeben. Nun beginnt die eigentliche Gärung, bei der Zucker in Alkohol umgewandelt wird. Der Most gärt etwa acht Tage lang, bevor er dann für mindestens drei Monate reifen muss.

Rotwein-Trauben
Die blauen Beeren geben dem Rotwein seine intensive Farbe.

Maischegärung bei Rotwein

Der Hauptunterschied bei der Vinifizierung von Weiß- und Rotwein liegt in der Abfolge der Arbeitsschritte. Die rot-blauen Farbstoffe, die für einen Rotwein charakteristisch sind, stecken nicht im Fruchtsaft, sondern in der Schale. Erst die Vergärung und der dadurch entstehende Alkohol, kann diese herauslösen und den Saft einfärben. Deswegen wird bei der Herstellung eines Rotweines nicht der Most, sondern die Maische vergoren. Erst nach der Vergärung erfolgt die Kelterung.

Rotwein reift dann in Fässern zwischen sechs und 18 Monaten.

Mehr über den genauen Herstellungsprozess von Rot-, Weiß- und Roséwein erfahren Sie in den jeweiligen Kapiteln.
Was sind eigentlich Tafeltrauben?
Unter Tafeltrauben fällt alles Obst, dass im Supermarkt erworben und frisch verzehrt werden kann. Im Gegensatz zu Tafeltrauben sind Trauben für die Weinherstellung nicht essbar. Trauben, die zum direkten Verzehr vorgesehen sind, besitzen wenig Säure und enthalten kaum Kerne, während Obst, das für die Kelterung von Wein eingesetzt wird, kleinbeerig ausfällt und eine feste Schale besitzt. Sehr selten finden sich Rebsorten, die sowohl als Tafeltraube als auch für die Weinherstellung verwendet werden können.

1.2 Anbaubedingungen

Anbaubedingungen
Ausreichend Sonne und hohe Temperaturen sind essentiell für den Weinanbau

Wichtig für den Anbau einer qualitativ hochwertigen Rebsorte sind nicht nur das genetische Material, sondern auch die klimatischen Bedingungen und die Beschaffenheit des Bodens. Generell gibt es weltweit nur zwei Zonen, auf denen der optimale Anbau von Weintrauben gewährleistet ist:

  1. Nördliche Halbkugel zwischen dem 50. und 40. Breitengrad (Länder wie Deutschland, Italien, Spanien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Frankreich, Portugal sowie Nordamerika, z. B. Kalifornien)
  2. Südliche Halbkugel zwischen dem 45. und 30. Breitengrad (Argentinien, Südafrika, Chile, Neuseeland, Australien)

Nur in diesen Regionen herrscht die für den Weinanbau notwendige Kombination aus ausreichend Sonnenstunden, gemäßigten Temperaturen und Regenfällen.

Der Boden muss dabei wasserdurchlässig sowie leicht und mit ausreichend organischen Stoffen und Mineralien angereichert sein. Als ideal gelten Schiefer- oder Kalkböden, die jeweils für verschiedene Rebsorten unterschiedliche gut geeignet sind.


1.3 Qualitätsstufen

Für viele Weintrinker ist die Güteklasse ein entscheidendes Kriterium bei der Produktauswahl. Weine werden deswegen in verschiedene Qualitätsstufen unterteilt, die je nach Land unterschiedlich bezeichnet werden. Faktoren für die Kennzeichnung der Qualität sind neben Herkunft und Methoden des Anbaus auch die Art der Vinifizierung.

  • Stammt ausschließlich aus Lesegut zugelassener Rebflächen und -sorten
  • Unterliegt keiner speziellen Qualitätsprüfung, keine Herkunftsbezeichnung erlaubt
  • Gesamtalkoholgehalt von mindestens 8,5 und maximal 15 % Vol.
  • Kann Verschnitt mehrerer Rebsorten sein
  • Bezeichnungen in anderen Ländern:
    • Vin de Table (Frankreich)
    • Vino de Mesa (Spanien)
    • Vino da Tavola (Italien)
  • Region, aus der die Trauben stammen, muss auf dem Etikett angegeben sein
  • Jahrgang und Rebsorte in der Regel ebenfalls auf dem Etikett angegeben
  • Trocken oder halbtrocken
  • Natürlicher Alkoholgehalt des Rotweines liegt um mindestens 0,5 % Vol. höher als bei Tafelweinen
  • Bezeichnungen in anderen Ländern:
    • Vin de Pays (Frankreich)
    • Vino de la tierra (Spanien
    • Indicazione Geografica Tipica (IGT – Italien)
  • Rotwein muss zu 100 % aus einem bestimmten und qualifizierten Anbaugebiet stammen
  • Je nach Rebsorte gelten unterschiedliche Vorgaben für den natürlichen Alkoholgehalt
  • Mindestqualität der Rebsorte (Mostgewicht)
  • Bestandende Qualitätsprüfung
  • Bezeichnungen in anderen Ländern:
    • Appellation d´Origine Contrôlée (AOC – Frankreich)
    • Denominación de Origen (Spanien)
    • Denominazione di origine controllata (DOC – Italien)
  • Hohe Anforderungen hinsichtlich Reife und Geschmack des Rotweins: Amtliche Qualitätsweinprüfung
  • Festgelegter Mindestalkoholgehalt und -mostgewicht unterscheidet sich je nach Region
  • Keine Chaptalisation
  • Sechs unterschiedliche Prädikatsstufen: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese, Eiswein
  • Bezeichnungen in anderen Ländern:
    • AOC (Frankreich)
    • Denominación de Origen Calificada (DOC – Spanien)
    • Denominazione di origine controllata e garantita (DOCG – Italien)

Prädikatsweine

Das Prädikat Kabinett steht für ein vergleichsweise hohes Mostgewicht und verbietet Chaptilisation bei der Herstellung des Weines. Riesling-Kabinetts haben meist einen relativ geringen Alkoholgehalt und überzeugen durch Leichtigkeit und Finesse im Geschmack. Eine leichte Restsüße sorgt für ein ausgewogenes Säure-Süße-Verhältnis und macht den Wein süffig. Die Herstellung eines Kabinett-Weins setzt vor allen Dingen aufgrund des Erntezeitpunkts viel Erfahrung beim Winzer voraus und ist nur mit gesunden Trauben möglich, die nicht von Fäule befallen sind.
Spätlese bezeichnet Weine, deren Trauben zu einem späteren Zeitpunkt als die allgemeine Lese geerntet werden. Der Spätlesetermin wird durch den Herbstausschuss der zuständigen Gemeinde festgesetzt und variiert je nach Anbaugebiet. Darüber hinaus müssen die Trauben zur Leseprüfung angemeldet sein, damit der Wein das Prädikat Spätlese erhalten kann. Bei der Leseprüfung werden Qualitätskriterien wie Reife und Gesundheit der Trauben kontrolliert. Spätleseweine verfügen meist über eine gewisse Restsüße, können aber auch trocken ausgebaut werden.
Ein Wein der mit dem Prädikat Auslese gekennzeichnet ist, verfügt über ein höheres Mostgewicht als einer mit der Bezeichnung Spätlese. Der Name bezieht sich darauf, dass Trauben für Qualitätsweine mit dem Prädikat Auslese bei der Traubenlese als hochwertig aussortiert werden. Bei der Herstellung einer Auslese dürfen nur Trauben aus einem festgelegten Bereich des Weingebiets verwendet werden. Außerdem ist wie bei allen deutschen Prädikatsweinen Chaptilisation verboten. Weine mit dem Prädikat Auslese eignen sich genauso wie Spätlese-Weine für längere Lagerung und gewinnen zunehmend an Bouquet.
Weine die aus edelfaulen Trauben hergestellt werden, dürfen nach Prüfung weiterer Qualitätskriterien das Prädikat Beerenauslese tragen. Die Natursüße der Weine entsteht durch eine Konzentration des Zuckergehalts durch Verdunsten. Der Schimmelpilz Botrytis cinerea befällt die Trauben bei warmem Herbstwetter in Verbindung mit Frühnebel und perforiert die Zellwände. So verdunstet unter Sonneneinstrahlung ein Teil der Flüssigkeit und der Zuckergehalt beziehungsweise das Mostgewicht steigt an. Es entsteht ein süßer Wein mit relativ geringem Alkoholgehalt und goldener Farbe. Auch Beerenauslesen eignen sich für die Lagerung über mehrere Jahre und gewinnen an Bouquet.
Die Trockenbeerenauslese stellt die höchste Qualitätsstufe der Prädikatsweine dar. Wie schon bei der Beerenauslese handelt es sich hierbei um von Grauschimmelfäule befallene Trauben, die allerdings über einen noch längeren Zeitraum am Rebstock bleiben. Erst wenn die Beeren zu einem Großteil vertrocknet sind und Rosinen ähneln, werden sie gelesen. Der Zuckergehalt ist stark konzentriert, was zu einem entsprechend hohen Mostgewicht führt und die Herstellung besonders hochwertiger Weine mit Natursüße und guter Lagerfähigkeit ermöglicht. Eine goldgelbe Farbe ist neben niedrigem Alkoholgehalt ein besonderes Merkmal der Trockenbeerenauslese, die in Deutschland häufig aus Riesling der Anbaugebiete Mosel und Rheingau produziert wird.
Eiswein wird in Deutschland aus Trauben gewonnen, die im gefrorenen Zustand bei einer Temperatur von mindestens minus sieben Grad Celsius geerntet werden. Weitere Herstellungsländer von Eiswein sind Österreich und Kanada, wo teilweise andere Qualitätskriterien herrschen. Häufig wird Eiswein im Januar geerntet. Das Wasser der reifen Trauben kristallisiert und der verbleibende Zucker sowie die Fruchtsäure bilden die Grundlagen für ein hochwertiges Produkt. Da die Trauben ungewöhnlich lange am Rebstock verbleiben, riskieren die Winzer, dass die Ernte bei zu hohen Temperaturen verfault oder bei zu niedrigen Temperaturen zu kalt für die Herstellung von Eiswein wird. Deswegen ist diese Spezialität seltener als andere Prädikatsweine und dementsprechend meist teurer. Eiswein wird häufig aus Riesling, aber auch aus Vidal Blanc oder Chenin Blanc gewonnen.
Wein Qualitätsstufen

Daneben werden vor allem Rotweine in unterschiedliche Qualitätsstufen unterteilt, die Aufschluss über Herkunft und Anbaumethode geben. Diese muss immer auf dem Etikett angegeben sein. In diesem Zusammenhang ist vorherrschend: „Je genauer die Herkunftsangabe, desto hochwertiger der Rotwein.“

Seit 2009 gilt für Rotweine mit Herkunft aus der europäischen Union eine dreistufige Qualitätsbezeichnung (siehe rechts).

  1. Rotweine ohne genauere Angabe
  2. Rotweine mit geografischer Angabe (geschützt)
  3. Rotweine mit Ursprungsangabe (geschützt)

1.4 Geschmack

Generell werden nach deutschem und EU-Weinrecht vier Geschmacksrichtungen klassifiziert, die sich auf die Süße und dem damit verbundenen Zuckergehalt beziehen. Die Angabe auf dem Etikett ist vor allem bei Weißweinen üblich, findet sich aber auch häufig bei hochwertigen Rotweinen.

Zuckerhalt (Abweichungen von 1 g/l erlaubt) Rotweine Weißweine
Trockener Wein
(frz. sec, ital. secco)
Maximal 4 g/l Pinot Noir Riesling
Halbtrockener Wein
(frz. demi sec, ital. abboccato)
Zwischen 4,1 und 12 g/l Trollinger Scheurebe
Lieblicher Wein
(frz. moelleux, ital. amabile)
Zwischen 12,1 und 45 g/l Dornfelder Grauburgunder
Süßer Wein
(frz. doux, ital. dolce)
Mindestens 45 g/l Cuvée Sweet Eiswein

Darüber hinaus findet man vor allen Dingen beim Riesling häufig die Bezeichnung feinherb, für die es keine gesetzliche Definition gibt. Deshalb kann der Geschmack "feinherb" teilweise stark variieren. Häufig bezeichnet feinherber Wein allerdings Weine, die in der Geschmacksrichtung zwischen lieblich und halbtrocken angesiedelt sind.

Leckere Weine
Der richtige Wein zu jedem Anlass

Verschiedene Faktoren können während des Reifeprozesses Einfluss auf die Würze nehmen: Eine Lagerung im Holzfass kann das Aroma des Weines stark beeinflussen.

Diverse Fruchtaromen

Typische Weinaromen:

  • Brombeere, z.B. Merlot, Tempranillo und Grenache
  • Johannisbeere, z.B. Shiraz und Zinfandel
  • Blaubeere, z.B. Tannat, Carignan und Carbernet Franc
  • Gewürznelke, z.B. Gamay, Pinot Noir und Carbernet Sauvignon
  • Cassis, z.B. Tempranillo, Carbernet Sauvignon und Merlot
  • Zedernholz, z.B. Tannat und Carbernet Sauvignon
  • Kirsche, z.B. Blauer Zweigelt, Malbec und Pinotage
  • Apfel, z. B. Grüner Veltliner und Grauburgunder
  • Stachelbeere, z. B. Silvaner und Sauvignon Blanc
  • Passionsfrucht, z. B. Rieslaner und Gelber Muskateller
  • Pfirsich, z. B. Chardonnay und Scheurebe
  • Grapefruit, z. B. Ehrenfelser und Grauburgunder
  • Birne, z. B. Chenin Blanc und Kerner
Cuvée bezeichnet einen Wein, der nicht nur aus einer, sondern mehreren Rebsorten hergestellt wurde. Die verwendeten Trauben können dabei aus unterschiedlichen Regionen stammen.
Weinaromen
Neben fruchtigen Aromen sind Weine auch für eine Vielzahl weiterer Geschmacksnoten bekannt.

Glühwein
Vor allem in deutschsprachigen Ländern wird zur Weihnachts- und Winterzeit gerne Glühwein getrunken. Es handelt sich dabei um auf etwa 65 Grad Celsius erhitzten Rot- oder Weißwein, der mit diversen Gewürzen veredelt wurde. Typische Aromen sind Zimt, Nelken, Sternanis und Vanille. Teilweise wird dem Glühwein auch Zucker zugegeben oder für den besonderen Geschmack mit Rum beziehungsweise Likör wie Amaretto vermischt. Neben klassischem Glühwein aus Trauben erhalten Sie auch Heidelbeer- oder Kirschglühwein.

2. Rotwein

Ein guter Rotwein darf bei keinem Essen fehlen. Dabei werden bei der Produktion nicht wie fälschlicherweise oftmals angenommen herkömmliche Trauben verwendet: Stattdessen kommen speziellen Rebsorten zum Einsatz, die ausschließlich für die Herstellung von Rot- oder Roséwein vorgesehen sind. Im Folgenden erfahren Sie alles über die Vinifizierung. Außerdem stellen wir Ihnen klassische Rotweine vor.

Rotwein
Rotwein wird in der Regel bei Zimmertemperatur getrunken.

Rotweine werden in der Regel ungekühlt bei Zimmertemperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius getrunken. Eine Ausnahme stellen jedoch fruchtbetonte Weine dar, die ihr Aroma leicht gekühlt bei etwa 14 Grad Celsius optimal entfalten.

Wie ein Rotwein schmeckt, hängt vor allem von der verwendeten Rebsorte sowie der Länge der Gärung ab. Bei einer kurzen Gärung und milden Trauben entsteht ein fruchtiger Rotwein, der jedoch nicht lange gelagert werden kann. Bei einer längeren Maischegärung bekommt der Rotwein ein starkes Aroma, da der Anteil an herausgelösten Tanninen mit der Dauer zunimmt. Solche Qualitätsweine können über Jahre in der Flasche weiterreifen.

  • Kurze Gärung = fruchtiger und milder Rotwein
  • Lange Gärung = starker Rotwein mit vielen Tanninen
Was sind eigentlich Tannine?
Tannine sind die im Wein enthaltenen Gerbstoffe, die in den Schalen der Trauben sitzen. Rebsorten mit einer dicken Beerenschale besitzen dementsprechend einen höheren Tanninanteil. Die Gerbstoffe dienen nicht nur als Konservierungsmittel, um den Wein länger haltbar zu machen, sondern verleihen dem Rotwein auch seinen typischen Geschmack.

Im Gegensatz zu Weißweinen sind viele Rotweine lagerfähig: Qualitätsweine können auch nach der Abfüllung in der Flasche weiterreifen.

Die Vinifizierung von Rotwein läuft dabei folgendermaßen ab:

Vinfizierung von Rotwein
  1. Einmaischen
    Da sich der rote Farbstoff in der Schale befindet, werden zunächst die ganzen Trauben zerkleinert.
  2. Gärung
    Dieser sogenannten Maische wird nun Hefe zugesetzt und die Vergärung beginnt. Traditionell dauert die Maischegärung – bei der sich neben den Farbstoffen auch die Tannine herauslösen – zwischen vier und 30 Tagen, je nach gewünschter Schwere des Rotweins.
  3. Kelterung
    Anschließend wird die Maische ausgepresst, wodurch eine klare Flüssigkeit entsteht.
  4. Ausbau
    Der Rotwein wird anschließend bis zu 18 Monate in Fässern gelagert, wodurch er reift und erst seinen vollendeten Geschmack erhält.
Es ist möglich, auch aus blauen Trauben einen Weißwein herzustellen. Hierbei wird die Mostgärung angewandt, sodass sich die Farbstoffe nicht aus den blauen Beeren herauslösen. In Frankreich wird ein solcher Wein als „Blanc de Noirs“ (Weißer aus Dunklen) bezeichnet.

Viele europäische Länder können auf eine lange Rotwein-Anbautradition zurückblicken und haben den Herstellungsprozess im Laufe der Zeit immer weiter perfektioniert. Auch wenn die deutschen Weinanbauregionen wie Mosel oder Rheingau eher für Weißwein bekannt sind, haben sich viele dortige Winzer ebenso auf die Herstellung von Rotweinen spezialisiert.

Nicht immer lässt sich eine Rebsorte einem einzigen Land zuordnen, viele Sorten werden stattdessen weltweit kultiviert. Wir stellen Ihnen die drei größten Anbauregionen für Rotweine und ihre ursprünglichen Rebsorten vor.


2.1 Französische Rotweine: Merlot, Bordeaux und Cabernet Franc

In keinem anderen Land werden so viele Rotwein-Sorten produziert: Frankreich wird auch weit über Europas Grenzen hinaus für seine hochwertigen Qualitätsweine geschätzt. Dank der langen Anbautradition ist es bis heute das einflussreichste und wichtigste Weinland der Welt. Französische Rotweine gelten im Geschmack als elegant und nachhaltig, insbesondere die Regionen Bordeaux und Burgund sowie das Rhône-Tal bringen hochprämierte Weine hervor.

Grund für die hohe Qualität französischer Rotweine sind unter anderem die Anbaubedingungen: Das optimale Klima der mediterranen Zone und ein nährstoffreicher Boden sorgen für ausgewogene und hochwertige Weine.

  • Optimale Anbaubedingungen für eine hohe Qualität
  • Viele Land- und Tafelweine sowie Rotweine mit AOP Auszeichnung
  • Weltberühmte Weine stammen aus dem Regionen Burgund und Bordeaux
  • Häufig mit dem Zusatz Château Domaine gekennzeichnet (Winzerbetrieb)
  • Bei französischen Rotweinen ist der Jahrgang wichtig
Cabernet Franc Cabernet Franc ist eine Verschnittsorte und Bestandteil vieler Bordeaux-Weine. Diese Rebsorte besitzt nur einen geringen Tanningehalt wodurch diese Rotweine weniger schwer ausfallen als andere französische Weine.
Bordeaux Bordeaux ist keine Rebsorte an sich, sondern bezeichnet eine Cuvée aus unterschiedlichen Trauben der gleichnamigen Region.
Cabernet Sauvignon Diese Rotweine stammen aus dem Südwesten Frankreichs (Aquitanien). Ein Cabernet Sauvignon zeichnet sich vor allem durch seinen kraftvollen Geschmack aus und besitzt schwere und körperreiche Aromen wie Cassis und Zedernholz.
Malbec Malbec ist eine sehr dunkle Rebsorte und stammt ursprünglich aus der Provinz Cahors. Solche Rotweine sind recht schwer, wobei die Würze auch fruchtige Komponenten aufweist.
Merlot Auch der Merlot wird hauptsächlich in Aquitanien kultiviert. Dabei gelten die Weine mit Aromen von roter Johannisbeere und Himbeere als fruchtig. Vereinzelt wird diese Rebsorte auch in anderen Länder wie Chile angebaut.
Pinot Meunier/Schwarzriesling Die im deutschen als Schwarzriesling bezeichnete Rebsorte liefert einen rubinroten Wein mit fruchtigen Aromen. Pinot Meunier wird zu Teilen auch in der Champagne angebaut und ist Bestandteil des gleichnamigen Schaumweines.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige französische Rotweine beziehungsweise Rebsorten vor:

  • Cabernet Franc
    Cabernet Franc

    Die Rebsorte Cabernet Franc ist eng verwandt mit dem Cabernet Sauvignon und entfaltet im Gaumen einen leichten, einzigartigen Geschmack mit frischen Pfeffernoten. Zudem gilt er im Gegensatz zu vielen anderen französischen Weinen als tannin- und säurearm. Der Körper des Cabernet Franc ist voll und erinnert in seiner Komposition an Himbeeren und schwarze Johannisbeeren. Insofern Sie sich für eine längere Lagerung des Weins entscheiden, nehmen Sie oft die folgenden Geschmacksvarianten stärker wahr:

    • Lakritze
    • Vanille
    • Waldbeeren
    • Zarte Würznoten
    • Brombeeren

    Optisch zeichnet sich der Rotwein durch eine helle und blassrote Farbe aus. Als Begleitung von dunklen Fleischgerichten wie Braten oder gegrilltem Schweine- und Lammfleisch entfaltet der Cabernet Franc seine Geschmacksvielfalt besonders effektiv. Die meisten Varianten des Cabernet Franc dürfen bis zu sechs Jahre in der Flasche nachreifen. Lediglich Rotweine aus dem Loiretal entfalten ihr volles Bouquet auch noch nach zehn bis 15 Jahren.

  • Bordeaux-Weine

    Alle Bordeaux stammen aus dem weltweit größten zusammenhängenden gleichnamigen Weinbaugebiet in Frankreich. Weil bei der Herstellung der unterschiedlichen Bordeaux Varianten verschiedene Rebsorten gemischt werden, sind die Kombinationsmöglichkeiten ebenso wie die dementsprechende Geschmacksvariation sehr vielfältig. In den Bordeaux Rotweinen sind vor allem die folgenden Rebsorten enthalten – im Gegensatz zu anderen Weinen wird bei der Herstellung nie nur eine einzige Rebsorte verwendet:

    • Merlot
    • Cabernet Sauvignon
    • Cabernet Franc
    • Petit Verdot
    • Malbec

    Generell wird bei Bordeaux zwischen zwei unterschiedlichen Qualitäten differenziert: Gutsweine, deren Reben von einem einzigen Château stammen und Markenweine, die aus Fässern unterschiedlicher Winzer hergestellt werden. Die spezielle Geschmacksvariation hängt dabei davon ab, aus welchem Teil des Weinbaugebiets der Rotwein stammt. Ein Bordeaux aus Médoc gilt als fruchtig, während Flaschen aus Pomerol und Saint-Émilion sich durch ihre Vollmundigkeit auszeichnen. Vereinzelt finden Sie auch Bordeaux Weißweine, die dann aus Barsac oder Sauternes stammen.

    Bordeaux Rotweine sind generell trocken und relativ lagerfähig. Weil Vibrationen während des Transports den Bordeaux beeinflussen, ist es außerdem sinnvoll, die Flaschen vor dem Öffnen einige Wochen ruhig zu lagern.

  • Cabernet Sauvignon
    Cabernet Sauvignon

    Der französische Rotwein Cabernet Sauvignon stammt aus der Anbauregion Aquitanien im Südwesten von Frankreich und zeichnet sich durch seinen kraftvollen und körperreichen Geschmack aus. Er gehört mit seinen intensiven Aromen und aufgrund seiner Vielfältigkeit zu den meistgetrunkenen Weinen weltweit. Typische Geschmacksaromen sind Cassis, Zedernholz, schwarze Johannisbeere und Gewürze.

    Die Rebsorte stammt ursprünglich aus Bordeaux, wird aber auch in Kalifornien, Südafrika sowie Südamerika kultiviert und nimmt dabei insgesamt mehr als 300.000 Hektar ein. Cabernet Sauvignon wird nicht nur sortenrein gekeltert, sondern eignet sich auch sehr gut als Cuvéewein. In diesem Fall wird er häufig mit Cabernet Franc, Merlot oder Malbec kombiniert. Die spät reifende Rebsorte hat viele Farb- und Gerbstoffe und eignet sich sehr gut für die langjährige Lagerung. Insbesondere die reiferen Jahrgänge entfalten ein unverwechselbares Bouquet. Sauvignons aus Europa besitzen typischerweise ein leichtes Minzaroma, während Rotweine aus Süd- und Mittelamerika eine dominante Eukalyptusfärbung erkennen lassen.

    Cabernet Sauvignon ist vielseitig und ergänzt vor allem herzhafte Gerichte perfekt. Er eignet sich deswegen ideal zu gebratenem Rind, Lamm sowie Wild und für dunkle Soßen. Kräftige Rotweine wie dieser harmonieren ebenfalls mit mediterranen Gerichten.

    Die Rebsorte Cabernet Sauvignon wird auch für die Herstellung von Roséwein verwendet.
  • Malbec

    Diese Rebsorte stammt ursprünglich aus der französischen Provinz Cahors, wo sie sich im 18. Jahrhundert bis nach Bordeaux verbreitete. Nach einem verheerenden Frost 1956 stellten die Winzer Frankreichs auf Merlot um. Da Malbec für Traubenabwurf anfällig ist, wurden die Sorte bald von Merlot und Cabernet Sauvignon verdrängt. In Bordeaux verwendet man Malbec hauptsächlich als Cuvée für Côtes de Bourg und Blaye. Nur in Cahors im Département Lot müssen Rotweine immer noch zu 70 Prozent aus Malbec bestehen. Heute wird die Rebsorte hauptsächlich in Argentinien, Chile und Südafrika angebaut, da auf der Südhalbkugel die klimatischen Bedingungen sowie die Böden besser sind als in Europa.

    Malbec wird dabei vornehmlich als reine Sorte ausgebaut. Im Glas ist der gerbstoffreiche Wein dunkelrot, sodass er beinahe schwarz wirkt und auch unter dem Namen „Schwarzer Wein“ bekannt ist. Der argentinische Malbec ähnelt mit seinem würzigen und vollen Geschmack dem französischen Bordeaux. Er zeichnet sich außerdem durch Nuancen von Lorbeer, Kirsche, Cassis und Brombeere aus. Wird ein Malbec im Eichenholzfass ausgebaut, bekommt er einen dezenten Duft nach Pflaume und Tabak. Der Rotwein ist lagerfähig und wird mit zunehmendem Alter charaktervoller. Dabei harmoniert er geschmacklich vor allem zu Braten und deftigem Grillgut, da sich die Röstaromen des Fleisches gut mit den Gerbstoffen und Tanninen des Weines ergänzen. Die ideale Trinktemperatur für Malbec liegt bei 18 Grad Celsius.

    Malbec-Wein entdecken
  • Merlot
    Merlot

    Merlot auch Merlot Noir genannt, gilt als eine der am häufigsten vorkommenden Rebsorten der Welt und stammt wie Cabernet Sauvignon aus Südwest-Frankreich (Aquitanien). Die Rebsorte wird dort bereits seit dem 14. Jahrhundert unter dem Namen Crabatut Noir zu Wein verarbeitet. Vereinzelt wird sie auch in anderen Ländern mit ähnlich klimatischen Bedingungen wie Chile oder Italien kultiviert.

    Die Merlot-Rebe lässt sich anhand der großen, fünflappigen Blätter und der mittelgroßen, dünnhäutigen und schwarzblauen Trauben erkennen. Die Rebsorte entstammt dabei einer Kreuzung aus Cabernet Franc und Magdeleine Noire des Charentes und wird in über 30 Ländern angebaut.

    Mit rund 270.000 Hektar Rebfläche liegt Merlot an zweiter Stelle der meist angebauten Rebsorten der Welt. Grund dafür ist unter anderem die einfache Handhabung: Merlot ist wenig anspruchsvoll hinsichtlich Boden und Klima und wenig frostempfindlich. Das ermöglicht gute Erträge auch in kühlen Gebieten.

    Merlot-Weine sind schwer (hoher Alkoholgehalt), kraftvoll und haben eine moderate Säure. Hinzu kommen fruchtige Aromen wie:

    • Erdbeere
    • Himbeere
    • Rote Johannisbeere

    Bei kurzer Lagerung sind vor allem die fruchtigen Noten präsent, während bei langer Lagerung die Kräuteraromen hervorgehoben werden. Merlots aus nördlichen Regionen weisen zudem Geschmacksnoten wie Lakritz, Tabak, Schokolade und Nelke auf. Auch diese Rebsorte kann zu einem Rosé verarbeitet werden.

  • Pinot Meunier/Schwarzriesling

    Der Pinot Meunier ist eine Rebsorte, die eng mit dem Spätburgunder (Pinot Noir) verwandt ist. In Deutschland wird sie vornehmlich unter dem Namen Schwarzriesling in Württemberg angebaut. Ein Pinot Meunier ist ein fruchtiger Rotwein und vor allem als Qualitätswein bekannt. Die Trauben der Sorten werden oftmals als Kabinettwein oder Spätlese ausgebaut.

    Im Geschmack zeichnet sich der Schwarzriesling durch einen kräftigen, süßen Charakter aus, ohne dabei einen zu hohen Säuregehalt aufzuweisen. Eine intensive rötliche Farbe und ein grundsätzlich fruchtiges Aroma sind weitere Alleinstellungsmerkmale des Schwarzrieslings.

    Grundsätzlich harmoniert der Pinot Meunier sehr gut zu Fleischgerichten. Trockene Varianten des Rotweins sind vor allem dann empfehlenswert, wenn Sie Lamm- oder Schweinefleisch servieren. Mit gegrilltem Fleisch und Wild ergänzt der Schwarzriesling sich ebenfalls hervorragend.

2.2 Spanische Rotweine: Rioja, Grenache und Tempranillo

Dank guter klimatischer Bedingungen und nährstoffreicher Böden gilt auch Spanien als ideales Land für den Anbau von roten Rebsorten. Die Weinkultivierung kann dabei auf eine Jahrtausende währende Tradition zurückblicken. Dank des mediterranen Klimas werden aus den spanischen Rebsorten vor allem kraftvolle und fruchtbetonte Weine gewonnen, die preiswerter als vergleichbare französische Weine sind. Die Reben werden dabei oftmals in großer Höhe angebaut. Insgesamt kultivieren Winzer in diesem Land etwa 100 verschiedene Traubensorten.

Spanische Rotweine
  • Drittgrößtes Weinland der Welt
  • Über 100 verschiedene Rebsorten
  • Dank des mediterranen Klimas ideale Anbaubedingungen
  • Im Vergleich zu französischen Weinen preisgünstiger
  • Hauptanbaugebiete sind die Weinberge von Rioja und Navarra aber auch Inseln wie Mallorca oder Teneriffa
Sehr gute Weine tragen das Prädikat Reserva und werden insgesamt mindestens drei Jahre lang gelagert, eines davon im Fass. Grand Reserva Rotweine verbleiben hingegen zwei Jahre im Fass und reifen anschließend noch weitere drei Jahre in der Flasche. Bei Weinen der Qualitätsstufe Crianza handelt es sich um mindestens drei Jahre alte Weine, die ein Jahr lang im Eichenfass und im Anschluss mehrere Monate in der Flasche gelagert wurden.

Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick auf bekannte spanische Rebsorten/Weinregionen:

Rioja Das Anbaugebiet Rioja, im Norden des Landes gelegen, ist mit Rebsorten wie Grenache und Tempranillo die größte Weinregion Spaniens. Ein typischer Rioja Rotwein weist ein trockenes Aroma und eine dunkelrote Farbe auf.
Grenache Die Rebsorte Grenache (oder: Granacha) wird hauptsächlich im Osten und Norden Spaniens angebaut. Dabei besitzen solche spanischen Weine nur wenige Tannine, wodurch ein fruchtiges (z. B. Brombeere) und mildes Aroma entsteht.
Tempranillo Tempranillo gilt als besonders edle Rebsorte und bringt würzige sowie tiefrote Trauben hervor. Die daraus entstehenden Weine sind kräftig, aber dabei nur mittelmäßig alkoholhaltig. Tempranillo wird auch in Portugal kultiviert.
Bobal Diese Traubensorte wird vor allem in den Regionen Alicante und Cuenca angebaut. Rotwein aus Bobal ist dank des geringen Alkoholgehalts vergleichsweise mild und gut verträglich. Typische Aromen sind Kirsche gepaart mit erdigen Komponenten.
  • Rioja
    Rioja

    Rioja ist im Vergleich zu den anderen hier vorgestellten Weinen keine Rebsorte, sondern bezeichnet eine Anbauregion. Weine aus dieser Gegend werden unter dem Begriff „Rioja“ weltweit vermarktet. Zu den für die Herstellung verwendeten Trauben gehören vor allem Tempranillo und Granacha. Ein typischer Wein dieser Region ist trocken und weist eine dunkle Farbe auf.

    Die 1926 gegründete Weinregion Rioja liegt am Oberlauf des Ebros im Norden Spaniens, etwa 50 Kilometer südlich von Pamplona. Nicht nur die geografisch geschlossene Lage und die unterschiedlichen Böden prägen die gleichnamigen Weine der Region auf besondere Weise, auch Atlantik und Mittelmeer sorgen mit optimalen Niederschlagsmengen und mildem Klima für ideale Anbaubedingungen. Im Ergebnis zeichnen sich die oftmals trocken in Barriquefässern ausgebauten Rioja-Weine durch ein sanftes, fruchtbetontes Aroma aus.

    Auch die Weine des Rioja werden in unterschiedlichen Qualitätsstufen produziert. Die Gran Reserva-Weine reifen für mindestens zwei Jahre im Holzfass (Barrique-Ausbau), bevor sie dann weitere drei Jahre der Flaschenreifung überlassen werden. Einige wenige Weine im Rioja gelten als Vinos de Autor, sogenannte Autorenweine, die in limitierter Menge und hoher Qualität zu entsprechenden Preisen vertrieben werden. Produziert werden die Rioja-Weine oftmals in sogenannten Bodegas, klassischen spanischen Weinkellereien, die in der Regel die gesamte Produktion bis zur Abfüllung und Lagerung übernehmen. Einige wenige Bodegas keltern neben den charakteristischen Rotweinen der Region auch ausgefallene Weiß- und Roséweine oder spanischen Sekt, der unter der Herkunftsbezeichnung Cava vertrieben wird.

  • Tempranillo

    Die Rebsorte Tempranillo ist die am häufigsten kultivierte Weintraube in Spanien und wird hauptsächlich in La Rioja und Ribera del Duero, aber auch in Navarra, Roro und La Mancha angebaut. Übersetzt bedeutet der Name „kleine Frühe“, was sich zum einen auf die geringe Größe der Beeren und zum anderen auf den Reifezeitpunkt der Trauben bezieht.

    Die einheimische Traubensorte Tempranillo nimmt einen Großteil der Anbauflächen Spaniens ein. Der Tempranillo wird entweder sortenrein abgefüllt oder dient als Grundlage für Verschnitte mit weiteren einheimischen Traubensorten:

    • Granacha Tinta (tanninarm, fruchtig, alkoholreich, weich)
    • Graciano (lange Haltbarkeit, kräftiges Aroma, dunkelrote Farbe)
    • Mazuelo (hoher Säure- und Tanningehalt, in extremen Lagen tiefgründig mit fruchtigen Anklängen)
    • Maturana Tinta (hoher Farb- und Säuregehalt, Noten von grünem Paprika, Balsam und Gewürzen, weltweit nur im Rioja angebaut).

    Die aus der Rebsorte Tempranillo entstehenden Weine sind kräftig und vollmundig im Geschmack. Das Aroma ist fruchtbetont und enthält Komponenten wie:

    • Gewürze
    • Blaue und schwarze Johannisbeere
    • Kirschen

    Mit seinem vielfältigen Spektrum an Aromen und seiner mittleren Stärke bezüglich Säure, Tanninen und Alkohol passt Tempranillo zu vielen Speisen. Traditionell ist er ein idealer Begleiter zu spanischen Tapas wie herzhaftem Jamón Iberico oder saftigen Croquetas de jamón. Auch geröstetes Gemüse oder spanischer Käse wie der Manchego harmonieren gut zu diesem Wein.

  • Grenache

    Diese spanische Rotweintraube wird vor allem in Ost- und Nordspanien angebaut, vornehmlich in den Regionen Navarra und La Mancha. Hinzu kommt eine weltweite Kultivierung von Grenache beziehungsweise Granacha in klimatisch ähnlichen Ländern, wie beispielsweise Italien, Australien oder den USA (Kalifornien). Die Rebsorte treibt früh aus und reagiert empfindlich auf Regen und Kälteperioden. Deswegen wird sie nur in südlichen Regionen angebaut.

    Grenache wird nicht nur reinsortig vinifiziert, sondern oftmals auch mit anderen Rebsorten zu einer Cuvée verschnitten. So wird sie in Spanien beispielsweise mit einem Tempranillo aus den Rioja-Gebiet vereint oder in Frankreich zu einer Assemblage mit Syrah und Mourvèdre hergestellt. Das Verschneiden der einzelnen Rebsorten gilt dabei nicht als Qualitätsminderung, sondern dient einer geschmacklichen Abrundung und erhöht die Lagerfähigkeit des Weines.

    Grenache

    Ein Grenache ist bekannt für seinen süßen Geschmack mit mäßigem Säureanteil. Er weist folgende Aromen auf:

    • Gewürze
    • Blaue und schwarze Johannisbeere
    • Kirschen
    • Cassis
    • Brombeere

    Dadurch harmoniert er vor allem zu Festtagsgerichten mit würzigen Soßen und weniger zu leichten Speisen.

    Grenache ist auch als Rebsorte für den weltbekannten Cuvéewein Châteauneuf-du-Pape zugelassen.

2.3 Italienische Rotweine: Trollinger, Sangiovese und Primitivo

Auch in Italien wird in nahezu allen Regionen Weinanbau betrieben. Ebenso wie in Frankreich und Spanien sind die klimatischen Bedingungen für die Kultivierung traditioneller Rotwein-Rebsorten ideal. Während im Norden des Landes hauptsächlich schlanke und fruchtige Rotweine gekeltert werden, weisen die Rebsorten im Süden Italiens ein kräftiges und vollmundiges Aroma auf.

Italienische Rotweine
  • Italienischer Rotwein gilt als fester Bestandteil des Dolce Vita
  • Neben eigenen Rebsorten werden auch viele französische kultiviert, z. B. Merlot
  • Neben sortenreinen Weinen auch viele Cuvées
  • Hauptanbauregionen sind Südtirol, Piemont, Toskana und Sizilien
Im Italien werden Rebstöcke häufig nach dem Erziehungssystem Alberello angepflanzt. Solange die Reben jung sind, werden sie unterstützend an einzelnen Stäben hochgezüchtet. Nach einiger Zeit wachsen sie so zu freistehenden, becherförmigen Bäumchen. Diese Erziehungsmethode war schon in der Antike geläufig und ist auch heute noch im Mittelmeerraum weit verbreitet.

Als bekannte Anbaugebiete beziehungsweise Rebsorten gelten:

Sangiovese Diese Rebsorte wird hauptsächlich in der Toskana sowie in Emilia-Romagna angebaut und gilt als die am weitesten verbreitete Traube in Italien. Sangiovese dient als Grundlage berühmter Weine wie beispielsweise dem Chianti. Ein solcher Rotwein weist eine helle Farbe auf und besitzt einen hohen Tanninanteil.
Barolo Der Barolo wird hauptsächlich in Piemont kultiviert und gilt als einer der besten Weine Italiens. Ein solcher Rotwein wird bis zu 20 Jahre gelagert, wodurch ein schweres und tanninreiches Aroma entsteht.
St. Magdalener St. Magdalener ist ein fruchtiger und leichter Rotwein aus Südtirol. Er trägt die Qualitätsbezeichnung DOC und besitzt einen moderaten Alkoholgehalt von maximal 13 Volumenprozent. Dieser Rotwein weist leichte und fruchtige Aromen wie Kirsche und Himbeere auf.
Primitivo Die Rebsorte Primitivo ist frühreifend und stammt ursprünglich aus Kroatien. Heute wird sie hauptsächlich in Süditalien kultiviert. Aus solchen Beeren gewonnener Rotwein besitzt eine intensive Farbe und erinnert mit seinem Bouquet an reife Früchte und Schokolade.
Trollinger Der Trollinger kommt aus den Regionen Südtirol oder Trentino und ist dort als Vernatsch bekannt. Die Rebsorte wurde schon von den Römern kultiviert und wird schätzungsweise seit dem 17. Jahrhundert teilweise auch in Deutschland angebaut.
Montepulciano Die Rotwein-Sorte Montepulciano ist vor allem in Mittelitalien verbreitet und hat feinen vollmundigen und samtigen Geschmack mit wenig Säure. Hauptanbauregionen sind die Abruzzen, Umbrien und Apulien.

Wir stellen Ihnen drei italienische Rotweinsorten im Detail vor:

  • Sangiovese
    Sangiovese

    Sangiovese ist ein Rotwein aus der Toskana und wird aufgrund seiner fruchtigen Würze in Kombination mit einem erfrischenden Charakter auch außerhalb Italiens geschätzt. In der Weinindustrie wird der einzigartige Geschmack der Sangioveserebe auch oft für die Mischung mit weiteren Sorten zu einer Cuvée verwendet. So ist die Traubensorte Bestandteil des weltweit bekannten Chiantis. Die Reben für den Sangiovese werden ausschließlich in Gebieten mit hervorragenden Wetterbedingungen angebaut. Neben feinen Säuren enthält der Wein zahlreiche Aromen, die unter anderem an den Geschmack von Kirschen erinnern. Weitere Komponenten sind Blaubeeren, Johannisbeeren, Preiselbeeren und Brombeeren. Die würzigen Geschmacksnoten sind mit Tabak, Lakritze, Leder, Nelken oder Veilchen vergleichbar. Sangiovese bildet als prägender Bestandteil die Grundlage für jeden echten Chianti, welcher mindestens zu einem Anteil von 80 Prozent aus den Sangiovese-Trauben bestehen muss. Darüber hinaus bildet die Rebsorte die Grundlage für die folgenden berühmten Weine:

    • Brunello di Montalcino
    • Morellino di Scansano
    • Chianti Classico
    • Vino Nobile di Montepulciano

    In vielen Fällen lohnt es sich, den Sangiovese für eine gewisse Zeit zu lagern. Spitzenweine entfalten wegen des überdurchschnittlichen Tanningehalts oft erst nach fünf oder sogar 20 Jahren einen optimalen Geschmack. Klassische Rotweine der Rebsorte können bis zu sieben Jahre gelagert werden.

  • Primitivo

    Primitivo ist eine rote, früh reifende, italienische Traubensorte. Ihren Namen erhielt die Rebe aufgrund des frühen Reifemoments: Das Wort "primo" stammt aus dem Italienischen und bedeutet "Erste(r)". Der Ursprung des Primitivo war über viele Jahre hinweg ungeklärt. Jedoch konnten Wissenschaftler durch Decodierung der DNA beweisen, dass diese Rebsorte eine Mutation der kroatischen Traubenart Crljenak Katelanski ist, die an der Küste Dalmatiens angebaut wird. In Kalifornien ist die Primitivorebe unter dem Namen Zinfandel bekannt. Die Rebsorte wird heute hauptsächlich in Apulien auf der Ebene rund um Manduria auf der Halbinsel Salento angebaut. Angesichts des hohen Zuckergehalts weisen Primitivo-Weine einen starken Alkoholgehalt auf (13 bis 15 Volumenprozent).

    Die Primitivo-Traube weist eine längliche, sehr kompakte Form mit kurzen Stilen auf. Die leuchtend blauen, runden Beeren werden schützend von einem weißen, wachsartigen Überzug umhüllt. Eine Besonderheit besteht dabei in den unterschiedlichen Reifegraden der einzelnen Beeren. Es ist keine Seltenheit, dass die Traube gleichzeitig grüne und vollreife Beeren trägt. Deswegen muss die erfolgreiche Weinlese ausschließlich in mehreren Schritten von Hand erfolgen. Eine maschinelle Ernte ist unter diesen Umständen nicht möglich. Primitivo gilt als widerstandfähige Rebsorte, sodass viele Rebstöcke bis zu hundert Jahre alt werden. Allerdings sind die Trauben empfindlich gegenüber Grauschimmelfäule und tendieren oftmals zu starkem Verrieseln, was ungleichmäßige Ernteerträge zur Folge hat.

    Optisch zeichnet sich ein Primitivo Rotwein durch ein intensives Rubinrot aus. Sein reichhaltiges Bouquet überzeugt durch würzige Aromen wie Zimt, Nelken und schwarzem Pfeffer, welche von reifen Früchten wie Kirschen und Brombeeren. Wird der Wein im Barriquefass ausgebaut, bringt er zusätzlich Aromen von Vanille und Schokolade im Abgang mit.

  • Trollinger
    Trollinger

    Die Ursprungsregionen der roten Rebsorte Trollinger (auch: Vernatsch) sind Südtirol und das Trentino. Der blaue Trollinger wird heute sowohl in Italien (Südtirol) als auch in Baden-Württemberg (Deutschland) angebaut. Die ertragreiche Rebsorte gedeiht auf warmen Böden besonders gut und bevorzugt hinsichtlich des Standortes Muschelkalk und Keuper. Da Trollinger später reift, braucht sie einen frostfreien Standort. Im Gegensatz zu vielen anderen Reben kann die Trollinger-Traube auch pur als Tafeltraube verzehrt werden.

    Trollinger-Weine zeichnen sich durch ihre rubinrote Farbe und den vergleichsweise hohen Säuregehalt zwischen sieben und zehn Gramm pro Liter aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Weinen ist er bereits im Erntejahr trinkbar und muss nicht im Fass oder in der Flasche reifen, um seinen vollen Geschmack zu entfalten. Beim Trollinger handelt es sich um einen preiswerten, bodenständigen Wein, der jedoch selten zu Spitzen- und Prädikatsweinen ausgebaut wird. Als Cuvée wird die Rebsorte häufig mit Lemberger verschnitten. Der leichte, rassige Wein hat wenig Restsüße. Er schmeckt samtig-fruchtig, mit erkennbarer zarter Kirsch-, Mandel- und Muskatnote. Obwohl Trollinger nicht in Barriquefass ausgebaut wird, kann er dessen typische Aromen annehmen.

2.4 Weitere rote Rebsorten

Deutschland ist zwar in erster Linie für seine Weißweine bekannt, jedoch spezialisieren sich auch immer mehr Winzer auf die Vinifizierung blauer Trauben. Deutsche Rotwein-Reben und der daraus gewonnene Wein haben einen fruchtigen und aromatischen Geschmack. Bekannte Anbaugebiete sind vor allem die Pfalz, Rheinhessen und Baden.

  • Dornfelder

    Dornfelder gilt als junge Rebsorte und wird vornehmlich in Deutschland, aber auch in der Schweiz kultiviert. Große Anbaugebiete finden sich in Rheinland-Pfalz (insbesondere Rheinhessen und Pfalz) sowie Baden-Württemberg. Die Rebsorte ist eine Kreuzung aus Helfensteiner und Heroldrede und wurde 1955 von August Herold als Deckwein gezüchtet, um im Cuvée für eine intensive Farbe zu sorgen. Die Trauben dieser Rebe sind groß und zeichnen sich durch eine blauschwarze Farbe sowie eine dicke Schale aus. Dornfelder stellt nur geringe Ansprüche an den Boden, gilt jedoch als frostempfindlich und anfällig gegen Krankheiten.

    Die Dornfelderrebe kann auch als Tafeltraube verzehrt werden.

    Der aus den Rebsorten gekelterte Wein gilt als einfach sowie preiswert und wird meistens trocken beziehungsweise halbtrocken ausgebaut. Außerdem eignet er sich für die Lagerung im Eichenholzfass, wo dann die fruchtigen Aromen reduziert werden und der Wein eine gewisse Samtigkeit erhält.

    Ein Dornfelder ist sehr kräftig im Geschmack und passt deswegen hervorragend zu herzhaften Speisen, wie beispielsweise Rinderbraten, Eintöpfen und Gulasch. Im Bouquet und Geschmack finden sich Aromen von Sauerkirsche, Holunder, Holz und Brombeere.

Auch Südafrika gewinnt als Weinland immer mehr an Bedeutung. Die dortigen Bedingungen aus warmen Temperaturen kombiniert mit der kühlenden Benguela-Meeresströmung sorgt für ein mediterranes Klima, welches sich perfekt für den Anbau von Wein eignet. So werden in Südafrika neben dem Eigengewächs Pinotage vor allem bekannte Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Shiraz kultiviert. Südafrikanische Weine zeichnen sich durch ihre Schwere gepaart mit fruchtigen und würzigen Komponenten aus.

  • Pinotage
    Pinotage

    Pinotage ist eine rote Rebsorte, die in den 1920er Jahren an der südafrikanischen Universität Stellenbosch neu gezüchtet wurde. Sie entstand aus einer Kreuzung von Pinot Noir (Spätburgunder) mit Cinsault. Der Name leitet sich aus der südafrikanischen Bezeichnung für Cinsault ("Hermitage") und "Pinot" ab.

    Die Rebsorte gilt als schnellreifend und gedeiht ausschließlich in trockenen und heißen Lagen. Die größten Anbaugebiete des Pinotage liegen nach wie vor in seiner Heimat Südafrika, wo er als Nationalweingehandelt wird: Die Rebfläche beträgt hier über 6.000 Hektar. Berühmte Weingüter in Südafrika sind beispielsweise Simonsig, Backsberg und Beyerskloof. Darüber hinaus gibt es kleine Bestände in Neuseeland, Kalifornien, Brasilien, Kanada und Israel, während Anbauversuche in Argentinien und Australien gescheitert sind.

    Der fertige Wein zeichnet sich durch eine samtige Struktur aus und besitzt einen hohen Zuckeranteil. Mit seinen süßen Beerenaromen erinnert er geschmacklich an den Spätburgunder und im fruchtigen Geschmack ähnelt er einem Cinsault. Einige Jahrgänge schmecken auch leicht rauchig oder lassen ein Bouquet an tropischen Früchten erahnen. Ein Pinotage weist einen relativ hohen Säuregehalt auf, wirkt aber dennoch sehr harmonisch. Ein rauchiger Pinotage aus dem Barriquefass harmoniert besonders gut zu Gegrilltem. Ansonsten wird der würzige Wein am besten zu Wild oder anderen dunklen Fleischsorten serviert. Auch in Kombination mit reifem Käse, Aufläufen und kraftvollen Speisen eignet sich ein Pinotage hervorragend.

Trotz seiner geringe Größe ist auch Österreich für einige hervorragende Weine bekannt. Insgesamt sind dort 14 rote Rebsorten für die Vinifizierung von Land-, Qualitäts- und Prädikatswein zugelassen. Der Anbau von Rotweinreben macht in Österreich etwa 46.000 Hektar und damit ein Drittel der österreichischen Gesamtrebfläche aus.

  • Zweigelt

    Der Zweigelt ist eine österreichische Rotweinsorte und eine Züchtung aus Blaufränkischem und St. Laurent, die ursprünglich als Rotburger bezeichnet wurde. Sie gilt inzwischen als die meistverbreitete Weinsorte in Österreich, wird aber auch in einigen Weinbaugebieten Deutschlands (Württemberg, Franken und Saale-Unstrut) kultiviert. Zweigelt wird auf mehr als 4.000 Hektar vor allem im Weinviertel, dem Kamptal und rund um den Neusiedlersee angebaut. Die Rebsorte wird aufgrund ihres hohen Ertrags geschätzt, muss aber streng kontrolliert werden. Geschmacklich wartet der Zweigelt mit einem fruchtigen Aroma in Kombination mit leichten Vanillenoten auf und erinnert im Bouquet an Kirschen und rote Beeren. Der österreichische Rotwein besitzt dabei nur wenig Säure und ist dadurch bekömmlich und süffig. Zudem gilt der Zweigelt als körperreich.

    Der junge Zweigelt passt ideal zu:

    • Kalten Speisen, wie Salaten
    • Pasta
    • Leichtem Käse
    • Fisch
    • Geflügel
    • Bratengerichten

3. Weißwein

Weißwein wird ebenso wie Rotwein nahezu in allen Weinanbaugebieten der Welt kultiviert. Da weiße Rebsorten weniger Licht brauchen und mit niedrigeren Temperaturen als blaue Rebsorten auskommen, werden sie hauptsächlich in den nördlichen Gebieten wie beispielsweise Deutschland angebaut. In den südlichen Ländern wie Spanien oder Italien rund um das Mittelmeer werden zwar weiße Reben kultiviert, diese sind jedoch hauptsächlich für die Herstellung von Likörweinen vorgesehen.

Presse für die Weißweinherstellung
Mithilfe einer Weinpresse können Sie Ihren eigenen Weißwein herstellen.

Die Weinherstellung (auch Weinbereitung, Vinifikation oder Vinifizierung) erfolgt in mehreren Arbeitsschritten. Diese lassen sich bei der Weißweinproduktion in bis zu neun Stufen gliedern:

  • Lese
  • Maischen
  • Keltern
  • Anreicherung
  • Schwefelung
  • Gärung
  • Abstich
  • Reifung
  • Lagerung

Die genauen Abläufe haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst.

Der Begriff Weinlese bezeichnet die Traubenernte. Bereits bei diesem Schritt können entscheidende Fehler gemacht werden, die sich negativ auf die Güte sowie die Aromenvielfalt des Weins auswirken. So spielt insbesondere der richtige Zeitpunkt der Lese eine entscheidende Rolle. Der Winzer wählt diesen aufgrund seiner Erfahrung abhängig von Faktoren wie dem Wetter. Dabei geht es darum, den Zuckergehalt in den Trauben korrekt einzuschätzen, da dieser für die Entstehung des Alkohols sowie des Geschmacks maßgeblich ist.

Die Lese an sich kann sowohl von Hand als auch maschinell durchgeführt werden.

Im nächsten Schritt werden die Trauben entrappt beziehungsweise gerebelt. Dieser Vorgang beschreibt das Entfernen von Stielen und Stängeln, die nach der Lese noch an den Rispen vorhanden sind.

Wenn dieser Arbeitsschritt ausgesetzt wird, spricht man von der sogenannten Ganztraubenpressung.

Anschließend werden die einzelnen Beeren (oder bei der Ganztraubenpressung die Rispen) behutsam in einer Mühle gepresst. Die Trauben sollen dabei nicht gemahlen werden, da andernfalls Bitterstoffe aus den Kernen freigesetzt werden. Dabei entsteht eine Masse aus dem Saft und den gepressten festen Bestandteilen der Traube, die sogenannte Maische. Diese ruht anschließend für circa eine bis sechs Stunden, damit sich die Aromen entfalten und die unterschiedlichen Geschmacksstoffe ausgebildet werden können.

Die Maische wird nach der Standzeit in einer Kelter (Weinpresse) erneut gepresst. Dabei werden – möglichst ohne die Kerne zu beschädigen – die Rückstände (der sogenannte Trester) von dem Traubensaft (Most) getrennt.

Der Most wird zur Weißweinproduktion weiterverwendet, wohingegen der Trester etwa als Tierfutter oder Düngemittel eingesetzt wird.

Bei der Anreicherung wird dem Most Zucker oder Traubendicksaft beigemischt. Die damit verbundene Steigerung des Zuckergehalts führt dabei zu einem höheren Alkoholanteil des fertigen Weißweins.

Dieser Vorgang ist entsprechend dem jeweiligen Weingesetz nicht in allen Ländern erlaubt.

Der nächste Schritt der Weißweinproduktion ist die Schwefelung. Dabei versetzt man den Most mit schwefliger Säure beziehungsweise Schwefeldioxid oder alternativ Kaliumdisulfit.

Die Schwefelung schützt den Most vor Oxidation und beugt somit dem Verderben vor.

Nach der Schwefelung wird der Most in spezielle Gärbehälter gefüllt und mit besonderen Hefekulturen versetzt. Während der Hauptgärung, die meist sechs bis acht Tage andauert, erfolgt die Umwandlung des Zuckers im Traubensaft in Alkohol.

Dies geschieht zumeist unter kontrollierter Temperatur, da diese während des Gärvorgangs ansteigen kann, wodurch der Geschmack des Weins beeinflusst wird.

Neben Alkohol entstehen in diesem Verarbeitungsschritt weitere geruchs- und geschmacksbildende Stoffe. Ist der Most komplett vergoren, enthält der Winzer einen trockenen Weißwein. Daher wird der Vorgang meist gezielt unterbrochen, damit ein Restzucker erhalten bleibt. Auf diese Weise erzeugen Winzer halbtrockene, liebliche oder süße Weine.

Während der noch nicht abgeschlossenen Gärung gilt das weinähnliche Getränk als Federweißer.

Gegen Ende der Gärung sinkt die Hefe, die während des Prozesses abstirbt, auf den Boden des Gärbehälters. Um den frischen Wein von diesen Rückständen zu trennen, wird er umgelagert. Dabei saugt man den Wein zumeist von oben ab. Dieser Schritt nennt sich Abstich beziehungsweise Abziehen.

Anschließend filtriert man den jungen Weißwein, um weitere Trübstoffe zu entfernen und danach füllt der Produzent ihn in Fässer beziehungsweise Tanks um.

Nach dem Abstich bezeichnet man den Wein als Jungwein. Dieser ruht beziehungsweise reift etwa drei bis sechs Monate in den Tanks oder Fässern. Teilweise wird der Jungwein deutlich länger gelagert. Dies geschieht oft in Barriquefässern, in denen der Wein weiter ausbaut. Der Ausbau bezeichnet die weitere Bildung des Geschmacks und der Aromastoffe.

Während der Reifung gärt die sogenannte Feinhefe (die restliche Hefe, die nicht abgestorben und daher im Jungwein vorhanden ist) nach. Dies beeinflusst den Geschmack erneut.

Nach der Reifung ist der Weißwein fertig vinifiziert. Einige Weine lagern im Anschluss noch etwa drei bis neun Monate.

In der Regel wird der fertige Weißwein abschließend gefiltert, bevor die Winzer ihn abfüllen und verkaufen.

Der Ausbau des des Weißweins variiert von Region zu Region. Die meisten Winzer setzen auf einen trockenen Ausbau. Hier wird zwischen der Reifung im Fass und im Edelstahltank unterschieden.

  • Barrique-Reifung: Hier wird der Wein in einem Eichenfass, auch Barriquefass genannt, gelagert. Dabei entsteht ein holziges oder buttriges Aroma, das sich mit dem fruchtigen Geschmack des Weißweins ideal verbindet.
  • Edelstahltank-Reifung: Bei der Reifung im Stahltank findet kein biologischer Säureabbau statt. Hier wird die fruchtige Note der Weißwein-Traube gefördert und es entstehen je nach Reifedauer leichte, säuerliche Weine.
  • „Sur lie“-Reifung: „Sur lie“ ist Französisch und bedeutet auf der Hefe gereift. Hier wird der Weißwein der Abfüllung in Flaschen auf Hefe gelagert. Dadurch entsteht eine brotähnliche Note.
  • Versektung: Zur Herstellung von Sekt und Champagner werden die fruchtigen Weine aus der Edelstahltank-Reifung verwendet. Anschließend wird auf verschiedene Art und Weise der Gärungsprozess eingeleitet, sodass die für Schaumweine typische Kohlensäure entsteht.

3.1 Deutsche Weißweine: Riesling, Grauburgunder und Kerner

Deutschland ist als Weinland hauptsächlich für seine Weißweine bekannt. Mehr als 60 Prozent der Anbauflächen für Wein entfallen auf weiße Rebsorten. Insgesamt werden hier etwa 140 verschiedene weiße Traubenarten kultiviert, wovon etwa 20 weltberühmt sind und 100.000 Hektar Anbaufläche ausmachen. Der deutsche Weinanbau für Weißwein erstreckt sich flächenmäßig von der Elbe bis zum Bodensee, während südlich davon eher Rotweine kultiviert werden. Als bester deutscher Wein gilt aus nationaler wie internationaler Sicht der Riesling.

Riesling Der weiße Riesling wird in erster Linie in nördlichen Regionen Deutschlands an steilen Weinbergen angebaut und findet Liebhaber auf der ganzen Welt. In der richtigen Lage produziert, gehören Rieslinge zu den Spitzenweinen mit einer großen Aromen- und Geschmacksvielfalt. Riesling ist ein relativ alkoholarmer Wein und eignet sich deshalb besonders gut als Begleiter zum Essen. Anders als Rotwein wird er für gewöhnlich nicht zu dunklem Fleisch serviert und wie alle Weißweine gekühlt getrunken.
Rivaner Die Rebsorte Rivaner wird auch als Müller-Thurgau bezeichnet und ist eine Neuzüchtung von großer Bedeutung in Deutschland. Geschmacklich ähnelt sie dem Silvaner, erinnert teilweise jedoch auch an einen klassischen Riesling.
Kerner Die Rebsorte Kerner ist eine Kreuzung aus Trollinger und Riesling. Die trockenen oder halbtrockenen Weißweine harmonieren perfekt zu leichten Vorspeisen oder sommerlichen Salaten. Insgesamt entfallen auf den Anbau des Kerners deutschlandweit etwa 2.900 Hektar.
Scheurebe Die Weinrebe wurde nach ihrem Züchter Georg Scheu benannt, der Riesling und Silvaner in zahlreichen Versuchen kreuzte und 1918 wahrscheinlich die Scheurebe erschuf. Neue Untersuchungen gehen allerdings davon aus, dass es sich eher um eine Kreuzung aus Riesling und Bouquet-Traube handelt.
  • Riesling
    Riesling

    Die weiße Rieslingrebe wird schon seit Jahrhunderten in Mitteleuropa kultiviert und geht vermutlich auf eine Kreuzung aus Heunisch, Traminer und einer rheinischen Wildrebe zurück. Riesling reift relativ spät und benötigt ausreichend Wärme, weshalb die Rebe meist in Steillagen wächst.

    Riesling wird häufig in nördlichen Regionen angebaut und verträgt Winterfröste von -20 bis -25 Grad Celsius. Die Rebsorte wird weltweit kultiviert und ist in Asien, Australien, Neuseeland, Südafrika sowie Süd- und Nordamerika verbreitet. Eine lange Anbautradition hat die Rebe jedoch in Deutschland, wo knapp die Hälfte des weltweit hergestellten Rieslings produziert wird.

    Bekannte Riesling-Anbaugebiete sind hier insbesondere die Mosel, Rheinhessen, der Rheingau aber auch die Pfalz. Riesling-Weine überzeugen Kenner und Liebhaber mit einer großen Bandbreite an Aromen, darunter besonders bei trockenen Rieslingen solche von Zitrusfrüchten und Äpfeln sowie Birnen, Aprikosen, Pfirsichen und Grapefruit. Bei halbtrocken oder lieblich beziehungsweise süß ausgebauten Weinen sind Aromen von Ananas, Feigen, Quitten, Melone oder Passionsfrucht zu finden. Auch Nuss oder Minze sowie, je nach Terroir, mineralische Noten gehören zum Bouquet eines Rieslings.

  • Rivaner/Müller-Thurgau

    Müller-Thurgau ist im Wesentlichen eine Kreuzung der Rebsorten Riesling und Madeleine Royale und gilt weltweit als die erfolgreichste Weißwein-Neuzüchtung. Die Weinsorte wird nicht nur aufgrund seiner guten Erträge, sondern wegen des frischen Geschmacks geschätzt. Das Bouquet eines Rivaners wird von fruchtigen Note wie Zitronen, Äpfel, Aprikosen und Birnen bestimmt. Der geringe Säuregehalt macht den Wein dabei besonders süffig, sodass er gut zu Fisch- und Pastagerichten mit hellen Soßen passt.

    Im Vergleich zu anderen Rebsorten reifen Rivaner-Trauben recht früh und leiten bei vielen Winzern die herbstliche Weinlese ein. Die Rebe stellt keine hohen Ansprüche an ihren Standort und sorgt in der Regel für sichere Erträge. Sie ist allerdings nicht besonders lagerfähig. Bis heute ist Müller-Thurgau die zweitwichtigste Weißweinsorte Deutschlands.

  • Kerner

    Kerner, eine Züchtung aus rotem Trollinger und der Weißweinsorte Riesling, zeichnet sich durch seine dickschalige Beschaffenheit und seine Froststabilität aus. Bereits 1929 entstanden, setzte sie sich im Laufe der Zeit auf dem deutschen Markt durch und wurde schließlich 1969 in die Sortenliste für Sortenschutz aufgenommen. Die Hauptanbaugebiete des Kerner sind in der Pfalz, in Rheinhessen und an der Nahe. Man findet die Rebsorte aber auch in Südtirol, der Schweiz und in Südafrika.

    Aus der Rebsorte entstehen füllige, zart- bis maisgelbe Weißweine mit feiner Säure. Durch eine hohe Zuckerkonzentration eignet der Wein sich besonders zum halbtrockenen bis lieblichen Ausbau. In seinem Bouquet machen Weinkenner häufig das fruchtige, vielschichtige Aroma von grünen Äpfeln, Orangen, Aprikosen, Birnen und Johannisbeeren aus. Manchmal lassen sich leichte Muskat-Noten erahnen.

    Der Kerner wird auch häufig für Weißwein-Cuvées verwendet.
    Kerner harmoniert mit Käse

    Der Kerner ist ein süffiger, frischer Wein. In seinen vielfältigen Ausbauformen eignet er sich fast durchgängig zu allen Gängen eines Menüs. Als Spätlese passt er vor allem zu Desserts. Der Weißwein harmoniert besonders gut zu:

    • Fisch
    • Hellem Fleisch
    • Würzigem Käse
    • Gegrilltem
  • Scheurebe

    Die Scheurebe wird vor allem in Rheinhessen, Deutschlands größtem Weinanbaugebiet, kultiviert. Weitere Anbauflächen liegen in der Pfalz, an der Nahe, in Franken und Baden. Heute nimmt die Scheurebe hat etwa zwei Prozent der gesamten Weinbaufläche Deutschlands ein und ist damit eine der erfolgreichsten Neuzüchtungen des 20. Jahrhunderts. Die Scheurebe stellt an den Boden ähnlich hohe Ansprüche wie der Riesling und ist verhältnismäßig schwer zu kultivieren. Um ihre ganze Qualität zu erhalten und mineralische Weine hervorbringen zu können, braucht die Rebsorte kalkhaltige Lößböden, die Wärme speichern. Auf trockenen, kargen Böden gedeiht sie schlecht.

    Je nach Ausbaustil entfaltet der Weißwein im Glas eine goldgelbe, sonnengelbe oder blassgelbe Farbe. Weißweine aus der Scheurebe sind allesamt Qualitätsweine und sowohl im halbtrockenen, lieblichen und süßen Ausbau erhältlich. Die Rebsorte wird auch häufig für Ausleseweine oder Eiswein verwendet. Das Bouquet der Scheurebe zeigt Anteile von Birne und schwarzer Johannisbeere, unterstützt von einer leichten Pfirsichnote. Edelsüße Scheureben sind lange haltbar und entfalten auch nach Jahren ihr unverwechselbares Pfirsich- und zartes Rosenbouquet. Die halbtrockene Spätlese passt zu Fleischgerichten und Fisch, die voll ausgebaute, edelsüße Spätlese können Sie auch zum Dessert trinken. Mit ihrer natürlichen Restsüße harmoniert die aromatische Scheurebe hervorragend mit asiatischen Gerichten, die mit Ingwer, Koriander, Chili und Curry gewürzt wurden. Der Wein passt ebenso zu mildem Hart- oder Ziegenkäse.

    Scheurebe aus Rheinhessen

3.2 Französische Weißweine: Sauvignon Blanc, Chenin Blanc und Chardonnay

Auch wenn Frankreich in erster Linie für seine Rotweine bekannt ist, werden dort auch eine Vielzahl an weißen Rebsorten kultiviert. Berühmte Regionen sind dabei Burgund, Sauternes sowie das Loiretal. Im Elsass werden hingegen Weine hergestellt, die in ihren Geschmackskomponenten den deutschen Weißweinen ähneln.

Chardonnay Die Chardonnay-Rebe gehört zu den populärsten Weinsorten der Welt. Die französischen Weinregion Burgund gilt dabei als das Ursprungsgebiet des Chardonnays. Da die Traube Hauptbestandteil des Champagners ist, zählt auch die Champagne zu den großen Anbaugebieten der Rebsorte. Im nördlichen Chablis werden besonders hochwertige Chardonnay-Weine hergestellt, da hier der Anbau sortenrein verläuft.
Sauvignon Blanc Die Edelrebe Sauvignon Blanc (auch als Sauvignon Jaune und Blanc Fumé bezeichnet) hat vor allem in Frankreich eine hohe Bedeutung. Der daraus gekelterte Wein zeichnet sich durch ein charakteristisches Aroma mit einem besonders eleganten und frischen Geschmack aus. Abgerundet wird der Sauvignon Blanc durch diverse fruchtige Noten. Er harmoniert zu Fisch, Schalentieren und Meeresfrüchten sowie Salat oder Gemüse.
Chenin Blanc Da etwa 80 Prozent der jährlichen Erträge in Frankreich verbleiben und der Wein hauptsächlich dort konsumiert wird, ist die Rebsorte Chenin Blanc hierzulande nur wenig bekannt. Bei dieser Weißweinrebe handelt es sich um eine Kreuzung der Sorten Sauvignon Blanc und Gewürztraminer, die bereits seit dem 9. Jahrhundert kultiviert wird.
Weißburgunder Weißburgunder ist eine Rebsorte, die auch als Klevner, Pinot bianco (Italien) und Pinot blanc (Frankreich) bezeichnet wird. Sie stammt aus dem Gebiet zwischen dem Rhônetal und Genfer See und wird bereits seit dem 14. Jahrhundert angebaut. Mittlerweile wird Weißburgunder in ganz Europa kultiviert. Der fertige Weißwein besitzt eine Apfelnote und zeichnet sich durch einen geringen Säuregehalt aus. Er ähnelt geschmacklich dem Chardonnay.

Wir stellen Ihnen verschiedene französische Weißweinreben vor.

  • Chardonnay

    Man muss kein Weinkenner sein, um zu wissen, dass kein Weißwein dem anderen gleicht. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Attribute eines Chardonnay-Weins vor:

    Chardonnay
    • Weltweit die am weitesten verbreitete weiße Rebsorte.
    • Anders als Riesling oder Muskateller hat der Chardonnay keinen typischen Eigengeschmack (variiert nach Anbaugebiet und Reife).
    • Hoher Alkoholgehalt (meist 13 Prozent).
    • Wird sowohl als klassischer Weißwein, aber auch als Schaumwein produziert. So zählt die Chardonnay-Traube bei Champagner zu einer der Hauptkomponenten.
    • Typische Aromen für den Chardonnay sind Melone, exotische Früchte, reife Stachelbeeren und Äpfel. Je nach Anbau- und Reife-Methode sind auch die Aromen Himbeere, Pfirsich, Vanille, Tomate, Tee, Tabak oder Rose aus dem Wein herauszuschmecken.

    Mittlerweile gilt Frankreich nicht mehr als einziges Hauptanbaugebiet des Chardonnays. Besonders in Kalifornien ist die Rebsorte mit einer Anbaufläche von knapp 45.000 Hektar stark verbreitet. Auch in Australien, Italien und Chile wird der Chardonnay kultiviert und findet auch in Deutschland und Österreich immer mehr Liebhaber. In der Süd-Steiermark spricht man an Stelle von Chardonnay von Morillon – erst in den 1980er Jahren wurde festgestellt, dass die beiden Rebsorten identisch sind.

  • Sauvignon Blanc

    In Frankreich gilt die Sauvignon Blanc als Cépages nobles (besonders edle Rebsorte) und wird mittlerweile in vielen verschiedenen Ländern angebaut. Damit ist die Sauvignon Blanc die weltweit zweitwichtigste Rebsorte für Weißwein.

    Als Haupt-Anbaugebiete gelten:

    • Frankreich – die Heimat der Sorte
    • Deutschland – mengenmäßig noch vergleichsweise gering
    • Österreich – besonders in der Steiermark
    • Neuseeland – trotz kurzer Geschichte schon zum Kultwein geworden
    • Vereinigte Staaten von Amerika – besonders in Kalifornien
    • Italien – hervorragende Sauvignon Blanc Weine kommen oft aus dem Nordosten

    Die Reben des Sauvignon Blancs sind anfällig für Frost und können an den eher kleinen, rundlichen Blättern mit stark welligem Rand und blasig derber Oberfläche erkannt werden. Der Reifezeitpunkt und die damit verbundene Lese liegt vergleichsweise spät im Jahr.

    Ein Weißwein der Sorte Sauvignon Blanc zeichnet sich nicht nur durch fruchtige Aromen (Limette, Apfel, Stachelbeere), sondern auch durch die enthaltenen Methoxypyrazinen aus. Diese verleihen dem Wein eine krautige Geschmackskomponente, die an frisch gemähtes Gras, grüne Paprika, Basilikum, Sellerie, Brennnessel oder Zitronengras erinnert.

  • Chenin Blanc
    Chenin Blanc

    Die Rebsorte Chenin Blanc treibt früh aus und reift spät. Das macht sie trotz einer relativen Kälteresistenz empfindlich gegenüber späten Frostnächten und Niederschlägen. Neben Frankreich als Kultivierungsland wird Chenin Blanc auch in Neuseeland und in Südafrika angebaut, wo er unter dem Namen Steen bekannt ist. Die dickhäutigen Trauben der Rebsorte sind anfällig für Edel-Schimmelbefall, sodass sie sich bei sorgsamer Handlese auch für hervorragende Dessertweine eignen.

    Aufgrund seines ausgeprägten Säuregehalts wird Chenin Blanc auch zur Schaumwein-Herstellung für den Crémant de Loire und den Vouvray herangezogen. Hauptsächlich jedoch dient die Rebsorte der Vinifizierung von trockenen und halbtrockenen Weinen.

    Im Geschmack zeichnet sich ein Chenin Blanc durch die Verwandtschaft zum Sauvignon Blanc durch mineralische Noten und ein exotisches Bouquet mit Aromen von Quitten, Apfel, Ingwer und Zitronengras aus. Gerade im Sommer gelten diese Weißweine als spritzig und erfrischend.

    Da der Chenin Blanc von Crémant über Weißwein bis zum Dessertwein in vielen Formen auftritt, eignet er sich hervorragend als Menü-Begleitung. Als Schaumwein-Aperitif harmonisiert er mit dem Amuse Gueule oder der Vorspeise. Leichte Speisen mit hellem Fleisch, Meeresfrüchten und Sommergerichte im Hauptgang profitieren von seiner mineralisch-säurehaltigen Frische.

    Chenin Blanc ist eine der wenigen Rebsorten, die auch als Tafeltrauben verzehrt werden können.
  • Weißburgunder

    Die klassischen Weißburgunder Anbaugebiete liegen in Europa vor allem in Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich. In Deutschland beläuft sich die Anbaufläche auf fast 5.000 Hektar. Die größten Anbaugebiete liegen in Baden, der Pfalz, Rheinhessen sowie entlang der sächsischen Weinstraße. Auch in Russland, der Slowakei und Slowenien wird der Weißburgunder kultiviert. Die Ansprüche an Boden und Klima sind vergleichsweise hoch, worin der Weißburgunder seinem Verwandten dem Spätburgunder ähnelt. Die Rebsorte benötigt einen guten Boden, der als Wasserspeicher dient, und ist anfällig gegenüber Frost.

    Weißburgunder

    Weißburgunder ist ausgesprochen vielfältig im Geschmack und wird sowohl als kraftvoller Wein als auch in Form leichter Sommerweine angeboten. Er verfügt über ein dezentes Aroma, das an Nüsse, Äpfel und Zitrusfrüchte erinnert.

    Weißburgunder harmoniert besonders gut zu:

    • Geflügel
    • Hellem Fleisch
    • Fisch und Meeresfrüchten
    • Gemüse
    • Mildem Käse

3.3 Weitere weiße Rebsorten

Italienische Weißweine sind wesentlich unbekannter als Rotweine. Dennoch bieten die klimatischen Bedingungen und die lockeren Böden die idealen Voraussetzungen für die Kultivierung weißer Rebsorten. Hauptanbaugebiete sind dabei neben der Toskana auch die Lombardei, das Piemont und vor allem das Vielzahl an weißen Rebsorten, wo 60 Prozent der Rebflächen für weißen Wein verwendet werden.

  • Pinot Grigio
    Pinot Grigio

    Pinot Grigio ist in Deutschland unter dem Namen Grauburgunder und in Frankreich als Pinot Gris geläufig. Der Wein stammt ursprünglich jedoch aus Italien. Vermutet wird, dass diese Traube eine Mutation der Spätburgunder-Rebe (auch Pinot Noir) ist. Pinot Grigio wird in Deutschland, Italien, Frankreich, Neuseeland, Australien, Österreich, der Schweiz und den USA angebaut. Obwohl sie zu den Weißweinreben gehören, besitzen die Trauben eine rötlich-graue Farbe. Sie sind mittelgroß, dünnhäutig und reagieren empfindlich auf Klimaveränderungen, was den Pinot Grigio schwierig im Anbau macht.

    Der Pinot Grigio wird als säurearmer und aromatischer Wein mit hohem Alkoholgehalt zwischen elf und 14 Prozent beschrieben. Die Farbe dieses Weines reicht von kaltem, hellem Gelb bis hin zu warmem, dunklem Gold. Als junger Wein weist er oft grünliche Töne und als gereifter Wein fast braune Töne auf. Das Bouquet ist dabei sehr fruchtig und lässt Aromen von Mango, Pfirsich, Apfel, Zitrusfrüchten und Honig erkennen.

    Ein Pinot Grigio harmoniert hervorragend mit allen leichten Speisen wie Fisch- sowie Gemüsegerichten und eignet sich zusätzlich als Aperitif oder als aromatischer Begleiter an sonnigen Nachmittagen.

Für die Produktion von Weißwein sind in Österreich 22 verschiedene Rebsorten zugelassen. Neben international bekannten Trauben wie Riesling, Sauvignon Blanc und Burgunder besitzt das Land auch eine Vielzahl an autochthonen Rebsorten wie Grüner Veltliner, Zierfandler oder Rotgipfler, die ausschließlich in Österreich zu finden sind.

  • Grüner Veltliner

    Der Grüne Veltliner ist die bedeutendste weiße Rebsorte in Österreich und wird auch als Weißgipfler bezeichnet. Sie wird vor allem in Niederösterreich kultiviert und entstand aus einer Kreuzung von Traminer und St. Georgen. Der Gesamtanteil Grüner Veltliner liegt in Österreich bei fast 40 Prozent der Rebflächen.

    Diese Weißweinsorte kommt in einer Vielzahl von Qualitätsstufen sowohl leicht und säurebetont als auch hochreif auf dem Markt. Der Grüne Veltliner wird durch ein außerordentlich intensives Bouquet und einen sehr frischen Geschmack geprägt. Dominat sind hierbei vor allem Aromen der Geschmacksrichtungen von Zitrusfrüchten und Pfirsich. Weitere Elemente sind würzige Pfeffer- und Tabaknoten.

    In Österreich wird Veltliner häufig als Begleitung zu kalten Speisen wie rohem Schinken oder belegten Brötchen serviert. Darüber hinaus ergänzt sich der Weißwein zu leichten Gerichten wie Fisch oder Gemüse und natürlich auch zu herzhaftem Käse.

    Varianten des Grünen Veltliners sind der Rote und der Frührote Veltliner. Trotz des Namens handelt es sich dabei um Weißweinreben. Der Grüne Veltliner lässt sich länger lagern als die anderen Sorten, was auf den hohen Säuregehalt zurückzuführen ist.
  • Silvaner
    Silvaner

    Die österreichische Rebsorte Silvaner wird auch als Sylvaner oder Grüner Silvaner bezeichnet und zählt zu den autochthonen Weinsorten. Obwohl sie ihren Ursprung im Nachbarland hat, ist sie in Deutschland wesentlich stärker verbreitet. Als größte Anbaugebiete gelten Rheinhessen und Franken.

    Silvaner besitzt walzenförmige Trauben, deren Farbe grünlich bis gelblich ist. Die Rebe ist dabei verhältnismäßig frostempfindlich und auch anfällig für Mehltaupilz, welcher das Wachstum beeinflussen und die Beeren vertrocknen lassen kann. Weiterhin hat Silvaner hohe Ansprüche an den Boden.

    Allgemein wird der Weißwein als mild mit einer feinen Säure und fruchtigen Aromen beschrieben.

    In den Geschmacksnoten und im Bouquet erinnert ein Silvaner an Heu, Kräuter und Stachelbeeren. Hinzu kommen oftmals erdige Noten. Dabei hängt der Geschmack und die Qualität der Weißweinreben nicht nur vom Standort, sondern auch von der Bodenbeschaffenheit ab.

    Als leichter Wein mit wenig Säure eignen er sich vor allem zu:

    • Fisch und Krustentieren
    • Mildem Käse
    • Spargelgerichten

Nicht alle Rebsorten lassen sich eindeutig einem bestimmten Ursprungsland zuordnen, sondern werden weltweit in mehreren Regionen kultiviert. Bekanntestes Beispiel ist die Muskateller, eine sehr alte Rebsorte, die wahrscheinlich aus Asien stammt.

  • Muskateller

    Muskateller ist ein Sammelbegriff, unter den mehr als 200 Muskatsorten fallen. Varianten sind beispielsweise Anatholican Moschaton, Apiana, Muskaten-Traube, Katzendreckler, Gelber Weichranch, White Frontignac, White Muscadel, Zoruna, Zuti Muskat, Muscato Bianco und Kilians-Traube. Fast alle Muskatellerreben gedeihen am besten in warmen und sonnigen Regionen. An den Boden stellt sie geringe Ansprüche, wächst jedoch hervorragend auf trockenem, mäßig kalkhaltigem Grund.

    Als die edelste aller Muskateller-Trauben gilt die Muscat blanc à petit grains, eine kleinbeerige Variante. Sie wird für edelsüße Spitzenweine wie Gelben Muskateller oder Goldmuskateller verwendet. Diese Weine sind durch einen intensiven Moschusduft gekennzeichnet und haben würzige Muskatnussnoten.

    Muskateller lässt sich trocken oder süß ausbauen. In Mittelamerika werden die Reben häufig für einen edelsüßen Dessertwein verarbeitet.

4. Roséwein

Für die Herstellung von Roséwein werden in der Regel keine speziellen Trauben kultiviert: Ein Rosé wird ausschließlich aus roten Traubensorten gewonnen. Aus diesem Grund besitzt er eine zarte Rosa- bis kräftige Rotfärbung. Für die unterschiedliche Farb- und Aromaintensität sind unterschiedliche Herstellungsmethoden verantwortlich. Das Besondere ist, dass Rosé wie Weißwein hergestellt wird. Dabei kommt bei Winzern vor allem eines der drei folgenden Verfahren zum Einsatz:

1. Die Mazeration

Die sogenannte Mazeration bezeichnet einen physikalischen Vorgang, bei dem der Traubenmost mit den Schalen, den Kernen und dem Fruchtfleisch in Kontakt bleibt und auf diese Weise vor allem aus den Schalen Inhalts- und Farbstoffe gelöst werden. Bei Rosé beträgt die Zeitspanne der Mazeration nur wenige Stunden oder gar Minuten.


2. Abpress-Methode

Bei der Abpress-Methode wird der Most direkt aus den Trauben gepresst, ohne, dass es bei der weiteren Verarbeitung zu einer Mazeration kommt. Rosés, die mit dieser Methode hergestellt werden, zeichnen sich durch ihre leichte Rosafärbung aus.


3. Saignée-Methode

Nach einiger Zeit im Tank zusammen mit Kernen und Fruchtfleisch lässt der Winzer etwa zehn bis 20 Prozent des Mosts für die Weiterverarbeitung zum Rosé ab. Der Rest verbleibt für die Rotweinherstellung im Tank. Saignée Rosés zeichnen sich deswegen durch eine dunkelrote Färbung aus und sind ein Nebenprodukt der Rotweinherstellung.

Rosé Secco
Rosé wird in unterschiedlichen Verfahren gekeltert und ist auch als Rosé Secco erhältlich.

Je nach Herstellungsland trägt Rosé unterschiedliche Namen. So wird der Wein beispielsweise in Spanien und in Portugal Rosado genannt, in Italien wird das alkoholische Getränk als Rosato bezeichnet.

Wird Rosé zu hundert Prozent aus einer Traubensorte gekeltert, so darf er in Deutschland unter dem Namen Weißherbst geführt werden. Eine beliebte französische Sorte ist der südfranzösische Tavel-Rosé, der unweit von Avignon gekeltert wird. Daneben werden weitere empfehlenswerte Rosés aus den Rebsorten Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Gamay oder Grenache gewonnen.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an beliebten Sorten und Informationen zu den Geschmacksnoten so wie Hinweise zu passenden Gerichten:

Beachten Sie: Wollen Sie Rosé langfristig lagern, sind Temperaturen im Bereich von zehn bis 15 Grad Celsius ideal .
Weinsorte Geschmacksnoten Passende Gerichte
Tavel-Rosé Erdbeere, Kirsche und Kräuter Deftige Fleischgerichte, Ratatouille, scharfe Wurst
Pinot Noir Himbeere, Pflaume, Johannisbeere und erdige Noten Pilzgerichte, Schweinefilet, Ente, Lachs
Cabernet Sauvignon Schwarze Johannisbeere und Zedernholz Rindfleisch- und Wildgerichte
Gamay Kirsche, Himbeere, leichte Schärfe Käsegerichte, mediterrane Speisen
Grenache Wald- und Erdbeere Leichte Fleischgerichte, Fisch, Gemüse
Mehr darüber, welcher Wein zu welchen Speisen passt, erfahren Sie im Kapitel 5.
  • Der Weißherbst
    Weißherbst
    Weißherbst aus der Rebsorte Schwarzriesling

    Der Roséwein Weißherbst ist eine deutsche Spezialität. Typische Anbaugebiete sind Baden, Pfalz, Ahr, Rheinhessen, Rheingau und Württemberg. Je nach Rebsorte wird der Roséwein in Spätburgunder-, Trollinger- oder Portugieser-Weißherbst klassifiziert. Das Mischen verschiedener Rebsorten zu einer Cuvée ist bei diesem Rosé nicht erlaubt.

    Weißherbste gelten als Qualitätsweine und sind häufig mit einem Prädikat ausgezeichnet. Vor allem der südbadische Rosé aus dem Anbaugebiet Kaiserstuhl zählt zu den gefragtesten Sorten aus Baden-Württemberg. In der Pfalz werden hingegen vornehmlich Spätburgunder-, Portugieser- oder Heroldreben für die Kelterung benutzt.

    Ein frischer, leichter Weißherbst passt zu vielen Gelegenheiten. Er hat etwas mehr Säure als Rotwein aus den gleichen Trauben und gilt als spritzig und süffig. Er eignet sich sehr gut als Aperitif, harmoniert aber auch mit Pasta, Wiener Schnitzel und vegetarischen Gemüsepfannen. Die ideale Trinktemperatur für Weißherbst liegt bei zehn Grad Celsius.

    Beachten Sie: Ein Weißherbst sollte nicht länger als fünf Jahre gelagert werden.

5. Wein und Essen

Wein wird häufig zu einem guten Essen serviert. Hierbei ist es wichtig, dass sich die einzelnen Geschmackskomponenten gut ergänzen. So passt zu einem leichten Essen eher ein trockener Weißwein, während ein dekadentes Mahl ruhig mit einem schweren Wein kombiniert werden kann.

Rotwein wird klassischerweise zum Hauptgang serviert, vor allem zu Käse- und Fleischgerichten.

Fisch und Spargel

Frisch und leicht zu Fisch und Spargel

Leichte, fruchtige Weißwein-Sorten zeichnen sich vor allem durch eine kurze Reifezeit aus. Die frischen oder auch mageren Weine erkennen Sie an Ihrer leicht grünlichen Färbung. Sie eignen sich besonders gut zu Fischgerichten, Meeresfrüchten, Grillgemüse und Spargel. Besonders Weine aus der Region Chablis zählen hier zu den passenden Sorten.

Fingerfood

Spritzig und edel zum Aperitif

Weißweinreben wie Chardonnay werden auch für die Herstellung von Champagner oder Sekt verwendet. Zu den edelsten Champagner-Sorten zählen jene, die fast ausschließlich aus der Chardonnay-Traube bestehen. Der Schaumwein sollte am besten eisgekühlt zum Aperitif gereicht werden. Dazu passt Fingerfood wie frittierter Lachs oder ein Shrimp-Cocktail.

Geflügel

Holzig und schwer zu Grillgut und Fleisch

Zu dunklem Fleisch passen Rotweine, die füllig und holzig im Geschmack ausfallen, da diese lange reifen durften, während zu Geflügel und hellem Fleisch eher ein fruchtiger Wein serviert wird. Gourmets trinken aromatischen Rotwein zu traditionellen Gerichten wie Gulasch. In Deutschland werden bevorzugt Weine mit einer schweren Holznote angeboten.

Weißwein zu dunklem Fleisch gilt nach wie vor als ungewöhnlich.

Käse

Der Klassiker: Chardonnay zu Käse

Wenn Sie einen Wein zu einer Käseplatte reichen möchten, sollten Sie diesen auf den Käse abstimmen. Je würziger der Käse, desto aromatischer sollte auch der Wein ausfallen. So empfehlen sich beispielsweise zu Camembert oder anderen Weichkäse-Sorten Weine mit buttrig-cremigen Aromen.

Konkrete Weinempfehlungen für verschiedene Essen:

Käse
Wein und Käse
Fisch und Meeresfrüchte
Fisch und Meeresfrüchte
  • Frischkäse: Silvaner, Weißburgunder, Spätburgunder
  • Weichkäse (z.B. Camembert): Trockener Riesling, Spätburgunder
  • Blauschimmelkäse: (Beeren-)Auslesen
  • Ziegenkäse: Silvaner, Riesling
  • Fester Schnittkäse: Weißburgunder, trockener Riesling, Spätburgunder
  • Süßwasserfisch: Grauburgunder, Riesling
  • Meeresfisch: Chardonnay
  • Garnelen: weißer Cuvée
  • Muscheln: weißer Cuvée
Fleisch
Wein und Fleisch
Schokolade*
Fisch und Schokolade
  • Geflügel: Chardonnay, Grauburgunder, Malbec
  • Schwein: Riesling, Veltiner, Pinot Noir, Shiraz
  • Rind: Cabernet Sauvignon, Shiraz, Lemberger
  • Wild: Pinot Noir, Rioja, Bordeaux, Tempranillo
  • Weiße Schokolade: Chardonnay, Muscat
  • Vollmilchschokolade: Riesling, Merlot, Pinot Noir
  • Zartbitterschokolade: Bordeaux, Portwein, Malbec

Rotweine

Weißweine

*Generell gilt: Je dunkler die Schokolade, desto kräftiger darf der passende Wein sein.

Zu vegetarischen und Gemüsegerichten passen meist fruchtige Weißweine oder ein trockener Roséwein.
Wein und Käse
Wein, Käse und Obst
Wer sich unsicher ist, ob der ausgewählte Wein zum vorbereiteten Menü passt, sollte einen Blick auf das Etikett werfen. Darauf sind meistens Empfehlungen für verschiedene Gerichte zu finden.

6. Tipps zum Weingenuss

Wein ist ein Genussmittel und wird nicht nur bei speziellen Anlässen serviert. Auch für ein gemütliches Beisammensein oder ein Abendessen mit Freunden eignet sich eine Flasche Wein fast immer. Der Geschmack eines Weins beginnt bereits vor dem Einschenken: So spielen neben diesem Vorgang die richtige Vorbereitung wie das Kühlen eine wichtige Rolle für die Entfaltung der zahlreichen unterschiedlichen Aromen.

Die optimale Trinktemperatur

Rotwein Rotweine werden in der Regel ungekühlt und bei Zimmertemperatur* serviert. Ausnahme bilden fruchtbetonte Rotweine, die bei rund 14 Grad Celsius ihr Aroma optimal entfalten. Für Spätburgunder beträgt die optimale Trinktemperatur etwa 16 Grad Celsius, während schwere Weine bei 18 Grad Celsius serviert werden.
Weißwein Weißwein wird in der Regel kühl bei einer Temperatur von acht bis 14 Grad Celsius getrunken. Die genaue Temperatur ist dabei anhängig von der Süße des Weines. Während Schaumweine bei etwa sechs Grad Celsius serviert werden sollten, beträgt die optimale Trinktemperatur bei trockenen Weinen acht Grad Celsius. Dabei gilt: Je trockener der Wein, desto kühler wird er serviert .
Wein Temperatur in °C
Säurereicher, trockener Wein 6 - 8
Kabinett 8 - 10
Auslese, Spätlese, Beerenauslese 10 - 12
Trockenbeerenauslese, Eiswein 12 - 14
Roséwein Rosé lässt sich geschmacklich am ehesten zwischen den vergleichsweise schweren Rotweinen und den milderen Weißweinen einordnen und wird in der Regel vorzugsweise gekühlt getrunken. Die Farbtiefe und das Aroma eines Rosés hängen unmittelbar mit der jeweiligen Herstellungsmethode zusammen .

*Die Angabe Zimmertemperatur bezieht sich auf die Tatsache, dass Räume früher weitaus weniger geheizt wurden als heute. Deswegen empfiehlt es sich, den Rotwein vor dem Servieren kurz in den Kühlschrank zu legen.

Weinthermometer

Bei welcher Temperatur trinke ich meinen Rotwein oder wie lange muss dieser im Raum bei Zimmertemperatur stehen, um bestens genießbar zu sein?
Diese Fragen erläutert Ihnen schnell und einfach unser interaktives Weinthermometer.
Bewegen Sie einfach die Maus über die Flächen und das Thermometer schlägt aus.


Rotwein

  • Gereift, tanninbetont
  • Würzig
  • Leicht, oder auch Portwein, Champagner, Sherry

Weißwein

  • Vielschichtig, exotisch-aromatisch
  • Säure betont, oder auch Rosé
  • Schaumwein, trocken, fruchtig

Da sich der Wein im Glas schnell an die Umgebungstemperatur angleicht, sollte die Temperatur beim Einschenken (Serviertemperatur) noch etwa zwei Grad unter der Trinktemperatur liegen. Dies gilt insbesondere bei warmem Wetter im Sommer.

Die Kühlung sollte behutsam vorgenommen werden, da es andernfalls zu Einbußen im Geschmack und Aroma kommen kann. Daher sollten Sie Weißwein keinesfalls in das Gefrierfach geben, sondern ihn langsam im Kühlschrank herunterkühlen.

Weinkühler mit Flaschen und Eiswürfeln
In einem Weinkühler können Sie Sekt, Rot- und Weißwein auf Trink- beziehungsweise Serviertemperatur halten.

Um einen guten Wein stilecht zu servieren, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Das richtige Glas: Rotwein wird in einem bauchigen Glas serviert, damit das Aroma sich entfalten kann. Bei Weißweinen genügt ein schlankes Glas.
  2. Bringen Sie den Wein zunächst auf die optimale Trinktemperatur.
  3. Das Öffnen der Weinflasche gestaltet sich mit einem Kellnermesser besonders einfach. Schneiden Sie mit der integrierten Klinge zunächst die Kapsel am Flaschenhals sauber ab und entfernen Sie diese.
  4. Drehen Sie anschließend den Korkenzieher in den Korken. Dabei sollten Sie darauf achten, die richtige Tiefe zu wählen: Wenn Sie den Korkenzieher zu tief eindrehen und das Material durchstoßen, können Korkstücke in den Wein fallen und seinen Geschmack verfälschen. Bei zu geringer Tiefe kann der Korken beim Herausziehen hingegen abbrechen.
  5. Ziehen Sie den Korken vorsichtig heraus. Ein „Ploppen“ sollten Sie dabei unbedingt vermeiden. Andernfalls perlt der Wein und verliert an Aroma.
  6. Schenken Sie den Wein anschließend in die Gläser. Auch dies sollte mit Ruhe geschehen. Große Gläser können Sie zu einem Viertel, normale zu einem Drittel befüllen. Wenn Sie Sektflöten verwenden, können Sie etwa bis zur Hälfte Wein eingießen. Dies ist ebenfalls dem Geschmack dienlich, da dem Wein so genügend Sauerstoff im Glas bleibt, um sein Bouquet perfekt zu entfalten.
  7. Rotwein sollte vor dem Trinken dekantiert werden, damit dem Wein ausreichend Sauerstoff zugefügt wird und sich Feststoffe als Bodensatz sammeln. Das macht die enthaltenen Tannine weicher und der Wein kann seinen Geschmack voll zur Geltung bringen.

6.1 Die professionelle Weinverkostung

Vor dem eigentlichen Genuss eines Weines wird dieser in der Regel zunächst dekantiert oder karaffiert. Dies ist bei Rosés und Weißweinen in der Regel nicht nötig und stark abhängig vom persönlichen Geschmack. Beim eigentlichen Dekantieren wird der Wein umgefüllt, um die Feststoffe des Depots vor dem Trinken vom Rest der Flüssigkeit zu trennen. Dazu wird der Wein von professionellen Weinverkostern langsam in eine Glaskaraffe umgefüllt, bis der Bodensatz sich dem Flaschenhals nähert.

Glaskaraffen und Dekanter weisen eine charakteristische bauchige Form auf, die das Karaffieren begünstigt: So kann aufgrund der Form möglichst viel Sauerstoff an den Wein gelangen, was die Aromaentfaltung positiv beeinflussen kann. Für das Karaffieren sollte dem Wein jedoch Zeit gegeben werden: Ein bis drei Stunden sind hierbei empfehlenswert. Die Weinverkostung erfolgt in drei Schritten, um möglichst viele Sinne beim Weingenuss anzuregen:

1. Sehen

Weinkenner halten den Wein im Glas vor einen hellen Hintergrund oder vor eine Lichtquelle, um alle Schattierungen zu erkennen.

2. Riechen

Durch feines Riechen am Weinglas und Schwenken des Weines kann ein erster Eindruck von den Aromen des Weines gewonnen werden.

3. Schmecken

Es wird zunächst ein kleiner Schluck des Weines an den Geschmackszentren im Mund entlanggeführt (hierzu zählen Gaumen, Zunge und der Rachenraum). Danach wird etwas Luft aufgenommen, sodass Nuancen des Weinaromas auch den Nasenraum erreichen können (sogenannte Retro-Olfaktion).


7. Weinzubehör und -geschenke

Um einen Wein optimal genießen zu können, darf eine Vielzahl an Zubehör nicht fehlen. Neben einem Korkenzieher beziehungsweise Kellnermesser gehört auch ein Weinthermometer in den Besitz eines jeden Weinliebhabers. Mit diesen kann der Wein angemessen temperiert serviert werden. Für Rotwein empfiehlt sich die Anschaffung eines Dekanters.

Für die Aufbewahrung von Flaschen eignet sich ein Weinregal, welches nicht nur optisch ansprechend ist, sondern in dem der Wein auch liegend aufbewahrt werden kann. Dadurch wird der Korken mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt, sodass dieser nicht austrocknet.

Weingeschenke bestehen nicht nur aus einer Auswahl an unterschiedlichen Weinen, sondern enthalten oftmals auch diverses Zubehör für das perfekte Servieren von Wein in einem stilvollen Rahmen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen hilfreiche Fachbegriffe der Weinsprache vor:


8. Fachwörterverzeichnis

  • Abgang

    Geschmacksstoffe, die nach dem Herunterschlucken hervortreten

  • (Beeren)-Auslese

    Spezielle Stufe des deutschen Qualitätssiegels für Wein, bezeichnet Spitzenweine aus vollreifen und ausgesuchten Trauben

  • Bitter

    Tanninreiches Aroma

  • Bukett

    Summe aller Aromen (Duft- und Geschmacksstoffe)

  • Chambrieren

    Den Wein auf Zimmertemperatur bringen

  • Filtration

    Klärung des Weines, bei der trübe Partikel entfernt werden

  • Gärung

    Prozess, bei der Zucker in Alkohol umgewandelt wird

  • Geschmack

    Alle Aromen, die im Mund wahrgenommen werden

  • Hefe

    Bewirkt die alkoholische Gärung

  • Keltern

    Pressung der Weintrauben

  • Körper

    Geschmackliche Dichte, die durch den Gehalt von Zucker und Alkohol geprägt wird

  • Maischegärung

    Gärung von Rotwein, die festen Bestandteile verbleiben während der Gärung im Behälter

  • Prädikatswein

    Deutsche Qualitätsstufe für natursüße Weine

  • Säure

    Essenziell für einen ausgewogenen Geschmack, kann aber auch auf einen Fehler bei der Herstellung hindeuten

  • Sommelier

    Weinexperte in einem Restaurant oder Weinhandel

  • Tannine

    Siehe Gerbstoffe

  • Verschneiden

    Mischung verschiedener Weine

  • Alkoholgehalt

    Unterschiedlich je nach Wein, wird in der Regel in Volumenprozent (Vol.-%) angegeben

  • Barrique

    Fassart, die bei der Reifung von Weinen eingesetzt wird

  • Blanc de Noirs

    Aus roten Trauben hergestellter Weißwein

  • Chaptalisation

    Maßnahme zur Erhöhung des Alkoholgehalts

  • Depot

    Bodensatz, der bei längerer Lagerung entsteht

  • Fruchtig

    Aromen, die vor allem bei jungen Weinen zu finden sind und an frisches Obst erinnern

  • Gerbstoff

    Tannine, die fester Bestandteil von Rotweinen sind

  • Gran Reserva

    Spanischer Rotwein, der mindestens drei Jahre im Fass gelagert wurde

  • Jahrgang

    Kennzeichnet das Erntejahr, bei hochwertigen Weinen immer auf dem Etikett angegeben

  • Klassifizierungen

    Qualitätsklasse des Weins

  • Lese

    Kurzform für Traubenlese, Ernte der Weintrauben

  • Most

    Presssaft

  • Rebsorte

    Die für die Herstellung von Wein verwendete Traubenart

  • Schaumwein

    Kennzeichnet Perlweine wie Champagner oder Sekt

  • Steillage

    Steillage bezeichnet Hänge mit mehr als 30 Prozent Neigung. Reben, die in Steillage angebaut werden, profitieren von einer längeren Sonneneinstrahlung und verfügen über ein eigenes Mikroklima, welches die Luftfeuchte vorteilhaft reguliert. Allerdings sind Steillagen sehr aufwendig zu bewirtschaften, da nur wenige technische Hilfsmittel eingesetzt werden können. Zu den steilsten bewirtschafteten Lagen Europas zählen zum Beispiel der Calmont an der Mosel oder der Engelsfelsen in Baden.

  • Terroir

    Terroir bezeichnet das Zusammenspiel von Boden, Klima beziehungsweise Temperatur, Niederschlägen und Sonneneinstrahlung. Der Einfluss all dieser Faktoren auf das Wachstum der Rebe macht sich später im Geschmack bemerkbar und kann beim Ausbau durch den Winzer betont oder abgemildert werden.

  • Vinifikation

    Weinherstellung

Glossar A - Z

ABBEEREN
Maschinelles Entfernen der Beeren von den Stielen. Wird vor der Gärung vollzogen.

ABBOCCATO
Süßer, milder Wein mit 10 bis 20 g/l Restsüße.

ABGANG
Wichtiges Indiz bei der Degustation: Nachgeschmack eines Weines, den man bei der Verkostung nach dem Schlucken auf der Zunge behält. Je anhaltender der Abgang, desto besser die Qualität.

ABLAGERN
Wichtig für den Fassbau: Alterung von Eichenholz.

ABSETZEN
Natürlicher, erwünschter Vorgang der durch unterschiedliche Dichten erreicht wird: Unerwünschte Feststoffe in Wein oder Most setzen sich langsam auf dem Boden ab.

ABSTICH
Wichtiger Vorgang, bei dem geklärter Wein durch Umpumpen von einem Fass in das andere von unerwünschtem Bodensatz gereinigt wird.

ABOCADO
(span.) Lieblich, süß.

ACERBO
(span.) Rauh.

ACERO INOXIDABLE
(span.) Edelstahl.

ACESCENCIA
(span.) Essigstich.

ACIDEZ
(span.) Säure.

ACIDITÈ
Säure: Der jeweils angegebene Säuregehalt bezieht sich auf erwünschte Weinbestandteile (unerwünscht sind dagegen die sog. flüchtigen Säuren - aciditè volatile - und Essigsäure).

ACIDO, DURO
(span.) Sauer, hart.

ACIDULO
Säuerlich, sehr frisch.

ADEGA (COOPERATIVA)
(port.) Bezeichnung für Winzergenossenschaft (wörtlich Kellerei) in Portugal.

ADSTRINGIEREND
Wichtiges Urteil bei der Degustation: Bezeichnet das "pelzige" Gefühl auf der Zunge, Indiz für hohen Tanningehalt.

AFRUTADO
(span.) Fruchtig.

AFFINAGE
Flaschenreife: Zusätzliche Reife, bevor ein Wein in den Verkauf gelangt.

AGRADABLE
(span.) Lieblich.

AGUARDIENTE
(span.) Branntwein, Schnaps.

AHILADO
(span.) ölig, dickflüssig.

ALBERELLO
Im Süden verbreitete Weinstock-Technik: Eine durch scharfen Rückschnitt erzielte Form freistehender oder an Pfählen befestigter Weinstöcke.

ALCOOL
Alkohol der auf Etiketten in Volumenprozent (.Vol %) angegeben wird. Alcool svolto bedeutet "abgestoppte Gärung" bei süßen Weinen.

ALLIER-EICHE
(franz.) Beim Fassbau wichtig: Feinporige zum Barriquebau verwendete Eiche aus der gleichnamigen französischen Region. Wegen des süßen Geschmacks werden Chardonnay-Weine gerne in Allier-Eiche vergoren.

ALTERSGESCHMACK (ALTERSTON)
Charakteristischer Geschmack eines gealterten Weines, siehe Firn.

AMABIÈ
(franz.) Lieblich mit mehr Restsüße als abboccato - weniger als dolce.

AMABILE
Lieblicher, angenehmer Wein mit leichter Restsüße.

AMARONE
(ital.) Trockener, italienischer Wein aus dem Most luftgetrockneter Beeren.

AMARGO
(span.) Bitter.

AMARILLO-ANARANJADO
(span.) bernsteinfarben, topasfarben.

AMONTILLADO
(span.) Eine der vier Kategorien des Sherry Bezeichnung für einen gealterten trockenen Fino-Sherry, der auf natürliche Weise gereift ist; auch Name für verschnittene süße Sherrys.

AMBRA ODER AMBRATO
(ital.) Bernsteinfarben; die goldene bis hellbräunliche Farbe bestimmter abgelagerter Weine; bei Marsala ein bestimmter Typ.

AMPELOGRAPHIE
Rebsortenkunde.

ANADA
(span.) Großer Jahrgang.

ANEJO
(span.) Gereift.

ANNATA
Jahrgang des Weines.

ANO, 4. ANO
(span.) Nach vierjähriger Lagerung abgefüllt.

ANREICHERN (AUFBESSERN)
Zuckerzugabe zur Erhöhung des Alkoholgehaltes, geschieht vor der Gärung; nicht bei jedem Wein erlaubt, Chaptalisierung.

ANTHOZYANE
Für die Farbe von Rotwein verantwortlich: In dunklen Trauben vorhandene blaue Tannine.

ANTHRAKNOSE
Pilzkrankheit der Reben: befällt vor allem in warmfeuchtem Klima Trauben und Triebe.

AOC
(franz.) Appellation d'Origine Controlle; höchste französische Qualitätsstufe für Wein.

ÄPFELSÄURE
Im Wein natürlich vorkommende Säure; verursacht den grünen, säuerlichen Geschmack eines von unreifen Trauben gewonnenen Weins. Malolaktische Gärung.

APPELLATION D´ORIGINE CONTROLLE (A.O.C.)
(franz.) Kontrollierte Hekunftsbezeichnung bei französischen Weinen.

AR
Flächenmaß, entspricht 100m2 entspricht; 100 Ar sind 1 Hektar.

AROMA
Duft- und Geschmacksparameter für Wein.

AROMATICO
(ital.) Bezeichnung für Weine mit ausgeprägtem Aroma, z. B. Moscato oder Riesling.

ASCIUTTO
(ital.) Trockener Wein, der wenig oder keinen unvergorenen Zucker enthält. secco.

ASSAGGIO ODER DEGUSTAZIONE
(ital.) Weinprobe.

ASSEMBLAGE
(franz.) Verschnitt.

ASTRINGENTE
adstringierend.

ATERCIOPELADO
(ital.) Samtig.

ATTAQUE
(franz.) Der erste Eindruck, den der Wein im Mund auslöst.

ÄTYHLACETAT
Durch Essigsäurebakterien gebildete organische Verbindung; am essigsauren Geruch und Geschmack erkennbar.

AUFSPRITEN
Das Versetzen des Mostes mit Alkohol, um die Gärung zu stoppen und den Alkoholgehalt der Weine zu erhöhen: üblich bei Sherry, Portwein und Madeira.

AUSBAU
Alle Arbeiten im Weinkeller von der Gärung bis zur späteren Abfüllung des Weines.

AUSBRUCH
Beerenauslese aus Rust am Neusiedlersee, gewonnen aus überreifen Trauben mit einem Mostgewicht von mindestens 138 Oechsle.

AUSLESE
Hohe deutsche Prädikatsstufe mit einem Mostgewicht von 83-105° Oechsle, je nach Gebiet und Rebsorte.

AUSGEZOGEN
Verwässerter, geschmacksarmer Wein.

AUTOCHON
Autochone Rebsorten sind gebietstypische Rebsorten wie z. B. Tempranillo.

AUTOFERMENTER
Auch Autovinifier genannt: Getränksystem, bei dem der natürliche CO2-Druck zum Durchmischen von Most und Traubenschalen genutzt wird.

AUTOLYSE
Allmähliche Auflösung der Wände toter Hefezellen in Wein und Schaumwein: Diese Stickstoffverbindungen haben positiven Einfluss auf das Aroma des Weines und Schaumweines.

AZUCAR
(span.) Zucker.

AZUFRE
(span.) Schwefel.

AZIENDA AGRICOLA
(ital.) Italienische Bezeichnung für ein Weingut, das ausschließlich eigene Trauben keltert, im Gegensatz zu azienda vinocola.

BACK BLENDING
(engl.) Bezeichnet das Mischen von Wein ohne Eichenholzaroma mit einem stark mit Eichenholzwürze versehenen Wein.

BAG-IN-BOX
Wörtlich "Sack im Kasten": Wein, der als Literware für den Endverbraucher abgefüllt wird, mit einem Hahn zum Abzapfen versehen.

BALLING
In Südafrika gebräuchliches Messsystem zur Ermittlung der Mostkonzentration; entspricht etwa Brix in den USA.

BARRIQUE
Eichenfass, das zum Ausbau von Rotweinen, zur Gärung und zum Ausbau von Weißweinen dient (225l Fassungsvermögen).

BARRICA
Eichenholzfass.

BASTO
(span.) Dick.

BATONAGE
(franz.) Aufrühren der Hefe im Fass mit einem Stock. Qualitätsfördernde Maßnahme bei Weißweinen, die im Holzfass vergoren werden.

BAUMÈ
(franz.) Maß für das Mostgewicht. Liefert Anhaltspunkte für den Lesebeginn. 1 Baumè entspricht 17 bis 18 g Zucker in 1 l Wasser (Vergleichstabelle am Ende des Glossars).

BEERENAUSLESE
(dtsch.) Qualitätsmerkmal: Qualitätswein mit Prädikat (QmP) von ausgewählten, von Edelfäule befallenen Beeren. Kann nur in bestimmten Jahren produziert werden und verlangt lange Flaschenreife.

BEHANGAUSDÜNNUNG
Zur Ertrags- und Qualitätssteigerung eingesetztes Verfahren: Selektives Herausschneiden eines Teils der Frucht, etwa zum Zeitpunkt der vèraison.

BERNSTEINSÄURE
Frische, herbe Fruchtsäure, die sich neben Weinsäure und Apfelsäure in jedem Wein in geringeren Mengen findet.

BESENWIRTSCHAFT
Straußwirtschaft in Baden und Württemberg, Heckerwirtschaft.

BIANCO
(ital.) Weiß.

BICCHIERE
(ital.) Trinkglas.

BIOLOGISCHER SÄUREABBAU
Malolaktische Gärung.

BLANC DE BLANCS
(franz.) Nur aus weißen Trauben gekelterter Schaumwein.

BLANC DE NOIRS
(franz.) Nur aus roten Trauben gekelterter weißer Schaumwein.

BLANCO
(span.) Weiß.

BLATTROLLKRANKHEIT
Durch die Luft übertragener Virus; verursacht Einrollen des Laubs und Schwächung der Rebe.

BLEND
(engl.) Verschnitt - in Frankreich Cuvèe genannt; Bezeichnung für Assemblage in den englischsprachigen Anbauländern.

BLINDVERKOSTUNG
Weinprobe mit verdeckten Flaschen, um eine neutrale Beurteilung zu gewährleisten.

BLUMIG
Aromatischer Wein, der nach Blumen duftet, zum Beispiel nach Veilchen (Bordeaux), Muskat (Müller-Thurgau) oder nach Rosen (Barolo). Nicht zu verwechseln mit Geranien-Ton , der auf den Einsatz von Konservierungsmitteln hinweist.

BLUSH WINE
Amerikanische Bezeichnung für meist leicht süßliche Rosèweine aus dunklen Trauben, der populärste ist White Zinfandel.

BOCKSBEUTEL
Charakteristische bauchige Flaschenform, die ausschließlich fränkischen Qualitütsweinen und portugiesischen Weinen vorbehalten ist.

BÖCKSER
Bezeichnung für einen Fehlton des Weines, welcher nicht genauer definiert werden kann.

BODEGA
(span.) Weingut, Kellerei.

BODEGA COOPERATIVA
(span.) Spanische Winzergenossenschaft.

BODENSATZ
Bei reiferen Weinen übliche Ablagerungen von Tannin und Farbstoff, können durch Dekantieren vom Wein getrennt werden; Depot.

BORDEAUX-BRÜHE
Bouillie bordelaise: Hellblaues Gemisch aus Kupfersulfat, Kalk und Wasser zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten. Auch im organischen Weinbau anerkannt.

BOTA
(span.) Fass.

BOTELLA
(span.) Flasche

BOTRYTIS CINEREA
Edelfäule, die Trauben befällt und einen typischen Geruchs- und Geschmackston hervorbringt.

BOUQUET
Bukett; die Gesamtheit der Düfte eines Weins.

BOUTIQUE WINERY
Kleiner Betrieb, der mit großer Sorgfalt erzeugte Weine in kleinen Mengen von wenigen, teilweise nur 2 Rebsorten und meist auf hohem Preisniveau anbietet; Gegensatz zu industriemäßig arbeitenden Kellereien.

BRANDIG
alkoholisch schmeckend.

BRANNTWEIN
Sammelbegriff für alle aus Wein hergestellten Spirituosen wie Cognac, Armagnac, spanischer Brandy oder chilenischer Pisco.

BREIT
Das Gegenteil von zart . Alkoholreiche Weine, denen es an frischer Säure fehlt, sind breit, zum Beispiel überreifer badischer Silvaner.

BREVE
(span.) Kurz.

BRICCO, AUCH BRIC
Piemontesische Bezeichnung für einen Weinberg auf einer Hügelkuppe.

BRILLANTE
(span.) Glanzhell.

BRIX
Amerik. Maß für das Mostgewicht.

BRUT
(franz.) Bezeichnung für trockene Schaumweine mit weniger als 15 Gramm Restzucker pro Liter.

BUEN PALADAR
(span.) Vollmundig.

BUKETT
Gesamtheit der Düfte eines Weines.

BULK
Bezeichnung für Fass-und "offene" Containerware im Gegensatz zur Flaschenabfüllung.

BUSCHENSCHANK
Österreichische Straußwirtschaft , in der Heuriger ausgeschenkt wird.

BUSH VINES
In einigen Anbaugebieten Australiens und Südafrikas zu findende buschförmige Reben, die nicht an einer Drahtrahmenkonstruktion gezogen werden, sondern einen niedrigen Stamm besitzen, an dem die Triebe kreisförmig angeordnet sind. Siehe auch: Gobelet-Erziehung.

CA
(ital.) Kurz für casa (Haus); kommt in Namen oberitalienischer Weingüter häufig vor.

CALIENTE
(span.) Feurig.

CAMPO
(ital.) Feld, auch Weinberg.

CANTINA
(ital.) Kellerei.

CANTINA SOCIALE ODER COOPERATIVA
Genossenschaftskellerei.

CAPA
(span.) Aussehen, Farbe.

CAPITEL
Lage in den Bergen um Verona.

CARATO
(ital.) Kleines Faß, manchmal statt Barrique gebraucht. Noch kleiner ist das caratello, ein traditionsgemäß für Vin Santo benütztes Fass.

CASA VINICOLA ODER AZIENDA VINICOLA
(ital.) Weinhandelshaus (commerciante), dessen Erzeugung hauptsächlich aus zugekauften Trauben bestritten wird.

CASCINA
(ital.) Bauernhaus; in Norditalien für Weingut gebräuchlich.

CASTELLO
(ital.) Schloss; der Ausdruck darf nur auf DOC/ DOCG Weinetiketten benutzt werden.

CAVA
(span.) Schaumwein, hergestellt im Flaschengärverfahren nach der Champagnermethode.

CAVE
(franz.) Keller.

CEPA
(span.) Reb- oder Traubensorte.

CERASUOLO
(ital.) Kirschrot; Bezeichnung für bestimmte Rosèweine.

CHAI
Ebenerdiger Fasskeller in Bordeaux.

CHAMBRIEREN
Erwärmen des Weins auf die gewünschte Trinktemperatur.

CHAMPAGNERMETHODE
(METHODE CHAMPENOISE) Umschreibung für das spezifische Flaschengärungsverfahren beim Champagner. Dieser Ausdruck ist auschliesslich dem französischen Champagner vorbehalten. Daher werden in Italien die Begriffe nietodo classico oder nietodo tradiziotiale gebraucht. Für andere Schaumweine müssen nach EU Recht die alternative Bezeichnung Methode traditionelle oder Methode classique verwendet werden.

CHAPTALISATION
Durch Anreicherung des gärenden Mosts mit Zucker wird der Alkoholgehalt gesteigert: Der Zucker vergärt vollständig zu Alkohol und CO2, verursacht daher keine Süßung. In nördlichen Breiten, wo die Trauben von Natur aus mehr Säure enthalten, eine unumgängliche Maßnahme. In Frankreich (Chaptal war Landwirtschaftsminister unter Napoleon) und in DeutschIand zulässig; in Italien wird statt dessen Mostkonzentrat verwendet.

CHARAKTER
Charismatische, eigenständige Weine.

CHARMAT ODER METODO CHARMAT
(franz) cuve close. Tankgärungsverfahren bei der Schaumweinherstellung in grossen Mengen. Die zweite Gärung in einem Tank, nicht in der Flasche wie bei der Champagnermethode.

CHIARETTO
(ital.) Rosèwein.

CLAIRET (CLARET)
(franz.) Bezeichnung für Rotweine aus dem Bordeauxgebiet - in Frankreich werden hellrote Bordeaux-Weine mit clairet bezeichnet.

CLASSICO
Exakt definierte geographische Bereiche in Italien (z. B. Chianti Classico) aus denen Trauben eines Weines mit der Bezeichnung Classico stammen müssen. Ebenfalls benutzt für die methodo classico.

CLOS
(franz.) Bezeichnung für einen Weinberg, der von einer Mauer oder Hecke begrenzt wird.

COLD SOAK
Kältemazeration: Die Trauben werden für mehrere Tage bei kühler Temperatur im Tank gelassen, um Farb- und Aromamoleküle im Saft zu lösen, bevor die Gärung einsetzt.

COLLE ODER COLLINA
(ital.) Hügel.

COMMERCIANTE
Handelshaus oder Abfüller, arbeitet vorwiegend mit gekauften Trauben bzw. Weinen.

COMPLETO
(span.) Rund, süffig.

COMUN
(span.) Einfach.

CON CRIANZA
(span.) Mit Alterung.

CONSEJO REGULADOR
(span.) Schutz-, Kontroll- und Verkaufsförderungsbehörde für ein Ursprungsgebiet.

CONSORZIO
Freiwilliges Winzerkonsortium für die Produktionsaufsicht und -kontrolle.

CONTENUTO
(ital.) Inhaltsangabe (in Liter) auf dem Weinetikett.

COOLER
(engl.) Amerikanischer Ausdruck für einen Leichtwein.

COOPERATIVA
(span.) Genossenschaft, Kooperative.

COOPERATIVA PITICOLA
(ital.) Winzergenossenschaft.

CORDONE
(ital.) Klassisches System der Rebenerziehung an gespannten Drähten zwischen den Pfeilern.

COSECHA
(span.) Weinlese, Ernte.

COSECHERO
(span.) Winzer.

COSTA
(span.) Küste, Berghang; Gegenstück zum französischen Ausdruck còte.

COUPAGE
(franz.) Verschneiden einfacher Weinqualitäten, im Gegensatz zu Assemblage.

CRÈMANT
Französischer Schaumwein, der nach traditionellem Flaschengärverfahren hergestellt wurde, aber nicht aus der Champagne stammt.

CRIADERA
(Wörtlich: "Kinderstube") Vorstufe zu einer Sherry-Solera (siehe auch Solera).

CRIANZA
Spanischer Qualitätsweinwein, der mindestens 2 Jahre Lagerzeit aufweisen muß, bevor er in Verkehr gebracht werden darf.

CRU
(franz.) Eigentlich Bezeichnung für Gewächs, im weiteren Sinne für ausgezeichnete Lage.

CRU CLASSÈ
(franz.) Bordeaux-Klassifizierung von 1855.

CRUDO
(span.) Unreif.

CUERPO
(span.) Körper.

CULTIVAR
Botanischer Begriff für kultivierte Rebarten.

CUVEE
(franz.) Verschnitt qualitativ hochwertiger Weine; bei der Schaumweinherstellung Assemblage.

CUVIER
(franz.) Gebogene Holzstücke, die die Wandung eines Fasses bilden.

DE CASTA
(ital.) Rassig.

DE LA CASA
(span.) Hauswein, z. B. Vino tinto de la casa.

DECKROTWEIN
Farbintensiver Wein, der einem farbschwachen Wein zugesetzt wird, häufig auf Kosten der Qualität.

DE CUERPO
(span.) Körperreich.

DEGORGIEREN
Bezeichnung für die Entfernung der Hefe aus dem Wein bei der Schaumweinherstellung.

DEGUSTATION
Weinverkostung.

DEKANTIEREN
Langsames Umfüllen des Weines aus der Flasche in eine Karaffe, um ihm vor dem Servieren Sauerstoff zuzuführen oder den Wein vom Depot zu trennen.

DELICATO
(ital.) Feiner Wein.

DENOMINACAO DE ORIGEN CONTROLADA (DOC)
(port.) Kontrollierte Herkunftsbezeichnung portugiesischer Qualitätsweine.

DENOMINACIÒN DE ORIGEN (DO)
(span.) Kontrollierte Herkunftsbezeichnung spanischer Qualitätsweine.

DENOMINACIÒN DE ORIGEN CALIFICADA (DOCA)
(span.) Höchste kontrollierte Herkunftsbezeichnung spanischer Qualitätsweine.

DENOMINAZIONE DI ORIGINE CONTROLLATA (DOC)
(ital.) Kontrollierte Herkunftsbezeichnung italienischer Qualitätsweine.

DENOMINAZIONE DI ORIGINE CONTROLLATA E GARANTITA (DOCG)
(ital.) Höchste kontrollierte Herkunftsbezeichnung italienischer Qualitätsweine.

DEPOT
Bodensatz.

DESCARNADO
(span.) Dünn.

DESEQUILIBRADO
(span.) Unharmonisch.

DIABETIKERWEIN
Weniger als 4g/l Glucose, höchstens 20g/l Gesamtzucker, höchstens 140mg/l schweflige Säure, weniger als 1g/l Saccharose und weniger als 12%vol.

DOLCE
(ital.) Süß; Wein mit höchster Restsüße.

DOMAINE
(franz.) Weingut.

DOMÄNE
Bezeichnung für deutsche Weingüter, die dem Staat gehören.

DORADO
(span.) Goldgelb.

DOSAGE
Wein mit Zucker oder Most, der Schaumweinen zugesetzt wird. Zwei unterschiedliche Verfahren: 1. Fülldosage: wird vor der zweiten Gärung zugesetzt; 2. Versanddosage: wird nach dem Degorgieren zur Erhöhung des Süßegrades zum Wein gegeben.

DRY
(engl.) Trocken, bei Schaumweinen Bezeichnung für einen mit Restzuckergehalt zwischen 17 und 35 g/l.

DULCE
(span.) Süß; Wein mit höchster Restsüße.

DURCHGEGOREN
Gesamter Zucker wurde bei der Gärung in Alkohol umgewandelt; der Wein hat keine Restsüße mehr.

DÜNN
Wein mit geringem Alkohol und wenig Geschmack.

EDELFÄULE
Durch Schimmelpilz (Pilz-Kulturen der Gattung Botrytis cinerea) hervorgerufene Fäule, die im Herbst die reifenden Trauben befällt.

EDELSÜß
Wein mit natürlicher Süße, entstanden aus Trauben, die im Herbst von «Edelfäule«, Pilz-Kulturen der Gattung Botrytis cinerea, befallen wurden und dabei zusammenschrumpften: Bekannt bei Trockenbeerenauslese, Eiswein.

EISWEIN
Deutsche und Österreichische Weinspezialität mit hoher Süße und Säure; entsteht durch Trauben, die bei mindestens minus 7°C gelesen und gepresst werden.

EDELZWICKER
Im Elsaß gebräuchliche Bezeichnung für einen Wein, der aus vielen verschiedenen Rebsorten gekeltert ist.

ELABORADO Y ANEJADO POR
(span.) Erzeugt und ausgebaut durch.

EMBOTELLADO EN LA PROPIEDAD
(ital.) Im Weingut abgefüllt, Erzeugerabfüllung.

EMBOTELLADO EN ORIGEN
(span.) Im Weingut abgefüllt, Erzeugerabfüllung.

ENCABEZADO
(span.) Mit Alkohol verstärkt.

ENOLOGIA
Önologie, die Wissenschaft vom Wein. Enologo, Önologe oder Kellermeister kann auch allgemein für Weinfachmann stehen. Kellertechniker oder Kellerwirt; nach fünfjähriger Ausbildung an einer Weinbaufachschule.

ENOTECA
Vinothek; Weinausstellung oder Weinfachgeschäft. Als die ältesten Vinotheken könnte man die tabernae vinariae der Römer bezeichnen.

ENTRAPPEN
Entfernen der Traubenstiele von den Beeren.

ENVEJECIDO
(span.) Alt.

EQUILIBRADO
(span.) Ausgeglichen.

ERDIG
Aroma nach Erdreich - wie von einem frischgepflügten Acker.

ERTRAG
Erntemenge; angegeben in Hektoliter pro Hektar (hl/ha).

ERZEUGERABFÜLLUNG
Weine, deren Trauben aus dem Rebenbesitz des auf dem Etikett angegebenen Weinguts stammen.

ERZIEHUNGSSYSTEME
Bezeichnet die verschiedenen Drahtkonstruktionen beim Weinbau: Erleichtern die Bewirtschaftung des Weinbergs und steigern die Qualität der Trauben: Die Triebe hängen nicht auf den Boden und behindern die Arbeit in den Rebzeilen. Nur in wenigen Anbaugebieten der Welt wachsen Reben ohne Erziehungssysteme Bush vines Gobelet.

ESPUMANTE
(port.) Bezeichnung für Sekt; im traditionellen Verfahren (metodo classico) hergestellte Sekte heißen ab 12 Monaten Reife auf der Flasche Reserva, ab 24 Monaten Super Reserva, ab 36 Monaten Velha oder Grande Reserva.

ESSIGSÄURE
In allen Weinen in kleinen Mengen vorhanden. Zuviel Essigsäure macht sich in Geruch und Geschmack unangenehm bemerkbar.

ESTER
Entsteht durch die chemische Reaktion von Sauerstoff, Säuren und Alkohol im Wein: geschmacksintensive, meist flüchtige Verbindungen mit süßlichen Aromen.

ESTUFAGEM
(port.) Bezeichnung des Verfahrens, bei dem Madeira in einer estufa (einem beheizten Tank) erhitzt wird.

EUROTROCKEN
EU-Wein, dessen Restzuckergehalt maximal neun Gramm pro Liter beträgt.

EXTRAKTSÜßE
Als leicht süß eingestufter Wein. Diese Weine sind zwar Durchgegoren, enthalten aber einen erhöhten Anteil an Glyzerinen.

EXQUISITO
(span.) Gefällig.

EXTRA BRUT
(franz.) Trockenste Variante des Schaumweins.

EXTRA DRY
(engl.) Schaumwein mit einem Restzuckergehalt zwischen 12 und 20 g/l.

EXTRAKT
Gesamtheit aller im Wein vorhandenen, nicht flüchtigen Stoffe: Säure, Mineralstoffe, Zucker, Phenole, Glyzerin.

FASSWARE
"En vrac" auf Französisch, "bulk" auf Englisch; Bezeichnung für losen Wein, der in Mengen und in der Regel von Großhändlern gekauft wird.

FATTORIA
(ital.) Weingut.

FAULIG
Geschmack von verdorbenen Eiern.

FEDERSPIEL
(öster.) Elegante, mittelgewichtige Weine.

FEURIG
Temperamentvoller, alkoholreicher Wein.

FERMENTACIÒN
(franz.) Gärung.

FERMENTAZIONE
(ital.) Gärung. Auf Schaumweinetiketten bedeutet die Angabe fermentazione naturale, dass der Kohlensäuregehalt natürlich entstanden ist.

FIASCO
(ital.) Die klassische strohumflochtene Chiantiflasche.

FILTRATION
Technik, mit der Feststoffe mit Hilfe von Filtern rasch vom Wein getrennt werden.

FINESSE
(franz.) Feinheit.

FINISH
(engl.) Abgang.

FINO
(span.) Heller, leichter und trockener Sherry.

FINURA
(ital.) Feinheit.

FIRN
Altersgeschmack.

FLACH
Langweilig, abgestanden, aromaarm, lasch.

FLASCHENGÄRUNG
Methode der Schaumweinherstellung, bei der die zweite Gärung in der Flasche stattfindet, Champagnermethode.

FLASCHENREIFE
1. Zeitpunkt an dem ein Wein ausgereift und zum Abfüllen auf die Flasche bereit ist.
2. Alterung eines Weines in der Flasche.

FLOR
Florhefe.

FLURBEREINIGUNG
Neugestaltung der Rebflächen.

FLÜCHTIGE SÄUREN
Verwandte der Essigsäure; verbessern in kleinen Mengen das Aroma.

FOULOIR-ÈGRAPPOIR
(franz.) Traubenmühle mit Entrappeinrichtung. Trauben werden von Walzenschnecken gepresst; Stiele und Blätter werden sorgfältig entfernt.

FRANCO DE GUSTO
(span.) Sauber, reintönig.

FRÄNKISCH-TROCKEN
Weine mit nicht mehr als vier Gramm Restzucker pro Liter.

FRESCO
(span.) Frisch.

FRISCH
Junger Wein mit belebender Säure.

FRIZZANTE
(ital.) Perlwein.

FRUCHTIG
Geschmack nach Früchten wie Apfel, Aprikose, Pfirsich bei Weißweinen bzw. Brombeere, Johannisbeere, Kirsche oder Pflaume bei Rotweinen.

FRÜHFROST
Ende Oktober oder Anfang November. Interessant bei der Produktion von Eiswein.

FUCHSIG
Ausgeprägtes, an nasses Fell erinnerndes Aroma.

FÜLLKRANK
Wein, welcher unmittelbar nach dem Füllen getrunken wird, hat noch nicht sein volles Aroma entfaltet. Er muß sich erst noch ein paar Tage erholen.

FUME BLANC
Kalifornischer, im Holzfaß vergorener Sauvignon Blanc.

FUERTE
(span.) Stark.

GARRAFEIRA
(port.) (wörtlich Flaschenkeller) Bezeichnet portugiesische Weine, die mindestens zwei Jahre im Fass und ein Jahr in der Flasche (Rotwein) bzw. ein Jahr im Fass und ein Jahr in der Flasche (Weißwein) reifen.

GÄRFÜHRUNG
Kontrolle von Gärtemperatur. Gärbehältnis und Klarheit des Mostes.

GÄRUNG
Vorgang bei dem Zucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt und Most zu Wein wird.

GEMISCHTER SATZ
(österr.) Wein aus diversen Rebsorten, die im gleichen Weinberg wachsen und zusammen verarbeitet werden.

GENEROSO
Edel, körperreich, alkoholreich.

GERBSÄURE
Tannin , in Rotweinen und auch in Weißweinen in geringen Mengen enthalten.

GERBSIG
Adstringierend , bitterer, den Mund zusammenziehender Geschmack.

GERBSTOFF
Auch Tannin genannt. Gerbstoffe sind in Beerenschalen und im Barrique-Holz enthalten: Machen Wein haltbar und rufen einen bitteren, pelzigen, adstringierenden Geschmack im Mund hervor. In Rotwein erwünscht, in Weißwein als störend empfunden.

GESCHLIFFEN
Perfekt behandelter Wein.

GEWÄCHS
Synonym für Weine

GOBELET-ERZIEHUNG
In einigen Anbaugebieten Australiens und Südafrikas zu findende buschförmige Reben, die nicht an einer Drahtrahmenkonstruktion gezogen werden, sondern einen niedrigen Stamm besitzen, an dem die Triebe kreisförmig angeordnet sind.

GOVERNO
(ital.) Gärungsverfahren bei der Chianti-Bereitung, wobei konzentrierter Most dem normal vergorenen Wein nachträglich beigemischt wird.

GOÛT DE TERROIR
(franz.) Bezeichnet die Auswirkungen von Boden und Anbaugebiet auf Aroma und Geschmack des Weins.

GRADO ALCOLICO
(ital.) Angabe des Alkoholgehaltes.

GRAND CRU (GROSSES GEWÄCHS)
(franz.) Klassifizierung für die besten Lage; Bezeichnung für herausragenden Wein.

GRAND RESERVA
(span.) Grand-Reserva Rotweine müssen mindestens zwei Jahre im kleinen Holzfass und dann weitere drei Jahre im Tank oder in der Flasche reifen, bevor sie verkauft werden.

GRAUFÄULE
Unerwünschte Form der Edelfäule ; erzeugt Fehlaroma: durch feuchte Witterung verursacht.

GRÜN
Wein mit unreifer Säure.

G'SPRITZTER
(österr.) Weinschorle, in Österreich übliche Bezeichnung für einen mit Mineralwasser verdünnten Wein.

HALBTROCKEN
In der EU gebräuchliche Bezeichnung für Weine bis zu 18 Gramm Restzucker pro Liter, beim Champagner (extra sec) bis zu 20 Gramm.

HART
Wein mit unreifem, starken Tanninen.

HEAT DEGREE DAYS
(engl.) System zur Klassifizierung des Klimas.

HEFE
Mikroorganismen; bringen Traubensaft zum Gären.

HEKTARERTRÄGE
Wichtiges Kriterium für die Rebenqualität. Sonneneinstrahlung, Verfügbarkeit des Wassers, Rebendichte können geben dem Profi Aufschluss über den Weinbau.

HEKTOLITER
Maßeinheit, die 100 Liter umfasst.

HERB
Begriff für trocken. Auch für tanninreiche Rotwein verwandt.

HERDADE
(port.) Bezeichnung für großes Landgut oder Weingut.

HEURIGER
(öster.) Wein des aktuellen Jahrgangs, der vom 11. November eines Jahres bis zum Ende des nächsten Jahres ausgeschenkt werden darf.

HOCHFARBIG
Merkmal, dass der Höhepunkt eines Rotweins erreicht bzw. überschritten ist. Durch ins Bräunliche changierende Farbe erkennbar.

HOGSHEADS
In Australien zu findendes Weinfass mit 300 Liter Inhalt.

HOLZIG
Wein, welcher einen intensiven Geschmack, bzw. Geruch vom Holzfaß hat.

HUT
Bezeichnet die auf dem gärenden Most schwimmende Masse aus Traubenschalen und Kernen.

HYBRIDREBE
Neuentwickelte Rebe; entsteht durch Kreuzung zweier Rebsorten, die nicht derselben Spezies angehören.

HYPEROXIDATION
Größere Oxidation des Mosts durch Zugabe von Sauerstoff.

IGT
(ital.) Indicazione Geografica Tipica, neue Weinkategorie in Italien (entspricht den VDOS-Weinen), in der viele der ehemaligen hochklassigen Vini da Tavola aufgehen.

IMBOTTIGLIATO ALL ´ORIGINE
(ital.) Originalabfüllung.

IMBOTTIGLIATO DA / MESSO IN BOTTIGLIA DA
(ital.) Abgefüllt von.

IMBOTTIGLIATO DAL PRODUTTORE
(ital.) Abfüllung im Weingut.

INTEGRIERTER PFLANZENSCHUTZ
Kombination von Schädlingsbekämpfungs- und Heilmitteln im Weinbau.

INTEGRIERTER WEINBAU
Anbaumethode, bei der weitgehend auf Schädlingsbekämpfungmittel verzichtet wird.

INTERNATIONALE REBSORTEN
Übliche Bezeichnung für Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir, Sauvignon Blanc, Chardonnay.

INVECCHIATO
(ital.) Gealtert; bei DOC-Weinen in Verbindung mit einer Zeitangabe.

JAHRGANG (VINTAGE, MILLÈSIME)
Bezeichnung für das Jahr, in dem die Trauben für einen Wein gewachsen sind.

JEROBOAM
Weinflasche mit 4,5 Liter Inhalt.

JOHANNISBERGER RIESLING
(amerik.) Bezeichnung für Riesling.

JOVEN
(span.) Junger, neuer Wein.

JUG WINE
(amerik.) Krugwein; offen ausgeschenkte einfache Weine in den USA.

KALTSTABILISIERUNG
Abkühlen des Weins auf -5° C zum Ausfüllen der Weinsteinkristalle.

KANTIG
Bezeichnung für derb, rauh.

KÄSIG
Geschmack nach Käse und Quark.

KELLEREIABFÜLLUNG
Weine, deren Trauben nicht vom Abfüller stammen. Gegensatz: Erzeugerabfüllung.

KELTERN
Auspressen des Traubenmostes vor der Gärung.

KIESELERDE
Kristalline Form des Kieseldioxids; wird zur Verbesserung von Wein eingesetzt.

KLON
Reben, die durch eine genetisch gleiche Mutterpflanze vermehrt wurden.

KLOSTERNEUBURGER MOSTWAAGE
(öster.) (KMW) Maßeinheit, mit der in Österreich das Mostgewicht eines Weines bestimmt wird.

KOHLENDIOXOID
CO2, Kohlensäure, entsteht als Nebenprodukt bei der alkoholischen Gärung.

KOHLENSÄUREMAISCHUNG
Macèration carbonique.

KORKFEHLER
Beeinträchtigung des Weines durch schlechte, defekte Korken.

KRAUTIG
Aufdringliches Aroma unreifer Weine.

KRÄFTIG
Voller, hocharomatischer alkoholreicher Geschmack.

KURZ
Wein ohne nennenswerten Nachklang im Mund.

LACCASE OXIDAS
Welche durch einen Pilz gebildet wird. Verursacht Bräunungsvorgang in Weinen.

LAGAR
Altmodische Kelter in Form eines Steintrogs, in dem die Trauben mit den Füßen gestampft werden.

LANG
Wein mit lange nachklingendem Aroma im Mund.

LEICHT
Geringer Alkoholgehalt.

LESE
Traubenernte.

LIE
(franz.) Sediment aus abgestorbenen Hefezellen, das sich nach der Gärung ansammelt.

LIEBFRAU(EN)MILCH
Gebräuchliche Bezeichnung für einen einfachen lieblichen deutschen Weißwein, welcher aus definierten Rebsorten bestehen muß.

LIEBLICH
Wein mit deutlicher Süße. Restsüße max. 45g/l Restzucker.

LIBRARY WINES
Ältere Jahrgänge, die in kleinen Mengen zum Verkauf angeboten werden.

LIGERO
(span.) Leicht.

LIKÖRWEIN
Dessertwein mit mindestens 15 Vol.% Alkohol.

LIMPIDO, CLARO
(span.) Klar.

LIQUEUR D´EXPÈDITION
Gemisch aus Wein und Zucker, das dem Champagner nach dem Degorgieren zur Abstimmung des Süßegrads zugegeben wird.

LIQUEUR DE TIRAGE
(franz.) Lösung von Hefe und Zucker in Wein, die dem Champagner beigemischt wird, um die zweite Gärung auszulösen.

LIQUOROSO
(ital.) Wein mit hohem Alkoholgehalt; meist gespritet.

LITRO
(ital.) Liter.

MACERACIÒN CARBONICO / MAClÈRATION GAS CARBONIQUE
(span.)/(franz.) Gärmethode mit Kohlensäuremischung ohne Maischung. Statt Hefe bringt eine kleine Menge Traubenzucker die Trauben zum Gären. Zur Erzeugung fruchtiger, junger Rotweine wie z. B. Beaujolais.

MACERACIÒN
(franz.) Maischegärung.

MADERISIERT
Bezeichnet überreifen, dunkel gewordenen Wein.

MAGGITON
Unangenehmer Gewürz- und Geruchseindruck von alten, maderisierten Rotweinen.

MAGNUM
Weinflasche mit 1,5 Liter Inhalt.

MAISCHE
Brei aus Traubenschalen, Kernen und Stielen, der sich im Gärbehälter absetzt; Rotweine werden auf der Maische vergoren.

MAISCHUNG
Zerschneiden der Beerenschale bzw., leichtes Quetschen der Trauben vor dem Keltern.

MAISCHEERHITZUNG
Maische wird vor der Gärung auf rund 70° C erhitzt, um Farbstoffe aus den Schalen zu lösen; wird bei hochwertigem Wein selten angewendet.

MAISCHZEIT
Verweildauer des Mosts in Berührung mit den Traubenschalen.

MALOLAKTISCHE GÄRUNG
Umwandlung von Apfelsäure in Milchsäure durch Milchsäurebakterien, auch biologischer Säureabbau genannt, mit dem Ziel, den Säuregehalt des Weines zu senken.

MANZANILLA
Dem Fino ähnlicher Sherry - noch feiner mit ausgeprägtem Apfelaroma, wird nur in Sanlùcar de Barrameda erzeugt.

MARC
(franz.) Trester.

MARCHIO
(ital.) Marke; marchio registrato oder depositato - eingetragenes Warenzeichen.

MARSALATO ODER MADERIZZATO
Maderisiert ; eine bei Dessert- oder Süßweinen oft erwünschte Madeira-ähnliche Art, die durch langsame Oxidation entsteht.

MASO
(ital.) Im Bezeichnung für Gut oder Hof.

MASSENSELEKTION (SÈLÈCTION MASSALE)
Die besten Rebstöcke eines Weinbergs werden selektiert.

MAZERIEREN
Das Ruhenlassen des Traubenmostes zusammen mit den Beerenhäuten (span. maceraciòn) dient der Aromaverbesserung bei Weißwein und der Erhöhung des Gerbstoffgehalts bei Rotwein.

MEHLTAU
Pilzkrankheit, die das Laub befällt und zum Absterben des Weinstocks führen kann.

MERCAPTAN
Fehlaroma durch Schwefelwasserstoffverbindung; unangenehmer Geruch nach faulen Eiern.

MERITAGE
(amerik.) Begriff für eine Cuvèe aus mehreren Sorten.

MÈTHODE CHAMPENOISE
Methode der Schaumweinherstellung, bei der die zweite Gärung in der Flasche stattfindet, Champagnerverfahren.

MÈTHODE CLASSIQUE
Champagnerverfahren.

MÈTHODE RURALE
Einfachere Form der mèthode champenoise, jedoch ohne remuage.

METODO CLASSICO ODER TRADIZIONALE
Champagnerverfahren.

MOELLEUX
(franz.) Bezeichnung für liebliche Weine.

MOLLIG
Rundliche, weiche Rotweine.

MONTE
(ital.) Berg.

MORBIDO
(ital.) Weich, rund und mild.

MORDIENTE
(span.) Beißend.

MOST
Nicht vergorener Traubensaft.

MOSTABZUG
(franz.: saignie) Technik, bei der von jeweils 1000 l Most 100 l abgezogen werden, um der Hauptmenge stärkere Konzentration zu verleihen.

MOSTGEWICHT
Bestimmter Reifegrad der Beeren, wird in Deutschland und in der Schweiz in Oechsle gemessen.

MOSTIG
Geruch und Geschmack von faulen Äpfeln.

MOSTKLÄRUNG
Reinigung des Mostes von Schwebeteilchen zur Verbesserung des Weinaromas.

MOSTO
(ital.) Most oder Traubensaft; mosto concetitrato: Mostkonzentrat, niosto cotto eingedickter: Most (für Marsala), niostofiore: Vorlaufmost aus leicht angequetschten Trauben.

MOUSSEUX
(franz.) Schäumend, perlend.

MOUTHFEEL
(amerik.) Mundgefühl, vor allem in den USA üblicher Begriff, um den Gesamteindruck des Weines am Gaumen zu beschreiben.

MUFFIG
Geruch nach Staub und alten Decken, Indiz für mangelnde Sauberkeit in der Kellerei.

MUTAGE
(franz.) Stoppen der Gärung durch Alkoholzusatz oder Zugabe von Schwefeldioxid.

NACHGÄRUNG
Gärung eines Weines, welche durch unsaubere Arbeitsweise enstehen kann.

NACHHALTIG
Mit grossem Nachgeschmack.

NASE
Geruchseindruck eines Weines.

NATURAL
Naturrein.

NEGATIVE AUSLESE
Auslesen fauler Trauben vor der Hauptlese.

NERVIG
Eigenschaft eines zarten, säurehaltigen Weins.

NOUVEAU
Bezeichnung für französische Weine, die schon kurze Zeit nach der Ernte in den Verkauf gelangen dürfen; ital: Novello franz: Primeur.

NOVELLO
(ital.) italienische Weine, die schon kurze Zeit nach der Ernte in den Verkauf gelangen.

OECHSLE
Messeinheit in Deutschland für das Mostgewicht eines Weines.

OINOTRIA
Als die Griechen den Weinbau ums Mittelmeer verbreiteten, bezeichnete man so Italien, wörtlich das Land der Weinstöcke, die an Pfählen gezogen wurden.

OLOROSO
(span.) Einer der vier Grundtypen des Sherry mit stark ausgeprägtem, meist walnußartigem Geschmack.

ORGANOLEPTISCHE PRÜFUNG
Qualitätsprüfung eines Weines nach Aussehen, Geruch und Geschmack.

ORO
(span.) Gold; auch Bezeichnung eines Marsala-Typs.

OSMOSE
Verfahren zur Konzentration von Wein oder Most durch Entzug von Wassermolekülen mit Hilfe einer Filtermembran.

OUVRÈE
Flächenmaß im Burgund.

OXIDASEN
Natürlich vorkommende Enzyme, die oxidative VerŠnderungen wie Braun werden, adstringierende Härte und Rauheit hervorrufen.

OXIDATION
Chemische Reaktion, bei der Wein mit zuviel Sauerstoff in Berührung gekommen ist; Wein verliert an Frische und seine Farbe verändert sich.

OXIDATIV
Weinfehler, durch Sauerstoffzufuhr mögliche negative Veränderung des Weines ist erkennbar am Duft nach leicht angefaultem Apfel und findet sich häufig bei zu alten Weißweinen.

ÖNOLOGIE
Bezeichnung für Weinwissenschaft.

PALO CORTADO
(span.) Sehr seltener Sherry, der in der Regel den Geschmack des Oloroso mit dem Aroma des Amontillado verbindet.

PAPPIG
Zuviel Süße, zu wenig Säure.

PARRONALES
(span.) Bezeichnung für Parronal- oder Pergolaerziehung im Weinberg, bei der die Reben ein etwa zwei Meter hohes Dach bilden. Die traditionelle Anbaumethode in Südamerika wird heute meist durch moderne Spaliererziehung ersetzt.

PASSERILLÈ
(franz.) Trauben, die zum Trocknen am Weinstock hängen.

PASSITO
(ital.) Süßer italienischer Wein aus hochkonzentrierten Saft von Trauben, die vor dem Keltern meist auf Strohmatten zum Vortrocknen ausgelegt werden.

PASTEURISIERUNG
Sterilisieren und Stabilisieren von Wein durch mehrminütiges Erhitzen auf 65 bis 70° C.

PERGOLA
Rebenspalier.

PERLAGE
Im Glas entweichende Kohlensäure bei Schaumweinen.

PERLWEIN
Wein, welcher bei 20°C einen Kohlensäuredruck von 1,0 bis 2,5 bar aufweist und erkennbar perlt. Der Druck kann durch Gärung entstehen, bzw. durch Zugabe von Kohlensäure.

PÈTILLANT
(franz.) Schwach perlend. Bezeichnung für Weine, die infolge einer zweiten Gärung in der Flasche ein gewisses Maß an Spritzigkeit erlangt haben, mousseux.

PFEFFRIG
Würzig, scharfer Geschmack.

PFROPFEN
Veredeltechnik im Obst- und Weinbau, indem zwei verschiedene Pflanzen zusammengefügt werden. Umpfropfen: Umstellen einer bestehenden Rebanlage auf eine andere Sorte mittels Pfropftechnik unter Nutzung des alten Wurzelwerkes.

PFROPFUNTERLAGE
Unterlagsrebe, der zum Zweck der Veredlung eine andere Rebsorte aufgepfropft wird.

PHENOLE
Organische Substanzen in den Schalen und Kernen von Trauben. Als phenolisch werden hauptsächlich rauhe oder schwerfällige Weißweine bezeichnet.

PH-WERT
Maß für den Säuregehalt im Wein; je niedriger der pH-Wert, desto höher der Süuregehalt.

PHYLOXERA
Reblaus, welche über saugen an den Wurzeln die Reben schädigt, bzw. zerstören kann.

PIERCESCHE KRANKHEIT
Rebkrankheit, die das Vergilben der Blätter und Welken der Frucht bewirkt; durch Insekten verursacht.

PIGEAGE
(franz.) Stampfen der Traubenschalen im gärenden Most - früher barfuß.

PIPE
Großes, kegelig zulaufendes Portweinfass.

PLUMP
Aufdringliches, plattes, langweiliges Aroma.

POLYMERISIERUNG
Anthozyane und Tannine werden verbunden; verursacht Farbveränderungen im älter werdenden Rotwein und schließlich zum Depot in der Flasche.

POLYPHENOLE
Chemischer Baustein im Wein, sitzt in den Farbpigmenten, Tanninen und Geschmacksstoffen; hat positiven Einfluss auf den menschlichen Körper.

POSITIVE AUSLESE
Herauslesen gesunder bzw. edelfauler Trauben.

PPM
(pars per Millionen) Millionstel Teil.

PRÄ-PHYLIOXERA
Weine aus der Zeit vor 1870, als die Reblauskatastrophe begann.

PRÄDIKATSWEIN
In Deutschland und Österreich gebräuchliche Bezeichnung für höherwertige Qualitätsweine.

PRECOZ
(span.) Frühreif.

PRESSE
Apparatur zum Trennen der Maische von den Trestern. Die älteste Form ist Korkpresse, die verbreiteste moderne Form die pneumatische Membranpresse. Weitere Pressen sind die Schneckenpresse und die Impulspresse.

PRESSWEIN
Sehr tanninreicher Wein, der aus der Rotweinmaische nach dem Abziehen des Vorlaufs gewonnen wird.

PRIMEUR
Bezeichnung für Weine, die schon kurze Zeit nach der Ernte in den Verkauf gelangen Nouveau und Novello.

PRISE DE MOUSSE
Ausdruck aus der Champagnerherstellung für die zweite Gärung, wobei die bei der Umsetzung des Zuckers in Alkohol frei gewordene Kohlensäure den Schaum bildet.

PROFUMATO
(ital.) Bouquetreicher Wein.

PROFUMO
(ital.) Duft.

PROTEKTIVE WEINBEREITUNG
Methode zur weitgehenden Unterdrückung von Oxidation in Most und Wein durch Schutzgas, chemische Zusätze (Schwefeldioxid, Ascorbinsäure) sowie starke Kühlung.

PRÜFNUMMER
Qualitütsweine in Deutschland und Österreich benötigen eine amtliche Prüfung, die auf dem Etikett stehen muss.

PUNCH DOWN
(amerik.) Bezeichnung für pigeage.

QBA
Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete.

QUALITÄTSWEIN
Allgemeiner Begriff, der sich auf Weine mit Herkunftsbezeichnungen und von höherer Qualität bezieht im Gegensatz zu den einfachen Vins de Table.

QUINTA
(port.) Weingut oder Landgut, vergleichbar mit dem französischen.

Quintale
Doppelzentner (100 kg); in Italien für den Hektarertrag gebräuchlich.

RANCIO
(span.) Geschmack von altem, oft aufgespritetem und maderisiertem Wein.

RAPPEN
Traubenstiele.

RASSIG
Charaktervoller Wein mit herzhafter Säure und Alkoholgehalt, ohne schwer zu wirken.

RAULIFASS
Fass aus südamerikanischen Buchenholz; sorgt für charakteristischen Geschmack.

REBENERZIEHUNGSSYSTEME
Erziehungssysteme.

REBLAUS
Befällt Wurzeln und schädigt sie, so dass die Rebe eingeht. Sie wurde 1860 aus Amerika nach Europa eingeschleppt und hatte verheerende Auswirkungen auf den europäischen Weinbau. Erst das Propfen europäischer Reben auf reblausresistente amerikanische Unterlagsreben schaffte Abhilfe.

REBSCHNITT
Pflanzentriebe werden zurückgeschnitten, um Wachstum und Qualität der Reben zu fördern.

RECIOTO
(ital.) Aus rosinierten Trauben gewonnener starker, süßer Wein.

REDUKTION
Gegenteil von Oxidation chemische Reaktion, die unter luftdichten Bedingungen erfolgt; reduktiv ausgebaute Weine sind frisch und aromatisch.

REDUKTIV
Weitgehend unter Sauerstoffabschluss ausgebauter, spritziger Wein.

REDUKTIVE VERHÄLTNISSE
Ausschluß von Sauerstoffmenge während des Weinbaus.

REFRAKTOMETER
Optisches Präzisionsinstrument zur Bestimmung des Mostgewichtes eines Weines.

REIF
Auf dem Höhepunkt des Geschmacks.

REINSORTIG
Aus einer Traubensorte erzeugter Wein.

REINTÖNIG
sauberer, für die Traubensorte typischer Duft und Geschmack ohne Nebentöne.

REINZUCHTHEFEN
Gezüchtete Hefen, die zur Gärung eingesetzt werden, um den Most in Wein umzuwandeln.

REISIGKRANKHEIT (COURT NOUÈ)
Eine durch Viren im Boden ausgebreitete Krankheit, die zum Vergilben und Absterben des Weinstocks führt.

REMONTAGE
überpumpen.

REMUAGE
Technik zum Entfernen des aus der Flaschengärung stammenden Bodensatzes in Schaumwein; erfolgt durch Drehen, und sanftes Rütteln der Flaschen, bis diese auf dem Kopf stehen, so dass sich der Bodensatz hinter dem Korken absetzt. Champagnermethode.

RESA
Ertrag, bei Trauben und Wein.

RESERVA
Spanische und portugiesische Qualitätsstufe für Weine eines besonderen Jahrgangs, der bestimmte Mindestanforderungen an die Lagerung erfüllen muss.

RESTZUCKER
Zucker, der bei der alkoholischen Gärung nicht umgesetzt wurde: ergibt die natürliche Restsüße eines Weins.

RIED
Terrassierte Einzellage in der Wachau.

RISERVA
Nur bei DOC- und DCOG-Wein nach bestimmter Alterung zulässige Bezeichnung. Riserva speciale bedeutet längere Alterung.

RONCO
(ital.) Ausdruck für einen terrassierten Weinberg.

RUND
Harmonischer, kompakter und ausgeglichener Wein.

RÜTTELN
Drehen der Champagnerflaschen mit der Hand Remuage , während diese mit dem Hals in hölzernen Gestellen (Rüttelpulten) stecken. So sollen die in der Flasche angesammelten Hefereste in den Flaschenhals befördert werden.

RÜTTELPULT
Bei der Schaumweinherstellung nach traditionellem Flaschengärverfahren verwendetes Holzgestell, in dem die Flaschen in regelmäßigen Abständen von Hand gedreht werden Rütteln , Champagnermethode.

SAIGNÈE
Mostabzug.

SAUBER
Fehlerfrei in Geruch und Geschmack.

SAUER
Aufdringliches Säurearoma.

SÄURE
Weinsäure, Apfelsäure, Milchsäure sind in Wein enthalten und sorgen für einen säuerlich frischen Geschmack. Der Säuregehalt ist in Gramm Weinsäure pro Liter ausgedrückt. Bei Wein beträgt der normale Säuregehalt 5-10 gr/L.

SÄURESPIEL
Prickelnd-frische Art junger Weine.

SCHAUMWEIN
Leitbegriff für alles schäumenden Weine wie Sekt, Champagner etc.

SCHNELLPASTEURISIERUNG
Sterilisierungsverfahren süßer und lieblicher Weine durch einminütiges Erhitzen auf 90° C und dann rasches Abkühlen.

SCHÖNEN
Unerwünschte Weinbestandteile werden durch Zugabe eines gerinnenden Mittels wie Eiweiß oder Kohle entfernt; diese binden diese Stoffe und sinken zu Boden.

SCHWARZFÄULE
Pilzkrankheit; verursacht schwarze Flecken auf dem Laub sowie das Einschrumpfen der Frucht.

SCHWEFEL
Konservierungsmittel - wird im Weinbau auch zum Schutz der Reben und zur Sterilisierung der Holzfässern eingesetzt.

SCHWER
Alkoholreich.

SCHWUND
Flüssigkeitsverlust; bei jungem Wein ein Anzeichen für einen fehlerhaften Korken.

SECCO
(ital.) Trocken.

SECO
(span.) Trocken.

SEKT
Deutscher Qualitätsschaumwein mit Amtlicher - Prüfnummer; in Österreich Bezeichnung für alle einfachen Schaumweine.

SÈLECTION DES GRAINS
(franz.) Beerenauslese.

SEMISECCO
(ital.) Halbtrocken.

SERRA
Sonnenreiche Lage.

SMARAGD
(öster.) Bezeichnet kräftigen Weine.

SOLERA
Herstellungsverfahren aufgespriteter Weine, vor allem Sherry und Madeira.

SOMMELIER, SOMMELlÈRE
(franz.) Bezeichnung für Weinkellner, Weinkellnerin.

SORI ODER SÖR
(ital.) Der Sonne zugewandte Hanglage.

SPALIERERZIEHUNG
Heute übliche Reberziehung im Weinberg mit drahtbefestigten Reihen.

SPÄTLESE
Qualitätswein mit Prädikat von spätgelesenen Trauben mit einem hšheren Zuckergehalt.

SPITZ
Wein mit unreifer Säure.

SPRITZIG
Frisch mit Hauch von Kohlensäure und deutlichem Alkoholaroma.

SPUMANTE
Italienischer Schaumwein.

STABILISIERUNG
Wenn ein Wein von unerwünschten Partikeln, Schwebeteilchen und Trübungen befreit wurde und bereit zur Abfüllung ist.

STAHLIG
Wein mit ausgeprägter Säure.

STAHLTANK
Edelstahl ist das sauberste Behältnis zur Weinlagerung, da er sich neutral zum Wein verhüllt.

STERILFILTERN
Filtrieren durch einen Schichtenfilter, bzw. einen Membran Filter zur Keimentfernung.

STRAUSSWIRTSCHAFT
Bezeichnet in Deutschland und Österreich den Brauch, dass ein Winzer auf dem Gelände seines Guts eigene Weine an Gäste ausschenken und dazu kleine Speisen anbieten darf.

SUAVE
(span.) Geschmeidig.

SUPERIORE
bezeichnet höheren Alkoholgehalt; bei DOC-Weinen eine über die allgemeine Norm hinausgehende Version.

SUR LIE
(franz.) Auf Hefe gelagert. Macht Weißweine aromatischer.

SÜFFIG
Leichter Wein, der einfach "nur so herunterläuft".

SÜßRESERVE
Unvergorener Traubensaft, der Weinen beigemischt werden kann, um den gewünschten Süßegrad zu erzielen. Im deutschen Weinbau bis zur Auslese üblich.

TANNIN
Gerbstoff im Wein mit adstringierender Wirkung, wichtig für die Alterung von Rotweinen; bei jungen Roten besonders ausgeprägt, mildert sich aber im Laufe der Weinreife.

TAPPO DI SUGHERO
(ital.) Korken. Sa di tappo = verkorkt.

TEINTURIERS
(franz.) Geben den "Weinteint" - dunkle Traubensorten mit rotem (anstatt weißem) Fruchtfleisch; wird zur Farbverstärkung pigmentŠrmerer Rotweine verwendet.

TERROIR
(franz.) Zusammenspiel zwischen Boden und Klima.

TENDONE
Hochspalier für Reben.

TENUTA
Landwirtschaftliches Gut.

TINTO DOBLEPASTA
(span.) Extrem farbintensiver Rotwein.

TITRIERBARE SÄURE
Gesamtgehalt der im Wein vorhandenen Säuren.

TONELLATA
(ital.) Tonne (1000 kg); gemäß EG-Vorschrift für die Angabe des Hektarertrags anstatt dem bisher üblichen quintale (Doppelzentner) verbindlich.

TRANSVASIER-METHODE
Methode der Schaumweinherstellung, bei der wie bei der traditionellen Champagnermethode die zweite Gärung in der Flasche stattfindet; um das kostspielige und langwierige Degorgieren zu vermeiden, werden die Flaschen in einen Druckbehälter entleert. Dann wird der Wein gefiltert und mit der erwünschten Dosage und mit Hilfe einer Gegendruck-Anlage abgefüllt.

TRAUBE
Frucht der Weinrebe.

TRAUBENSAFT
Most.

TRESTER
Schalen, die bei Weißweinen nach der Kelterung bzw. nach der Gärung übrigbleiben, werden zu Branntwein destilliert wie z. B. Grappa.

TRESTERHUT
Während der Rotwein-Gärung an der Oberfläche des Behälters schwimmende Schicht aus Traubenschalen und anderen Feststoffen.

TRIE
(franz.) Erster Lesedurchgang durch einen Weinberg.

TRINKTEMPERATUR
ideale Temperatur, bei der ein Wein serviert werden sollte.

TROCKEN
Wein ohne Süße.

TROCKENBEERENAUSLESE
(dtsch.) Qualitätswein mit Prädikat von ausgewählten, hochsüßen, meist edelfaulen, am Weinstock eingeschrumpften Beeren.

TRONAIS-EICHE
Für den Fassbau begehrtes Holz - sorgt für weiches Bouquet.

TYPIZITÄT
Charaktereigenschaft des Weines.

UMPUMPEN
Wird bei der Gärung von Rotweinen eingesetzt, um den Tresterhut im Most zu halten, um viele Farbstoffe und Aromen aus den Schalen zu lösen.

UNREIF
Geruch von grünem oder grasigem Wein, der noch lagern muss.

URSPRUNGSBEZEICHNUNG
Gesetzlich definierte Basis aller europäischen Qualitätsweine.

UVA
(ital.) Traube.

UVAGGIO
(ital.) Mischung verschiedener Traubensorten.

ÜBERPUMPEN
Umpumpen.

VARIEDAD
Rebsorte.

VAKUUMFILTER
Filter zur Rückgewinnung von Wein oder Most aus den Absetzrückständen.

VDQS
Vins Dèlimitès de Qualitè Supèrieure, französische Weine höherer Qualität aus begrenztem Anbaugebiet.

VECCHIO
Alt; bei bestimmten DOC-Weinen nach einer bestimmten Alterung als Bezeichnung zulässig. Stravecchio, sehr alt, wird mehr bei Spirituosen als bei Wein benutzt.

VEGETAL
Charakterisiert Weine mit unreifen, grünen Noten, unreif.

VENDANGE TARDIVE
(franz.) Spätlese. Ausdruck für halbtrockene oder für edelsüße Weine.

VENDIMIA
(span.) Weinlese.

VENDEMMIA
(ital.) Weinlese.

VÈRAISON
(franz.) Bezeichnet den Beginn des Reifestadium der Trauben.

VERDE
(span./ital.) Grün.

VERRIESELN
Durch schlechte Witterung während der Blütezeit der Reben kommt es zu verminderter Beerenentwicklung.

VERSCHNITT
Mischung von Trauben oder Weinen verschiedener Sorten, um die positiven Eigenschaften der einzelnen Sorten zu betonen; Assemblage und Cuvèe.

VERSCHLOSSEN
Unreifer , junger Wein.

VERSTÄRKEN
Anreichern mit Alkohol, aufspriten.

VERSTÄRKTE WEINE
Portwein, Sherry, Madeira, Marsala etc.

VIEILLES VIGNES
(franz.) Alte Reben.

VIEJO
(span.) Alt, gereift.

VIGNAIOLO/VITICOLTORE/COLTIVATORE
(ital.) Winzer, Traubenanbauer, auch Weinerzeuger.

VIGNETO
(ital.) Weinberg.

VINA, VINEDO
(span.) Weinberg.

VIN DE GARDE
Für lange Flaschenlagerung geeigneter Wein.

VIN DE LIQUEUR
Süßer gespriteter Wein mit hohem Alkoholgehalt.

VIN DE PAILLE
(franz.) Süßer, alkoholreicher Weißwein, dessen Trauben auf Strohmatten getrocknet wurden.

VIN DE PLAISIR
(franz.) "Wein des Vergnügens" süffige, gute Weine, die nicht den Anspruch erheben, hochwertige Tropfen zu sein.

VIN DE TABLE
(franz.) Tafelwein.

VINIFIKATION
Weinerzeugung - von der Traubenanlieferung bis zur Flaschenabfüllung.

VINO BIANCO
(ital.) Weißwein.

VINO CORRIENTE
(span.) Einfacher Wein, meist nicht abgefüllt.

VINO DA ARROSTO
(ital.) Robuster älterer Rotwein.

VINO DA TAGLIO
(ital.) Starker roter Verschnittwein.

VINO DA TAVOLA
(ital.) Tafelwein; auf dem Etikett darf keine genaue Herkunfts- oder Rebsortenbezeichnung erscheinen.

VINO DE AGUJA
(span.) Perlwein.

VINO DE MESA
(span.) Tischwein.

VINO ESPUMOSO
(span.) Schaumwein.

VINO FRIZZANTE
(ital.) Perlwein, Bindeglied zwischen Wein und Schaumwein.

VINO GENEROSO
(span.) Alkohol- und körperreicher Wein.

VINO LIQUOROSO
(ital.) Süßer Wein mit einem Alkoholgehalt zwischen 16% und 22%.

VINO NOVELLO
Neuer, meist roter Wein, entspricht dem französischen nouveau. Laut Gesetz muss er noch im Jahr der Lese in Flaschen abgefüllt werden.

VINO ROSATO
(ital.) Rosèwein. Wird meist gekühlt getrunken und passt ausgezeichnet zu vielen Speisen.

VINO ROSSO
(ital.) Rotwein.

VINO SANTO
(ital.) "Strohwein": Süsser, alkoholreicher Wein, dessen Trauben nach der Lese mehrere Monate auf Stroh lagern, bevor sie gekeltert werden.

VINO SPUMANTE
(ital.) Schaumwein.

VINO TIPICO
(ital.) Kategorie für den charakteristischen Wein eines Anbaugebietes.

VINO VECCHIO
Bezeichnet ausgeprägtes Reifestadium: Je nach Herkunft, Sorte und Jahrgang bedürfen diese Weine einer unterschiedlich langen Lagerzeit, um zur höchsten Reife zu gelangen.

VINTAGE
(engl.) Jahrgang.

VINTAGE PORT
Jahrgangs-Portwein; körperreicher Wein mit hohem Alkoholgehalt.

VITE
(ital.) Weinrebe.

VITICOLTURA
(ital.) Weinbau. 3000jährige Tradition in Italien: Etrusker, Griechen und Römer haben den Weinbau auf höchstem Niveau kultiviert. Eine Tradition, die bis heute fortgesetzt wird.

VITIGNO
(ital.) Rebsorte.

VITIS
Pflanzengattung, zu der auch die Weinrebe zählt; die für den Weinbau wichtigste Art ist die vitis vinifera, zu der etwa 8000 Sorten gehören.

VITIS VINIFERA
(lat.) Botanischer Name der Weinrebe.

VIVACE
(ital.) Lebhaft; Synonym für frizzante, viel gebrauchte Bezeichnung für perlenden Wein.

VIVO
(span.) Lebendig.

VQPRD
EG-Abkürzung für Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete, in Italien DOC/DOCG.

VSQPRD
Abkürzung für Schaumwein bestimmter Anbaugebiete.

VORLAUF
Der unter dem Eigengewicht der Trauben austretende Saft; gilt allgemein besser als der Preßmost.

VORLAUFMOST
Hochwertiger Teil des Mostes, der nach dem Mahlen der Trauben ohne weiteres Pressen von der Kelter läuft.

VQPRD
(franz.) Vin de Qualitè Produit dans une Region Derminae: Französische Weinkategorie, entspricht dem deutschen Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete.

VOSGES-EICHE
feinporige, relativ geschmacksarme Eiche aus den Vogesen.

WÄRMETAUSCHER
Apparatur zum Kühlen oder erwärmen von Wein, Maische und Most.

WEINSÄURE
In Deutschland übliche Bezeichnung für Rosèwein, welcher zu 100% aus einer Rebsorte bestehen muß.

WEINSTEIN
Kaliumsalz. Häufig an Korken oder Flaschenrand - keine Geschmackseinbuße. Ausfüllung der Weinsäure in Form von kleinen, weißen Kristallen.

WEIßHERBST
In Deutschland übliche Bezeichnung für Rosèweine.

WILDHEFEN
Natürliche, an den Beeres vorkommende Hefen.

WINERY
(engl.) Englisch für Weinkellerei oder Weingut.

WINEMAKER
(engl.) Weinmacher in der Neuen Welt, meist Kellertechniker mit Önologischer Schulung.

WINKLER SKALA
Skala nach monatlichen Hitzegradtagen während der Wachstumsperiode, bei der die Summe der täglichen Durchschnittstemperatur über 10° C addiert wird.

WINZERGENOSSENSCHAFT
Erzeugergemeinschaft, die den Wein gemeinsam verarbeitet und vermarktet.

WURZELECHT
Unveredelte Reben.

ZAPFEN
(schweiz.) Gebräuchlicher Ausdruck für den Korken.

ZART
Feines, edles Aroma.

ZUCHTHEFEN
Im Labor gezüchtete Naturhefen; sie zeichnen sich durch Reinheit im Geschmack sowie durch Widerstandsfähigkeit gegen Alkohol- und Schwefeldioxid aus.

ZWEITE GÄRUNG
.

ZUCCHERO
(ital.) Zucker, zuccheraggio bedeutet Zuckerung des Mosts zur Erhöhung des Alkoholgehalts.

FAQ

  • Muss Rosé dekantiert werden?

    Aufgrund der Herstellungsverfahren und der Tatsache, dass diese Weinart nur verhältnismäßig kurz gelagert werden sollte, ist das Dekantieren nicht unbedingt notwendig. Wie das Dekantieren ist auch die Notwendigkeit des Karaffierens eine Frage Ihres individuellen Geschmacks.

  • Ist Rosé im Vergleich zu Rot- und Weißwein minderwertig?

    Der vermeintlich schlechte Ruf von Rosé ist auf den Irrtum zurückzuführen, dass es sich dabei um ein Gemisch aus Rot- und Weißwein handelt. Die vergleichsweise weniger aufwändigen Herstellungsverfahren und die Tatsache, dass viele Rosé-Sorten Nebenprodukte der Rotweinherstellung sind, können jedoch isoliert betrachtet kein Qualitätsurteil rechtfertigen.

  • Zu welchen Speisen eignen sich Rosés?

    Mit welchen Gerichten Rosé geschmacklich harmoniert, ist abhängig von der jeweilig verarbeiteten Rebsorte. Generell lässt sich jedoch sagen, dass sich Rosé wie Weißwein eher zu Speisen wie Fisch und Geflügel eignet und gekühlt genossen werden sollte.

  • Läuft Weißwein ab?

    Wein verfügt generell nicht über ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Dennoch können Weißweine verderben beziehungsweise ungenießbar werden. Damit Ihr Wein möglichst lange seinen Geschmack behält, sollten Sie ihn lichtgeschützt und bei Kellertemperatur lagern. Flaschen mit Korken sollten liegend aufbewahrt werden, da auf diese Weise der Korken feuchtgehalten wird. Die meisten Weißweine können etwa vier Jahre lang gelagert werden – einige Sorten können auch nach deutlich längeren Lagerzeiten noch getrunken werden.

  • Ist Weißwein vegan?

    Zwar wird Weißwein aus Trauben gewonnen, allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass es sich dabei um ein veganes Erzeugnis handelt: Häufig kommen bei der Weinproduktion tierische Produkte wie Hühnereiweiß oder Gelatine zum Einsatz, um den Wein zu klären. Einige Weine weisen das sogenannte V-Label von ProVeg (ProVeg Deutschland e. V.) auf, das Aufschluss darüber gibt, ob der Wein vegetarisch beziehungsweise vegan ist. Auch Weine, die keinerlei Kennzeichnung tragen, können vegan sein. In diesen Fällen wird zumeist aus Kostengründen auf die Verwendung des V-Labels verzichtet.

  • Zu welchen Gerichten passt Weißwein?

    Dies hängt von der jeweiligen Rebsorte ab. Generell harmonieren Weißweine jedoch besonders gut zu leichten Speisen wie beispielsweise Fisch, hellem Fleisch oder Gemüse. Darüber hinaus eignen sie sich als Getränk beim Verzehr von milden Käsesorten. In diesem Abschnitt unseres Ratgebers geben wir Ihnen Tipps, welcher Weißwein zu welchen Gerichten passt.

  • Gibt es Weißwein aus roten Trauben?

    Auch aus roten Rebsorten kann Weißwein gekeltert werden: Dazu werden vor dem Gärprozess die Schalen der Trauben entfernt, da diese für die rote Färbung des Weins verantwortlich sind. Auf diese Weise wird Weißwein aus roten Trauben gewonnen. Diese Sorten werden als „Blanc de Noirs“ (Weißer aus Roten) bezeichnet.

  • Woran erkenne ich, dass der Wein korkt?

    Einen gekorkten Wein erkennen Sie an dem Geruch. Das Getränk strömt dann ein säuerliches beziehungsweise muffiges Aroma aus. Gründe für das Korken eines Weins können die falsche Lagerung oder ein Verschluss von minderwertiger Qualität sein.

  • Was bedeutet die Bezeichnung „trocken“?

    Ausschlaggebend für den Geschmack eines Weins ist insbesondere die darin enthaltene Fruchtsüße. Trockene und halbtrockene Weine sind nur wenig süß, während liebliche Weine einen hohen Zuckergehalt aufweisen. Im Verlauf des Gärprozesses wandelt die Hefe den Zucker in Alkohol um: Wenn der Winzer jedoch einen süßen Wein herstellen möchte, wird dieser Prozess vorzeitig unterbrochen, sodass der Zucker im Wein zurückbleibt.

  • Wie lange ist geöffneter Wein trinkbar?

    Eine angebrochene Flasche Wein kann bis zu einer Woche im Kühlschrank aufbewahrt werden. Hierzu müssen Sie lediglich den Korken wieder fest aufsetzen. Alternativ dazu eignet sich auch ein Weinverschluss.

  • Was ist bei der Lagerung von Wein wichtig?

    Wer seinen Wein über einen langen Zeitraum lagern möchte, sollte auf optimale Bedingungen achten:

    • Die Temperatur sollte zwischen zwölf und 18 Grad liegen und konstant bleiben.
    • Die Luftfeuchtigkeit im Raum muss zwischen 50 und 80 Prozent liegen, da ansonsten die Korken austrocknen können.
    • Ein Wein muss im Dunkeln gelagert werden.

    Am besten geeignet ist ein dunkler und kühler Keller. Alternativ dazu bietet sich auch ein Weinkühlschrank an.

  • Welche Wein passt zu welchem Käse?

    Generell passt ein milder Käse gut zu einem milden Wein. Für schwere und körperreiche Rotweine kann der mitgereichte Käse auch herzhaft ausfallen. Besonders schmackhaft ist zudem eine gegensätzliche Komposition: Ein salziger und pikanter Käse kann in vielen Fällen auch mit einem süßen Wein serviert werden.

  • Wo wächst die Chardonnay-Rebe am besten?

    Die Chardonnay-Traube ist sehr anpassungsfähig und gedeiht besonders auf kalkhaltigen, tiefgründigen Böden. Randlagen empfehlen sich eher weniger für die Rebsorte, ansonsten kann sie sich jedoch an fast alle Bodenarten recht gut anpassen. Je wärmer das jeweilige Anbaugebiet ist, desto besser sind die Voraussetzungen für eine lange Reifezeit des Weins. Die Rebe weist zugleich eine starke Winterhärte auf. Auch gegen Krankheiten wie Echten oder Falschen Mehltau ist die Chardonnay-Traube sehr resistent. Auf Spätfröste reagiert die Rebe hingegen anfällig und weist hier eine hohe Blüteempfindlichkeit auf. Grund dafür ist ihr früher Austrieb.

  • Welche Mutationen eines Chardonnays gibt es?

    Wird die Chardonnay-Traube mit rosa Beeren gemischt, so entsteht die Mutation Chardonnay Rosé. Ein Chardonnay Musqué trägt eine feine Muskat-Note mit sich. Diese entsteht aus einer Rebsorte, die im Burgund angebaut wird. Die dritte Mutation ist die Rebsorte Melon à Queue Rouge. Diese ist in der französischen Jura-Region weit verbreitet.

  • Wie lange kann man Chardonnay lagern?

    In der Regel gilt: Je einfacher der Wein, desto schneller sollte er getrunken werden. Bei Chardonnay-Sorten, die im Edelstahltank gereift wurden, handelt es sich meist um Alltagsweine. Diese sollten innerhalb von zwei bis vier Jahren genossen werden. Edle Chardonnay-Weine oder Champagner, die als „Premier Cru“ oder „Grand Cru“ klassifiziert sind, können hingegen über zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Sie entwickeln im Laufe der Zeit ihr Aroma noch weiter.

  • Welcher Chardonnay passt zu welchem Essen?

    Aufgrund seiner Vielfältigkeit passt ein Chardonnay zu beinahe allen Lebensmitteln. Sie können jedoch anhand des Anbaugebietes und seines Reifegrads die Note des Weins gezielt aussuchen.

  • Zu welchem Essen passt Riesling?

    Aufgrund seines verhältnismäßig geringen Alkoholgehalts lässt sich Riesling gut zum Essen trinken. Süß ausgebaut, als Beerenauslese oder Eiswein, eignet sich Riesling perfekt als Begleiter zum Dessert. Trockener Riesling und Kabinett Riesling passen zu Geflügel, hellem Fleisch oder Fischgerichten. Die Gewürze der asiatischen Küche wie zum Beispiel Ingwer ergänzen sich mit halbtrockenem Riesling.

    Riesling Spätlese
    Gericht Weinvorschlag
    Gedünsteter Fisch, Muscheln Riesling Kabinett
    Gebratener Fisch, Meeresfrüchte Spätlese
    Geflügel Riesling Kabinett
    Asiatische Küche Halbtrockener Riesling
    Nachspeisen Beerenauslesen, Eiswein
  • Was ist das besondere an Eiswein?

    Zur Herstellung von Eiswein werden gefrorene Trauben verwendet. In Deutschland müssen sie eine Temperatur von mindestens minus sieben Grad Celsius haben, um geerntet und im gefrorenen Zustand weiterverarbeitet zu werden. Künstlich tiefgefrorene Trauben sind für die Herstellung von Eiswein nicht zulässig. Eiswein ist besonders süß im Geschmack, da beim Gefrieren das Wasser vom Fruchtzucker getrennt wird und dieser sich so in der Traube konzentriert. Außerdem ist Eiswein länger haltbar als zum Beispiel Kabinett Riesling.

  • Ich suche einen süßen Rotwein.

    Die meisten Rotweine sind trocken beziehungsweise halbtrocken. Vereinzelt finden Sie jedoch süße und fruchtbetonte Weine, wie beispielsweise viele Dornfelder oder bestimmte Beerenauslesen.

  • Bei wie viel Grad Celsius wird Rotwein getrunken?

    Rotwein wird bei maximal 18 Grad verzehrt, was früher der durchschnittlichen Zimmertemperatur in Häusern entsprach. Heute wird diese Temperatur jedoch für gewöhnlich überschritten, sodass vor allem fruchtige Rotweine vor dem Trinken leicht runtergekühlt werden müssen. Wer keinen Weinschrank besitzt, kann den Wein dazu kurz in den Kühlschrank stellen.

  • Wie lange ist Rotwein haltbar?

    Die meisten Rotweine sind lagerfähig, reifen in der Flasche weiter und können auch Jahre nach der Abfüllung noch verzehrt werden. Ist der Wein jedoch einmal geöffnet, hält er sich maximal eine Woche im Kühlschrank.

  • Warum wird Rotwein in dunklen Flaschen abgefüllt?

    Da viele Rotweine nach der Anschaffung erst für einige Zeit gelagert werden, darf kein Licht durch die Flasche dringen. Das dunkle Glas schützt davor, dass der Wein im Laufe der Zeit einen sogenannten „Lichtgeschmack“ annimmt.

Redakteurin Miriam Gebbing
Redaktionshinweise
Redaktion: Miriam Gebbing

Nach ihrem Bachelor-Abschluss absolvierte Miriam Gebbing ein halbjähriges Praktikum bei real.de und war anschließend während ihres Master-Studiums in den Bereichen Literatur sowie Sprach- und Kommunikationswissenschaft in der real.de-Redaktion als Werkstudentin tätig. Seit September 2017 ist sie fester Teil des Teams.