Lagerfeuer: uriger Grillspaß unter freiem Himmel

Lagerfeuer

Lagerfeuer bringen einen Hauch von Freiheit und Abenteuer in unseren Alltag. Nirgendwo lässt es sich so ungezwungen essen und gemütlich plaudern wie draußen am urig flackernden Feuer. Da schmecken selbst einfache Gerichte unvergleichlich gut. Doch worauf muss man beim Feuer machen achten, damit nichts anbrennt? Und welche simplen, aber doch raffinierten und leckeren Gerichte kann man auf dem „Outdoor-Herd mit Natur-Flamme“ zubereiten? Wir zeigen, dass da noch mehr geht als das Standard-Stockbrot mit Würstchen. Zudem geben wir Tipps, wie Sie das Feuer am besten an- und auch wieder auskriegen.

Stockbrot und Pizza Calzone

Stockbrot ist der Lagerfeuerklassiker schlechthin. Es ist leicht vorzubereiten und auch für Kinder prima geeignet. Aber haben Sie schon mal probiert, den Grundteig mit pikanten oder süßen Zutaten aufzupeppen? Für normales Stockbrot wird ein Hefeteig zubereitet. Dazu 500 g Mehl, einen Würfel Hefe bzw. ein Päckchen Trockenhefe und ca. 250 ml Milch oder Wasser und 100 ml Öl oder Butter, einen Teelöffel Salz und eine Prise Zucker verkneten. Alternativ kann man auch einen Quark-Ölteig verwenden. Für pikante Varianten den Teig z. B. mit Kräutern, geschnittenen Oliven, Speckwürfeln oder Käse verfeinern. Süßschnäbel verwandeln das Stockbrot, indem sie Butter statt Öl nehmen, ein Ei zugeben und ein Päckchen Vanillezucker unterkneten.

Tipp: Als Stock am besten einen geraden Ast von einem Baum (z. B. Hasel) verwenden, Rinde abschälen und ein Ende mit einem Taschenmesser spitz zuschneiden.

Wer es raffinierter mag und einen Grillrost dabei hat, zaubert aus dem Hefeteig im Handumdrehen eine Pizza Calzone. Für die Pizzataschen nimmt sich jeder ein Stück Teig, formt es zu einem dicken Kreis und füllt es mit Gemüse, Speckwürfeln, Käse oder Ähnlichem. Dann die Tasche zuklappen, zusammendrücken und auf den Grillrost legen.

Gar nicht spießig: Leckeres vom Spieß

Geschnitzte oder mitgebrachte Spieße eignen sich keineswegs nur für Brot. Bohren Sie in Maiskolben ein Loch, stecken Sie sie auf einen Stock und rösten Sie sie mit etwas Fett bestrichen über dem Feuer. Oder stellen Sie bunte Grillspieße zusammen aus verschiedenen Gemüse- und Fleischstücken. Dazu sollten die Stöcke allerdings etwas feiner angespitzt werden. Oder Sie nehmen Grillspieße von zu Hause mit. Aber Vorsicht: trockene Holzspieße verbrennen. Am besten eignen sich Metallspieße mit isolierendem Griff.

Alufolie oder Blätter statt Kochtopf

Zum Glück braucht man am Lagerfeuer kein Geschirr und kann sich den Abwasch sparen. Viele Lebensmittel lassen sich prima in Alufolie garen. Einfach Kartoffeln, Fisch, Käse, Gemüse oder Obst in Alufolie einwickeln, eventuell etwas Fett, Kräuter und Gewürze dazu. Das gut verschlossene Päckchen in die Glut legen und wenn es gar ist, einfach direkt aus der Folie essen. Naturliebhaber können sogar auf Alufolie verzichten und ungiftige Blätter z. B. vom Huflattich zum Einwickeln nehmen.

Tipp: Kartoffeln eventuell zu Hause vorkochen, sonst brauchen sie in der Glut recht lange.

Nachtisch aus der Naturküche

Liebhaber würzig-deftiger Gerichte kommen am Lagerfeuer immer auf ihre Kosten, doch Süßes steht meist nicht auf dem Programm der Outdoor-Küche. Dabei gibt es auch für Naschkatzen fantastische und zugleich einfache Leckerlis vom Feuer. Dass man Marshmallows auch am Stock grillen kann, haben die Amerikaner uns beigebracht. Selbst wer das zunächst befremdlich findet, sollte die gegrillten Zuckerschaum-Röllchen unbedingt mal probieren. Sie werden außen knusprig und innen schaumig-süß, fast wie Zabaione.

Köstlich und supersimpel: Bananen in der Schale kurz in die Glut legen, Schale öffnen und die gebackene Banane auslöffeln. Schoki-Fans ritzen die Bananenschale vor dem Backen ein wenig an der Seite auf und schieben ein Stück Schokolade hinein –himmlisch! Probieren Sie auch mal die oben genannten Pizzataschen in süßer Form. Dafür einen süßen Teig herstellen, wie beim Stockbrot beschrieben. Die Teigtaschen mit Obst-, Marzipan- oder Schokoladenstücken füllen. Schmeckt mindestens so gut wie süße Teilchen vom Bäcker.

Für Profis: Grillrost, Fischkorb, Eintopf und Pfanne

Wer auch am Lagerfeuer etwas vielfältigere und anspruchsvollere Kost zubereiten möchte, kann mit wenigen Hilfsmitteln das Speisen-Repertoire deutlich erweitern oder sich das Grillen vereinfachen; zum Beispiel mit einem in der Höhe verstellbaren Grillrost, der an einem Dreibein über dem Feuer hängt oder auf Steinen oder Streben liegt. Ein robuster Topf bzw. eine Pfanne kann ebenfalls am Dreibein über das Feuer gehängt werden oder mit Hilfe von Steinen oder gusseisernen Gestellen in der Glut stehen. Für das Grillen von Fisch eignen sich spezielle aufklappbare Gitterkörbe an langen Stäben. Und große Fleischstücke lassen sich am klassischen Drehspieß rösten. Nicht zuletzt leistet eine Feuerschale all jenen gute Dienste, die keinen geeigneten Feuerplatz finden oder die Lagerfeuer-Romantik ganz bequem im eigenen Garten genießen möchten.

Tipp: Auf unseren Grillseiten finden Sie viele Tipps und Rezepte zum Grillen.

Mit Sicherheit ein gelungenes Lagerfeuer

Feuer fasziniert uns, aber es ist auch brandgefährlich. Deshalb müssen bei einem Lagerfeuer unbedingt einige Sicherheitsregeln beachtet werden, damit der lauschige Abend nicht in Flammen aufgeht und ein Flächenbrand verursacht wird.

  • Im Wald darf kein Feuer gemacht werden. Halten Sie 100 Meter Abstand zu Waldflächen.
  • Am besten suchen Sie sich einen sandigen oder erdigen Platz. Felsen sind nicht so gut geeignet, da das Gestein durch den Temperaturunterschied springen kann. Achten Sie auch darauf, dass in der Umgebung niemand gestört wird.
  • In der Nähe des Feuers darf sich nichts Brennbares befinden: keine Äste von Bäumen (auch nicht hoch über dem Feuer), keine Reetdächer, keine Heuballen oder Holzstapel usw.
  • Umranden Sie die Feuerstelle mit Steinen (ideal sind Ziegelsteine) oder einem kleinen Erdwall. Dabei zur Windseite eine Öffnung lassen, damit das Feuer genug Sauerstoff bekommt.
  • Als leicht brennbare Starter für das Feuer eignen sich trockene Flechten oder Zapfen, Gräser oder Baumrinde. Geben Sie diese in die Mitte des Feuerplatzes. Darüber schichten Sie pyramidenartig trockene Holzscheite. Dabei eine Lücke zum Anzünden lassen. 
  • Wichtig: Das Feuer sollte nicht mehr als einen Meter Durchmesser haben. Größere Feuer müssen in der Regel angemeldet werden.
  • Verwenden Sie als Anzündhilfe niemals Spiritus oder andere flüssige Brennstoffe. Nehmen Sie stattdessen Grillanzünder mit.
  • Falls das Feuer außer Kontrolle gerät, sollte zum Löschen bereits Wasser, Sand oder eine Löschdecke bereitstehen.
  • Das brennende Feuer muss immer beaufsichtigt werden. Achten Sie auch auf Wind und Funkenflug. Drohen Funken auf brennbare Materialien zu fliegen, das Feuer besser löschen.
  • Idealerweise sollte das Feuer komplett herunterbrennen. Legen Sie nicht zu viel Holz nach. Zum Löschen Eimer mit Wasser über das Feuer gießen bis es nicht mehr zischt und qualmt.
  • Kleine Feuer können auch mit Sand oder Erde gelöscht werden. Aber aufpassen, dass es darunter garantiert nicht mehr brennt.
  • Bevor Sie die Feuerstelle verlassen, versichern Sie sich, dass das Feuer wirklich aus ist. Stochern Sie mit einem Stock darin. Es darf nichts mehr glimmen oder qualmen.

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