Welcher Fisch fürs Baby?

Baby und Fisch? Das widerstrebt uns – irgendwie meinen wir instinktiv, dass die Kleinsten noch keinen vertragen. Dabei ist Fisch leicht verdaulich, reich an supergesunden Fetten und Eiweiß, das ein Baby zum Zellwachstum braucht, und außerdem eine perfekte Quelle für Jod. Fisch hat noch viele weitere Pluspunkte für die frühe Kindheit. Deshalb sollten Babys Fisch bekommen. Hier gibt es weitere Antworten auf Fragen wie: Darf man Fisch im Babybrei einfrieren? Wie ist es mit tiefgefrorenem Fisch? Welche Fische sind belastet? Und welche besonders gesund? Verwöhnen Sie Ihr Kind mit Fisch!

Herzlichst
Ihre Dagmar von Cramm

Welcher Fisch ist für Babybrei geeignet?

Vor allem grätenfrei muss er sein, der Fisch. Aber sollte er aus Wildfang oder Zucht stammen? Süßwasser- oder Meeresfisch sein? Bio oder konventionell produziert werden? Roher Fisch wie geräucherter oder Graved Lachs, Sushi oder Matjes sind natürlich tabu. Nicht nur wegen ihres Salzgehaltes. Kinder, erst recht Babys, gehören laut Bundesinstitut für Risikobewertung neben Schwangeren zu den Risikogruppen, die ein noch schwaches Immunsystem haben. Bei diesen kann der Verzehr von rohen Lebensmitteln tierischen Ursprungs teilweise schwer verlaufende Infektionen hervorrufen. Verantwortlich dafür sind Erreger wie Salmonellen, Campylobacter, Yersinien und EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli). Sie alle werden erst durch Erhitzen unschädlich gemacht. Das wiederum hilft nicht gegen Rückstände. Frische, magere Hochseefische wie Kabeljau oder Schellfisch, aber auch Lachs und Hering sind nur sehr gering mit Schadstoffen wie Quecksilber belastet. Langlebige Raubfische wie Heilbutt, Schwertfisch und Thunfisch sind wegen ihres höheren Schadstoffgehaltes nicht empfehlenswert: in der Beikost lieber nicht verwenden.

Worauf muss ich beim Kauf von Fisch achten?

Beim Einkauf von Fisch für die Beikost gibt es ein paar Dinge zu berücksichtigen. Achten Sie auf das MSC-Siegel für nachhaltigen Fischfang und auf eine grätenfreie Qualität. Natürlich sollte der Fisch frisch sein: Er sollte nicht riechen und eine feste Struktur haben. Damit das bis zur Zubereitung so bleibt, darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Fisch sollte bei circa 4 Grad Celsius gelagert werden: Der Fischverkäufer wird ihn deshalb in Eis verpacken. Am besten Sie transportieren ihn so in einer Thermotüte nach Haus und in den Kühlschrank; dann kann er am nächsten Tag verarbeitet werden. Alternativ eignet sich auch Fischfilet aus der Tiefkühltruhe – vorausgesetzt, es ist naturbelassen, also ohne Würze und Panierung. Zur Zubereitung einfach unaufgetaut auf die garen Zutaten legen oder beim Auftauen gleich garen. Das ist im Nu passiert, weil Fisch nur wenige Minuten dazu braucht.

Diese Fische tun Ihrem Baby gut!

Der frühe Verzehr von Fisch senkt wahrscheinlich das Risiko für Heuschnupfen und Neurodermitis. Er scheint auch die geistige Entwicklung und allgemein das gesunde Gedeihen von Säuglingen zu fördern. Dafür verantwortlich sind wahrscheinlich die langkettigen Omega-3-Fettsäuren, das Jod und die wasserlöslichen Vitamine A und D. Süßwasserfische wie Zander, Forelle und Pangasius enthalten weniger Omega-3-Fettsäuren und Jod als beispielsweise Rotbarsch und Seelachs und sind deshalb nicht ganz so ideal. Folgende drei Fischarten sind – auch aufgrund der geringen Schadstoffbelastung – besonders empfehlenswert für die Baby-Beikost:

Fischart gute Nährstoffe Gehalt in 100 g Vorteile für die Gesundheit
Lachs Omega-3-Fettsäuren
Vitamin D
Vitamin A
Jod
1700 mg
16 ug
41 ug
34 ug
für gute Augen, ein gutes Gedächtnis und ein starkes Immunsystem
Kabeljau Omega-3-Fettsäuren
Vitamin D
Jod
350 mg
1,3 ug
120 ug
für ein gutes Gedächtnis und ein starkes Immunsystem
Schellfisch Omega-3- Fettsäuren
Jod
210 mg
240 ug
für ein gutes Gedächtnis und eine gute Entwicklung
Rotbarsch Omega-3-Fettsäuren
Jod
580 mg
99 ug
für ein gutes Gedächtnis und eine gute Entwicklung
Seelachs Omega-3-Fettsäuren
Jod
590 mg
119 ug
für ein gutes Gedächtnis und eine gute Entwicklung

Kann Fisch im Babybrei Allergien auslösen?

Fisch gehört neben Weizen und Erdnüssen zu den Lebensmitteln, die ein hohes allergenes Potenzial haben, also die Fähigkeit, Allergien auszulösen. Lange hieß es deshalb mit Blick auf die Vorbeugung gegen Allergien: Nahrungsmittel, die häufig zu Unverträglichkeiten führen, möglichst im ersten Lebensjahr meiden und erst später einführen. Doch viele Studien haben seither bewiesen, dass kleine Mengen möglichst vieler unterschiedlicher Lebensmittel ab dem 5. Monat wie eine Impfung gegen eine mögliche Allergie wirken, also das Risiko senken. Deshalb haben sich auch die wissenschaftlichen Empfehlungen geändert! Gerade um allergische Erkrankungen zu vermeiden, sollten Babys im zweiten Lebenshalbjahr ein- bis zweimal pro Woche statt Fleisch Fisch in ihrem Mittagsbrei bekommen. Besonders für Kinder, die ein erhöhtes Allergierisiko haben, gelten diese neuen Empfehlungen. Das ist der Fall, wenn ein oder beide Elternteile Allergiker sind. Dann sollten neue Lebensmittel am besten Schritt für Schritt eingeführt werden, nicht mehrere auf einmal. So kann man eine Unverträglichkeit sofort erkennen und entsprechend reagieren.

Kann ich den Brei auf Vorrat kochen und einfrieren?

Vieles spricht dafür, den Babybrei selber zu kochen: Sie wissen, was drin ist. Und er schmeckt einfach frisch am besten. So kommen Babys von Anfang an auf den natürlichen Geschmack. Allerdings sollte der Brei wirklich frisch zubereitet sein und höchstens 24 Stunden im Kühlschrank lagern. Wer mehrere Portionen auf Vorrat kocht, sollte sie deshalb gleich einfrieren. Das klappt auch, wenn der Fisch zuvor tiefgefroren war. Entscheidend ist auch hier die Kühlung: Wenn der tiefgefrorene Fisch gleich beim Kochen auftaut und gart, der Brei schnell wieder gekühlt wird und dann ins Eis wandert, brauchen Sie nichts zu befürchten. Er muss dann vor dem Füttern nur einmal kurz erhitzt werden: Dann sind die Vitaminverluste am geringsten. Und wie lange kann der Babybrei im Gefrierfach bleiben? Bei –18 Grad Celsius hält sich die Nahrung bis zu 3 Monate. Aber so lange wird Ihr Baby kaum brauchen, den Breivorrat aufzufuttern. Noch ein Tipp: Wenn Sie nur den Fisch in Babyportionen einfrieren wollen, um ihn dann nach Wunsch ein- bis zweimal in der Woche dem Gemüse-Kartoffel-Brei zuzufügen, am besten bei kleiner Hitze ziehen lassen, bis er gar ist, mit etwas Saft pürieren und in einem Eiwürfelbereiter tiefkühlen.