Zahnen: die Schmerzen etwas lindern

Gestern noch war Ihr Kind das fröhlichste Baby der Welt – und heute ist unausgeglichen und schreit viel. Der Grund dafür kann sein, dass es zahnt. Was hat es damit auf sich und wie können Sie Ihrem Kind das Zahnen ein wenig erleichtern? Einen bestimmten Zeitpunkt, an dem der erste Zahn durchbricht, gibt es nicht. Bei einigen Babys kann es schon mit drei Monaten so weit sein, bei anderen dauert es bis zum 12. Monat. Die meisten Babys zahnen jedoch mit sechs bis sieben Monaten. Als erstes sind meist die unteren Schneidezähne dran. Übrigens: Es gibt sogar Babys, die schon mit einem Zahn geboren werden. 

Steht das Zahnen an?

Ihr Kind schläft nicht mehr gut ein und isst nicht mehr so viel wie noch vor kurzer Zeit? Nachts wacht es schreiend auf. Es quengelt oft und will sich immer wieder Gegenstände in den Mund stecken, gerne auch mal die eigene Faust. Der Speichelfluss nimmt zu. Das Zahnfleisch ist gerötet und auch die Bäckchen werden rot. Beim Füttern zuckt es zusammen, wenn man mit dem Löffel an den Kiefer kommt. Und Ihr Kind sehnt sich nach noch mehr Zärtlichkeit und Zuwendung als sonst. All das können Anzeichen sein, dass bald der erste Zahn kommt. Es gibt Babys, bei denen das Zahnen ganz unkompliziert verläuft. Sie haben kaum Beschwerden. Dies ist allerdings eher die Ausnahme: Die meisten Babys haben Schmerzen beim Zahnen. Kein Wunder, immerhin reißen die Zähne die Schleimhaut des Kiefers auf, um auszutreten. Es hilft also alles nichts, Ihr Kind und die ganze Familie müssen durch die Zeit des Zahnens hindurch. Im Folgenden finden Sie einige Hinweise, wie Sie Ihrem Kind das Zahnen etwas erleichtern können.

Etwas zum Beißen geben

Beißringe: Im Fachhandel sind Beißringe erhältlich. Sie können für etwas Erleichterung sorgen, wenn Ihr Kind darauf beißt und dadurch leichter Druck auf den Kiefer erzeugt wird. Richten Sie ein besonderes Augenmerk darauf, dass die Beißringe keine Weichmacher wie PVC oder Phthalate enthalten. Für noch mehr Linderung sorgen Beißringe, die im Kühlschrank (nicht Tiefkühlfach!) gekühlt werden können.

Zahnfleischmassage: Auch mit Ihrer eigenen Hand können Sie nachhelfen. Im Handel gibt es Fingerlinge, mit denen man das Zahnfleisch und den Gaumen leicht massieren kann – es funktioniert aber natürlich auch ohne Fingerlinge.

Brotrinden oder feste Gemüsestücke: Als Ersatz für die eigenen Finger eignen sich aber auch Brotrinde oder feste Apfel- oder Mohrrübenschnitze.

Löffel: Legen Sie einen Löffel in den Kühlschrank und geben sie ihm dann Ihrem Kind. Die Kühle kann wohltuend wirken und Schmerzen lindern.

Waschlappen: Feuchten Sie einen Waschlappen an und kühlen Sie ihn im Kühlschrank. Viele Babys kauen gerne darauf herum.

Kamillentee: Bestreichen Sie den Kiefer mit etwas Kamillentee, natürlich ohne Zucker. Vielen Kindern verschafft das etwas Linderung. Sehr gut funktioniert das mit einem Wattestäbchen.

Zahnungsgel: In der Apotheke ist Zahnungsgel erhältlich, das den wunden Gaumen für einige Minuten leicht betäuben kann. Lesen Sie bitte sorgfältig den Beipackzettel, um zu erfahren, wie häufig das Gel maximal angewendet werden darf. Das Gel sollte nicht unmittelbar vor dem Füttern aufgetragen werden, weil auch die Zunge leicht betäubt wird – mit den entsprechenden Folgen beim Saugen.

Schmerztabletten: Sie haben das Gefühl, eine dem Alter angemessene Schmerztablette könnte Ihrem Kind helfen und die Schmerzen deutlich lindern? Wenn es noch keine sechs Monate alt ist, sollten Sie unbedingt vorher mit dem Arzt darüber sprechen. Sind Sie wirklich sicher, dass keine andere Krankheit im Spiel ist? Ansonsten können Sie eine kleine Dosis geben, wenn Sie es für richtig halten. Orientieren Sie sich dabei unbedingt am Beipackzettel oder lassen Sie sich von Ihrem Apotheker dazu beraten.

Homöopathie und Bernsteinketten. Wenn Sie glauben, dass homöopathische Mittel helfen können, sollten sie auf jeden Fall die zuckerfreien Produkte kaufen. Einige schwören auf die heilende Wirkung von Bernsteinketten. Die Wissenschaftler sind da eher skeptisch, aber solange es nicht schadet … Auf jeden Fall muss darauf geachtet werden, dass sich das Baby nicht in der Kette verheddert.

Übrigens: eines der besten und ältesten Hausmittel überhaupt ist Zärtlichkeit. Nehmen Sie Ihr Kind auf den Arm, streicheln Sie es und geben Sie ihm Wärme. 

Gesundheitliche Gefahren?

Manchmal hört man, dass die ersten Zähne immer mit einer Mittelohrentzündung oder Fieber zusammen auftreten. Das stimmt so nicht. Allerdings fordert das Zahnen das körpereigene Abwehrsystem: Die Energie, die dafür aufgewendet wird, stehen nicht mehr zur Abwehr von Krankheiten zur Verfügung. Wenn in der Zeit des Zahnens Fieber auftritt oder Sie ein anderes gesundheitliches Problem befürchten, sollen Sie auf alle Fälle mit Ihrem Kind zum Arzt gehen.

Es ist vollbracht

Der erste Zahn ist durchgebrochen? Das ist ein guter Grund zum Feiern. Notieren Sie dieses Ereignis in Ihrem Tagebuch und machen Sie Fotos von dem ersten Zahn. So erinnern Sie sich auch noch Jahrzehnte später daran, was das „damals“ für ein Stress war. Allerdings ist das Zahnen mit dem ersten Zahnen natürlich noch nicht vorbei. Bis alle Zähne da sind, dauert es noch ein bisschen; in der Regel etwa bis zum ersten Geburtstag. Aber wenn die Backenzähne kommen, werden die Probleme meistens etwas weniger. 

Top Kategorien im real Onlineshop