Die zehn sich am hartnäckigsten haltenden "Schwangerschaftslegenden"

Schwangerschaftslegenden

Jedes Kind kostet einen Zahn – runder Bauch, es wird ein Mädchen – großer Busen, viel Milch – um kaum ein Thema ranken sich so viele Mythen und Legenden wie um Schwangerschaft und Geburt. Ob diese „Ammenmärchen“ blanker Unsinn sind oder doch ein Körnchen Wahrheit enthalten, erfahren Sie hier.

Ob Sie wollen oder nicht – sobald man Ihnen Ihre Schwangerschaft ansieht, werden Sie mit Informationen und gut gemeinten Ratschlägen überhäuft werden. Diese kommen besonders gerne von selbst ernannten Expertinnen wie Müttern, Schwiegermüttern oder befreundeten Müttern. Neben vielen nützlichen Infos werden Sie dabei sicherlich auch mit einer Vielzahl von sogenannten Schwangerschaftslegenden, Mythen oder Ammenmärchen konfrontiert. Oftmals sind diese so absurd, dass man sich das Lachen nicht verkneifen kann.
Doch wie bei vielen Annahmen des Volksglaubens, gilt auch für die Ammenmärchen: Manchmal ist etwas dran. Welche Legenden Sie direkt wieder vergessen können und bei welchen es sich lohnt, doch einmal näher hinzuschauen, lesen Sie in dieser Liste.

1. Bei starker Übelkeit wird es ein Mädchen – oder ein Junge?

Kaum ein Thema beschäftigt werdende Eltern so sehr, wie das Geschlecht ihres zukünftigen Kindes. Das war früher so und das ist heute auch noch so. Während man bei der Bestimmung des Geschlechts aber heute auf moderne medizinische Untersuchungsmethoden zurückgreifen kann, blieb den Ammen, Hebammen und Verwandten in früheren Jahrhunderten nichts anderes übrig, als das zu deuten, was sich vor ihren Augen abspielte. So gibt es eine Menge an Schwangerschaftsmythen, die sich um das Geschlecht des Babys ranken.
Unter anderem versuchte man anhand der Übelkeit der werdenden Mutter abzulesen, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Der Volksglaube kennt kurioserweise beide Varianten. Schon allein diese Tatsache weist auf die Absurdität eines Zusammenhangs zwischen Geschlecht und Übelkeit hin.
Der Grund für die Übelkeit während der ersten Schwangerschaftsmonate wurde bisher nicht bis in letzte Detail geklärt, man nimmt aber an, dass er auf den Anstieg des Schwangerschaftshormons Humanes Choriongonadotropin (HCG) zurückzuführen ist. Da Hormonspiegel und Toleranz von Frau zu Frau unterschiedlich sind, leiden einige Schwangere unter starker Übelkeit und andere eben gar nicht.

2. Spitzer Bauch, es wird ein Junge – breiter Bauch, es wird ein Mädchen!

Von der Form eines Babybauches das Geschlecht des Kindes ableiten zu wollen, ist blanker Unsinn, der sich aber hartnäckig hält. Die Form des Bauches wird vielmehr durch Faktoren wie der Statur der Mutter, ihrer Körperhaltung, der Größe des Kindes und der Fruchtwassermenge bestimmt.

3. Heißhunger auf Süßes – Mädchen, Lust auf Saures – Junge

Ob es einer Schwangeren nach sauren Gurken oder Schokolade gelüstet, hängt definitiv nicht vom Geschlecht ihres ungeborenen Kindes ab, sondern mit den Hormonen zusammen. Die nämlich beeinflussen den Geschmacks- und den Geruchssinn und damit das Essverhalten der werdenden Mutter.

4. Wird die Frau während der Schwangerschaft schöner, ist es ein Junge

Eine Legende, die heute vor allem im arabischen Raum noch weit verbreitet ist, besagt, dass Frauen, die während der Schwangerschaft regelrecht aufblühen und hübscher werden, einen Jungen zur Welt bringen. Der Grund dafür sei, dass Mädchen ihren Müttern die ganze Schönheit wegnehmen. Bei so vielen schöneren Schwangeren hätten wir in Deutschland demnach einen eklatanten Männerüberschuss …

5. Jedes Kind kostet einen Zahn

Diesen Spruch hören Schwangere auch heute noch oft. Tatsache ist, dass Zähne und Zahnfleisch während der ersten Monate der Schwangerschaft besonders empfindlich sind: Das Zahnfleisch wird durch die Hormonumstellung des Körpers stärker durchblutet und dadurch weicher und sensibler. Es kann zu schmerzhaften Zahnfleischentzündungen kommen, die Zähne sind anfälliger für Karies.
Aus diesem Grund sollten Schwangere besonders auf ihre Mundhygiene achten und mindestens ein Mal während der Schwangerschaft zum Zahnarzt gehen. So kostet das Kind sie nämlich keinen Zahn.

6. Schwangere müssen für Zwei essen

Falsch, Schwangere müssen nicht viel mehr, sondern viel bewusster und gesünder essen. Erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sollten schwangere Frauen ca. 250 kcal mehr am Tag zu sich nehmen. Der Eiweißbedarf steigt bei werdenden Müttern von 50 g auf 60 g pro Tag.

7. Sex löst Wehen aus

Frauen, die die Warterei auf die Geburt gründlich satthaben, wird häufig zu Geschlechtsverkehr geraten. Lange Zeit galt das im Sperma enthaltende Hormon Prostaglandin als wehenfördernd: Es mache den Muttermund weich und fördere Wehentätigkeit.
Wissenschaftler haben aber inzwischen bewiesen, dass die Menge an Prostaglandin im Sperma so gering ist, dass sie keinen Einfluss auf die Wehentätigkeit haben kann. Dass trotzdem viele Schwangere von einem Zusammenhang zwischen Sex und Geburt berichten, wird darauf zurückgeführt, dass sich die Gebärmutter beim Orgasmus zusammenzieht. Das könne, müsse aber keine Wehen auslösen.

8. Nur Schwangere mit großem Busen haben viel Milch

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Oberweite und der Menge an Muttermilch. Frauen mit großen und kleinen Brüsten können also gleich viel Milch produzieren. Die Brust besteht aus Fett und Drüsengewebe. Bei großen Brüsten ist der Anteil an Fettgewebe größer; der Drüsenanteil ist bei kleinen und großen Brüsten gleich.

9. Schwangerschaft macht vergesslich

Dieses Gerücht hört man immer wieder – tatsächlich wurde bei Schwangeren eine Vergesslichkeit nachgewiesen, bei genauerer Betrachtung stellte sich aber heraus, dass es keine Veränderung in den kognitiven Fähigkeiten gibt. Vielmehr fokussieren Schwangere sich auf andere Themen – die Arbeit oder der Alltag gerät dabei schon einmal in Vergessenheit, ohne dass die Schwangerschaft gleich ein geistiges Defizit mit sich bringt.

10. Sport schadet dem Baby

Getreu dem Motto “Sport ist Mord” glauben immer noch viele Schwangere, dass sportliche Betätigung schädlich ist und im Ernstfall sogar eine Fehlgeburt verursachen kann. Das Gegenteil ist aber der Fall: Gemäßigte Sportübungen fördern sogar die Gesundheit des Ungeborenen und verringern das Risiko der Schwangeren vor z. B. Bluthochdruck oder Schwangerschaftsdiabetes.

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