Was tun bei Läusen?

Am wohlsten fühlen sich die kleinen Plagegeister in den Haaren von Menschen: Läuse. Sie machen sich durch heftiges Kopfjucken bemerkbar. Aber wie wird man sie wieder los? "Meine Familie" fasst für Sie die wichtigsten Hinweise zusammen. Eines sei bereits einleitend gesagt: Es ist keine Schande, wenn ein Kind Läuse hat. Und entgegen gängiger Vorurteile steht ein Läusebefall keinesfalls in Zusammenhang mit mangelnder Hygiene. Ganz im Gegenteil: es kann jeden treffen, egal, wie oft die Haare gewaschen werden. Das heißt aber nicht, dass man sich mit den kleinen Blutsaugern arrangieren muss.

Kleine Blutsauger

Kopfläuse sind kleine Insekten ohne Flügel, Parasiten, die sich ausschließlich vom Blut ihrer menschlichen Wirte ernähren. Sie ritzen die Kopfhaut ein und beginnen, alle zwei bis drei Stunden Blut zu saugen. Das Jucken wird durch den Speichel erzeugt, den sie in die kleinen Wunden spritzen, um das Blut flüssig zu halten. Läuse sind in der Regel harmlos für die Gesundheit – wenn sich das Kind jedoch blutig kratzt oder sich die Haut entzündet hat, ist in jedem Fall ein Besuch beim Arzt angebracht. Ausgewachsene Läuse werden ca. zwei bis drei Millimeter groß. Am liebsten halten sie sich an den Haaren des Nacken-, Ohr- und Schläfenbereichs fest. Nach dem Blutsaugen legen die weiblichen Tiere Eier, aus denen nach ca. neun bis zehn Tagen die Larven schlüpfen die sich ebenfalls von Blut ernähren und aus denen sich wiederum ausgewachsene Läuse entwickeln. Die Eier, die so genannten „Nissen“, werden an den Haaransätzen festgeklebt. Diese kleinen, milchig-weißen oder grau-bräunlichen Nissen werden in Perlenform abgelegt. Jedes weibliche Tier kann täglich zwischen vier und zehn dieser Nissen legen. Kopfläuse können keine größeren Entfernungen überwinden. Aber beim Spielen im Kindergarten oder beim Kuscheln zu Hause können die Läuse von einem Kopf zum nächsten wandern. Außerdem ist eine Übertragung durch Mützen oder Kopfkissen möglich. Bei Haustieren hingegen muss man keine Angst haben; Tier-Läuse ernähren sich nicht von Menschenblut. Experten schätzen, dass in Deutschland jährlich zwischen 600 und 1.000 Kinder von 10.000 von Läusen befallen werden. Damit steht diese parasitäre Infektion bei Kindern an Platz 1.

Feststellen, ob es Läuse sind

Falls sich Ihr Kind ständig am Kopf kratzt oder Sie einen warnenden Hinweis aus dem Kindergarten oder von anderen Eltern bekommen haben, können Sie leicht selbst überprüfen, ob ein Läusebefall vorliegt. Als erstes können Sie die Haare unter die Lupe nehmen und schauen, ob Sie schon auf diese Weise Nissen oder Läuse entdecken.
Aber noch sicherer ist es, sich einen speziellen Läuse- oder Nissenkamm aus der Apotheke zu besorgen. Bei einem Läusekamm liegen die Zinken mit einem Abstand von ca. 0,2 Millimetern viel enger aneinander als bei einem normalen Kamm; Larven oder Nissen bleiben so darin hängen. Machen Sie das Haar Ihres Kindes nass und wenden Sie eine milde Pflegespülung an, damit das Kämmen leichter fällt. Dann muss das Haar Strähne für Strähne durchgekämmt werden, jeweils vom Haaransatz bis zur -spitze. Streifen Sie den Läusekamm immer wieder mit einem weißen Tuch ab und achten Sie dabei sorgfältig darauf, ob Sie Läuse entdecken – im ausgewachsenen Zustand, als Nisse oder Larve. Selbst wenn Sie dabei nur eine einzige Laus oder Nisse finden, müssen Sie sofort handeln.

Der Kampf gegen die Läuse

In der Apotheke erhalten Sie Läusemittel. Sie enthalten als Wirkstoff häufig Pyrethrum oder Permethrin, aber z. B. auch Allethrin, Malathion oder Dimethicon. Erkundigen Sie sich beim Apotheker, welches der Mittel für Ihr Kind am besten geeignet ist – vor allem auch in Hinsicht auf bestimmte Allergien. Ganz wichtig ist es, sich genau an die Anweisungen auf den Beipackzetteln zu halten. Anderenfalls könnte eines der Tiere überleben und alle bisherigen Bemühungen waren umsonst. Auf keinen Fall darf es bei einer einzigen Behandlung bleiben: Nach acht bis zehn Tagen muss sie wiederholt werden, denn zu diesem Zeitpunkt schlüpft die nächste Lavengeneration, die dann ebenfalls zu Läusen heranwachsen würde. Es schadet jedoch nicht, bereits während dieser zehn Tage das Haar zusätzlich nach dem Waschen mit dem Läusekamm durchzukämmen, um eventuell tote Läuse oder Nissen zu entfernen. Grundsätzlich ist davon abzuraten, bei der Läusebekämpfung auf sogenannte „alte Hausmittel“ zurückzugreifen.

Kindergarten informieren

Benachrichtigen Sie auf alle Fälle den Kindergarten, wenn Sie bei Ihrem Kind Kopfläuse gefunden haben. Viele Kindergärten verlangen dies ausdrücklich – aber auch ohne diese explizite Anweisung sollten Sie handeln, damit im Zweifelsfall auch die übrigen Eltern benachrichtigt werden können und eventuell anderen betroffenen Kindern geholfen werden kann. Bereits nach der ersten Behandlung kann das Kind wieder in den Kindergarten gehen. Fragen Sie jedoch vorher noch einmal nach, ob von Ihnen eine spezielle Bescheinigung über Kopflausfreiheit verlangt wird.

Hygienische Maßnahmen

Um die Läuse dauerhaft zu vertreiben, ist es nicht notwendig, großangelegte Säuberungsaktionen durchzuführen. Einige Maßnahmen sollten jedoch in jedem Fall getroffen werden: Wechseln Sie nach der Behandlung die Bettwäsche und waschen sie diese zusammen mit den benutzten Handtüchern bei mindestens 60 °C. Trocknen Sie sie danach 15-20 Minuten lang im Wäschetrockner bzw. bügeln Sie sie heiß. Kämme und Bürsten sollten Sie nach Möglichkeit für eine halbe Stunde in heiße Seifenlauge legen. Alternativ hilft es auch, sie für zwei Tage im Gefrierfach aufzubewahren. Polstermöbel, Teppiche und – nicht zu vergessen – die Autositze sollten Sie absaugen, dann aber den Staubsaugerbeutel direkt entsorgen. Getragene Kleider und Kuscheltiere kann man drei Tage lang in eine luftdicht verschlossene Tüte geben.

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