Was ist Erziehung?

Was ist Erziehung?

Erziehung findet in allen Kulturen und Gesellschaften statt. Wissenschaftlich betrachtet umfasst die Erziehung sämtliche gezielten und bewusst ausgeführten Handlungen eines Menschen, der bereits über Lebenserfahrung verfügt, die den Zweck haben, einen unerfahrenen Menschen zur eigenständigen Führung seines Lebens zu befähigen.

Erwachsene vermitteln Kindern und Jugendlichen neben lebensnotwendigen Fähigkeiten und Kenntnissen auch Werte.

Die Erziehungsziele der Eltern sind individuell verschieden. Sie sind davon abhängig, in welcher Form Mutter und Vater in ihrer kindlichen Entwicklung geprägt wurden. Ein Teil dieser Erfahrungen fließt automatisch in die Erziehung des eigenen Kindes ein.

Darüber hinaus gibt es keine ultimativ gültigen Regeln, wie der Nachwuchs optimal auf das Leben vorbereitet wird. Davon zeugt eine Vielzahl unterschiedlichster Erziehungskonzepte und Meinungen.

Erziehung im Alltag

Die Erziehung eines Kindes beginnt mit der Geburt - Eltern sollten sich darüber bewusst sein, dass ihr Verhalten in jeder noch so kleinen Alltagssituation auf die persönliche Entwicklung ihres Kindes Einfluss hat.

Erziehung bedeutet auch aktive Beschäftigung mit dem Nachwuchs. Nur so lernen Kinder mit Hilfe von Mama und Papa im Verlauf der ersten Lebensjahre Herausforderungen zu meistern und mit Rückschlägen umzugehen. Die Eltern ermutigen den Nachwuchs zur eigenen Meinungsbildung. Gleichzeitig sind sie in der Lage, die Ansichten ihrer Mitmenschen zu akzeptieren und Beziehungen zu ihnen aufzubauen.

Damit die Kleinen ihre Persönlichkeit entfalten und ihr Wissen nachhaltig erweitern können, braucht es optimale Voraussetzungen. Hierzu gehören neben ausreichend Essen und Bekleidung auch viel Liebe, Geborgenheit und Sicherheit. Kinder müssen jederzeit spüren, dass Mama und Papa ihnen den Rücken stärken – auch dann, wenn die Kleinen eigenständig versuchen, ihre Umwelt zu entdecken. Das erleichtert es dem Nachwuchs im späteren Leben, seinen Platz in der Gemeinschaft zu finden. Erziehung ist mehr als eine reine Eltern-Kind-Interaktion. Auf die Erziehung eines Kindes nehmen neben den Großeltern oder Verwandten beispielsweise auch Kindergärtner, Nachbarn oder Freunde der Familie Einfluss.

Eltern – wichtige Vorbilder für Kinder

Kinder brauchen Vorbilder. Der Nachwuchs orientiert sich an den Erziehern im Kindergarten, seinen älteren Geschwistern, Oma und Opa oder an den Figuren seiner Lieblingsserie. Die größte Vorbildfunktion besitzen jedoch Mama und Papa. Ihr Einfluss wirkt sich insbesondere in den ersten Lebensjahren grundlegend auf das spätere Verhalten und die Persönlichkeit der Kleinen aus. Sie sind sozusagen die „menschlichen Kopiervorlagen“ für den Nachwuchs.

Die Erziehung eines Kindes setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, der intentionalen und der funktionalen Erziehung. Intentionale Erziehung beinhaltet sämtliche beabsichtigten und bewussten elterlichen Verhaltensweisen und Handlungen. Sie basieren auf festgelegten individuellen Werten und klar definierten Erziehungsabsichten.

Der funktionale Erziehungsansatz bezieht sich auf unbeabsichtigt stattfindende Erziehungstätigkeiten. So verfolgen die Kleinen beispielsweise sehr genau die Unterhaltungen von Mama und Papa oder nehmen zur Kenntnis, wie Entscheidungen innerhalb der Familie getroffen werden. In diesem Zusammenhang wird den Kleinen bewusst, dass Frauen und Männer unterschiedlich reagieren, handeln und empfinden. Gleichzeitig lernt der Nachwuchs die Rollenverteilung zwischen beiden Elternteilen kennen. Bei auftretenden Differenzen kopieren die Kleinen das Konfliktverhalten der Elternteile.

Auch die Arbeitseinstellung der Erziehungsberechtigten überträgt sich unbewusst auf den Nachwuchs: Wenn Mama und Papa gerne ihrer Arbeit nachgehen, wird es das Kind wahrscheinlich später ebenso empfinden.

Je vielschichtiger die Bandbreite an elterlichen Verhaltens- und Handlungsmustern ist, desto größer ist auch das Interaktions- und Reaktionsspektrum des Kindes im Erwachsenenalter. Dieses Repertoire gilt als eine der entscheidenden Grundlagen für den späteren Werdegang.

Richtig erziehen – aber wie?

Bei der Erziehung eines Kindes gibt es selten ein „Richtig“ oder „Falsch“. Das A und O in der Erziehung ist die Stärkung des kindlichen Selbstvertrauens. Die Kleinen müssen wissen, dass sie geschickt, intelligent und belastbar sind. Nur Kinder mit einem positiven Selbstbild können Herausforderungen, Probleme und Rückschläge gut meistern.

Mütter und Väter sollten eine realistische Erwartungshaltung gegenüber dem Nachwuchs einnehmen. Ist die Erwartung an das Kind verhältnismäßig niedrig, kann sich das negativ auf die kindliche Entwicklung auswirken. Die Kleinen sind beispielsweise weniger motiviert und schöpfen die Möglichkeiten ihrer Leistungsfähigkeit nicht aus. Im Gegensatz dazu kann eine überzogene Erwartungshaltung zu Überforderung, Frustration und Resignation beim Nachwuchs führen. Hohe Erwartungen der Eltern wirken sich generell nur im Zusammenhang mit dem Lernen positiv aus, indem sie die Motivation des Kindes steigern.

Auch über ein Lob freut sich Ihr Nachwuchs von Zeit zu Zeit. Achten Sie aber darauf, dass die Kleinen nicht bei jeder Kleinigkeit mit positivem Zuspruch belohnt werden. Das kann dazu führen, dass sie im späteren Leben dazu neigen, sich selbst und ihre Fähigkeiten zu überschätzen.

Kinder müssen auch das Scheitern lernen. Es ist wichtig, dass die Kleinen auch mit negativen Gefühlen umgehen können. Sie sollten lernen, dass sich irgendwann der Erfolg einstellt, wenn sie sich weiter aktiv bemühen. Auf dem beschwerlichen Weg sollten Mütter und Väter dem Kind Verständnis entgegenbringen.

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