Was bei Stilldemenz wirklich hilft

Wochenbettdepression

Was ist Stilldemenz?

Der Begriff „Demenz“ leitet sich vom lateinischen Begriff „demens“ ab und bedeutet so viel wie „ohne Geist“ oder auch „abnehmender Verstand“. Betroffen sind in der Regel das Denkvermögen, das Kurzzeitgedächtnis, aber auch Sprache und Motorik.

Die Symptome einer solchen Demenz, also beispielsweise Vergesslichkeit und allgemeine kognitive Einschränkungen, treten mitunter auch bei werdenden Müttern oder kurz nach der Geburt des Kindes auf. Im Deutschen hat sich dafür der Begriff der Stilldemenz durchgesetzt, auch wenn dieser Begriff bei medizinischen Experten umstritten ist.

Stilldemenz: Das sind die Ursachen

Dass frischgebackene Mütter in den ersten Wochen nach der Geburt ihres Kindes extrem vergesslich sind und beispielsweise ständig ihre Autoschlüssel suchen, wichtige Termine vergessen oder sich partout nicht mehr erinnern können, wo sie den Mutterpass hingelegt haben, hat weniger mit einer Erkrankung des Gehirns oder mit einer echten Demenz zu tun.

Die Gründe für das Auftreten der Stilldemenz, die mitunter auch als Wochenbettdemenz bezeichnet wird, liegen vielmehr im hormonellen Bereich oder haben ihre Ursachen in Vitamin- und Schlafmangel. Das zeigt sich unter anderem darin, dass die Symptome der Stilldemenz, anders als bei einem echten demenziellen Syndrom, meist nach einiger Zeit wieder verschwinden und nicht medikamentös behandelt werden müssen. An der Entstehung einer Stilldemenz vor allem das Hormon Kortisol beteiligt. Es sorgt nicht nur für das Einschießen der Muttermilch, sondern auch dafür, dass Frauen nach der Entbindung den Geburtsschmerz vergessen. Aus diesem Grund ist der Kortisol-Level bei frischgebackenen Müttern besonders hoch. Neben der hormonellen Umstellung kann auch Vitaminmangel Ursache von Stilldemenz sein: Durch das Stillen werden den Frauen wichtige Vitamine und Mineralien wie beispielsweise Folsäure oder Vitamin B12 entzogen. Da das Gehirn dann nicht ausreichend mit diesen Stoffen versorgt wird, tritt die Stilldemenz auf.

Ein weiterer Grund für die Stilldemenz schließlich ist Schlafmangel, der Mütter vor allem in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt belastet. Zu wenig Schlaf wirkt sich negativ auf die Gedächtnisleistung aus. Ständige Schlafunterbrechung, vor allem in der Tiefschlafphase, verhindert die Regeneration der Gehirnzellen in der Nacht. Das Gehirn ist unausgeruht und die Mutter startet unmotiviert und zerschlagen in den Tag.

So kämpfen Sie gegen die Vergesslichkeit

Um die Auswirkungen der Stilldemenz zu vermindern, gibt es viele verschiedene Methoden und kleine Tricks. Als besonders sinnvoll hat sich Gedächtnistraining erwiesen. Bei einer Stilldemenz führt bereits ein Basis-Gedächtnistraining zum gewünschten Erfolg. Dazu gehören unter anderem Denksportaufgaben, wie man sie in vielen Zeitschriften findet. Auch das Lösen von Kreuzworträtseln oder Sudoku hilft den Gehirnzellen bei einer Stilldemenz wieder auf die Sprünge. Bei einem Spaziergang können Mütter, die unter Stilldemenz leiden, das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Schreiben Sie einfach die Liste mit den Tagesaufgaben auf einen Zettel und starten Sie mit dem Kinderwagen zu einem Spaziergang. Während des Spaziergangs werden dann die einzelnen Positionen auf dem Merkzettel mit bestimmten Gegenständen verknüpft, wie beispielsweise einer Bushaltestelle, der Parkbank oder einem Haus mit einer auffälligen Fassade. Am besten gehen Sie dabei auf dem Rückweg noch einmal an denselben „Merkpunkten“ vorbei, um sie zu festigen. Zuhause können Sie sich dann gedanklich noch einmal auf den Spaziergang begeben und dabei die einzelnen Positionen „abrufen“.

Vitamine und Schlaf – Grundvoraussetzung für ein gutes Gedächtnis

Dem Vitaminmangel als Auslöser für Stilldemenz kann man mit einer ausgewogenen Ernährung vorbeugen. 

Dem Schlafmangel in der Nacht wiederum kann man vorbeugen, indem man das Stillen so einfach wie möglich gestaltet, also beispielsweise im Liegen gestillt wird. Dafür kann es dann auch sinnvoll sein, wenn das Baby, zumindest in den ersten Wochen, im elterlichen Schlafzimmer schläft. Außerdem sollte beim Stillen nur gedimmtes Licht oder besser gar kein Licht eingeschaltet werden. So finden Mutter und Baby nach dem nächtlichen Stillen am besten wieder in den Schlaf und Mamis Gehirnzellen sind fit für einen neuen Tag.

Top Kategorien im real Onlineshop