Wann ist ein Hörtest für Kinder wirklich sinnvoll?

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Ein gutes Hörvermögen ist nicht nur für Erwachsene wichtig, wenn sie uneingeschränkt am alltäglichen Leben teilnehmen wollen. Bei Babys und Kleinkindern ist es Voraussetzung für eine gesunde sprachliche und geistige Entwicklung. Aus diesem Grund sollten mögliche Hörschädigungen, von denen nach Expertenschätzungen rund drei von 1.000 Kindern betroffen sind, rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Ein Hörtest für Kinder kann daher schon für Kleinkinder sinnvoll sein.

Um gut hören zu können, müssen sowohl das periphere als auch das zentrale Hörorgan intakt sein. Das periphere Hörorgan besteht aus dem Außen-, dem Mittel- und dem Innenohr und ist bei der Geburt bereits vollständig ausgereift. Anders verhält es sich mit dem sogenannten zentralen auditorischen System, welches erst in den ersten Lebensjahren voll ausgebildet wird. Dies geschieht durch stimulierende Schallreize. Hat ein Kleinkind Hörprobleme, können diese Schallreize nicht verarbeitet werden und es kommt zu Entwicklungsstörungen. In manchen Ländern wie beispielsweise den USA oder Österreich ist ein Hörtest für Kinder schon unmittelbar nach der Geburt vorgeschrieben. In Deutschland wird ein solcher Hörtest für Kinder von verschiedenen Geburtskliniken bereits auf freiwilliger Basis angeboten. Denn grundsätzlich gilt: Je frühzeitiger Hörprobleme erkannt werden, desto schneller können Ärzte und Eltern reagieren und das Problem in den Griff bekommen.

Welche Ursachen hat Schwerhörigkeit bei Kindern?

Wie bei Erwachsenen hat auch die Schwerhörigkeit bei Kindern verschiedene Ursachen. Besonders häufig ist ein sogenannter Tuben-Mittelohr-Katarrh, der durch eine Mittelohrentzündung ausgelöst wird, der Grund. Aber auch Infektionskrankheiten wie beispielsweise Masern, Keuchhusten oder eine Hirnhautentzündung können für eine vorübergehende oder längerfristige Schwerhörigkeit von Kindern verantwortlich sein. In einigen Fällen, in denen ein Hörtest eine Schwerhörigkeit ergab, war auch Lärm die Ursache für die Hörprobleme, also beispielsweise Spielzeugpistolen oder Silvesterknaller, die unmittelbar neben den betroffenen Kindern abgefeuert wurden. Kinderohren sind noch deutlich lärmempfindlicher als die Ohren von Erwachsenen. Darüber hinaus gibt es auch angeborene Hörprobleme oder solche, die sich durch Komplikationen während der Schwangerschaft ergeben. Auslöser können beispielsweise eine Rötelerkrankung der Mutter während der Schwangerschaft oder Sauerstoffmangel während der Geburt sein. Weitere mögliche Auslöser sind Medikamente oder Drogenmissbrauch durch die Mutter.

So erkennen Sie Anzeichen für eine Hörschädigung

Ob ein Hörtest für Ihr Kind sinnvoll ist, sollten Sie in Absprache mit dem Kinderarzt entscheiden. Falls notwendig, kann der Kinderarzt den Hörtest entweder selbst durchführen oder eine Überweisung zu einem HNO-Arzt ausstellen, der einen altersgemäßen Test für Kinder durchführen kann. Falls notwendig, wird die Weiterbetreuung der kleinen Patienten von einem sogenannten Pädaudiologen übernommen, der auf Hörstörungen bei Kindern spezialisiert ist. Neben einem professionellen Screening können aber auch verschiedene Anzeichen im Alltag Eltern auf eine Schwerhörigkeit ihres Kindes hinweisen:

  • Zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche sollten Säuglinge, die über ein gesundes Gehör verfügen, bei lauten Geräuschen erschrecken, sich aber durch das Trösten der Eltern auch wieder beruhigen.
  • Ab dem dritten Lebensmonat sollten Kinder nicht nur laut lachen, sondern auch schon in der Lage sein, ein Geräusch zu lokalisieren, also in Richtung einer Schallquelle zu blicken.
  • Ab dem siebten oder achten Lebensmonat sollten Säuglinge auf Musik reagieren.
  • Ab dem zehnten Monat sollten Kinder nicht nur Verbote wie ein „Nein“ verstehen, sondern auch reagieren, wenn sie aus einer Entfernung von rund einem Meter angesprochen werden. - Ab etwa zwei Jahren müssen Kinder in der Lage sein, Anweisungen zu befolgen, die ihnen ins Ohr geflüstert werden.

Hat ein Kind mit mindestens einem dieser Punkte Schwierigkeiten, so liegt die Vermutung einer Schwerhörigkeit nahe. Eltern sollten dann unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die letzte Gewissheit darüber, ob es sich tatsächlich um eine Schwerhörigkeit oder um ein anderes medizinisches Problem handelt, kann dann nur ein Hörtest für Kinder bringen.

Wie wird ein Hörtest für Kinder durchgeführt?

Wie ein Hörtest für Kinder genau aussieht, richtet sich nach dem Alter des Kindes. Neugeborene werden einem sogenannten Hörscreening unterzogen. Dabei werden bestimmte Signale gemessen, die nach Schallreizen an einer bestimmten Stelle im Innenohr entstehen und in der Folge im Gehörgang registriert werden. Bei Kindern zwischen sechs Monaten und vier Jahren wird der Hörtest für Kinder als Ablenk- oder Reaktionsaudiometrie durchgeführt. Der behandelnde Arzt beobachtet dabei die Körper-, Augen- und Kopfbewegungen des Kindes und erkennt so, ob das Kind auf bestimmte Schallquellen reagiert, beziehungsweise in der Lage ist, diese zu lokalisieren. Ein klassischer Hörtest mit Hilfe von Kopfhörern kann erst etwa ab dem vierten Lebensjahr durchgeführt werden.

Was können Eltern bei Hörproblemen tun?

Hat der Hörtest für Kinder eine Schwerhörigkeit ergeben, haben Eltern verschiedene Möglichkeiten. Die Behandlungsmethoden richten sich, wie bei anderen Krankheiten auch, nach der Diagnose. Bei einer sogenannten Schallleitungsschwerhörigkeit, die unter anderem durch eine Mittelohrentzündung ausgelöst werden kann, können Medikamente oder auch eine kleine Operation helfen, die Hörprobleme zu beseitigen. Ergibt der Hörtest für Kinder eine schwerwiegendere Störung, kommen auch bei Kindern bereits Hörgeräte zum Einsatz. Besonders bei einer angeborenen Schwerhörigkeit lassen sich hiermit gute Ergebnisse erzielen. Eltern sollten bei einem solchen Krankheitsbild darauf achten, dass ihr Kind das Hörgerät bereits in den ersten sechs Lebensmonaten erhält. Der Grund: In den ersten drei Jahren lernt das kindliche Gehirn, gehörte Informationen auszuwerten. Je früher das Hörgerät angepasst wird, desto geringer sind also die Auswirkungen der Schwerhörigkeit auf die Entwicklung des Kindes.

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