Wandern mit Kindern

"Ist es noch weit?", gefragt in leicht bis schwer quengelndem Ton. Diese Frage haben bestimmt alle Eltern schon mal gehört, die mit ihren Kindern wandern. Doch es geht auch anders. Wir haben ein paar Ratschläge gesammelt, wie das Wandern mit Kindern ein großes Vergnügen für die ganze Familie wird.
Das Wandern ist eine willkommene Abwechslung, gerade für Familien, die in der Stadt wohnen. Kinder kommen in engste Berührung mit der Natur, sie lernen viel über Bäume, Pflanzen und Tiere und erleben die Welt auf neue Weise. Gerade in Deutschland gibt auf vielen Wanderwegen jede Menge zu entdecken. Nehmen Sie sich die Zeit und zeigen Sie Ihrem Kind die Welt auf Schusters Rappen.

Natürlich sollten sich die Wanderungen an der Leistungsfähigkeit des Kindes orientieren. Was nicht bedeuten soll, diese Fähigkeiten auszureizen. In Normalfall haben Kinder mit Wandertouren zwischen drei und vier Stunden keine Probleme, davon Teile auch auf schwierigerem Terrain.

Gut geplant ist halb am Ziel. Am besten planen Sie schon von Anfang an ein, die Strecke bei Bedarf abkürzen zu können. So sind sie gewappnet, wenn die Füße der Kinder nicht mehr wollen oder sie zu müde sind. Vielleicht lassen Sie Ihr Kind einfach mitplanen, dann weiß es auch, wo es langgeht und kann eigene Ideen einbringen. Grundsätzlich gilt: Sie kennen Ihr Kind am besten und wissen, was ihm zuzutrauen ist. Die Buchhandlung Ihres Vertrauens hilft Ihnen sicherlich, einen Wanderführer zu finden, der Ihre Lieblings-Wandergegend beschreibt und sich vielleicht sogar ausdrücklich an Familien mit Kindern richtet. Bei Wanderführern für Erwachsene sollten Sie auf jeden Fall mindestens die Hälfte der angegebenen Zeit draufrechnen – Kinder lassen sich gerne von den Schönheiten links und rechts des Weges ablenken.

Auf ganzer Strecke. Wählen Sie eine Wanderstrecke, die viel Abwechslungen zu bieten hat, ohne zu anstrengend zu sein. Nur Wald oder nur Wiese ist langweilig. Sie sollte auch nicht zu große Höhenunterschiede beinhalten. Sorgen Sie für den einen oder anderen Höhepunkt auf der Strecke, zum Beispiel einen Wasserfall, einen grandiosen Ausblick auf eine Burg oder einen wilden Gebirgsbach, auf dem man aus Borke geschnitzte Boote flitzen lassen kann.

Die richtige Ausrüstung. An vielem kann man sparen, aber nicht an der richtigen Ausrüstung fürs Wandern. Am wichtigsten sind Wanderschuhe, die perfekt passen. Lassen Sie sich am besten im Fachgeschäft beraten und lassen Sie Ihr Kind lieber ein Paar mehr anprobieren. Wenn die Schuhe zu klein sind, gibt es Blasen (auch, wenn die Schuhe im letzten Jahr noch wie angegossen passten). Und wenn sie zu groß sind, hat Ihr Kind keinen festen Tritt und die Füße können wund werden. Zur richtigen Ausrüstung gehört vernünftige Kleidung mit langer Hose, Oberteil mit langen Armen und eine Schirmmütze. Im eigenen Rucksack kann das Kind die eigenen Sachen mitführen – und das kann ohne weiteres auch mal das Lieblingsspielzeug sein.

Den Weg kürzer vorkommen lassen. Mit spannenden Spielen können auch langweilige Wegstrecken und Schlechte-Laune-Phasen überbrückt werden. "Ich sehe 'was, was Du nicht siehst" in der neuen Umgebung stellt sowohl Sie als auch Ihr Kind vor ganz neue Herausforderungen. Verbinden Sie Ihrem Kind die Augen und lassen Sie es raten, ob es einen Tannenzapfen oder einen Pilz in Händen hält. Und am Wegesrand sind so viele Dinge, anhand derer man sacht und unterhaltsam in die Geheimnisse der Natur einführen kann. Wie ist ein Ameisenhaufen organisiert? Wie erkennt man das Alter eines Baumes? Wo liegt Norden? Sie können sich auch spannende Geschichten rund um Fauna und Flora ausdenken oder gemeinsam ein paar Lieder singen.

Gewappnet sein. Eine Unebenheit auf dem Weg, kurz nicht aufgepasst und schon ist eine kleine Wunde da. Oder die Schuhe sind doch zu klein und eine Blase meldet sich schmerzend zu Wort. In solchen Fällen ist es immer gut, eine kleine Reiseapotheke bei sich zu haben. Dazu gehören z.B. (Blasen-)Pflaster, eine Wundsalbe – und falls es doch zu einer schmerzhaften Verstauchung kommen sollte – ein paar elastische Binden und eine Schere. Auch eine Pinzette kann hilfreich sein, um z.B. einen kleinen Stachel herauszuziehen. Insektenschutzmittel schützt gegen die lästigen Begleiter in vielen Gegenden. Ach ja, erwähnten wir schon eine gute Wanderkarte? Die ist Gold wert, wenn Sie auf Anhieb den rechten Pfad nicht finden.  

Gute Verpflegung. Essen und Trinken darf auf einer Wanderschaft natürlich nicht viel fehlen. Auf kurzen Touren von drei bis vier Stunden braucht es nicht viel Esswaren. Aber einige belegte Brote sind zu empfehlen. Für zwischendurch eignen sich Obst, Nüsse oder Kekse, mit denen man sich selbst auch belohnen kann. Viel wichtiger als das Essen auf solch kurzen Touren ist es, ausreichend Getränke mit sich zu führen, gerade an heißen Tagen. Bitte bedenken Sie, dass Kinder mehr Flüssigkeit benötigen als Erwachsene. Damit Sie nicht einen ganzen Rucksack mit Wasser mitschleppen müssen, können Sie schon vor der Wanderung Gelegenheiten einplanen, an denen man den Flüssigkeitsvorrat wieder auffüllen kann. Als Getränke am besten geeignet sind Mineralwasser und Fruchtschorlen.

Auf das Tempo achten. Keinem macht es Spaß, immer das Schlusslicht zu sein. Passen Sie also das Wandertempo an die langsamsten Teilnehmer an. Wandern Sie nicht im im selben Tempo – Abwechslung heißt die Devise. Wenn ein Kind mal einen toten Punkt hat, lassen Sie es nicht allein und schimpfen Sie nicht. Vielleicht legen Sie einfach mal eine Pause ein oder lassen sich eine spannende Geschichte einfallen, um wieder für Motivation zu sorgen.

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