Vorleserituale: erste Schritte in die Welt der Bücher

Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Welt der Bücher. Vorleserituale stärken die Bindung zwischen Eltern und Kind und machen Lust aufs Lesen – die ein Leben lang anhält.

Rituale geben Kindern Halt. Gerade das Vorlesen kann zu einem besonders wichtigen Ritual werden, das ein Kind für sein Leben prägt. Vorlesen weckt die Lust, selbst zu lesen und nicht zuletzt bildet es und fördert bereits in frühen Jahren wichtige Lesekompetenzen. Zudem schafft es besondere Augenblicke der Nähe zwischen Eltern und Kind. Das Kind genießt die ungeteilte Aufmerksamkeit der Eltern und fühlt sich geborgen. Nebenbei vergrößert sich sein Wortschatz, das Sprachgefühl und die Kommunikationsfähigkeit wird geschult. Beim Vorlesen lernen Kinder, sich zu konzentrieren und sich ganz auf eine Sache einzulassen. Vorlesen regt die Phantasie an und macht Freude. Kinder haben Spaß daran, sich in Geschichten hineinzudenken und sie weiterzuspinnen.

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10 Tipps zum Vorlesen

- Richten Sie feste Vorlesezeiten ein. Auf diese Weise bieten Sie Ihrem Kind eine feste Struktur und auch Sie können das Vorlesen in Ihren Tagesablauf einplanen. Empfehlenswert ist beispielsweise das abendliche Vorlesen vor dem Schlafengehen. So hilft die gemeinsame Lektüre Ihrem Kind gleichzeitig, zur Ruhe zu kommen.

- Ihr Kind möchte auch außerhalb der festen Zeiten etwas vorgelesen bekommen? Umso besser; richten Sie es ein, wann immer es möglich ist und vielleicht lesen auch die Großeltern gerne vor. 

- Nehmen Sie sich Zeit. Damit sich Ihr Kind in die Geschichte einfühlen kann und sich nicht unter Druck gesetzt fühlt, investieren Sie mindestens eine Viertelstunde in das Ritual. Damit die Lust am Vorlesen langfristig nicht verloren geht und Ihr Kind die Geduld nicht verliert, sollten Sie aber auch nicht zu lange lesen; eine halbe Stunde reicht aus. Nach Möglichkeit sollten Kapitel oder Geschichten immer beendet werden. So ist es leichter, sich beim nächsten Mal wieder in die Geschichte einzufinden. 

- Das Vorlesen geht vor. Lassen Sie sich nicht von Arbeiten im Haushalt oder von Anrufen ablenken oder unterbrechen. Aber auch Ihr Kind sollte sich ganz auf die Geschichte konzentrieren. Der Fernseher und der MP3-Player sollten ausgeschaltet bleiben. - Findet das Vorleseritual unmittelbar vor dem Schlafengehen statt, liegt es nahe, die Geschichten direkt am Kinderbett vorzulesen. Das muss jedoch nicht so sein. Sie können es sich mit Ihrem Kind auch auf dem Sofa im Wohnzimmer gemütlich machen.

Über Geschichten sprechen

Beharren Sie während des Vorlesens nicht darauf, die Geschichten ohne Unterbrechung bis zum Ende zu lesen. Kinder müssen das Gehörte verarbeiten, sie müssen Fragen stellen dürfen, mit erzählen und diskutieren. Es geht nicht darum, möglichst große Mengen an Text abzuarbeiten, sondern um ein intensives Leseerlebnis für das Kind. Stellen Sie Ihrem Kind Fragen zu der gehörten Geschichte und achten Sie darauf, ob und wie es das Gehörte versteht. Das kann auch für Sie bereichernd sein. Erlauben Sie dem Kind, Kritik zu üben und auch mal eine negative Meinung zu äußern. Das Reden über die vorgelesenen Geschichten muss auch außerhalb der Vorlesezeiten erlaubt sein. Gerade wenn das Kind eine Geschichte besonders bewegt, wird es immer wieder darüber sprechen wollen. Vielleicht lässt sich eine Geschichte auch in ein Spiel am nächsten Tag einbauen.

Vorlesen trägt zu einer positiven Entwicklung bei

Ende 2011 stellte die „Stiftung Lesen“ eine Studie vor. Darin wurden insgesamt 500 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 19 Jahren befragt. Die Noten von "Vorlese-Kindern" waren um bis zu 0,4 Notenpunkte besser als die von "Nicht-Vorlese-Kindern". "Vorlese-Kinder" sind kreativer und über die Hälfte hat auch langfristig Freude am Lesen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Vorlesen einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern hat.

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