Verlassensängsten entgegenwirken: So gelingt die Vorbildfunktion als Vater

Väter als Vorbild

Dem Vater wird heutzutage eine immer größer werdende Rolle bei der Kindererziehung zugemessen: Nicht nur Frauen können in Mutterschutz gehen, sondern auch der Vaterschaftsurlaub gewinnt mehr und mehr an Bedeutung für viele Familien. Der Vater ist als Vorbild sehr wichtig für das Kind, denn insbesondere in den ersten drei Lebensjahren hilft er dem Kind bei der Abnabelung von der Mutter. Diese ist zumeist die Hauptbezugsperson des Kindes, da die Verbindung unter anderem durch das Stillen verstärkt wird. Doch nach den ersten drei Jahren sollte das Kind sich langsam von der Mutter lösen, um Eigenständigkeit hinzuzugewinnen. Dieser Prozess ist beängstigend für das Kind und der Vater wirkt hier als entscheidende Person den Verlassensängsten entgegen. Mit seiner Liebe und Zuneigung fängt er das Kind auf und zeigt ihm, dass es außer der Mutter noch andere wichtige Personen in seinem Leben gibt.

Unterstützung auch für die Mutter

Zudem ist der Vater auch eine seelische Stütze für die Mutter. Wird diese geliebt, kann sie ihr Kind beim entscheidenden Abgrenzungsprozess gezielt helfen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Mutter nicht auf die Abhängigkeit des Kindes verzichten will. Das Bedürfnis, gebraucht zu werden, ist weniger stark, wenn sie von einem tatkräftigen Partner bei der Erziehung unterstützt wird. Auch umgekehrt wirkt sich die Hilfe positiv aus: Der Wunsch der Mutter nach Unterstützung führt beim Vater dazu, die Aufgabe als Vorbild gerne zu übernehmen, denn so fühlt er sich in seinem Vorhaben bestätigt.

Das richtige „Mann-Sein“ will gelernt sein

Schon sehr früh beginnen Jungen damit ihre Väter zu imitieren –ebenso, wie Mädchen ihre Mütter nachahmen. Doch im Bezug auf Werte und angemessenes Sozialverhalten erfüllt der Vater als Erziehungsperson auch bei den Mädchen eine Vorbildfunktion. Lesen Sie hier, was Ihre Kleinen sich alles bei Ihnen abschauen:

  • Die Nachahmung beginnt schon bei der Körperhaltung: Jungen nehmen wahr, wie man als Mann läuft, geht oder sitzt. Ist die Haltung eher aufrecht oder gebeugt? Hat der Vater einen lässigen Laufstil oder vermittelt er einen eleganten Gang? Jungen prägt dieses Verhalten, das für Männer vollkommen selbstverständlich und unbewusst ist.
  • Auch die Lebenseinstellung wird oftmals übernommen, da Väter nicht selten von den Kleinen als „Helden“ angesehen werden. So orientieren Sie sich an Hobbys und ahmen schon im frühen Alter Dinge wie Fußball schauen nach – auch, wenn sie die Handlung nicht vollständig verstehen.
  • Im späteren Alter kommt auch die Übernahme von Werten und Idealen hinzu. Natürlich ist diese Einstellung nicht fest verankert, denn gerade durch äußere Einflüsse, wie Freunde und das gesellschaftliche Umfeld, verändern sich solche Annahmen schnell. Doch ist ein gutes Fundament, auf dem die Jungen aufbauen, sehr wichtig und hält sie eventuell davon ab, später problematische Richtungen einzuschlagen.
  • Von ihren Vätern lernen die Kleinen auch den richtigen Umgang mit Frauen. Durch die ständige Konfrontation mit Frauen, sprich der Mutter, Pädagoginnen, Kindergärtnerinnen und Grundschullehrerinnen, sehen Jungen sich zu einer ständigen Abgrenzung zum weiblichen Geschlecht gezwungen. Um ihre eigene Geschlechtsidentität zu behaupten, müssen sie sich abgrenzen. Das gelingt nur mit der Unterstützung des Vaters und dessen Vorbildfunktion.

Wie wichtig diese Vorbildfunktion ist, zeigen die Auswirkungen, wenn der Vater keine gute Position in dem Geschlechterkampf einnimmt: Lernt der Junge nicht, seine eigene Identität zu prägen, findet er sich in einer gezwungenen Dauerabgrenzung zum weiblichen Geschlecht wieder. Dies ist ein wesentlicher Grund für Frauenfeindlichkeit. Ein schwacher oder nicht anwesender Vater führt oftmals zu Macho-Verhalten, das sich im Laufe der Zeit immer stärker ausprägt. Kompensiert werden hierbei die Unterwürfigkeit gegenüber der Frauengesellschaft, mangelndes Selbstwertgefühl und eine hohe Aggressionsbereitschaft. Männer sollten daher immer in den Erziehungsprozess involviert werden, um diese Abgrenzung zu vermeiden und die Kleinen in der Persönlichkeitsbildung zu unterstützen.

„Vorbild sein“ in der Praxis

Um Kindern ein positives Vorbild zu bieten, genügt es nicht, nur mal kurz „Gute Nacht“ zu sagen. Väter sollten regen Anteil am Familienleben nehmen. Ausflüge am Wochenende sind eine Möglichkeit, um viel Zeit miteinander zu verbringen. Doch auch unter der Woche sind fest eingeplante Zeiten wichtig, um Routine in eine ausgeglichene Erziehung zu bringen. Doch Zeit alleine reicht nicht für die Erfüllung der Vorbildfunktion. Vielmehr müssen die Väter mit sich im Reinen sein. Ein geregeltes Leben, bei dem man Verantwortung für sich selbst und seine Familie trägt, sind Grundvoraussetzungen für eine gute Erziehung. Nur wer selbst eine gelungene Lebensführung aufweist, kann seinem Sohn diese auch vermitteln, denn nicht nur positive Eigenschaften werden von den Kleinen übernommen.

Vater-Kind-Aktivitäten bieten Abwechslung

Eine interessante Möglichkeit zum Austausch mit anderen Vätern bieten Vater-Kind-Gruppen. Bei gemeinsamen und lustigen Aktivitäten kommen Groß und Klein auf ihre Kosten: Während die Kleinen ausgelassen und unter Betreuung toben, unterhalten die Erwachsenen sich ganz ungezwungen über Erziehungsmethoden. Niemand ist fehlerfrei. Eltern sollten das stets im Sinn behalten, denn unnötiger Druck führt nur zu Stress, welcher sich sowohl negativ auf die Beziehung der Eltern als auch auf die Erziehung auswirkt. Haben Sie Spaß an regelmäßigen Unternehmungen mit Ihrem Kind. Fühlen Sie sich geehrt, jemandem als Vorbild zu dienen – denn in den Augen Ihrer Kleinen sind sie oft nicht weniger imposant als Helden.

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