U11 Untersuchung: Was wird getestet und in welchem Alter?

U11 Untersuchung

Der gemeinsame Ausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Deutschland sieht für alle Kinder bestimmte Vorsorgeuntersuchungen vor. Diese beginnen mit der sogenannten U1 schon wenige Stunden nach der Geburt und werden im Kleinkindalter fortgesetzt. Auch für Kinder und Jugendliche werden Vorsorgeuntersuchungen wie die U11 oder die J1 und J2 angesetzt. Zwar gibt es in Deutschland kein Gesetz, das die Einhaltung der Arzttermine sicherstellt. Doch im Interesse der Kinder sind Eltern angehalten, die Untersuchungen durchführen zu lassen.

Wann sollte mein Kind zur U11 Vorsorgeuntersuchung?

Die U11 Untersuchung richtet sich an Kinder zwischen neun und zehn Jahren. In diesem Alter ist die körperliche und geistige Entwicklung bereits so weit fortgeschritten, dass die Pubertät bevorsteht. Vor diesem erneuten Entwicklungsschub werden das Leistungslevel und die körperliche Konstitution der Kleinen untersucht. Für Eltern gilt es also, die eigenen Kinder richtig einzuschätzen und sich zu fragen, ob neun oder zehn Jahre das passende Alter ist.

  1. Leistungsstand
  2. Mögliche Leistungsstörungen sollen frühzeitig erkannt werden. Dieser Teil der Vorsorgeuntersuchung widmet sich in erster Linie der schulischen Laufbahn der Kinder. Bei der Untersuchung werden bestimmte Tests gemacht, die auf das Leseverstehen ausgerichtet sind. Außerdem werden durch Schreib- oder Malaufgaben die motorischen Fähigkeiten überprüft. Anhand der Auswertungen lässt sich feststellen, ob mögliche Probleme vorliegen und eine Behandlung nötig ist.

  3. Medienkonsum
  4. Der Umgang mit Medien ist ebenfalls wichtig bei der U11. Kinder werden hier zu ihrem Umgang mit Computern und Spielekonsolen befragt. Wie oft und wie lange sie TV gucken, können sie ebenfalls angeben. Allerdings soll zugleich getestet werden, ob Kinder die Neuen Medien kennen und die Möglichkeit haben, sie zu nutzen. Durch die Auswertung kann der behandelnde Arzt Eltern wertvolle Tipps geben und Empfehlungen zum Fernseh- und Videospielkonsum aussprechen.

  5. Körperlicher Entwicklungsstand
  6. Auch die körperliche Entwicklung der Kinder wird selbstverständlich genau überprüft. Im Alter von neun bis zehn Jahren muss gerade der Kiefer gut entwickelt sein. Mögliche Zahnfehlstellungen lassen sich gut erkennen. Sollte hier Behandlungsbedarf bestehen, schreibt der Kinderarzt eine Überweisung für den Zahnarzt oder den Kieferorthopäden aus; Eltern können eine Behandlung in Angriff nehmen.

  7. Gewicht und Bewegungsfähigkeit
  8. Im Zusammenhang mit der körperlichen Entwicklung stehen auch das Gewicht und die Bewegungsfähigkeit der Kleinen im Fokus der Untersuchung. Hier überprüft der Arzt, ob Kinder sich möglicherweise nicht genug bewegen und eventuell mehr Sport treiben sollten. Für die Eltern werden gegebenenfalls wiederum Empfehlungen ausgesprochen. Passende Sportarten für übergewichtige Kinder schlägt der Arzt dabei ebenso vor wie Ernährungspläne, durch die Kinder gesunde Nahrungsmittel kennenlernen.

  9. Soziale Entwicklung
  10. Sozialverhalten und Persönlichkeit der Kinder haben sich zum Zeitpunkt der U11 bereits gut entwickelt. Im Kindergarten und in der Schule haben Kinder Freundschaften geschlossen und gelernt, mit Konflikten umzugehen. Ob im Einzelfall vielleicht eine soziale Störung vorliegt, lässt sich bei der Vorsorgeuntersuchung durch Gespräche und Rollenspiele gut erkennen.

  11. Suchtmittel
  12. Der Umgang mit Suchtmitteln ist ein weiterer Punkt der U11. Dieser Punkt wird mit den Kindern in einem Gespräch erörtert. Dabei geht es zuerst darum, ob Kinder Alkohol, Tabletten oder Drogen überhaupt kennen. In einem zweiten Schritt kommt es dann darauf an, wie sie auf die Suchtmittel gestoßen sind. Sie werden gefragt, ob sie diese zu Hause, bei Freunden oder sogar in der Schule schon einmal gesehen haben. Abgezielt wird dabei natürlich auf die körperliche und geistige Unversehrtheit der Kinder und darauf, ob sie in einem kindgerechten Umfeld leben.

  13. Gespräch mit den Eltern
  14. Der letzte Abschnitt der U11 richtet sich an die Eltern. In einem Abschlussgespräch informiert der Arzt über das Ergebnis der U11. Die Eltern werden dabei nicht mit Fehlern konfrontiert oder auf eine schlechte Erziehung aufmerksam gemacht. Stattdessen sollen bei Problemen Lösungen gefunden werden, die dem Wohl des Kindes dienen. Ausschließlich in schwerwiegenden Fällen richten sich die behandelnden Ärzte auch an das Jugendamt. Dies geschieht aber nur, wenn die körperliche und geistige Gesundheit der Kinder ernsthaft in Gefahr ist.

Muss mein Kind zur U11 Vorsorgeuntersuchung?

Für die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen besteht in Deutschland keine gesetzliche Pflicht. Eltern dürfen also frei entscheiden, ob sie mit ihren Kindern an diesen Untersuchungen teilnehmen möchten. Zum Wohle der Kinder sollten Sie diese festen Termine aber unbedingt wahrnehmen. Selbst wenn regelmäßige Besuche beim Kinderarzt absolviert wurden, sind die Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Hier gehen die Ärzte ganz gezielt auf die Kinder ein und befassen sich nicht nur mit einer Krankheit oder Symptomen. Das Jugendamt ist zwar gesetzlich verpflichtet, Versäumnissen nachzugehen. Es kann aber niemanden zur Teilnahme an den Untersuchungen zwingen. Gesetzliche Schritte sind lediglich einzuleiten, wenn Anzeichen für eine Verwahrlosung der Kinder bestehen.

Erinnerungen an die U11 und mögliche Kosten

Weiterhin müssen Eltern nicht befürchten, dass eine Vorsorgeuntersuchung vergessen werden könnte. In fast allen Bundesländern werden sie von den zuständigen Krankenkassen angeschrieben und so an die Termine erinnert. Zu den Kosten: Bis zur U9 werden die Vorsorgeuntersuchungen von allen gesetzlichen Krankenkassen in vollem Umfang übernommen. Für die U10 sowie für die U11 und alle nachfolgenden Untersuchungen gibt es individuelle Regelungen. Eltern sollten sich hier bei der Krankenkasse informieren, ob die Kosten getragen werden. Im Zweifelsfall erfahren Sie gleichzeitig, wie teuer die Untersuchung ist.

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