Wenn das Baby schreit, trösten oder weinen lassen?

Frischgebackene Eltern kennen die Situation: Ihr Baby schreit und gerade in den ersten Tagen und Wochen schauen sie möglichst sofort nach, was ihrem Kind fehlt und trösten es. Doch nach einigen Wochen beginnen sich viele Eltern zu fragen, ob es notwendig und gut ist, immer sofort zur Stelle zu sein oder ob es ratsam ist, das Kind vielleicht auch mal weinen zu lassen? Natürlich ist es ganz normal, dass Babys weinen. Schließlich ist dies ihre einzige Möglichkeit, sich mitzuteilen und ihren Bedürfnissen Ausdruck zu verleihen. Erst später lernen sie, auch durch Augenkontakt, Geräusche und Lächeln zu kommunizieren. In der Regel wissen Eltern schnell, warum ihr Kind weint. Die häufigsten Gründe sind, dass das Baby Hunger hat, Geborgenheit braucht, müde oder überreizt ist, unter Darmkrämpfen leidet oder gar krank ist. Und manchmal gibt es schlicht keine spezifische Ursache. Eine besondere Herausforderung für alle Eltern sind Koliken, bei denen das Kind oft stunden- oder tagelang schreit, ohne sich beruhigen zu lassen.

Nachsehen oder abwarten?

Aus welchem Grund das Baby auch schreit, grundsätzlich stellt sich die Frage, ob man es sofort beruhigen oder auch einmal ein wenig abwarten sollte. Aus Unterhaltungen im Freundes- und Bekanntenkreis kennt wohl jeder den Rat: Es schadet nicht, das Kind ruhig auch mal ein bisschen schreien zu lassen, damit es sich nicht daran gewöhnt, dass die Eltern immer sofort reagieren. Mit der Zeit wird es dann von selbst aufhören zu schreien. Man sollte jedoch bedenken, dass ein kleines Baby zu solchen komplexen „strategischen” Überlegungen noch nicht fähig ist – es schreit, wenn es ein Bedürfnis hat.

Was sagt die Wissenschaft?

Vor einigen Jahren haben Wissenschaftler eine Studie durchgeführt. Sie haben untersucht, ob Babys, die in der Vergangenheit länger weinen gelassen wurden, mehr oder weniger schreien. Das Ergebnis war eindeutig: Säuglinge, die immer sofort getröstet wurden, weinten fast um 50 % weniger als Babys, deren Eltern verzögert auf das Schreien reagiert hatten. Die Forscher empfehlen, Babys so wenig und kurz wie möglich schreien zu lassen. Natürlich kann es für Eltern mit einem Baby, das oft weint, auch einmal anstrengend werden. Doch sofern die kindliche Entwicklung normal verläuft, wird das Weinen mit der Zeit weniger werden.

Was ist mit „Schreibabys“?

Einige Babys schreien sehr viel häufiger und länger als andere. Man spricht von sogenannten „Schreibabys“, wenn Säuglinge drei Wochen lang mehr als drei Mal in der Woche mindestens drei Stunden lang schreien und sich nicht beruhigen lassen. Eltern mit einem „Schreibaby“ sollten am besten mit dem Kinderarzt sprechen und überprüfen lassen, ob eine körperliche Ursache vorliegt. Eltern, die sich von der Situation überfordert fühlen, sollten sich auf jeden Fall bei einer "Schrei-Beratung" Rat einholen. Die entsprechenden Adressen kann der Kinderarzt nennen. 

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