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Trennung mit Kind – diese Tipps erleichtern die Veränderung für Kinder

Verletzte Gefühle, Enttäuschung, Trauer, Wut – eine Trennung ist eine emotionale Angelegenheit. Sind zusätzlich gemeinsame Kinder im Spiel, wird es besonders kompliziert. Wann und wie bringt man einem Kind bei, dass Mama und Papa sich nicht mehr lieben? Wie reagieren Kinder auf eine Trennung? Und was können Eltern tun, um ihre Kinder emotional zu unterstützen und die Trennungsphase ein bisschen leichter zu machen? All das lesen Sie hier.

Alles Gute!
Ihr Meine Familie-Team

Trennung oder Scheidung mit Kind – das müssen Sie wissen

  • Eine Trennung ist ein großer Einschnitt und eine emotionale Herausforderung für Kinder.
  • Kinder brauchen Zeit und die Hilfe ihrer Bezugspersonen, um eine Trennung zu akzeptieren und zu verarbeiten.
  • Kinder brauchen die Gewissheit, dass ihre Eltern sie auch nach einer Trennung noch lieben und immer für sie da sind.
  • Eltern sollten mit ihren Kindern rechtzeitig, offen und ehrlich über eine anstehende Trennung sprechen.
  • Ein stabiles und respektvolles Verhältnis zum Ex-Partner/zur Ex-Partnerin erleichtert Kindern die Trennungsphase.
  • Kinder sollten aus Erwachsenenkonflikten rausgehalten und niemals instrumentalisiert oder vor die Wahl gestellt werden.
  • Nach einer Trennung brauchen Kinder vor allem Sicherheit, feste Zeiten, Routinen und zuverlässige erwachsene Bezugspersonen.
  • Ein neuer Partner/eine neue Partnerin sollte schrittweise und behutsam in die Familie eingeführt werden.

Den Kindern zuliebe …?

Verliebt, verlobt, verheiratet – und in jedem dritten Fall wieder geschieden. Die Gründe, warum Paare getrennte Wege gehen und Familien zerbrechen, sind vielfältig. Dabei ist das Beziehungs-Aus für viele Erwachsene eine Erlösung. Für Kinder bedeutet die Trennung der Eltern das Ende einer Familie, wie sie sie kennen. Mama oder Papa leben plötzlich nicht mehr unter einem Dach, Rituale fallen weg, aus Familienzeit wird Besuchszeit. Möglicherweise kommt noch ein neuer Partner/eine neue Partnerin oder sogar ein neues Zuhause hinzu. 

Eine große psychische Belastung für Kinder, die im schlimmsten Fall zu Verlustängsten, Unsicherheit oder sogar Verhaltensauffälligkeiten führen kann. Vielen Eltern fällt die Entscheidung für eine Trennung oder Scheidung deshalb besonders schwer. Sie haben Angst, das vermeintliche Familienglück zu zerstören, und bleiben stattdessen „den Kindern zuliebe“ in einer unglücklichen oder lieblosen Beziehung – nicht selten über Jahre hinweg. Dahinter steckt die Hoffnung, ihren Kindern ein „normales“ Familienleben und ein stabiles Umfeld zu bieten.

Eine Logik, die nicht aufgeht. Schließlich haben Kinder wenig davon, wenn ihre Eltern unzufrieden und unglücklich sind und der Familienalltag zum Schauspiel wird. Denn auch wenn Kinder vieles noch nicht verstehen – selbst ein Schulkind kann zwischen einer Zweckgemeinschaft und einer liebevollen Beziehung unterscheiden. Kinder merken es, wenn die Stimmung getrübt ist, wenn Mama und Papa sich nicht mehr küssen, sich anschweigen oder ständig hinter verschlossenen Türen streiten. Sind sich also beide Partner einig, dass die Beziehung gescheitert ist, so sind eine Trennung und ein offener und ehrlicher Umgang damit zwar ein schwieriger, letztendlich aber immer der bessere Weg für alle Beteiligten.

Immer mehr Trennungskinder

Laut Statistik gibt es in Deutschland pro Jahr zwischen 160.000 und 200.000 Trennungskinder. Davon sind die meisten etwa 3 bis 4 Jahre alt, wenn die Eltern sich trennen.

Partnerrolle vs. Elternrolle

Während kinderlose Paare nach einer Trennung oft keinerlei Berührungspunkte mehr haben, verbindet ein gemeinsames Kind auch über das Beziehungsende hinaus. Ein echter Rollenkonflikt – denn die Ansprüche und Erwartungen der Ex-Partner-Rolle decken sich meist nicht mit denen der Elternrolle. Trennungsschmerz, Wut, Trauer, Eifersucht oder Missgunst machen es frisch getrennten Eltern schwer, rationale Entscheidungen ausschließlich zum Wohle des Kindes und nicht aufgrund eigener Befindlichkeiten zu treffen. Für Kinder ist es jetzt besonders wichtig, dass Eltern den eigenen Stolz und die persönlichen Bedürfnisse hintanstellen und ihre Rollen als Ex-Partner/Ex-Partnerin und Elternteil emotional klar trennen

  • Lassen Sie nicht zu, dass Ihre Gefühle als Ex-Partner/Ex-Partnerin Ihre Entscheidungen als Mutter oder Vater beeinflussen. Hinterfragen Sie immer wieder, welches Motiv wirklich hinter Ihrem Handeln steckt.
  • Springen Sie über Ihren Schatten – nicht für Ihren Ex-Partner/Ihre Ex-Partnerin, sondern für Ihr Kind.
  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und zeigen Sie Ihre Bereitschaft, über Dinge zu reden und Kompromisse einzugehen.
  • Machen Sie Ihre Konflikte nicht zu denen Ihres Kindes. Dazu gehört auch, im Beisein Ihres Kindes nicht schlecht über Ihren Ex-Partner/Ihre Ex-Partnerin zu sprechen.
  • Unterstützen und fördern Sie einen regelmäßigen Kontakt zwischen Ihrem Kind und dem anderen Elternteil – unabhängig von Ihren persönlichen Gefühlen.

Achtung Loyalitätskonflikt!

Kein Kind möchte Partei ergreifen oder sich gegen ein Elternteil entscheiden. Trotzdem stellen viele Erwachsene ihre Kinder nach einer Trennung unbewusst vor die Wahl, erzeugen unterschwellige Schuldgefühle oder instrumentalisieren sie sogar ganz gezielt für persönliche Konkurrenzkämpfe mit dem Ex-Partner/der Ex-Partnerin. Die Folge: ein Loyalitätskonflikt, der Kinder emotional stark belastet. 

„Wir trennen uns“ – gibt es den richtigen Zeitpunkt?

Ist die Entscheidung für eine Trennung gefallen, wartet auf viele Eltern schon die nächste große Herausforderung. Denn spätestens jetzt muss auch der Rest der Familie über das Beziehungs-Aus informiert werden – und in den seltensten Fällen sind alle mit der Entscheidung einverstanden. Vor allem für Kinder ist die Trennung der Eltern nicht leicht zu akzeptieren und sollte behutsam und zum richtigen Zeitpunkt vermittelt werden.

  • Erzählen Sie Ihrem Kind erst dann von der Trennung/Scheidung, wenn es beschlossene Sache ist.
  • Belasten Sie Ihr Kind nicht mit Eventualitäten oder einer „angedrohten“ Trennung aus einem Streit heraus.
  • Geben Sie Ihrem Kind nach der Verkündung Zeit, die Neuigkeit zu verdauen, und belasten Sie es nicht gleich mit anstehenden Veränderungen wie Auszug, Umzug, Umgangsregelung usw.
  • Seien Sie ehrlich, wenn Ihr Kind von sich aus nach einer Trennung fragt. Wahrscheinlich hat es schon einen Verdacht und hat es verdient, eine ehrliche Antwort zu bekommen.
  • Beziehen Sie Ihr Kind in anstehende Entscheidungen wie Wohnort, Umgang usw. so gut es geht ein und stellen Sie es nicht vor vollendete Tatsachen.

Das Kind trägt keine Schuld!

Ein Kind möchte verstehen, warum seine Eltern sich trennen. Kann es den Konflikt der Erwachsenen noch nicht nachvollziehen, befürchtet es unter Umständen, selbst an der Trennung schuld zu sein. Hier sind die Eltern gefragt! Sie müssen ihrem Kind immer wieder klarmachen, dass es keine Schuld trägt und die Trennung rein gar nichts mit ihm zu tun hat.

So bringen Sie Ihrem Kind die Trennung bei

Was Sie als Eltern auch tun, den Trennungsschmerz können Sie Ihrem Kind ganz einfach nicht ersparen. Was Sie jedoch steuern können, ist die Art und Weise, wie Ihr Kind davon erfährt und wie es in der Situation aufgefangen wird.

Teamwork. Ob es eine gemeinsame Entscheidung war oder die Trennung von einem Partner ausging – betroffen sind am Ende immer beide Elternteile. Deshalb sollte die Entscheidung auch gemeinsam verkündet werden. So vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie die Situation unter Kontrolle haben und geben Raum für einen offenen Austausch – als Familie und nicht als zwei „Lager“. So versteht Ihr Kind von Anfang an, dass Sie nach der Trennung zwar kein Liebespaar mehr sind, aber immer ein Team und vor allem liebende Eltern bleiben werden.

Wieso, weshalb, warum? Sicher, eine klare und ehrliche Kommunikation ist für Kinder wichtig. Im Trennungsfall ist hier jedoch Fingerspitzengefühl gefragt. Verständlicherweise möchten Kinder genau erfahren, warum eine Beziehung plötzlich nicht mehr funktioniert. Zu viele Details, etwa eine Affäre oder Ähnliches, können sie aber auch unnötig belasten. Einigen Sie sich vorher darauf, was Sie Ihrem Kind zumuten können und was nicht, und konzentrieren Sie sich mehr auf das, was kommt, als auf das, was war. Schließlich ist die Entscheidung ohnehin unwiderruflich.

Sicherheit und Liebe. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass eine Trennung oder Scheidung nichts daran ändert, dass es von beiden Elternteilen bedingungslos geliebt, unterstützt und beschützt wird. Und dass es in Zukunft ganz einfach zwei Zuhause haben wird, in denen es jederzeit willkommen ist.

Perspektiven schaffen. Eine Trennung bringt den gewohnten Familienalltag durcheinander. Das ist nicht leicht für Kinder, die noch sehr auf Struktur, Regeln und Rituale angewiesen sind. Nehmen Sie Ihrem Kind die Angst, dass ab jetzt alles im Chaos versinkt. Beschreiben Sie ganz genau, was in der nächsten Zeit passiert, was sich verändern wird, was so bleibt wie gewohnt und welche Entscheidungen noch ausstehen. Je genauer Sie kommunizieren, was Ihr Kind zu erwarten hat, desto besser kann es sich auf die Veränderungen einstellen und vorbereiten. 
    
Denken Sie daran: Was für uns Erwachsene auf der Hand liegt, ist für Kinder oft nicht klar. Ein Beispiel: „Papa wird bald ausziehen“. Ihr Kind wird sich sofort eine Reihe von Fragen stellen, die allesamt sehr beunruhigend sind: Wo geht Papa hin? Kommt er wieder? Können wir noch gemeinsam spielen? Wird er mich noch ins Bett bringen? Ist er weit weg? Ersparen Sie Ihrem Kind die Ungewissheit und benennen Sie stattdessen ganz genau, was passieren wird: „Papa wird bald zwar nicht mehr hier, sondern in einer anderen Wohnung leben, aber er wird regelmäßig zu Besuch kommen und mit dir spielen. Zum Beispiel zweimal in der Woche. Wir besprechen das zusammen. Und wenn du möchtest, kannst du ihn auch in seiner Wohnung besuchen. Ich bringe dich gerne hin, es ist nicht besonders weit weg von hier. Ungefähr so weit wie bis zur Schule. Da hast du dann auch dein eigenes Zimmer, so wie hier.“

Mitspracherecht statt Machtlosigkeit.

Eine Trennung ist Erwachsenensache, klar. Aber ist die Entscheidung getroffen, sollten auch die Kinder gehört und ernst genommen werden. Zum Beispiel bei den vielen neuen Absprachen, Zeiten und Regeln, die mit der Trennung einhergehen und von denen sie genauso betroffen sind.

Kinder sind keine Spione, Vermittler oder Verbündete

Eine Trennung ist auch für Erwachsene emotional. Nicht selten bleibt mindestens ein Partner enttäuscht, verletzt, traurig oder wütend zurück. All diese Emotionen entgehen einem Kind natürlich nicht. Es ist gut, damit offen umzugehen. Aber Vorsicht – Kinder sind keine Verbündeten, keine Vermittler und erst recht kein Ersatz für erwachsene Gesprächspartner!

Kummer und Trennungsschmerz dürfen nicht auf den Schultern eines Kindes abgeladen werden. Schließlich hat es schon genug mit den eigenen Emotionen zu kämpfen und sollte nicht auch noch das Gefühl haben, sich als „Seelsorger“ um die Eltern kümmern zu müssen. Ein Konflikt zwischen den Eltern sollte ein Konflikt zwischen den Eltern bleiben. Leider werden Trennungskinder immer wieder (unbewusst) in die Rolle des Auskundschafters oder Verbündeten gedrängt und im Rahmen der elterlichen Streitereien regelrecht instrumentalisiert.

  • Belasten Sie Ihr Kind nicht zusätzlich mit Ihrem Trennungsschmerz. Sprechen Sie lieber mit anderen Erwachsenen über Ihre Gefühle.
  • Lassen Sie Ihr Kind Kind sein und erwarten Sie nicht, dass es Sie tröstet oder sich um Sie kümmert. Ihr Kind braucht jetzt eine starke Schulter.
  • Klären Sie alle Angelegenheiten direkt mit Ihrem Ex-Partner/Ihrer Ex-Partnerin und ersparen Sie Ihrem Kind das Gefühl, Vermittler zu sein.
  • Machen Sie Ihr Kind nicht zum Auskundschafter auf feindlichem Gebiet und versuchen Sie nicht, über Ihr Kind Fehltritte Ihres Ex-Partners/Ihrer Ex-Partnerin aufzudecken.
  • Auch wenn Sie selbst nur wenig für Ihren Ex-Partner/Ihre Ex-Partnerin übrighaben, zeigen Sie Ihrem Kind, dass es sich nicht für ein Elternteil entscheiden muss und dass Sie nicht sauer sind, wenn es Ihren Ex-Partner/Ihre Ex-Partnerin auch lieb hat und eine schöne Zeit mit ihm/ihr verbringt.

Verantwortung übernehmen, Absprachen einhalten, da sein

Für viele Eltern ist ein respektvoller Umgang mit dem Ex-Partner/der Ex-Partnerin nach einer Trennung oder Scheidung eine echte Herausforderung. Vor allem, wenn die Kommunikation schon während der Beziehung problematisch- oder sogar der Grund für die Trennung war. Trotzdem müssen Eltern jetzt aufeinander zugehen, den Umgang organisieren, Regeln ausloten, Absprachen treffen und wichtige Entscheidungen für das gemeinsame Kind fällen. Nur so kann das nötige Gerüst aus Regeln, Abläufen und Routinen entstehen, welches Kinder in einer neuen Familiensituation so dringend brauchen. 
    
Auch das Einhalten von Verabredungen und Zeiten ist wichtig, um Kindern nach der Trennung einen einigermaßen stabilen Alltag zu gewährleisten. Wenn ein Kind bei einem Elternteil um 8 Uhr, beim anderen um 10 Uhr zu Bett geht, bei einem Elternteil eine Stunde fernsehen darf und beim anderen drei, beim einen die Cola erlaubt und beim anderen verboten ist, sorgt das schnell für Streit und Unruhe. Außerdem merkt da ja wortwörtlich jedes Kind, dass die Eltern sich nicht einig sind.

Verantwortung übernehmen heißt nicht nur, erreichbar zu sein. Für Kinder ist auch wichtig, dass beide Elternteile wirklich physisch „für sie da“, das heißt in der Nähe sind. Viele Eltern orientieren sich nach einer Trennung oder Scheidung neu und ziehen weg vom alten Zuhause – wegen eines neuen Partners, eines neuen Jobs oder einfach, um das alte Leben hinter sich zu lassen.

Was dabei nicht bedacht wird: Kinder haben nicht nur die Eltern als Bezugspersonen. Auch Oma, Opa, Freunde und Nachbarn gehören zu ihrem gewohnten sozialen Umfeld. Zieht ein Elternteil in eine andere Stadt, so muss das Kind sich in einer ganz neuen Umgebung zurechtfinden und hat wenig soziale Anknüpfungspunkte und Ansprechpartner. Doch gerade dieses gewohnte Umfeld gibt Kindern Sicherheit und Geborgenheit in einer instabilen Lebensphase.

  • Verweigern Sie nie die Kommunikation mit Ihrem Ex-Partner/Ihrer Ex-Partnerin. Weichen Sie auf schriftliche Alternativen aus, wenn ein persönliches Gespräch noch zu schwer fällt oder nicht möglich ist.
  • Seien Sie respektvoll und fair und verhandeln Sie immer im Sinne Ihres Kindes, nicht um des eigenen Stolzes willen.
  • Halten Sie sich ausnahmslos an Absprachen und Zeiten, seien Sie zuverlässig und beständig und respektieren Sie Regeln Ihres Ex-Partners/Ihrer Ex-Partnerin.
  • Sagen Sie rechtzeitig ab, kündigen Sie Veränderungen an und organisieren Sie alle Termine übersichtlich.
  • Bleiben Sie nach Möglichkeit in der Nähe, halten Sie Kontakt zu den bekannten Bezugspersonen und erhalten Sie das gewohnte Umfeld Ihres Kindes so gut es geht.

Manchmal müssen beide da sein

Auch wenn das Sorgerecht geteilt ist – bei wichtigen Ereignissen wie Geburtstag, Einschulung, Sportwettkampf oder Theateraufführung sollten nach Möglichkeit beide Elternteile für ihr Kind da sein und ihre Unterstützung und ihren Stolz zeigen.

Geben Sie einer neuen Liebe Zeit

Auch wenn viele Menschen nach einer Trennung oder Scheidung erst mal Zeit für sich brauchen – irgendwann tritt meist doch ein neuer Partner oder eine neue Partnerin in ihr Leben. Eine schwierige Situation für alle Beteiligten. Viele Kinder sind skeptisch und eifersüchtig, reagieren trotzig oder ablehnend auf den „Neuling“. Und auch Ex-Partner/Ex-Partnerinnen nehmen ihre Nachfolger häufig ganz genau unter die Lupe – schließlich verbringen sie regelmäßig Zeit mit dem eigenen Kind. 

Jetzt sind vor allem Geduld, Fingerspitzengefühl und Empathie gefragt. Kinder empfinden einen neuen Partner schnell als Bedrohung. Sie haben sich gerade mit der Trennung der Eltern arrangiert und werden schon von der nächsten Veränderung überrumpelt. Sie sehen es möglicherweise nicht ein, Aufmerksamkeit, Zeit, Zuneigung und Wohnraum plötzlich mit jemandem teilen zu müssen. 

Auch die Erziehungsfrage stellt getrennte Paare erneut auf die Probe. Je früher klar ist, inwieweit der neue Partner/die neue Partnerin bei der Erziehung des Kindes mitwirken soll und welche Rechte und Pflichten er/sie im Familiengefüge hat, desto besser. Die Einführung eines neuen Partners/einer neuen Partnerin sollte in jedem Fall vorsichtig und langsam erfolgen und allen Beteiligten die Zeit geben, die sie brauchen. 

  • Stellen Sie Ihrem Kind einen neuen Partner/eine neue Partnerin erst vor, wenn Sie sicher sind, dass die Beziehung stabil und zukunftsfähig ist.
  • Planen Sie die nächsten Schritte gemeinsam mit Ihrem neuen Partner/Ihrer neuen Partnerin und definieren Sie klar, welche Rolle er oder sie einnehmen soll und welche nicht.
  • Geben Sie Ihrem Kind Zeit, den neuen Partner/die neue Partnerin kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und ihn/sie als Mitglied der Familie zu akzeptieren.
  • Machen Sie klar, dass ein neuer Partner/eine neue Partnerin kein Vater- oder Mutterersatz ist und die leiblichen Eltern immer die Hauptverantwortung und Sorge tragen werden.
  • Arrangieren Sie vor allem am Anfang Kennenlerntreffen nicht zu Hause, sondern an neutralen Orten wie zum Beispiel im Zoo, auf dem Spielplatz oder im Schwimmbad.
  • Auch wenn es Ihnen schwerfällt – vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es für Sie o.k. ist, wenn es den neuen Partner Ihres Ex-Partners/Ihrer Ex-Partnerin gern hat oder Zeit mit ihm/ihr verbringt.

Mehr zum Thema

Weitere Tipps zum Umgang mit dem Ex-Partner/der Ex-Partnerin und der Einführung eines neuen Partners/einer neuen Partnerin in die Familie finden Sie auch in unserem Artikel über Patchworkfamilien.

Anlaufstellen, Beratung und Hilfe

Sorgerecht, Unterhalt, Aufenthaltsbestimmungsrecht – nach der Trennung muss einiges organisiert, beantragt und geregelt werden. Professionelle Unterstützung und Beratung bringt Licht in den Papierdschungel und hilft getrennten Paaren, die beste Lösung für das gemeinsame Kind zu finden.

Nach einer Scheidung oder Trennung stehen Eltern in Deutschland zahlreiche öffentliche und private Beratungsstellen zur Verfügung. Folgende Einrichtungen bieten telefonische oder persönliche Beratungen an oder stellen online Tipps und Informationen zur Verfügung:

Im Internet finden Betroffene außerdem zahlreiche lokale Beratungsstellen und pädagogische Fachkräfte in ihrer Nähe.

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