Taschengeld: Wie viel sollten Kinder und Jugendliche bekommen?

Die Situation kennt man wahrscheinlich in allen Familien: Die Kinder wollen mehr Taschengeld. Und um jeden Cent wird heiß diskutiert – fast wie in der Politik. "Meine Familie" gibt Ihnen Ratschläge, wie viel Taschengeld in welchem Alter angemessen ist, warum Taschengeld eine gute Einrichtung ist und was Sie unbedingt beachten sollten.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Das gilt bei Geld genauso wie bei vielen anderen Themen. Später zahlt es sich im wörtlichen Sinne aus, wenn die Kinder früh den Umgang mit Geld erlernt haben:

  • Sie erfahren am eigenen Leib, was es heißt, Prioritäten zu setzen und Geld richtig einzuteilen.
  • Sie fühlen sich nicht ausgegrenzt gegenüber anderen Kindern, die Taschengeld bekommen.
  • Sie übernehmen selbst Verantwortung und machen sich unabhängig von Ihrem Geldbeutel.
  • Sie lernen im kleinen Maßstab Wirtschaften, Haushalten und Planen.
  • Sie können anderen – auch Ihnen selbst – eine schöne Überraschung bereiten.
  • Sie lernen, dass ein Verzicht für den Augenblick auf Dauer etwas bringt - Stichwort Sparen.

Das sind alles beste Voraussetzungen, um später besser mit den finanziellen Herausforderungen des Erwachsenenlebens zurechtzukommen.

Einige Richtwerte für die Höhe des Taschengeldes

Natürlich gibt es keine Richtwerte, die auf jede einzelne Familie zutreffen. Da spielen die jeweiligen finanziellen Möglichkeiten eine große Rolle. Doch einige Empfehlungen für ein angemessenes Taschengeld, an denen man sich orientieren kann, lassen sich aussprechen:

  • ab 4-5 Jahren wöchentlich ca. 1,00 €
  • ab dem 1. Schuljahr wöchentlich ca. 2,00 €
  • 8 bis 9 Jahre wöchentlich ca. 3,00 €
  • 10 bis 11 Jahre monatlich ca. 15,00 €
  • 12 bis 13 Jahre monatlich ca. 17,50 €
  • 14 bis 15 Jahre monatlich ca. 26,50 €
  • 16 bis 17 Jahre monatlich ca. 35,00 €

Und was ist, wenn die Kinder ab ca. 16 Jahre schon ein eigenes Einkommen haben? Dann sollten Sie mit ihnen darüber reden, wie sie ihren Teil zum Familienhaushalt beitragen können.

Das eigene Taschengeld bringt Erfahrung

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Taschengeld. Aber trotzdem sollten Sie sich als Eltern verbindlich an einige Regeln halten. Das Taschengeld gehört - der Name sagt es schon - in die Tasche der Kinder. Sie sollen es nicht sparen müssen, außer wenn sie sich unbedingt etwas Größeres anschaffen wollen. Zum Lernen des Umgangs mit Geld gehört es auch, Fehler zu machen. Also lassen sie ihre Kinder eigene Erfahrungen sammeln. Grundsätzlich sollte das Geld zur freien Verfügung stehen - mal abgesehen von verbotenen oder schädlichen Dingen.

Dafür ist das Taschengeld da!

Das Taschengeld ist alles, aber kein Erziehungsmittel. Drohen Sie also nicht mit dem Entzug des Taschengeldes, wenn das Kind nicht so will, wie Sie wollen oder wenn es z. B. nicht genug für die Schule lernt. Genauso wenig sollten Sie das Geld kurzzeitig erhöhen, wenn das Kind etwas besonders gut gemacht hat. Wenn die Kinder als Jugendliche sich mit einem Job etwas Geld hinzuverdienen, verrechnen Sie das nicht mit dem Taschengeld. Schulsachen, Bekleidung und Fahrgeld gehören auf jeden Fall nicht zu den Ausgaben, für die das Taschengeld da ist. Zahlen Sie das Taschengeld pünktlich aus - auch Ihre Kinder wollen planen. Und - wahrscheinlich das Schwierigste: Springen Sie nicht immer ein, wenn Wünsche zu teuer werden. Auch Verzicht gehört zum Erwachsenwerden. Und außerdem gibt es ja noch die Geburtstage und Festtage wie Weihnachten, die auch, aber nicht nur, mit Geschenken zu etwas Besonderem gemacht werden können.

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