Stimmungsschwankungen: Wenn die Gefühle Achterbahn fahren

Stimmungsschwankungen: Wenn die Gefühle Achterbahn fahren

Ein gemeinsames Kind gehört für viele Paare zu einer glücklichen Familie dazu. Aus diesem Grund ist die Freude über eine Schwangerschaft bei vielen werdenden Eltern unendlich groß. Familie und Freunde werden direkt informiert, es werden Pläne für die Zukunft geschmiedet und man kann die neun Monate kaum abwarten, bis das Baby endlich auf die Welt kommt. Die Zeit der Schwangerschaft ist für Paare sehr aufregend; wenn das eigene Kind auf dem Ultraschallbild das erste Mal zu sehen ist, steigt die Vorfreude scheinbar ins Unendliche. In den ersten drei Monaten sind jedoch auch viele Frauen von der sogenannten Schwangerschaftsübelkeit betroffen. Nach dem Aufstehen setzt sogleich ein flaues Gefühl im Magen ein und auch die Nahrungsaufnahme gestaltet sich zunehmend schwierig. In vielen Fällen kommen zusätzlich Stimmungsschwankungen hinzu. Diese werden häufig durch die hormonellen Umstellungen im Organismus ausgelöst und sind für die meisten Frauen sehr aufwühlend. Der Partner sowie Freunde und Verwandte haben so manches Mal unter den Gefühlswechseln zu leiden. Aber weder Ihr Partner noch die Familie werden Ihnen lange böse sein, denn Veränderungen der Stimmungslage sind in der Schwangerschaft völlig normal. Wer das Gefühl hat, dass sich die Stimmungsschwankungen sehr stark auf den Alltag auswirken und sie sich vielleicht sogar zu einer Depression auswachsen, sollte unbedingt mit dem behandelnden Gynäkologen sprechen und sich Hilfe holen.

Woher kommen Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft?

Für den weiblichen Körper ist eine Schwangerschaft eine große Belastung. Ab dem Tag der Empfängnis beginnt sich der Organismus auf die Geburt vorzubereiten und dies heißt in erster Linie, dass sich der Hormonhaushalt verändert. Es werden nun vor allem die Hormone Östrogen und Progesteron ausgeschüttet, die die Psyche aus dem Gleichgewicht bringen. Stimmungsschwankungen treten meistens in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft auf. In dieser Zeit ist die Umstellung am deutlichsten zu spüren. Danach hat sich der Körper langsam an die neue hormonelle Konstellation gewöhnt. Zudem setzen sich Frauen in der Schwangerschaft oft mit vielen Fragen auseinander: Werde ich eine gute Mutter sein? Wird mein Kind gesund? Ist meine Partnerschaft der neuen Situation gewachsen? Wie wird unsere finanzielle Situation aussehen? Selbst wenn das Baby ein absolutes Wunschkind ist, können sich viele werdende Mütter diesen Fragen nicht entziehen – und das ist auch ganz normal. Die Intensität der Stimmungsschwankungen ist von Fall zu Fall verschieden, denn jeder reagiert anders auf Veränderungen. Setzen Sie sich daher nicht unter Druck und vergleichen Sie sich nicht mit Bekannten oder Freundinnen. Beinahe jede Frau durchläuft während der ersten Schwangerschaftswochen Stimmungsschwankungen, bei denen die Gefühle sprichwörtlich verrücktspielen. Wie sie damit umgeht, muss jede Frau für sich selbst herausfinden. Der eigene Partner oder enge Freunde sollten in dieser Zeit aber Ihr erster Ansprechpartner sein. Verstecken Sie sich nicht und schämen Sie sich nicht für Ihre Gefühle, egal wie negativ sie Ihnen auch erscheinen mögen. Es ist wichtig, diese Empfindungen auszusprechen und Sorgen und Ängste mitzuteilen. Die bekannte Redewendung „sich einfach alles von der Seele reden“ trifft also auch hier zu. Wer sich nicht alleine fühlt und Außenstehende in seine Gedanken einweiht, wird vor den Veränderungen weniger Angst haben. Darüber hinaus ist es hilfreich, seine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben und sich in einem ruhigen Moment damit zu beschäftigen. Abseits eines Stimmungstiefs sehen viele Probleme schon wieder ganz anders aus und manche Sorge wirkt dann wesentlich kleiner. Familie und Freunde sollten die werdende Mutter ernst nehmen und nicht belächeln. Nehmen Sie die Sorgen und Ängste nicht auf die leichte Schulter und versuchen Sie, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Stimmungsschwankungen: Was kann ich dagegen tun?

Gegen Stimmungsschwankungen in der Schwangerschaft gibt es leider kein Patentrezept. Die unkontrollierten Gefühlsschwankungen resultieren auf der hormonellen Umstellung und lassen sich mit Tabletten oder anderen Arzneimitteln nicht in den Griff bekommen. Hilfreich können allerdings beruhigende Tees und Tropfen auf pflanzlicher Basis sein. Wie bei allen Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln in der Schwangerschaft gilt jedoch auch hier, dass die Einnahme vorher unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden sollte. Kräutertees mit Lavendel, Melisse oder niedrig dosiertem Baldrian helfen dem Körper dabei, sich zu entspannen und lassen den Geist zur Ruhe kommen. Außerdem ist Ablenkung immer noch das beliebteste Mittel gegen Stimmungsschwankungen. Hier hilft es zum Beispiel, etwas Sport zu treiben, shoppen zu gehen oder sich einfach mit einer Freundin zum Quatschen zu verabreden. So bekommen die negativen Gefühle und Gedanken nicht die Oberhand und Sie richten Ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge. Nicht zuletzt gibt es für viele Frauen nichts Schöneres, als mit der Einrichtung des Kinderzimmers oder dem Kauf der Baby-Grundausstattung zu beginnen. Wer bemerkt, dass er häufig von Stimmungsschwankungen befallen wird, kann sich auch eine Liste für die grauen Tage zurechtlegen. Notieren Sie Ideen, die Ihnen dann dabei helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Sollten sich Stimmungsschwankungen mit Appetitlosigkeit, Schlafstörungen oder körperlicher Abgeschlagenheit mischen, ist auf jeden Fall ein Arzt zu konsultieren. In seltenen Fällen steigern sich die emotionalen Tiefs nämlich zu einer Depression, bei der nur ein Facharzt helfen kann. Für alle anderen gilt: Versuchen Sie sich auf Ihr Baby zu freuen und nehmen Sie sich in der Schwangerschaft genügend Zeit für sich selbst. Teilen Sie Ihre Gedanken und Ängste mit und lassen Sie sich von Ihrem Partner oder Freunden bei Stimmungsschwankungen helfen.