Sport in der Schwangerschaft

Sport in der Schwangerschaft

Sportlich aktive Frauen müssen in der Schwangerschaft nicht zwangsläufig auf die gewohnte Dosis Training verzichten. Vor allem die werdenden Väter und die Familie machen sich jedoch in diesem Zusammenhang oft Sorgen. Vorurteile gegenüber Sport in der Schwangerschaft sind meist absolut unbegründet. Ein neun Monate währendes „Schonprogramm“ ist nur dann erforderlich, wenn das Risiko einer Frühgeburt besteht.

Sport in der Schwangerschaft hat viele positive Effekte – auf die werdende Mutter und das Ungeborene. Studien ergaben, dass sportlich aktive Frauen tendenziell weniger häufig an Schwangerschaftsdiabetes, Thrombose oder Übergewicht leiden. Sport in angemessenem Umfang ist unbedenklich. Der Embryo hat eine deutlich gesteigerte Toleranz gegenüber Stress. Das permanente Schaukeln beim Sport in der Schwangerschaft verkraftet das Ungeborene sehr gut – es profitiert sogar vom Fitnessprogramm der Mama.

Natürlich sollte es die werdende Mutter mit dem Sport nicht übertreiben. Funsportarten oder ein besonders kräftezehrendes Sportprogramm sind zu vermeiden. Bei sommerlicher Hitze oder klirrend kalten Außentemperaturen sollten sportlich aktive Mütter auf Übungen im Freien verzichten. Generell gilt es, ein ähnliches Training wie vor der Schwangerschaft zu absolvieren – nicht mehr. Der Puls sollte nie 150 Schläge in der Minute überschreiten. Wer sich regelmäßig bis an die Leistungsgrenze auspowert, tut sich und dem Baby nichts Gutes.

Sport in der Schwangerschaft hat viele Vorteile

Schwangeren Frauen, die nachweislich keine Frühgeburt fürchten müssen, empfehlen Experten, Sport zu treiben. Diese Form der körperlichen Betätigung sorgt für den notwendigen Energieschub. Die neun Monate bis zur Entbindung können ganz schön an die körperliche und geistige Substanz gehen. Frauen, die täglich in Bewegung bleiben, meistern das Bergauf und Bergab in der Schwangerschaft leichter. Sport in der Schwangerschaft kräftigt das Herz-Kreislauf-System der werdenden Mutter. Sie fühlt sich länger fit und kämpft nicht ganz so heftig mit der üblichen Schwangerschaftsmüdigkeit. Das regelmäßige Training ist ein wahrer Energie-Kick für die stark beanspruchten Muskeln. Dadurch fällt den Frauen beispielsweise die Bewältigung des anstrengenden Arbeitsalltags um ein Vielfaches leichter.

Sport in der Schwangerschaft ist für eine Frau die optimale Vorbereitung auf die bevorstehende Geburt. Sportlich aktive Frauen haben weniger Probleme bei der Geburt und mit der Regeneration im Anschluss daran. Sie sind ausdauernder und können sich besser konzentrieren. Zusätzlich kann das regelmäßige Training die Beschwerden im Rahmen der Schwangerschaft lindern. Die Muskeln werden gedehnt und optimal auf die Niederkunft vorbereitet. Diese Frauen leiden nicht so häufig unter Rückenschmerzen und Unterleibsschmerzen.

So eine Schwangerschaft kann sich ganz schön in die Länge ziehen. Bei vielen Frauen wird die Vorfreude auf das spannende Ereignis der Geburt bald schon zur nervlichen Zerreißprobe. Die angezeigten Kilos auf der Waage klettern nahezu täglich nach oben. Die Frau fühlt sich schlapp. Keine guten Voraussetzungen für ausgedehnte Touren mit Freunden oder Ausflüge mit der Familie. Dabei kann die sportliche Aktivität die lange Wartezeit sinnvoll verkürzen.

Viele Frauen klagen in der Schwangerschaft über Schlafmangel. Sie haben Probleme einzuschlafen und wachen mehrmals in der Nacht auf. Von erholsamem Schlaf kann keine Rede mehr sein. Sport in der Schwangerschaft schafft Abhilfe. Die Übungen machen die zukünftige Mama so müde, dass sie abends ruhig in die Kissen sinkt. Schwangerschaft und Geburt zählen wohl zu den prägendsten Ereignissen im Leben einer Frau. Mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt – die Stimmungsschwankungen bleiben bei kaum einer Frau in diesem Zustand aus. Sport in der Schwangerschaft bringt die werdende Mami auf andere Gedanken. Die Übungen sorgen für die Ausschüttung des Hormons Serotonin durch das Gehirn. Tanz- und leichtes Aerobic-Training ist die perfekte Waffe im Kampf gegen Schwangerschaftsdepressionen. Zusätzlich wirkt sich Sport in der Schwangerschaft sehr positiv auf das Selbstbewusstsein von Schwangeren aus. Die extremen körperlichen Veränderungen verursachen bei werdenden Müttern nicht nur strahlende Gesichter. Das kann auch zu Frust führen. Mit sportlicher Betätigung ist das Gefühl, unförmig zu sein nicht ganz so ausgeprägt.

Schlussendlich fällt es Frauen, die Sport in der Schwangerschaft treiben, leichter, wieder zu ihrem Wohlfühlgewicht zu gelangen. Grund dafür sind die körperliche Fitness und die kontinuierlich gestärkte Muskulatur.

Leichtes Training tut Mutter und Kind gut

Sport in der Schwangerschaft ist nicht nur gut für die werdende Mutter. Auch dem Ungeborenen tut das körperliche Training sehr gut. Forscher in den Vereinigten Staaten fanden heraus, dass die Herzen dieser Kinder gesünder sind. Die sogenannte Herzrate der Ungeborenen ist bereits im Mutterleib langsamer und viel variabler. Der gleiche Effekt lässt sich bei sportlich aktiven Erwachsenen feststellen. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Hormone, die der Körper der Mutter beim Sport produziert und ausschüttet, über die Plazenta in den Blutkreislauf des Ungeborenen gelangen. Das wiederum stimuliert das Herz des Babys. Selbstverständlich eignet sich nicht jede Übung gleichermaßen. Bei manchen Sportarten besteht Sturzgefahr. Auf Joggen, Aerobic oder Kickboxen sollten Schwangere verzichten. Walking, Schwimmen oder Yoga und Aquajogging sind eher geeignet. Ein angemessenes Krafttraining ist ebenfalls in Ordnung. Es kann natürlich trotz aller Vorkehrungen vorkommen, dass eine schwangere Frau beim Sporttreiben stolpert und hinfällt. Auch hier muss sich die werdende Mama nicht übermäßig Sorgen machen. Frühgeburten werden in den seltensten Fällen durch mechanische Einwirkungen ausgelöst, sondern eher durch biochemische Reaktionen.