Spielerisch aufräumen mit Kindern

Ordnung im Kinderzimmer

Auch wenn viele Eltern diesen Eindruck haben - Kinder sind nicht grundsätzlich unordentlich, sie haben lediglich ein anderes Verständnis von Ordnung als Ihre Eltern. Liegen alle Bausteine auf dem Bett und unter dem Bett Berge von Papier, dann parkt eventuell auch irgendwo ein Müllauto, das diese Müllberge eben säuberlich getrennt und „aufgeräumt“ hat. Am Ende eines Spieltages gibt es oft mehrere solcher Szenarien, die sich meist nicht auf das Kinderzimmer beschränken, sondern sich quer durch die gesamte Familienwohnung ziehen. Das Chaos aufzuräumen überfordert jedes Kind, da es viel zu viel ist, um es zu überschauen und einen Anfang zu finden. Zugleich sind Kinder oft unwillig, die verschiedenen Spielorte aufzuräumen, da sie gern am nächsten Tag weiterspielen wollen. Dennoch können Sie effektiv mit Ihrem Kind aufräumen, wenn Sie einige Ratschläge beherzigen und dem Kind feste Regeln vermitteln. Das oberste Gebot sollte sein, dass erst etwas Neues zum Spielen geholt wird, wenn das eben beendete Spiel weggeräumt wird. Als Ausnahme von dieser Regel darf gelten, dass schön „Gebautes“ wie etwa die Stadt aus Bauklötzen stehen bleiben darf und lediglich etwas beiseite gerückt wird. Diese Ausnahme ist wichtig, denn das kindliche Spiel erstreckt sich oft – mit Unterbrechungen – über mehrere Tage. Mit einem rigorosen Wegräumen aller Dinge würden Sie den kreativen Spielprozess beschneiden, der für die kindliche Entwicklung elementar ist. Alle anderen Aufräumregeln sollten umso spielerischer sein, je kleiner das Kind ist. Vermitteln Sie diese dem Kind bereits frühzeitig, denn auch ganz Kleine können mit knapp einem Jahr bereits zum Aufräumen angehalten werden. Bedenken Sie jedoch, dass die Verantwortung des Aufräumens nicht beim Kind liegt, sondern bei Ihnen. Dennoch darf das Kind ruhig die Konsequenzen des Nicht-Aufräumens erfahren: Kleine Spielzeugteile verschwinden geräuschvoll im Staubsauger oder herumliegende selbstgemalte Bilder landen im Altpapier.

Gemeinsam spielerisch Aufräumen – und das am besten täglich

Planen Sie das gemeinsame spielerische Aufräumen als festen Tagesbestandteil ein. Sinnvoll ist es am Ende des Tages, als letzte „Spielrunde“ aufzuräumen, so ist zumindest für Ordnung bis zum nächsten Tag gesorgt und Sie ersparen es sich, abends aus Versehen auf Spielsachen zu treten. Keine Angst vor dieser schwierig und unüberwindbar scheinenden Aufgabe: Meist reichen 10 Minuten, um das gröbste Chaos des Spieltages zu beseitigen. Sind die Kinder erst an diese Routine gewöhnt, geht das spielerische Aufräumen ohne Diskussion und recht schnell vonstatten. Bevor es an die Beseitigung des Spielchaos gehen kann, sollten Sie Ihrem Kind die Chance geben, zu Ende zu spielen. Für viele Kinder ist es schwer, sich am Ende des Tages aus der Fantasiewelt zu lösen. Kündigen Sie deshalb vor dem Aufräumen an, dass es bald Zeit dazu ist. Signalisieren Sie auch, dass Sie nur alle losen und nicht mehr benötigten Teile und beendete Spiele wegräumen werden. Baut Ihr Kind gerade eine Ritterburg, dann formulieren Sie deutlich, dass diese stehen bleiben darf. Beginnen Sie das Aufräumen mit einem gemeinsamen Spiel: Wer findet alle herumliegenden gelben, roten oder blauen Spielsachen und räumt sie auf? Bei mehreren Kindern können Sie einen kleinen Wettbewerb daraus machen: Jedes Kind wählt eine Farbe und muss alles herumliegende Spielzeug in der entsprechenden Farbe aufräumen. Wer zuerst fertig ist, darf als „Preis“ bestimmen, welche Gute-Nacht-Geschichte gelesen wird. Integrieren Sie auch andere spielerische Aufgaben, um das Aufräumen interessant und nicht als lästige Pflicht zu gestalten: Wer findet die meisten Bausteine oder wer parkt die Autos am schnellsten? Die pure Aufforderung zum Aufräumen überfordert kleine Kinder. Formulieren Sie deshalb konkrete Handlungsanweisungen: Was soll wohin geräumt werden? Stellen Sie jeweils nur eine Aufgabe und warten Sie, bis diese erledigt wurde. Kommentieren Sie das Aufräumen nicht und vor allem kritisieren Sie nicht - das demotiviert und sorgt für Aufräumfrust. Für das Kind ist es stattdessen wichtig, dass auch Sie mitwirken. Entweder Sie helfen dem Kind beim Erfüllen der gestellten Aufgabe oder Sie kommunizieren ganz klar, was Sie in der Zeit aufräumen werden.

Ordnung schaffen ist auch eine Frage der Einrichtung

Spielerisch aufräumen ist einfacher, wenn das Spielzimmer praktisch ausgestattet ist: Große Kisten, die sich einfach ins Regal stellen lassen, sind schnell befüllt und sorgen für rasche Ordnung. Sie können diese gemeinsam mit dem Kind mit Fotos oder Bildern aus einem Spielzeugkatalog bekleben, sodass auch für das Kind auf den ersten Blick erkenntlich ist, was in die jeweilige Kiste gehört. Genügend Regalfläche und Schubladen sind im Kinderzimmer ebenfalls hilfreich. Denken Sie bei der Einrichtung der Räumlichkeiten daran, dass Ihr Kind nur dann beim Aufräumen helfen kann, wenn es den Stauraum für die Spielsachen auch gut erreichen kann. Ein Überangebot an Spielzeug führt nicht nur dazu, dass Ihr Kind weniger engagiert spielen wird, sondern auch dazu, dass das Aufräumen schwieriger, wenn nicht sogar unmöglich wird. Sie sollten aus diesem Grund in regelmäßigen Abständen die Spielzeugbestände überprüfen und entscheiden, welche Dinge aussortiert werden können. Führen Sie diese Ausräumaktion nicht heimlich durch, sondern beziehen Sie das Kind aktiv mit ein. Bitten Sie das Kind, nicht benötigtes und vor allem kaputtes Spielzeug auszusortieren. Sie werden überrascht sein, wie kooperativ sich das Kind zeigt und wie leicht es sich von Überflüssigem trennen kann. Noch leichter fällt das Aussortieren, wenn Sie diese Dinge gemeinsam verkaufen – etwa auf dem nächsten Flohmarkt im Kindergarten - und sich das Kind vom Gewinn etwas Neues aussuchen darf. Bedenken Sie, dass eine perfekt aufgeräumte Wohnung wenig Raum zum kreativen Spiel bietet. Damit nicht alles im kindlichen Spielchaos versinkt, können Sie aber Bereiche definieren, die für Spielzeug tabu sind: So kann die Regel aufgestellt werden, dass der Essbereich und das Schlafzimmer chaosfreie Zonen sind, alle übrigen Räumlichkeiten allerdings nach Herzenslust bespielt werden dürfen. Kinder sind gern da, wo die Eltern sind, deshalb müssen Sie berücksichtigen, dass sich eine Begrenzung des Spielraums auf die Kinderzimmer schwer durchsetzen lässt und auch nicht sinnvoll ist.

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