Sicher auf dem Fahrrad unterwegs

Sobald Ihr Kind alt genug ist, selbstständig stabil zu sitzen, ist es auch alt genug, Sie auf Ihren Touren per Rad zu begleiten. Und Sie selbst erweitern schnell und mit Freude Ihren Aktionsradius gegenüber den Wegen mit dem Kinderwagen. Zu diesem Zweck gibt es einige nützliche Tipps und Ratschläge. Diese helfen Ihnen dabei, die Fahrt für sich selbst und für Ihr Kind sicher zu gestalten.
Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, Ihr Kind auf dem Fahrradsitz oder im Fahrradanhänger mitzunehmen:

Der Fahrradsitz – unterwegs mit dem Klassiker

  • Der Fahrradsitz ist eine praktische, aber nicht die sicherste Lösung.
  • Wer sich dafür entscheidet, sollte auch das passende Fahrrad haben, das mit einem steifen Rahmen, einem kippsicheren Ständer, breiten Reifen und hochwirksamen Bremsen ausgestattet ist.
  • Am besten fragen Sie den Fahrradhändler Ihres Vertrauens, ob Ihr Fahrrad für einen Fahrradsitz "mit Sicherheit" geeignet ist.
  • Speichenabdeckungen schützen die Füße des Kindes.
  • Nach § 21 der Straßenverkehrsordnung müssen Kinder selbstständig stabil sitzen können, bevor sie auf dem Fahrradsitz mitgenommen werden dürfen. Das ist in der Regel zwischen dem neunten und zwölften Monat der Fall. Außerdem dürfen sie nicht älter als sieben Jahre alt sein.
  • Bis zu einem Gewicht von 15 kg darf der Sitz vor dem Lenker entgegen der Fahrrichtung oder zwischen Lenker und Fahrer in Fahrtrichtung angebracht sein.
  • Für den Sitz hinter dem Sattel in Fahrtrichtung gilt ein Höchstgewicht von 22 kg.
  • Alle Sitze müssen der Norm DIN EN 14344 entsprechen – fragen Sie Ihren Fahrradhändler ausdrücklich danach.
  • Die Position hinter dem Fahrer gilt am sichersten, aber sie erleichtert natürlich auf Herrenrädern nicht gerade das Auf- und Absteigen.
  • Verlassen Sie sich auch nicht zu sehr auf den Fahrradständer. Selbst mit einem Doppelständer kippt das Rad schneller als man denkt, vor allem wenn es sich um ein lebhaftes Kind handelt.

Mitnehmen mit dem Fahrradanhänger – komfortabel Radfahren

  • Fahrradanhänger bieten deutlich mehr Sicherheit als Fahrradsitze.
  • Außerdem haben sie den Vorteil, dass Sie mit Ihnen besser auch Einkäufe oder Kinderspielzeug transportieren können.
  • Ihr Kind selbst hat in einem Anhänger mehr Bewegungsfreiheit als in einem Fahrradsitz und es ist besser vor Wind und Wetter geschützt. Gerade längere Fahrten sind damit viel einfacher als mit dem Fahrradsitz.
  • All diese Vorteile erkaufen Sie sich leider mit einem deutlich höheren Anschaffungspreis.

Fahrradanhänger: Finden Sie das passende Modell

Komfortable Fahrradanhänger gibt es in einer Vielzahl von Ausführungen. So können Sie z. B. schon beim ersten Kind zukunftssicher planen und sich einen Zweisitzer anschaffen. Einige Anhänger lassen sich zusammenklappen und so leichter im Auto verstauen. Andere lassen sich mit wenigen Handgriffen zu einem Kinderwagen umbauen.
Im Gegensatz zu Kindersitzen gibt es für Anhänger keine gesetzlichen Vorschriften oder Sicherheitsstandards. Auf einige Dinge sollten Sie trotzdem achten:

  • Eine geschlossene Fahrgastzelle, ein Überrollbügel und Haltegurte schützen Ihr Kind, wenn der Hänger mal ins Kippen kommt.
  • Je niedriger der Schwerpunkt und je breiter die Spur, desto standfester ist er.
  • Die Kupplung sollte direkt mit dem Rahmen verbunden werden, ein Gepäckträger ist zu instabil.
  • Sorgen Sie für zusätzliche Sichtbarkeit des Hängers, z. B. mit Wimpeln und Reflektoren.
  • Fahrradanhänger sind noch nicht so weit verbreitet, dass Autofahrer automatisch darauf achten.

Noch ein paar wichtige Hinweise – sicher ist sicher:

Ob im Anhänger oder auf dem Fahrradsitz, Ihr Kind sollte einen Helm tragen. Um am besten fahren Sie mit gutem Beispiel voran und tragen selbst einen Helm. Das erspart Ihnen vielleicht viele Diskussionen, wenn später das eigene Rad für das Kind ansteht. Außerdem sollten Sie die Schwierigkeit des Fahrens mit Fahrradsitz oder -anhänger nicht unterschätzen. Immerhin ändert sich in beiden Fällen das Fahrverhalten des Fahrrads. Am Anfang sollten Sie mit dem Anhänger einige Leerfahrten unternehmen und sich an das neue Gefühl fürs Bremsen und für Kurvenfahrten gewöhnen. Wer vollkommen sichergehen möchte, kann den Anhänger später auch noch ein wenig beschweren. So trainieren Sie mit einem höheren Gewicht und simulieren spätere Fahrten mit Kind.
Sobald Sie sich an das Fahren mit dem Anhänger oder dem Kindersitz gewöhnt haben, steht einer Tour mit der ganzen Familie nichts mehr im Wege.

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