Schwangerschaftsdiabetes – Hintergründe und Ursachen

Ernährung in der Schwangerschaft: Was braucht mein Kind?

Für werdende Mütter ist das Heranwachsen neuen Lebens in ihrem Bauch etwas Wunderbares. Während neun Monate spüren sie, wie sich ihr Körper langsam verändert. Wenn eine Schwangerschaft regulär verläuft, sind die Glücksgefühle ungetrübt. Manchmal allerdings läuft nicht alles wie geplant. Bei zwei bis zwölf Prozent der werdenden Mütter diagnostiziert der Frauenarzt Schwangerschaftsdiabetes. Die Kohlenhydrat-Stoffwechselstörung ist auch unter dem Namen Gestationsdiabetes bekannt. In der Regel verschwinden die Symptome nach der Geburt des Kindes wieder. Das Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes hängt mit der vermehrten Produktion der sogenannten Schwangerschaftshormone zusammen. Sie bereiten den Körper auf die zusätzliche Belastung vor und sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Schwangerschaft. Durch den Anstieg der Schwangerschaftshormone erhöht sich der Insulinbedarf der werdenden Mutter. Ist ihr Körper mit der Bildung des Hormons überfordert, steigt ihr Blutzuckerwert übermäßig an, was zu Schwangerschaftsdiabetes führt. Schwangerschaftsdiabetes kann bei der werdenden Mutter einen hohen Blutdruck oder eine Blasenentzündung verursachen.

Gibt es Risikofaktoren?

Schwangerschaftsdiabetes kann generell bei jeder werdenden Mutter auftreten. Das Risiko einer Erkrankung erhöht sich bei Frauen, bei denen folgende Faktoren gegeben sind:

  • erhöhtes Gewicht in der Schwangerschaft
  • Auftreten einer Diabetes im familiären Umfeld
  • Geburtsgewicht der werdenden Mutter betrug über 4.000 g
  • Geburtsgewicht eines Kindes lag über 4.000 g
  • Neigung zu Fehlgeburten die werdende Mutter ist älter als 30
  • Glukoseabsonderungen im Harn erhöhte Fruchtwassermenge

Wird Schwangerschaftsdiabetes nicht rechtzeitig erkannt, kann dies Konsequenzen für die Gesundheit von Mutter und Kind haben. Der erhöhte Blutzucker überträgt sich durch die Nabelschnur auf den Körper des Ungeborenen. Die dadurch entstehende vermehrte Aufnahme von Kohlenhydraten verursacht einen Wachstumsschub. Diese unnatürliche Entwicklung muss in jedem Fall Beachtung finden, da Schwangerschaftsdiabetes eine ernst zu nehmende Reifeverzögerung verursachen kann.

Dies liegt zum einen an dem beengten Raum im Bauch der Mutter, der das Kind zusätzlich belastet. Hinzu kommt der Anstieg des Insulinspiegels im Fruchtwasser. Das Ungeborene bewegt sich in der Flüssigkeit und nimmt sie über die Lungen auf. Die darin enthaltene Glukose verhindert eine ausreichende Entwicklung der Lungen. Unbehandelt kann dies zu Atemnot unmittelbar nach der Geburt führen. Auch Fehlbildungen oder Vergrößerungen der Organe können als Folge des erhöhten Insulinspiegels auftreten. Die übermäßige Größe des Kindes macht zudem oftmals einen Kaiserschnitt erforderlich, da eine natürliche Geburt meist mit Komplikationen verläuft.

Nicht immer ist es leicht, eine Schwangerschaftsdiabetes ohne ärztliche Diagnose zu erkennen. Mütter, die unter Schwangerschaftsdiabetes leiden, entwickeln einen großen Durst. Auch müssen sie sehr oft zur Toilette und fühlen sich abgeschlagen. Diese Anzeichen treten in der Regel jedoch erst mit fortschreitender Erkrankung auf. Der Beginn der Stoffwechselstörung wird von Müttern in der Regel nicht wahrgenommen, da sie keine Veränderung ihrer Befindlichkeit spüren. Auch erste Anzeichen können als typische Schwangerschaftsbeschwerden gedeutet werden. Leider erfolgt vielfach erst bei einem Abgang die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes. Doch selbst wenn dieser Fall nicht eintritt, sind die oben genannten Risiken für das Ungeborene bei einer zu spät erkannten Erkrankung häufig nicht mehr zu vermeiden.

Wird Schwangerschaftsdiabetes rechtzeitig erkannt und behandelt, lässt sich die Erkrankung relativ schnell in den Griff bekommen. Daher sind besonders bei Risikopatientinnen Vorsorgeuntersuchungen notwendig. Aber auch gesunde Mütter sollten sich sicherheitshalber testen lassen. Derartige Untersuchungen werden erstmals zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche vom behandelnden Frauenarzt durchgeführt. Mithilfe eines sogenannten Suchtests ermittelt der Arzt das anamnestische Risiko der Schwangeren. Dabei nimmt sie einen Glukosetrunk mit einer Glukosemenge von 50 g zu sich. Nach ca. einer Stunde erfolgt eine Messung des Blutzuckerspiegels. Fällt dieser negativ aus, so ist die Untersuchte in der Lage, die Glukose abzubauen.

Um sämtliche Risiken einer Erkrankung an Schwangerschaftsdiabetes auszuschließen, sollte der Test zwischen der 32. und der 34. Schwangerschaftswoche wiederholt werden. Ergibt sich ein Blutzucker-Wert von über 140 mg/dl, legt dies den Verdacht einer vorliegenden Schwangerschaftsdiabetes nahe. In diesem Fall wird mit einem Glukose-Toleranztest die Fähigkeit des Körpers überprüft, innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine bestimmte Menge Insulin abzubauen. Dazu wird eine Glukose-Gabe von 75 g oral eingenommen. Die auf nüchternen Magen durchgeführte Untersuchung erfolgt in mehreren Etappen, in denen jeweils der Blutzuckerspiegel gemessen wird.

Bestätigt sich der Verdacht, lässt sich der Blutzuckerwert in den meisten Fällen auf natürliche Weise und ohne Medikamente regulieren. Als erste Maßnahme verordnen Ärzte eine Ernährungsumstellung. Ein Ernährungsexperte steht der Schwangeren während der Umstellung zur Seite. Vor allem Nahrungsmittel, die reich an komplexen Kohlenhydraten sind, eignen sich hervorragend zur Therapie. Die Aufteilung der täglichen Nahrungsaufnahme auf fünf kleinere Mahlzeiten beugt einem übermäßigen Anstieg des Glukosewertes vor. Auch eine moderate sportliche Betätigung kann die Werte wieder normalisieren. Natürlich sollten sich werdende Mütter dazu zunächst von ihrem Arzt beraten lassen. Gefährlichere Sportarten wie Ski fahren oder Reiten sind in dieser Zeit tabu. Ein leichtes Ausdauertraining verbessert das Wohlbefinden und unterstützt die Normalisierung des erhöhten Blutzuckerwertes. Einen besonders positiven Effekt haben Sportübungen, die nach dem Essen ausgeführt werden. Lediglich bei 20 Prozent der an Schwangerschaftsdiabetes Erkrankten ist eine weitergehende Behandlung erforderlich. Um Diabetes in schwerwiegenden Fällen in den Griff zu bekommen, erhalten werdende Mütter Insulinspritzen. Eine regelmäßige Gabe über den Tag verteilt gleicht den Mangel des Hormons aus.

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