Schulangst oder Faulheit: Was bereitet meinem Kind Sorgen?

Rollenverteilung Geschwister

Für die ganze Familie ist es in der Regel eine große Freude, wenn ein Kind in die Schule kommt. Die Kleinen freuen sich darauf, endlich Lesen und Schreiben zu lernen; Eltern und Großeltern sehen mit dem Eintritt in das Schulalter einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Entsprechend groß wird die Einschulung oftmals gefeiert und die ersten Wochen sind sehr aufregend. Jeden Tag gibt es etwas Neues zu erzählen, Freundschaften werden geschlossen und schon bald können die Kinder ihren eigenen Namen schreiben. Nach einer gewissen Zeit stellt sich allerdings der Alltag ein und manche Kinder gehen nicht mehr so gern zur Schule. Dies kann auf der einen Seite daran liegen, dass sie das unbeschwerte Spielen und den Kindergarten vermissen. Für Kinder ist der Schulbeginn schließlich häufig sehr anstrengend und sie sind zum ersten Mal mit einer Leistungssituation konfrontiert. Zum anderen kann keine Lust auf die Schule aber auch tiefere Gründe haben. Wenn Kinder zusätzlich morgens Bauschmerzen haben und mitteilen, dass sie nicht mehr in die Schule gehen möchten, stellen sich Eltern die Frage: Hat mein Kind Angst vor der Schule oder ist es nur eine Art von Faulheit? Ob es sich tatsächlich um Schulangst oder Faulheit handelt, lässt sich in der Regel nicht so einfach beantworten. Sie sollten sich bei vermehrten Anzeichen mit Ihren Kindern auseinandersetzen und nach möglichen Problemen fragen. Wenn Sie die Probleme der Kleinen nicht ernst nehmen, wird sich eine mögliche Angst vor der Schule sehr schnell verfestigen und sich negativ auf die Noten auswirken. Zudem kann eine unbeachtete Schulangst im schlimmsten Fall auch zu einer echten Lernschwäche führen. Wenn Ihr Kind oft sagt, dass es die Schule nicht mag oder vor dem Unterricht Kopf- oder Bauchschmerzen hat, gilt es behutsam herauszufinden, ob es sich um Schulangst oder bloße Faulheit handelt.

Schulangst oder Faulheit: Wie erkenne ich den Unterschied?

Wenn Sie sich um das Wohlergehen Ihres Kindes sorgen und die möglichen Probleme ernst nehmen, haben Sie bereits mit der Lösung der Situation begonnen. Besonders auffällig ist es, wenn Kinder eigentlich stets gern in die Schule gegangen sind. Wer mit Spaß und Fleiß gelernt und die Hausaufgaben gemacht hat, hört nicht plötzlich damit auf. Dass Kinder von Zeit zu Zeit Schwankungen erleben und mal mehr, mal weniger Interesse an der Schule haben, ist völlig normal. Sobald jedoch körperliche Beschwerden auftreten, sollten Sie aufmerksam sein. Fragen Sie Ihr Kind am besten nicht direkt, ob es Angst vor der Schule hat. Auf diese Weise konfrontieren Sie die Kleinen zu offensiv mit dem Problem und sie werden sich noch mehr verschließen. Besser ist es, langsam und mit Bedacht gerade dann vorzugehen, wenn die Kinder noch in der Grundschule sind.

Gute Ansatzpunkte sind zum Beispiel folgende Fragen:

  • Welches Fach magst du am liebsten?
  • Hast du viele Freunde in der Schule?
  • Findest du deine Lehrerin nett?
  • Macht dir der Unterricht Spaß?

Ausgehend von den Antworten können Sie meistens recht schnell auf den Gemütszustand der Kinder schließen. Wer viel zu erzählen hat und Fragen nicht ausweicht, der hat meistens auch keine Angst und nur keine Lust auf die Schule. Sollten Sie weiterhin Zweifel haben, schreiben Sie sich auf, wann Ihr Kind beispielsweise über Bauch- oder Kopfschmerzen klagt. Sollten die Schmerzen nur an Wochentagen auftreten und in den Ferien verflogen sein, lässt dies auf ein Problem in der Schule schließen. Ob es sich bei den Problemen von Kindern um Schulangst oder Faulheit handelt, zeigt sich ebenfalls im sozialen Verhalten der Kleinen. Bei einer starken Schulangst ziehen sich Kinder gleichzeitig in der Freizeit zurück und möchten mit ihren Gedanken alleine sein. Kinder, die keine Freunde mehr treffen möchten und kein Interesse an ihren Hobbys haben, leiden oft unter einer ausgeprägten Schulangst. Ein letzter Tipp: Achten Sie darauf, ob sich körperliche Beschwerden tatsächlich nur auf die Schultage beziehen, und suchen Sie im Zweifelsfall lieber einen Arzt auf, der andere Ursachen ausschließt.

Was tue ich, wenn mein Kind Schulangst hat?

Kinder, die tatsächlich Angst vor der Schule haben, brauchen Unterstützung und Verständnis. Es gilt hier in erster Linie herauszufinden, wovor sich die Kleinen fürchten. Oft bezieht sich die Angst auf ein mögliches Versagen oder schlechte Noten. Wer vielleicht an der Tafel etwas schreiben oder vorrechnen soll, läuft bei einem Fehler Gefahr, ausgelacht zu werden. Ähnlich kann es sich beim Lesen verhalten. Hier ist es hilfreich, den Kindern zu vermitteln, dass Fehler zum Lernen dazugehören und auch Erwachsene Fehler machen. Für problematische Fächer können Sie natürlich gemeinsam Lernen und Ihren Kindern so Sicherheit geben. Probleme mit anderen Schülern sind ebenfalls häufig für Schulangst verantwortlich. Wer ausgelacht oder auf dem Pausenhof lächerlich gemacht wird, geht einfach nicht gerne in die Schule. In solchen Fällen ist es anzuraten, sich an die Lehrer zu wenden und nach dem Verhalten der Schüler untereinander zu fragen. Ein Gespräch mit den Eltern des betreffenden Kindes ist außerdem ein guter Lösungsansatz. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Kinder lernen, sich zu wehren. Ein Kurs zur Stärkung des Selbstvertrauens oder der Besuch eines Sportkurses kann für mehr Selbstbewusstsein sorgen. Wenn sich die Unlust auf die Schule allerdings nicht auf Schulangst, sondern auf Faulheit zurückführen lässt, müssen Sie dennoch mit Ihren Kindern sprechen: Auch für die Faulheit gibt es einen tiefer liegenden Grund. Erklären Sie den Kleinen, dass das Lernen nicht immer einfach ist und die Schule nicht immer nur Spaß machen kann. Oft hilft es, wenn Sie zeigen, dass es Ihnen früher genauso ging. Dies verdeutlicht den Kindern, dass Sie mit Ihrer Unlust nicht allein sind. Entwickeln Sie nicht zuletzt Strategien, um Kindern die Schule interessanter zu machen. Kleine Geschenke für gute Noten können hierfür ein gutes Ventil sein. Belohnen Sie freiwillig erledigte Hausaufgaben mit dem Lieblingsessen oder erlauben Sie, am Wochenende ausnahmsweise eine Stunde länger aufzubleiben. Lernen Sie die Zeichen Ihrer Kinder zu deuten und fragen Sie sich, warum Kinder in der Schule Schwierigkeiten haben könnten. Durch Gespräche und das Beobachten des Verhaltens werden Sie in der Regel schnell feststellen, ob Ihr Kind Schulangst hat oder lediglich ein wenig faul ist.

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