Schluckauf beim Baby – kein Grund zur Sorge

Gelbsucht bei Neugeborenen

Bereits im Mutterleib unternimmt der Embryo Atemübungen, er hebt dabei seinen Brustkorb und senkt ihn. Da im Bauch keine Atemluft zirkuliert, wird Fruchtwasser durch den Atemkreislauf des Ungeborenen gepumpt. Die Atemmuskulatur kann so bereits trainiert werden und übt die späteren Bewegungen ein. Bei diesen Übungen entsteht durch das Pumpen des Zwerchfells Luft, die aus dem Körper des Ungeborenen entweicht, und zu Schluckauf führt. Bereits ab der 9. Schwangerschaftswoche haben Embryos Schluckauf, den die werdende Mutter aber erst sehr viel später, etwa um die 28. Woche herum, wahrnehmen wird. Die zarten Erschütterungen des Schluckaufs sind für das Ungeborene absolut unbedenklich und auch für die werdende Mutter weder schmerzhaft noch sonderlich unangenehm. Das Atemtraining ist nach der Geburt zwar abgeschlossen, jedoch ist das Zwerchfell eines Neugeborenen noch nicht völlig ausgereift. Kleinere Fehler treten dann auf, wenn sich die Muskeln des Zwerchfells unregelmäßig zusammenziehen. Diese kommen besonders häufig nach dem Stillen zustande, da dies die regelmäßige Atmung unterbricht: Zusätzlich zur zirkulierenden Atemluft, die mit der Nase aufgenommen wird, werden auch Flüssigkeiten wie Milch und damit auch häufig Luft durch den Mund aufgenommen. Beim Schluckauf atmet das Baby ein und durch das Zusammenziehen der Atemmuskulatur schließt sich der Kehlkopfdeckel. Die eingeatmete Luft prallt gegen die Barriere des geschlossenen Kehlkopfdeckels und erzeugt den Schluckauf.

Vom Nutzen des Schluckaufs für das Baby

Auch wenn viele junge Eltern häufig mitleiden, der Schluckauf ist vollkommen unbedenklich; er ist sogar ein nützlicher Schutzmechanismus für Ihr Kind. Dadurch, dass der Kehlkopfdeckel fest verschlossen ist, kann die Luft nicht ausgeatmet werden und erzeugt die typischen Hickser für den Schluckauf. Der Verschluss verhindert aber nicht nur das Herausströmen der Atemluft, sondern auch das der Milch. Schluckauf schützt das Neugeborene damit wirkungsvoll vor einem Rückfluss des Mageninhaltes in die Speiseröhre. Diese als Reflux bezeichnete Störung könnte für das Kind gefährlich werden und sogar zur Erstickung führen. Der Schluckauf bewahrt effektiv vor diesem Phänomen. Für das noch nicht vollständig entwickelte Zwerchfell hat der Schluckauf zudem eine trainierende Wirkung: Die Muskulatur des Zwerchfells und auch die, der Rippen werden durch die Abwechslung von Spannung und Anspannung zum Wachstum angeregt.

Effektive Mittel gegen Schluckauf des Babys

Für das Baby selbst ist der Schluckauf weniger störend als für die Eltern. Wenn Sie Ihr Kind genau beobachten, werden Sie feststellen, dass es kaum darauf reagiert, denn der Schluckauf ist nicht schmerzhaft. Sie müssen deshalb nicht unbedingt etwas dagegen tun; der Schluckauf beim Baby geht von allein weg. Es gibt einige Ausnahmen, in denen es sinnvoll ist, dem Schluckauf vorzubeugen oder aber diesen schnellstmöglich zu beendet. Einige Babys haben so heftigen Schluckauf, dass sie spucken müssen und oftmals einen Großteil der eben zu sich genommenen Stillmahlzeit wieder herausbringen. Wollen Sie aktiv gegen den Schluckauf des Babys tätig werden, dann wenden Sie in keinem Fall Tipps an, die man Erwachsenen bei Schluckauf empfiehlt. Besser Sie probieren es mit einem der folgenden Mittel:

  1. Stillen Sie das Baby erneut. Ein langsames Trinken, das nicht durch Hunger hastig geleitet ist, reguliert die Atmung. Das Zwerchfell wird sich beruhigen und entspannen. Nach dem Stillen sollten Sie das Baby noch eine Weile tragen. Einige Kinder machen ein Bäuerchen, andere nicht. In jedem Fall sollten Sie das Neugeborene nicht sofort ablegen, sondern Zeit geben, um das Getrunkene etwas verdauen zu können.
  2. Für eine Entspannung der Zwerchfellmuskulatur können Sie auch durch ein sanftes Wiegen oder eine leichte Massage sorgen. In jedem Fall hilft die körperliche Nähe zur Bezugsperson. Das Tragen im Arm oder auch im Tragetuch bringt oftmals sehr rasche Abhilfe.
  3. Anspannungen, die für Schluckauf verantwortlich sind, können auch durch Temperaturunterschiede ausgelöst werden. Im Kinderwagen an kalten Tagen kann eine Wärmflasche sehr hilfreich sein: Auf diese Weise lässt sich Schluckauf vorbeugen. Hat das Baby bereits Schluckauf, dann kann Wärme helfen: Ein warmes Dinkelkissen auf dem Bauch wirkt oft sehr schnell und beruhigt. Bei Schluckauf des Babys, der mit Spucken einhergeht, sollten Sie zudem versuchen, die Stillposition zu variieren. Oftmals ist ein übermäßiges Schlucken von Luft für diese starke Reaktion verantwortlich. Bewährt hat es sich das Kind entweder im Liegen zu stillen oder alternativ in der „Fußballer“-Position. Bei dieser Stillhaltung befinden sich die Beine des Babys seitlich hinter der Hüfte der Mutter. Das Kind wird gehalten wie ein Fußball: unter dem Arm. Der Kopf des Kindes muss zudem abgestützt werden, weshalb ein Stillkissen oder ein anderes Polster sehr ratsam ist. Neben einem Wechsel der Stillposition kann auch ein häufigeres Aufstoßen des Babys zu einer Besserung dieser sehr starken Schluckaufreaktion führen. Unterbrechen Sie das Stillen, nachdem das Baby seinen ersten großen Hunger befriedigt hat, und lassen Sie es Bäuerchen machen. Stillen Sie anschließend weiter und lassen Sie es nach dem Ende der Mahlzeit erneut aufstoßen. Sehr heftiger Schluckauf wird auch dann verursacht, wenn die zugeführte Nahrungsmenge sehr hoch ist. In diesem Fall kann es helfen vor dem Stillen etwas Milch aus der Brust auszustreichen, damit der starke Druck zunächst weg ist und das Kind langsamer trinken kann.

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