Stillen trotz Beruf: So funktioniert der Spagat zwischen Baby und Arbeitsplatz

Baby stillen

Das volle Stillen im ersten Lebenshalbjahr eines Kindes wirkt sich äußerst positiv auf dessen gesundheitliche Entwicklung aus. Die Muttermilch ist optimal auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes abgestimmt. Das Stillen beugt nicht nur möglichen Infektionen oder Übergewicht vor, sondern schützt die Kleinen ebenso vor zahlreichen Erkrankungen. Somit bieten Mütter ihrem Baby mit der natürlichen Ernährung mit Muttermilch die besten Voraussetzungen für einen gesunden Start ins Leben.

Beim Stillen genießen die Kleinen die Nähe der Mutter. Für Mütter bietet das Stillen viele gesundheitliche Vorteile. Frauen, die ihr Kind stillen, minimieren ihr Brustkrebs- und Eierstockkrebs-Risiko. Sie leiden tendenziell seltener an Osteoporose, Herz- Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen.

Einige Mütter entscheiden sich sehr früh zur Wiederaufnahme ihrer Berufstätigkeit. Das bedeutet aber nicht, dass sie deswegen auf das Stillen verzichten müssen. In der Abwesenheit der Mutter kann das Baby abgepumpte Muttermilch aus der Flasche genießen. In der restlichen Zeit wird das Kind weiterhin wie gewohnt gestillt. Somit profitieren die Kleinen durchgehend von den positiven Eigenschaften der Muttermilch.

Gute Vorbereitung erleichtert stillenden Müttern den beruflichen Wiedereinstieg

Sprechen Sie am besten frühzeitig mit dem Arbeitgeber ab, dass Sie bei Ihrem Wiedereinstieg in den Job stillen möchten. In einigen Unternehmen gibt es spezielle Angebote, die das Stillen trotz Beruf ermöglichen. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten und separate Räumlichkeiten, in denen die Frauen ungestört Muttermilch abpumpen können.

Falls solche mütterfreundlichen Bedingungen nicht gegeben sind, ist der Arbeitgeber laut Mutterschutz dazu verpflichtet, diese zu schaffen. Der stillenden Arbeitnehmerin sind entsprechende Stillpausen zuzugestehen. Ferner muss sie die Möglichkeit erhalten, in einem Raum Muttermilch für ihr Baby abzupumpen.

Auch für Unternehmen ist es von Vorteil, wenn die Frauen die Möglichkeit haben zu stillen. Denn Stillkinder werden weniger oft krank, wodurch die Frau seltener ausfällt. Zudem erübrigt sich durch die frühe Wiederaufnahme der Arbeit das zeitaufwendige Einarbeiten eines neuen Mitarbeiters. Die Firma kann weiterhin auf das Wissen, die Kompetenz und den Erfahrungsschatz der Arbeitnehmerin bauen.

Die optimale Betreuung für das Baby

Mütter sollten sich rechtzeitig überlegen, in welcher Form die Kleinen während der Arbeitszeiten betreut werden. Zum einen besteht die Möglichkeit, das Baby durch die Großeltern oder ein Au-pair beaufsichtigen zu lassen. Auch die Betreuung in einer Kinderkrippe oder eine Tagesmutter ist eine Option. Dabei ist es wichtig, die individuellen Stillziele mit der jeweiligen Betreuungsperson klar zu besprechen.

Gerade bei sehr kleinen Kindern ist eine einfühlsame und kontinuierliche Betreuung von Bedeutung. Es sind auch Absprachen möglich, dass das Baby zum Stillen an den Arbeitsplatz gebracht wird. Liegt eine Stillmahlzeit in der Nähe der Abholphase des Kleinen, sollte die Betreuungsperson dem Baby nur eine kleine Menge an Muttermilch geben. So kann die Still-Mama ihrem Kind gleich die Brust geben.

Mütter können ihre Kleinen auch mit zur Arbeit nehmen. Für diese Varianten entscheiden sich häufig Frauen, die selbstständig tätig sind. Diese Lösung ist gerade für Babys vor dem Krabbelalter zu empfehlen.

Stillen trotz Beruf: praktische Tipps

Die Mutter sollte ein bis zwei Wochen vor dem Wiedereinstieg in das Berufsleben mit dem turnusmäßigen Abpumpen der Muttermilch beginnen. Dadurch wird die weibliche Brust auf den bevorstehenden Stillrhythmus eingestimmt. Zum einem können Mütter die Muttermilch mit der Hand sanft ausstreichen. Eine andere Option ist das Abpumpen mit Hilfe einer Milchpumpe. Hierfür eignen sich besonders Doppel-Pumpen-Systeme. In den meisten Fällen empfiehlt sich das Anlegen eines Muttermilchvorrats. Bei + 4 Grad Celsius kann die Milch etwa 72 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden. Im Gefrierschrank ist Muttermilch bei konstanten -18 Grad Celsius ein halbes Jahr haltbar. Frauen, die am Arbeitsplatz abpumpen, müssen darauf achten, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Muttermilch kann erst in einem Kühlschrank gelagert und anschließend zwischen Kühlaggregaten nach Hause transportiert werden.

In der Regel sind keine Schwierigkeiten beim Wechsel zwischen Mutterbrust und Flasche zu erwarten, wenn das Kleine ohne Probleme an der Brust trinkt. Alternativ ist das Füttern mit einem kleinen Löffel oder einem Becher möglich. Kinder über sechs Monate können in der Zeit ohne Mama Beikost bekommen. Das Kleinkind kann ebenso ungesüßten Tee oder stilles Wasser trinken.

Entstehen dem Baby Nachteile, wenn die Mutter stillt und berufstätig ist?

Bei der richtigen Organisation müssen Mutter und Kind keine Nachteile fürchten. Beim Stillen werden Babys optimal ernährt - auch, wenn die eingefrorene Muttermilch nicht ganz so gehaltvoll ist wie frische. Zudem müssen sie nicht auf Mamas Nähe verzichten und finden weiterhin Trost an der Brust der Mutter.

Natürlich dauert es eine Weile, bis sich alles eingespielt hat. Aber mit der Zeit wird das Stillen trotz Beruf zur Routine.

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