Richtig reagieren, wenn das Baby oder Kleinkind einen Gegenstand verschluckt

Tragetücher

Babys in der „oralen Phase“ erkunden Dinge gern mit dem Mund, da dieser zu Beginn wesentlich mehr Sinneszellen aufweist als beispielsweise die Handinnenflächen. Vorsicht gilt allerdings bei kleinen Gegenständen, die versehentlich verschluckt werden können. Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern lässt sich ein ungewolltes Verschlucken von Dingen nicht immer verhindern. Besonders gefährdet sind Kinder im zweiten und dritten Lebensjahr, die gerne Spielzeugteile im Mund sammeln. Häufig verschlucken sie auch Münzen oder Murmeln. Dass ein Gegenstand verschluckt wurde, kann sich durch Husten und Würgen andeuten. Läuft das Gesicht bläulich an, dann hat sich der Gegenstand unter Umständen im Kehlkopf festgesetzt. Doch nicht immer bemerken Eltern, dass ihr Kind etwas verschluckt hat: Dies offenbart dann erst der Windelwechsel. So werden die meisten verschluckten Gegenstände auch ohne Probleme auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden. Nur in wenigen Fällen ist ein medizinischer Eingriff notwendig.

Erste Hilfe bei einem verschluckten Gegenstand

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind einen Gegenstand verschluckt hat, sollten Sie Ruhe bewahren. Die meisten Gegenstände passieren den Darm, ohne ihn zu verletzen und werden auf natürlichem Wege ausgeschieden. Als Faustregel gilt, dass Münzen mit einem Durchmesser bis etwa 2 cm (das sind alle Münzen aus Kupfer und 10-Cent-Münzen) den Magen und Darm eines Kindes problemlos passieren können. Eine Röntgenuntersuchung sollte gründlich erwogen werden. Im Normalfall ist das frühestens nach sieben bis elf Tagen empfehlenswert. Voraussetzung ist natürlich, dass es dem Kind gut geht. Bei den meisten Verschluckungsvorfällen reicht die gründliche Kontrolle des kindlichen Stuhls durch die Eltern. Schwieriger wird es, wenn weiche Fremdkörper wie beispielsweise Saugerteile verschluckt wurden. Diese können sich in der Speiseröhre festsetzen und dort lange Zeit unbemerkt hängen bleiben. Sie müssen aber so schnell wie möglich entfernt werden, um eine entzündliche Reaktion der Schleimhäute der Speiseröhre zu vermeiden. Entfernt werden kann der Fremdkörper im Krankhaus mithilfe einer Endoskopie, die unter Narkose durchgeführt wird. Gefährlich ist es zudem, wenn Batterien verschluckt wurden, da diese elektrische Verbrennungen an den Schleimhäuten verursachen können. Auch verschluckte Magnete können zu schweren organischen Schäden führen.

In all diesen schwerwiegenden Fällen sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren. Sind Sie unsicher, ob der verschluckte Gegenstand einen Arztbesuch notwendig macht, hilft auch ein Anruf bei der Vergiftungs-Notfallzentrale. Stellen Sie allerdings Warnsymptome beim Kind fest, wie beispielsweise starke Unruhe, Schmerzen, Übelkeit mit und ohne Erbrechen oder starken Speichelfluss, dann sollte Sie rasch handeln und sofort den Notarzt rufen. In keinem Fall sollten Sie versuchen, beim Kind Erbrechen herbeizuführen. Das kann starke Verletzungen durch den verschluckten Fremdkörper verursachen. Auch auf die Gabe eines Abführmittels sollten Sie in jedem Fall verzichten. Hat der Fremdkörper den Magen erreicht, dann kann bedenkenlos vier Wochen abgewartet werden, ob er ausgeschieden wird. Im Normalfall geschieht das ohne weitere Komplikationen. In sehr seltenen Fällen können sich Fremdkörper im Blinddarm verfangen und dort zu Reizungen oder Entzündungen führen. Wenn sich der Gegenstand im Enddarm festgesetzt hat, äußert sich das in starken Bauchschmerzen oder auch in einem Darmverschluss. Mit einem wirkungsvollen Einlauf kann der Fremdkörper einfach und schmerzfrei entfernt werden.

Wichtige Informationen im Notfall bereithalten

Wenn es durch den verschluckten Gegenstand zu einem Notfall kommt, sollten Sie dem Arzt möglichst viele Angaben machen können: Welche Art Fremdkörper wurde verschluckt? Geben Sie die Größe, das Material, die Oberflächenbeschaffenheit und auch die Form möglichst genau an. Es kann durchaus hilfreich sein, wenn Sie ein Vergleichsobjekt für den Arzt dabei haben. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass es sich unter Umständen auch um mehrere verschluckte Kleinteile handeln kann. Weiterhin von Bedeutung ist der Zeitpunkt des Verschluckens. Der Arzt kann so Rückschlüsse darauf ziehen, ob sich der Fremdkörper noch im Magen oder bereits im Verdauungstrakt befindet. Sollte ein operativer Eingriff zum Entfernen des Fremdkörpers notwendig sein, ist es hilfreich, den Zeitpunkt der letzten Nahrungsaufnahme zu kennen. Diese Information ist relevant, falls eine Narkose wie etwa bei einer Endoskopie, eingeleitet werden muss. Der Arzt wird durch ein Abtasten des Bauches versuchen, akute organische Probleme zu erkennen. Hat sich der Gegenstand im Bauch verkeilt, dann lässt sich das beispielsweise daraus ableiten, dass das Kind Bauchschmerzen hat, die auf Druck stärker werden. Unter Umständen kann die Lage eines großen und scharfkantigen Fremdkörpers auf diese Weise auch ertastet werden. Außerdem untersucht der Arzt den Mund- und Rachenraum nach Verletzungen, die durch das Verschlucken großer Gegenstände entstanden sein können.

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