Mit Geld verantwortlich umgehen

Die Fähigkeit, verantwortlich mit Geld umzugehen, ist wichtig für das ganze Leben. Diese Fähigkeit besitzt man nicht einfach, man muss sie erlernen. Schon während der Grundschulzeit bietet sich die Gelegenheit dazu.
Geld zu haben ist keine Selbstverständlichkeit. Diese Erfahrung machen auch Kinder schon früh. Oft haben Sie besondere Herzenswünsche – das Spielzeugauto, die Puppe oder ein besonderes Paar Schuhe – und die werden ihnen nicht erfüllt, mit der Begründung, sie seien zu teuer oder, „man könne eben nicht alles haben“. Was diese Aussagen bedeuten, können Kinder erst ermessen, wenn sie selbst über ihr eigenes Geld verfügen. Der kleine Paul hat von seiner Oma zwei Euro in die Hand gedrückt bekommen. Er fühlt sich reich beschenkt und hat schon große Pläne mit dem Geld: die Sammelkarten zur Europameisterschaft, das Polizeiauto mit funktionierendem Blaulicht und die Schokolade, die immer so schön knackt. Beim nächsten Einkauf mit den Eltern ist die Gelegenheit endlich gekommen. Doch dann die Enttäuschung: Die Eltern erklären ihm, dass das Geld nicht für alles reicht. Er muss sich entscheiden: Sammelkarten, Auto oder Schokolade. Sobald er sich einen Wunsch erfüllt, muss Paul also auf die beiden anderen verzichten. Eine harte Lektion – aber sie lehrt, ein Gefühl für den Wert des Geldes zu bekommen. Die Menge des Geldes ist begrenzt und zu einem verantwortlichen Umgang damit gehört eben auch die Erfahrung, dass man jeden Euro nur einmal ausgeben kann.

Taschengeld als Voraussetzung

Spätestens mit dem Beginn der Schulzeit sollten Eltern ihren Kindern ein Taschengeld geben. Zwar ist ebenso denkbar, dass Kinder kein Taschengeld erhalten, aber jederzeit die Eltern nach Geld fragen können. Doch das fördert nicht gerade den verantwortlichen Umgang mit Geld. Die genaue Höhe des Taschengeldes ist natürlich unterschiedlich. Als Richtwerte sollten 6- bis 7-jährige 1,5 - 2,00 Euro, 8- bis 9-jährige 2,00 - 3,00 Euro in der Woche und 10-jährige 12,00 - 14,00 Euro im Monat erhalten. Es ist wichtig, dass Kinder ihr Taschengeld regelmäßig und pünktlich ausgezahlt bekommen, auch ohne dass sie nachfragen müssen. Grundsätzlich sollten die Kinder frei entscheiden können, was sie von ihrem Taschengeld kaufen. Das gilt in der Regel auch für das Geld, dass ihnen von Verwandten zugesteckt oder an Festtagen geschenkt wird. Schulsachen, Nahrung und Kleidung brauchen natürlich nicht vom Taschengeld bezahlt zu werden. Wie Kinder mit ihrem Geld umgehen, ist völlig unterschiedlich. Einige geben es sofort aus, andere verteilen die Ausgaben geschickt über die Woche hinweg und den nächsten gelingt es, sich über längere Zeit etwas für die Erfüllung größerer Wünsche zurückzulegen. Eltern sind gut beraten, sich das Ganze erst einmal eine Weile anzuschauen. Wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Kind nicht allein zurechtkommt, sollten sie mit dem Kind sprechen und ihm andere Möglichkeiten aufzeigen.

Von Sparschweinen und -konten

Das klassische Sparschwein ist immer noch eine gute Hilfe dabei, Geld für später zu sparen. Einerseits ist an das einmal eingeworfene Geld nicht mehr so leicht heranzukommen, andererseits macht es Kinder auch stolz, wenn das Sparschwein langsam an Gewicht zulegt. Noch „bedeutsamer“, aber auch komplizierter ist ein eigenes Konto bei der Bank oder Sparkasse.
Wenn ein Kind regelmäßig Probleme damit hat, mit dem ihm zur Verfügung stehenden Geld zu haushalten, sollte man ihm vorschlagen und schließlich dabei helfen, ein Ausgabenbuch zu führen. Nebenbei lässt sich auf diese Weise noch praktisch vorführen, wie nützlich das Rechnen ist. Wenn Eltern meinen, dass ihr Kind reif genug ist oder selbst Interesse zeigt, können sie ihm auch mehr über die Geschichte des Geldes erzählen: von reinen Tauschgeschäften in alten Zeiten über Münzen aus echtem Gold bis zu dem „virtuellen Geld“ heutiger Tage. Das sollte man natürlich in Maßen tun. Doch schon 8-jährige können diese Dinge bereits in Grundzügen verstehen und nachvollziehen. Es ist auch nicht so schlimm, wenn nicht gleich alles verstanden wird. Es geht lediglich darum, ein Verständnis für den Wert des Geldes und die Funktionsweise alltäglicher „Geldgeschäfte“ zu vermitteln.

Was Hänschen lernt, ist für Hans von Vorteil

Aller Anfang ist schwer. Das gilt auch für den verantwortlichen Umgang mit Geld. Gerade in der ersten Zeit mit eigenem Taschengeld können Kinder nur schwer einschätzen, was der Wert von zwei Euro konkret bedeutet und wie man sich das Geld am besten einteilt. Auch das Konzept des Sparens begreift es erst, wenn es sich selbst einmal einige Zeit darin versucht hat. Mit der Zeit lernen Kinder jedoch sehr schnell, sich ihr Geld einzuteilen, über längere Zeit für größere Anschaffungen zu sparen, Wünsche gegeneinander abzuwägen, Preise einzuschätzen und sich damit abzufinden, dass das Taschengeld nur begrenzt ist. Dies alles sind die richtigen Voraussetzungen dafür, auch später ein gesundes Verhältnis zum Geld zu haben.

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