Mit der Wut von Kindern umgehen lernen

Manchmal reicht schon der geringste Anlass, um bei Kindern einen Wutausbruch auszulösen. Wie kommt es dazu und wie kann man damit umgehen - ohne selbst in Wut zu geraten?  Schon Erwachsene haben manchmal Schwierigkeiten damit, ihre eigene Wut zu kontrollieren. Für Kinder ist dies noch viel schwieriger; ihnen fehlen die Lebenserfahrung und die nötige Fähigkeit zur Selbsteinschätzung. Wut ist ein Gefühl, das sich ihrer ermächtigt und ganz die Herrschaft über sie ergreift. Aber Wut ist auch wichtig und im Laufe der Zeit lernen Kinder, sie besser in den Griff zu bekommen. Kindliche Wutanfälle kosten viel Energie, aber sie gehören zum Großwerden dazu. Kinder müssen lernen, dass im Leben die Dinge anders laufen, als sie es sich vorstellen und dass ihre Mitmenschen nicht immer dasselbe wollen, wie sie.

Ursachen der Wut

Die Wut von Kindern kann viele Ursachen und Auslöser haben. Kinder werden wütend, wenn sie nicht bekommen oder erreichen, was sie wollen, wenn sie orientierungslos sind, wenn sie Verlustängste haben oder eifersüchtig sind, aber auch wenn sie sich streiten, ein Spiel verlieren oder schlicht ein Ventil für ihre Gefühle brauchen. Ganz gleich, welche Ursachen die Wut hat, Kinder erleben sie als ein zutiefst existenzielles Gefühl, das ihre Seelen ebenso tief berührt wie Freude oder Traurigkeit. Sie stoßen an ihre emotionalen Grenzen und wissen noch nicht, wie sie damit umgehen sollen. Und sie finden noch nicht die richtigen Worte, um dieses Gefühl fassen und kanalisieren zu können. Es ist nun die Aufgabe der Eltern, die Wut zu dämpfen, ihrem Kind Möglichkeiten zu zeigen, sie zu kontrollieren und vor allem, selbst ruhig zu bleiben. Eltern müssen sich stets darüber im Klaren sein, dass Wutanfälle in einem bestimmten Alter normal sind. Das Kind lernt auf diese Weise sich und seine eigenen Grenzen kennen. Es wird unabhängiger und selbständiger.

Ruhe bewahren

Das Kind schreit und tobt und wirft sich auf den Boden. Was auf den ersten Blick aussieht wie Boshaftigkeit ist immer auch Ausdruck von Orientierungs- und Hilfslosigkeit. Das Kind kann seiner Gefühle nicht Herr werden und weiß oft nicht, wie es sich verhalten soll. Und nicht zuletzt sollen die Reaktionen der Mitmenschen, vor allem der Eltern, ausgetestet werden. Das geht natürlich allen Beteiligten an die Nerven. Dennoch ist es in solchen Situationen wichtig, Ruhe zu bewahren und gelassen zu reagieren, um die Wut nicht weiter anzufachen. Ein einfaches Mittel ist es, sich immer wieder daran zu erinnern, dass sich die Wut, auch wenn es zunächst so scheinen mag, nicht gegen Vater oder Mutter persönlich richtet. Wenn die Eltern ruhig bleiben, beruhigt sich meist auch das Kind recht schnell.

Konsequent bleiben

Oft wird die Wut von Kindern als Mittel eingesetzt, gegen den Willen der Eltern ein bestimmtes Ziel zu erreichen und den eigenen Willen durchzusetzen. Jetzt ist es wichtig, konsequent zu bleiben. Wenn die Eltern in dieser Situation der Wut ihres Kindes nachgeben, lernt es daraus, dass es Erfolg haben wird, wenn es nur wütend genug ist – und damit ist der nächste Wutanfall bereits absehbar. Machen Sie deutlich, dass Ihre Meinung zählt und dass diese nicht diskutiert wird. Von dieser Strategie sollten Sie auch in der Öffentlichkeit nicht abweichen, auch wenn es in solchen Situationen noch schwieriger ist, gelassen und konsequent zu bleiben.

Mit dem Kind sprechen

Nach einem Wutanfall ist es wichtig, mit dem Kind zu sprechen und ihm so zu helfen, seine Gefühle in Worten auszudrücken und zu erklären. Eltern sollten ihren Kindern helfen, den Ursachen für ihre Wut auf die Spur zu kommen, beispielsweise, indem sie sie direkt nach dem Grund ihrer Wut fragen oder ihnen die Gründe dafür fragend nahelegen ("Warst Du wütend, weil Du das Spielzeug nicht bekommen hast?").

Zum einen fühlt sich das Kind so ernst genommen und weniger hilflos, zum anderen können Eltern ihrem Kind Wege aufzeigen, mit der Wut besser umzugehen. In jedem Fall sollte aber deutlich gemacht werden, dass die Eltern mit diesem Verhalten nicht einverstanden sind, dass der beste Weg ist, Wut mit Worten auszudrücken, nicht mit Geschrei oder Gewalt. Nach dem Gespräch ist es wichtig, dem Kind zu zeigen, dass man es trotzdem lieb hat, dass die Wut die Beziehung nicht beschädigt hat. Mit einer Umarmung geben Eltern ihrem Kind wieder Geborgenheit und Wärme.

Es ist empfehlenswert, auf Bestrafungen oder auch auf Androhungen von Bestrafungen zu verzichten. Wenn es dem Kind dagegen gelungen ist, seiner Wut mit Worten Herr zu werden, sollte es gelobt werden. Natürlich sind auch Eltern manchmal wütend. In diesen Situationen ist es wichtig, sich seiner Vorbildrolle weiterhin bewusst zu bleiben. Zeigen Sie ihrem Kind, wie sie selbst mit ihrer Wut umgehen.  Gehen die Wutausbrüche ihres Kindes über einen langen Zeitraum über das normale Maß hinaus, wäre ein weiterer möglicher Schritt, auch einmal den Kinderarzt um Rat zu fragen. Er kennt eventuelle Ursachen oder kann alternative Lösungswege aufzeigen.

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