Was tun bei einem Milchstau?

Milchstau

Für die meisten Mütter gehört die Stillzeit zu den schönsten Momenten des Tages, denn das Stillen baut eine ganz besondere Nähe zwischen Mutter und Kind auf. Außerdem ist Muttermilch die perfekte Nahrung für ein Neugeborenes. Trotzdem kann es beim Stillen auch zu Problemen kommen; zu den häufigsten zählt der Milchstau. Lesen Sie hier, was Sie gegen einen Milchstau tun können.

Was ist ein Milchstau?

Muttermilch gelangt durch Milchkanäle in der Brust zum Kind. Stress, Erschöpfung, aber auch Unsicherheit, zu eng sitzende BHs oder falsch angelegte Tragetücher bei der Mutter können dazu führen, dass der Milchspendereflex gestört wird. Dann kann die Milch in der Brust nicht mehr richtig abfließen. Es entsteht ein Stau, der für die Mütter äußerst schmerzhaft sein kann.

Zu Beginn der Stillzeit kann es passieren, dass zu viel Muttermilch produziert wird. Was vom Kind nicht getrunken wird, sammelt sich in der Brust und führt zu einem Milchstau. Auch wenn das Kind über Zeitraum von mehreren Tagen einmal deutlich weniger trinkt als sonst, besteht die Gefahr eines Milchstaus.

Was sind die Symptome?

Durch die Verstopfung der Milchkanäle gehört eine sehr pralle und gespannte Brust zu den ersten Anzeichen eines Milchstaus. Auch empfindliche Knubbel in der Brust, die bei Berührung schmerzen, zählen zu den typischen unangenehmen Symptomen. In manchen Fällen treten nach einigen Tagen weitere Symptome auf, die denen einer starken Erkältung oder einer Grippe ähneln. Fieber gehört ebenso dazu wie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Zur Beruhigung: Ein Milchstau ist zwar schmerzhaft für die Mutter, hat aber keine negativen Auswirkungen auf das Baby.

Bereits bei den ersten Anzeichen eines Milchstaus sollten Mütter einen Arzt kontaktieren und nicht selber an den Symptomen herumdoktern. Wenn ein Milchstau nicht rechtzeitig behandelt wird, kann er sich zu einer noch schmerzhafteren Brustentzündung, einer sogenannten Mastitis ausweiten. An Stillen ist dann kaum noch zu denken.

Wie wird ein Milchstau behandelt?

So paradox es klingt: Ein Milchstau wird am besten durch Stillen beseitigt. Das Saugen durch das Baby ist die einfachste und zugleich effektivste Methode, die in der Brust angesammelte Milch abzuleiten. Damit ein möglichst kräftiger Sog entsteht und die Brust schnell geleert wird, sollte beim Stillen der Unterkiefer des Kindes zum wunden Punkt der Brust zeigen. Als Regel gilt: Je öfter die Brust geleert wird, desto schneller ist auch der Milchstau beseitigt. Mütter sollten ihr Neugeborenes in einer solchen Situation deshalb so oft wie möglich anlegen. Experten empfehlen, das Kind rund alle zwei Stunden zu stillen. Im Notfall kann auch das Abpumpen der Muttermilch mit einer Milchpumpe helfen. Das regelmäßige Stillen oder Abpumpen der Milch beugt außerdem Entzündungen der Brustwarzen vor.

Um den Milchfluss zu beschleunigen, müssen stillende Mütter nicht unbedingt zu Medikamenten greifen. Bewährte Hausmittel helfen bei einem Milchstau ebenso gut. Warme Kompressen vor dem Stillen regen den Milchfluss an. Nach dem Stillen sollten Mütter bei einem Milchstau die Brust kühlen, um die Milchbildung zu verlangsamen.

Die besten Tipps bei Milchstau

  • Um einem Milchstau vorzubeugen, sollten stillende Mütter möglichst luftige Kleidung tragen und darauf achten, dass der BH nicht zu eng sitzt.
  • Warme Umschläge oder eine Massage vor dem Stillen fördern den Milchspendereflex und beugen einem schmerzhaften Milchstau vor. Die Massage sollte dabei immer vom Brustansatz Richtung Brustwarze erfolgen.
  • Symptome wie Schmerzen und Schwellungen der Brust lindern Mütter am besten mit kalten Umschlägen, Quarkwickeln oder Kältepacks.
  • Damit die Brust bei einem Milchstau tatsächlich vollständig entleert wird, sollten Mütter regelmäßig die Stillposition wechseln. Tipps für die richtige Stillposition hat unter anderem die Hebamme.
  • Mutter und Kind sollten beim Stillen viel Ruhe haben, denn Stress ist einer der auslösenden Faktoren für einen Milchstau.
  • Lassen Sie das Baby immer zuerst an der betroffenen Stelle trinken. Da das Baby zu Beginn der Stillzeit am heftigsten saugt, kann dies lösend wirken und den Milchstau schneller beseitigen.
  • Kann das Kind die Brust nicht leer trinken, sollte die Milch mit der flachen Hand ausgestrichen werden. Am besten geht das unter der warmen Dusche, denn die Wärme fördert den Milchfluss.
  • Kann das Kind die Brust nicht komplett entleeren, bietet sich auch das Abpumpen mithilfe einer Milchpumpe an. Diese sind meist mit einer Intervallregelung ausgestattet, die den Saugreflex des Kindes nachahmt. Dadurch wird die Brust optimal entleert und der Milchstau ist schnell beseitigt.

Top Kategorien im real Onlineshop