Krippe & Co.: Wege zur sanften Eingewöhnung

Lachen Babys am Anfang noch jeden an, nehmen sie etwa ab dem sechsten Lebensmonat einen Unterschied zwischen bekannten und fremden Personen wahr. Für die Eltern ist die zunehmende Vertrautheit sehr schön. Aber wenn’s an die Eingewöhnung in der Krippe oder bei der Tagesmutter geht, führt ausgeprägtes Fremdeln zu Tränen beim Kind und Schuldgefühlen bei den Eltern.

Früh übt sich

Erleichtern können Sie Ihrem Kind die Eingewöhnung, wenn Sie es vor dem sechsten Lebensmonat mit Kinderkrippe oder Tagesmutter vertraut machen. Denn dann nimmt es diese Umgebung auch nach Eintritt ins Fremdel-Alter als bekannt und nicht als bedrohlich wahr. Sie müssen Ihr Baby auch gar nicht lange außer Haus betreuen lassen. Es reichen schon ca. zwei Stunden an drei Tagen in der Woche, damit das Baby eine Beziehung zu den Erzieherinnen aufbaut – und sich diese mit zunehmendem Alter bewahrt. Falls Ihnen der Gedanke gar nicht gefällt, Ihren Säugling schon so früh fremden Händen anzuvertrauen, können Sie mit dem folgenden „Fahrplan“ Ihrem ein- oder zweijährigen Kind den Wechsel in Krippe, Kindergarten oder zur Tagesmutter vereinfachen.

Schritt für Schritt sanft eingewöhnen

  • Tag 1 und 2: Besuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind für ca. ein bis zwei Stunden die neue Umgebung. Greifen Sie möglichst wenig ins Geschehen ein, sondern beobachten Sie nur, wie Ihr Kind auf Erzieherinnen oder Tagesmutter und Gleichaltrige reagiert.
  • Tag 3 bis 5: Dehnen Sie die Dauer Ihres gemeinsamen Aufenthalts auf etwa vier Stunden aus, sodass das Kind mit essen kann und gewickelt wird. Anfangs können Sie das Füttern und Wickeln noch selbst machen. Aber etwa ab Tag 4 sollte die Erzieherin das übernehmen.
  • Tag 6: Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit. Wie gut verkraftet Ihr Kind den Abschied von Ihnen? Hat es sich schon recht gut eingelebt, können Sie versuchen, das Kind an die Erzieherinnen zu übergeben. Braucht es hingegen noch eine Zeit zum Warmwerden, setzen Sie sich für eine Viertelstunde neben die Gruppe und verabschieden Sie sich dann. Ganz wichtig: Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie gehen und wiederkommen. „Schleichen“ Sie nicht weg, während das Kind gerade spielt. Wenn es später merkt, dass Sie nicht mehr da sind, wird es sehr enttäuscht sein.
  • Ab Tag 7: Je nachdem, wie gut Ihr Kind allein in der neuen Umgebung zurecht kommt, können Sie nun jeden Tag für etwa 30 bis 60 Minuten länger wegbleiben und das Kind auch zum Schlafen in der Einrichtung lassen.

Ihr Kind bestimmt das Tempo!

Natürlich sind diese Schritte nur eine Empfehlung. Jedes Kind ist einzigartig und geht anders mit Veränderungen um. Welches Tempo die Fahrt in den neuen Lebensabschnitt hat, hängt daher immer von der Reaktion Ihres Kindes ab und muss auch mit Erzieherinnen oder Tagesmutter besprochen werden. Bei täglicher Eingewöhnung schaffen es viele Kinder innerhalb der ersten zwei bis drei Wochen, sich an den neuen Lebensabschnitt zu gewöhnen. Besuchen Sie Krippe oder Tagesmutter nur an drei oder vier Tagen in der Woche, dauert es eventuell etwas länger. Nicht zu empfehlen ist eine Eingewöhnung an nur zwei Tagen. Denn dann fällt es dem Kind sehr schwer, Vertrauen zu den Erzieherinnen oder der Tagesmutter aufzubauen. Und noch ein Wort zum Schluss: Die Eingewöhnung ist nicht erst dann abgeschlossen, wenn Ihr Kind freudestrahlend zur Erzieherin oder zur Gruppe läuft. Ein paar Tränen zum Abschied sind auch nach Monaten weder bedenklich noch ungewöhnlich. Wichtig ist nur, dass sich Ihr Kind schnell wieder beruhigt, nachdem Sie gegangen sind.

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