Kindsbewegungen: wenn Baby und Vorfreude wachsen

Während der Schwangerschaft durchläuft Ihr Baby bis zur Geburt zwei Entwicklungsstadien: vom Embryo zum Fötus. Dabei wächst es heran, wird größer und auch agiler. Mit zunehmender Größe und steigendem Bewegungsdrang können Kindsbewegungen von der Mutter verstärkt wahrgenommen und später auch von außen gesehen und gespürt werden. Wir erklären Ihnen, ab wann Kindsbewegungen merkbar sind, wie Sie diese erkennen und wie sich die Aktivitäten Ihres Kindes im Schwangerschaftsverlauf verändern.

Alles Gute!
Ihr „Meine Familie“ Team

Kindsbewegungen

1. Erste Kindsbewegungen: Ab wann sind sie spürbar?

Die allerersten Bewegungen macht Ihr Baby bereits ab der 8. Schwangerschaftswoche (SSW). Diese sind zwar auf dem Ultraschall sichtbar, können von außen jedoch noch nicht wahrgenommen werden. Auch die werdende Mutter spürt diese nicht. Nur sehr selten bemerken Schwangere die Kindsbewegungen vor der 20. Schwangerschaftswoche, häufig sogar erst ab der 25.

Wenn Sie bereits eher wahrnehmen, dass Ihr Baby sich in Ihrem Bauch reckt und streckt, ist es keine Ausnahme, wenn diese Bewegungen bis etwa zur 24. Schwangerschaftswoche sehr unregelmäßig stattfinden bzw. spürbar sind. Es können sogar ganze Tage ohne (fühlbare) Bewegungen vorkommen. Das liegt unter anderem daran, dass jede Schwangerschaft sehr individuell verläuft und manche Babys sich eher und öfter bewegen als andere. Zudem nimmt man viele Bewegungen nicht wahr, weil man gerade selbst aktiv und die Aufmerksamkeit dementsprechend beeinträchtigt ist.

Mütter, die bereits eine oder mehrere Schwangerschaften erlebt haben, spüren Kindsbewegungen hingegen häufig eher, zum Teil bereits vor der 18. Schwangerschaftswoche. Dies liegt vor allem an der Erfahrung: In einer Folgeschwangerschaft weiß man bereits, wie es sich anfühlt, wenn das Baby Bewegungsübungen macht. Zudem kann die Gebärmuttermuskulatur mit jeder neuen Schwangerschaft an Straffheit verlieren und somit empfindsamer werden.

Auch im Falle einer Zwillings- bzw. Mehrlingsschwangerschaft werden Sie die Kindsbewegungen tendenziell früher und stärker spüren, da sich mehr Babys bewegen. Somit können auch gleichzeitig an unterschiedlichen Stellen Tritte und Stöße auftreten.

2. Bald ist es so weit: Bewegungen im letzten Trimester

Im letzten Trimester (auch Trimenon genannt) der Schwangerschaft ist es nicht verwunderlich, wenn Sie vermehrt auch nachts Kindsbewegungen spüren. Generell haben Babys bereits vor der Geburt einen ganz eigenen Wach- und Schlafrhythmus.

Um die 30. Schwangerschaftswoche herum liegen die spürbaren Kindsbewegungen auf ihrem Höhepunkt – im Durchschnitt spricht man von etwa 10 Bewegungen pro Tag, aber auch diese Zahl kann individuell relativ stark schwanken. Im weiteren Schwangerschaftsverlauf nehmen die Kindsbewegungen dann wieder ab, da Babys in dieser Zeit ein hohes Schlafbedürfnis haben und 15 bis 20 Stunden pro Tag ruhen. Zusätzlich sind sie auch in den Wachphasen weniger aktiv: Vor allem um die 36. Schwangerschaftswoche hat das Kind nicht mehr viel Platz und verlagert sich in Vorbereitung auf die Geburt meist in die sogenannte Kopf- bzw. Schädellage. Ihre Muskulatur hält es dann relativ fest umschlossen, sodass sich Ihr Baby natürlicherweise kaum noch bewegt.

Zeitleister der Kindesbewegungen in der Schwangerschaft

Wieso spürt man Kindsbewegungen manchmal schlechter? Einige Schwangere nehmen Bewegungen weniger intensiv wahr als andere. Das kann beispielsweise an folgenden Faktoren liegen:

  • dicke Bauchdecke
  • nicht darauf achten/abgelenkt sein
  • viel Fruchtwasser
  • Temperament des Babys
  • Lage der Plazenta (Vorderwandplazenta)

3. Sichtbare Bewegungen des Babys

Im Gegensatz zur werdenden Mutter muss sich der Vater deutlich länger gedulden, bis er Kindsbewegungen fühlen oder gar sehen kann. Aus zunächst sanften Stupsern werden erst im Laufe der Zeit festere Tritte und Stöße, welche die Väter und Geschwisterkinder durch Auflegen der Hand auf den Bauch ab der 25. Schwangerschaftswoche fühlen und ab der 28. sehen können, da sie sich dann auch am Bauch abzeichnen. So lange können Väter die Aktivitäten ihrer Ungeborenen lediglich auf dem Ultraschall verfolgen.

Väter und eventuell vorhandene Geschwister haben der Mutter gegenüber jedoch einen Vorteil: Sie können das heranwachsende Baby durch Auflegen der Ohren auf den Bauch hören – eine ideale Möglichkeit der Kontaktaufnahme und der Kommunikation, die den Schwangeren in dieser Form nicht möglich ist.

4. Wie fühlen sich Bewegungen in der Schwangerschaft an?

Jede Schwangere nimmt das Gefühl anders wahr:

  • Insbesondere anfangs sprechen viele werdende Mütter von einem leichten Ziehen oder dem Gefühl von Darmaktivitäten. Diese Verwechslung ist auch ein Grund dafür, wieso Kindsbewegungen teilweise erst deutlich später als solche erkannt werden.
  • Andere beschreiben die Kindsbewegungen hingegen eher als ein Blubbern bzw. Kitzeln, ähnlich als würden Seifenblasen platzen, Popcorn aufpoppen oder Schmetterlinge im Bauch herumflattern.

5. Gründe für die Bewegung des Babys

Die Gründe für Kindsbewegungen sind recht vielfältig. Während der Schwangerschaft entwickelt Ihr Baby sich stetig weiter und übt erste Bewegungsabläufe: Es dehnt und streckt den Rücken, die Wirbelsäule sowie seine Gliedmaßen, reagiert zunehmend auf äußere Reize oder trinkt Fruchtwasser und bekommt davon Schluckauf – gerade diesen können Sie meist deutlich spüren und als solchen identifizieren.

Zwischen den Schwangerschaftswochen 15 und 18 werden die Knochen Ihres Kindes stärker. Im weiteren Verlauf – etwa von SSW 19 bis 22 – ist der Fötus noch klein und zierlich und hat dementsprechend viel Platz, sich auszutoben, sodass Bewegungen langsam spürbar werden. Zwischen der 22. und 23. Woche bildet sich dann das Innenohr des Ungeborenen aus. Ihr Kind ist nun in der Lage, äußere akustische Reize wahrzunehmen und auf diese entsprechend zu reagieren. So können Sie es beispielsweise mit sanfter Musik beruhigen, ein lautes Geräusch kann Ihr Kind hingegen erschrecken.

6. Sind ausbleibende Kindsbewegungen Grund zur Sorge?

Gerade zu Beginn der Schwangerschaft sind unregelmäßige Kindsbewegungen durchaus üblich und auch gegen Ende nimmt ihre Anzahl wieder ab. Teilweise vergehen auch Tage, an denen werdende Mütter keine Bewegungen spüren – unter anderem, weil sie selbst aktiv sind und dementsprechend wenig auf das Vorgehen in der Gebärmutter achten.

Ab der 30. Schwangerschaftswoche spricht man häufig von rund 10 Bewegungen am Tag. Einige Hebammen empfehlen, diese zu zählen. Der Wert kann jedoch individuell schwanken und mehr oder weniger Bewegungen sind nicht gleich Grund zur Beunruhigung. Während der Schwangerschaft lernen Sie Ihr Kind immer besser kennen und sammeln Erfahrung damit, wie temperamentvoll Ihr Baby ist. Versuchen Sie, aktiv auf Kindsbewegungen zu achten, um diese besser wahrzunehmen.

Generell gilt: Veränderungen der Kindsbewegungen sind nicht gleich Grund zur Panik; versuchen Sie daher, entspannt zu bleiben und Ruhe zu bewahren. Sollte Ihnen die Abnahme der Babyaktivität jedoch Sorge bereiten, empfiehlt es sich, mit der Hebamme Rücksprache zu halten oder einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann mit einem Ultraschall überprüfen, ob es Ihrem Baby gut geht.

7. Kann ich mein Baby zur Bewegung anregen?

In der Regel sorgen Sie automatisch und zum Teil auch ungewollt dafür, dass Ihr Baby sich bewegt:

  • Wenn Sie aufgeregt sind, wirkt sich das Adrenalin auch auf Ihr Kind aus. Generell bemerkt das Kleine Ihre Stimmung und kann sich entsprechend angepasst verhalten.
  • Nach dem Essen oder etwa dem Trinken von einem Glas Saft kann die Energiezufuhr zu vermehrten Kindsbewegungen führen.
  • Auch durch das sanfte Streicheln über den Bauch oder das Legen auf die Seite kann Ihr Kind zur Bewegung angeregt werden.

Sie sollten Ihr Kind jedoch nicht übermäßig zur Aktivität zwingen: Es hat einen eigenen Schlafrhythmus, der nicht ständig unterbrochen werden sollte. Der daraus resultierende Stress und der Schlafmangel können sich andernfalls negativ auf die Kindsentwicklung auswirken.

Fazit

Der Verlauf jeder Schwangerschaft ist genauso individuell wie jedes Baby. Die Anzahl und Intensität der Kindsbewegungen nehmen zunächst zu und später wieder ab, auch Schwankungen können dabei völlig natürlich sein. Verlassen Sie sich auf Ihren mütterlichen Instinkt und befragen Sie im Zweifel Ihre Hebamme oder konsultieren Sie einen Arzt, falls Sie Sorge haben, dass etwas nicht stimmen könnte.

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