Kinderkrankheit Windpocken birgt hohes Ansteckungsrisiko

Kinderkrankheiten, Impfung, Röteln, Masern

Vor allem im Winter und im Frühjahr ist die Gefahr groß, dass sich Kinder mit Windpocken infizieren. Ihren etwas seltsamen Namen verdankt diese Krankheit, die mitunter auch als „Blattern“ bezeichnet wird, übrigens der Tatsache, dass die auslösenden Viren teilweise mehrere Meter über die Luft übertragen werden können. Deswegen sind Windpocken auch extrem ansteckend. Das ist auch der Grund dafür, dass sich Windpocken, sind sie erst einmal ausgebrochen, vor allem in Kitas und bei Tagesmüttern rasend schnell verbreiten. Neben der Ansteckung über die Luft ist auch eine Ansteckung via Tröpfchen- oder Schmierinfektion bei direktem Kontakt zu dem Inhalt der typischen Windpockenbläschen möglich. Ausgelöst werden die Windpocken durch das sogenannte Varizella-Zoster-Virus. Es gehört zu den Herpesviren und löst bei Erwachsenen unter anderem die Gürtelrose aus.

Ist eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus erfolgt, breitet sich das Virus zunächst im Blut der kleinen Patienten aus und besiedelt dann in mehreren Schüben die Haut und die Schleimhäute. Darüber hinaus sammelt es sich auch in Nervenzellansammlungen, in denen es lebenslang „schlafend“ im Körper verbleiben und unter bestimmten Umständen wieder reaktiviert werden kann. Besonders gefährdet sind Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren. In den darauffolgenden Altersstufen geht die Häufigkeit der Krankheit deutlich zurück. Als Faustregel gilt: Wer die Windpocken nicht bis zum 15. Lebensjahr durchgemacht hat, der bekommt sie in der Regel auch nicht mehr.

So verläuft die Kinderkrankheit Windpocken

Während sich beispielsweise Keuchhusten bei Kindern über Wochen oder sogar Monate hinziehen kann, sind die Windpocken für die kleinen Patienten meist vergleichsweise schnell überwunden. Zu den typischen Symptomen gehören unter anderem Kopf- und Gliederschmerzen und leichtes Fieber, das jedoch selten über 39 Grad Celsius steigt. Besonders typisch für die Kinderkrankheit Windpocken ist der Hautausschlag in Form von kleinen roten Flecken, die entweder rund oder oval sein können. Bläschen und Schorf breiten sich über den gesamten Körper aus. In den meisten Fällen sind auch die Schleimhäute und die behaarte Kopfhaut betroffen. Dieser Hautausschlag ruft den typischen Juckreiz am gesamten Körper hervor, der die Krankheit für Kinder so unangenehm macht.

Während bei Kindern die Symptome etwa für zehn Tage anhalten, bilden sich bei Erwachsenen, die von den Windpocken betroffen sind, meist deutlich mehr Bläschen. Zusätzlich kommt es häufiger zu Komplikationen wie Lungen- und Hirnhautentzündung. Stecken sich Schwangere mit Windpocken an, besteht in etwa einem Viertel der Fälle die Gefahr, dass die Krankheit durch den Mutterkuchen auf das Kind übertragen wird. Nach der 20. Schwangerschaftswoche reduziert sich das Risiko jedoch auf nahezu null. Ein erhöhtes Risiko besteht dann erst wieder bei der Geburt.

Das können Sie gegen Windpocken tun

Da es sich bei Windpocken wie bei den meisten Kinderkrankheiten um eine Virusinfektion handelt, ist eine medikamentöse Behandlung nicht möglich. Die Behandlung beschränkt sich also darauf, die Symptome – und hier besonders den Juckreiz – zu lindern. Werden die typischen Bläschen, die mit den Windpocken einhergehen, aufgekratzt, erhöht sich das Risiko einer Bakterieninfektion. Um den Juckreiz zu verringern, werden sogenannte Antihistaminika verabreicht, die auch bei Allergie-Patienten zum Einsatz kommen. Um die Pusteln auszutrocknen und damit den Juckreiz zu verringern, eignet sich außerdem eine Zinkschüttelmixtur, die bereits seit Jahrzehnten gute Erfolge erzielt. Die kleinen Patienten sollten möglichst Bettruhe halten und ansonsten leichte und luftige Kleidung tragen, um den Juckreiz nicht zu verstärken. Auch Ablenkung hilft, damit sich die Kinder nicht zu sehr auf die juckenden Stellen konzentrieren. Hier sind die Eltern ganz besonders gefragt: Viele Kinder werden in dieser Zeit ganz besonders quengelig, weil sie der Juckreiz plagt.

Eine gezielte Vorbeugung gegen Windpocken ist, wie bei den meisten anderen Kinderkrankheiten auch, nur mit einer Schutzimpfung möglich. Seit 2004 gehört die Windpocken-Impfung zu den Standardimpfungen für Kinder. Eine erste Impfung wird zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat durchgeführt, oft zusammen mit der Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Die Folgeimpfung sollte im Alter von 15 bis 23 Monaten folgen. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr sind Windpocken seit Ende März 2013 meldepflichtig.

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