Kinderkrankheit Scharlach: Immer schnell behandeln

Kinderkrankheit Scharlach

„Kinderkrankheiten gehören dazu, die muss doch jedes Kind durchmachen“. Dass diese weitverbreitete Auffassung von Eltern ein gefährlicher Irrtum sein kann, zeigt die Kinderkrankheit Scharlach besonders gut. Wenn Scharlach nicht behandelt wird, dann ist die Gefahr von Komplikationen besonders groß. Diese können von Kreislaufversagen, über Herzmuskelentzündungen, bis hin zu Gehirnhautentzündungen und rheumatischem Fieber führen.
Eine schnelle Behandlung von Scharlach sorgt dafür, dass Kinder bereits zwei oder drei Tage nach Beginn der Therapie wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen können. Die übliche Therapie ist eine zehntägige Penicillin-Gabe. Das Antibiotikum vermindert die unangenehmen Symptome wie Fieber, Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei einer Penicillin-Allergie gibt es alternative Behandlungsmethoden mit anderen Antibiotika.

Kinderkrankheit Scharlach: Ursachen und Symptome

Unmittelbare Ursache für die Kinderkrankheit Scharlach ist eine Infektion mit Streptokokken der Lancefield Gruppe A. Sie nisten sich besonders häufig in den Schleimhäuten ein, weswegen die Kinderkrankheit Scharlach in der Regel auch durch eine Tröpfcheninfektion übertragen wird. In seltenen Fällen ist auch eine sogenannte Schmierinfektion möglich, also eine Infektion durch Spielzeug, Besteck, verunreinigte Lebensmittel oder Wasser.

Die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome liegt bei Scharlach zwischen einem und drei Tagen. Besonders wichtig für Eltern und Erzieher: Wird die Streptokokken-Infektion bei kleinen Patienten nicht schnell behandelt, sind die infizierten Kinder bis zu drei Wochen ansteckend und sollten daher weder die Kita noch die Schule besuchen. Wird die Infektion dagegen schnell behandelt, können die Kinder bereits nach 24 Stunden keine Spielkameraden mehr anstecken.

An Scharlach können Kinder mehrmals erkranken. Der Grund: Bei den Streptokokken gibt es mehrere Untergruppen, die Scharlach auslösen können. Weil die Kinder nach einer überstandenen Erkrankung aber immer nur Immunität gegen eine bestimmte Streptokokken-Untergruppe erwerben, kann Scharlach durch eine andere Untergruppe erneut ausgelöst werden. Besonders groß ist die Gefahr in den Wintermonaten. Wissenschaftliche Untersuchungen haben bewiesen, dass in der kalten Jahreszeit bei rund 20 Prozent der Kinder im Rachenraum Streptokokken nachgewiesen werden können. Allerdings zeigen nicht alle Kinder gleichzeitig Symptome von Scharlach.

Viele Eltern verwechseln die ersten Symptome von Scharlach im Winter zunächst mit einer starken Erkältung. Auch bei Scharlach klagen die Kinder zunächst über Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen und werden von heftigem Husten und Übelkeit geplagt. Viele Kinder fühlen sich schlapp und müde, da in dieser Krankheitsphase auch leichtes Fieber auftreten kann. Auch Schluckbeschwerden können ein Alarmzeichen sein. Bei ersten Anzeichen sollten Eltern vor allem den Rachenraum ihrer Kinder im Auge behalten, denn hier zeigen sich die typischen Symptome von Scharlach am deutlichsten. Vergrößerte und gerötete Mandeln gehören ebenso dazu wie kleine Eiterbelege auf den Mandeln. Das charakteristischste Merkmal von Scharlach ist die so genannte „Himbeerzunge“, die ab dem dritten Krankheitstag auftritt. Dabei ist die Zunge extrem gerötet. Gleichzeitig bekommen die Kinder einen rauen, dichten und feinfleckigen Ausschlag. Dieser erinnert ein wenig an Sandpapier und verschwindet nach rund drei Wochen wieder. Besonders an Haut- und Fußflächen kann sich die Haut jedoch noch schuppen. Eltern sollten diese Stellen regelmäßig eincremen.

Während des Krankheitsverlaufes sollten Kinder möglichst viel trinken, damit sich der Schleim in der Lunge löst und abgehustet werden kann. Dadurch können die kleinen Patienten deutlich besser atmen. Auch feuchte und kühle Raumluft, die man gut mit feuchten Handtüchern erzeugen kann, macht den unangenehmen Husten für ein infiziertes Kind leichter erträglich. Besonders nachts ist dies wichtig, da Hustenanfälle dann meist heftiger auftreten als tagsüber.

Scharlach: Kinderkrankheiten haben eine lange Geschichte

Dass Kinder bereits in früheren Jahrhunderten unter Kinderkrankheiten gelitten haben, das zeigt das Beispiel der Kinderkrankheit Scharlach. Bereits seit dem 9. Jahrhundert ist die Krankheit bekannt, die zu dieser Zeit nach Europa eingeschleppt wurde. In Osteuropa ist Scharlach bis heute sehr verbreitet. In Westeuropa wurde die letzte Scharlach-Epidemie 2009 in Großbritannien gemeldet.

Eltern können Scharlach nicht durch eine Impfung vorbeugen. Da Scharlach eine der wenigen Kinderkrankheiten ist, die durch Bakterien ausgelöst wird, lässt sie sich jedoch vergleichsweise gut behandeln. Vorsicht ist für alle Eltern trotzdem geboten, denn Scharlach kann eine Vielzahl ernster Komplikationen hervorrufen. Bei einem Verdachtsfall sollten Eltern deshalb mit ihrem kleinen Patienten sofort den Kinderarzt aufsuchen.

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