Kinderkrankheit Röteln: für Erwachsene und Schwangere gefährlich

Kinderkrankheit Röteln

Kinderkrankheiten werden trotz weitreichender Aufklärung von vielen Eltern immer noch unterschätzt. Dabei sind sie alles andere als harmlose Infekte und können zu schweren Krankheitsverläufen und irreparablen Organschädigungen führen. Es gibt aber auch Krankheiten, wie die Kinderkrankheit Röteln, die bei Kindern vergleichsweise harmlos verlaufen und ihre verheerende Wirkung erst bei Erwachsenen entfalten. Als Faustregel gilt dabei: Je älter ein Patient ist, der sich mit Röteln infiziert, desto schwerwiegender können die Komplikationen sein. Besonders gefährlich sind Röteln für werdende Mütter im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Virusinfektion kann die Organe des Embryos schwer schädigen und gilt sogar als Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch. Aus diesem Grund sollten Mädchen auch bis zur Pubertät unbedingt gegen Röteln geimpft werden.

Verantwortlich für den Ausbruch der Röteln ist der Rubellavirus, der weltweit verbreitet ist und für den der menschliche Körper der einzige bekannte Wirt ist. Die gute Nachricht: Haben die kleinen Patienten die Röteln erst einmal überstanden, sind sie ein Leben lang immun gegen den Rubellavirus. Übertragen wird der Virus per Tröpfcheninfektion. Husten oder Niesen sind die typischen Übertragungswege. Auch wenn mehrere Kinder dasselbe Geschirr oder Besteck benutzen, ist eine Übertragung wahrscheinlich. Hat sich der Virus der Röteln erst einmal im Körper seiner kleinen Wirte eingenistet, macht er es sich zunächst in den Schleimhäuten der oberen Atemwege bequem. Im Lymphgewebe vermehrt er sich dann besonders gut.

Kinderkrankheit Röteln nimmt meist positiven Verlauf

Die Kinderkrankheit Röteln gehört für Kinder zu den angenehmsten Krankheiten, denn bei rund 50 Prozent der kleinen Patienten verläuft die Krankheit völlig ohne Beschwerden. Sie durchlaufen die Krankheit also, ohne es zu wissen. Aber auch bei den Kindern, bei denen sich Beschwerden zeigen, sind diese meist sehr mild und ziehen keine Komplikationen nach sich. Zu den typischen Symptomen der Röteln bei Kindern gehören vergrößerte Lymphknoten, entzündete Schleimhäute und leichtes Fieber. In den meisten Fällen steigt das Fieber nicht über 39 Grad Celsius. Vereinzelt können im Verlauf einer Rötelerkrankung Kopf- und Gelenkschmerzen, eine vergrößerte Milz oder eine Bindehautentzündung auftreten. Kinder, die Symptome der Röteln zeigen, bekommen kurze Zeit nach Ausbruch der Krankheit einen kleinfleckigen Hautausschlag. Dieser ist zudem Namensgeber der Erkrankung. Der Ausschlag beginnt bei den infizierten Kindern zunächst hinter den Ohren und breitet sich dann über Gesicht und Hals am ganzen Körper aus. Rund eine Woche vor und eine Woche nach dem Auftreten des Hautausschlages sind die Kinder auch ansteckend. In dieser Zeit sollten die kleinen Patienten möglichst zu Hause bleiben, damit sie in der Kita, bei der Tagesmutter oder in der Schule keine Masseninfektion auslösen. Der Hautausschlag selber klingt in der Regel nach ein paar Tagen wieder ab. Erwachsene haben bei einer Rötelinfektion mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen. Arthritis, Bronchitis und Ohrenentzündungen gehören ebenso dazu wie Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen.

Kinderkrankheit Röteln: Das können Eltern tun

Ist Ihr Kind an Röteln erkrankt, sollten Sie auf strenge Bettruhe achten. Darüber hinaus sollten Kinder viel trinken, da sie durch das Fieber viel Flüssigkeit verlieren. Steigt das Fieber stärker an, können im Einzelfall auch fiebersenkende Mittel zum Einsatz kommen. Kommt es in seltenen Fällen zu Entzündungen im Körper, sollten Entzündungshemmer gegeben werden. Dabei ist es wichtig, jeden Medikamenteneinsatz vorher mit dem behandelnden Kinderarzt abzusprechen, damit es nicht zu ungewollten Komplikationen kommt. Schließlich reagiert der kindliche Organismus auf bestimmte Wirkstoffe ganz anders als der erwachsene Körper. Besonders bei Kleinkindern ist Vorsicht geboten.

Wer ganz verhindern möchte, dass sein Kind am Rötelvirus erkrankt, der sollte seinen Nachwuchs impfen lassen. Besonders wegen der möglichen Komplikationen, die während einer Schwangerschaft auftreten können, ist diese Impfung für Mädchen ratsam. Die erste Impfung erfolgt nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat. Sie wird meist mit der Impfung gegen Masern und Mumps kombiniert. Um Impflücken zu schließen und eine lebenslange Wirksamkeit der Impfung zu garantieren, sollte eine zweite Impfung spätestens bis zum Ende des zweiten Lebensjahres erfolgen. Ist dies nicht möglich oder wurde dieser zweite Impftermin versäumt, sollten Kinder unbedingt vor Schulbeginn noch einmal eine Auffrischungsimpfung erhalten. Durchgeführt werden diese Impfungen bei den Gesundheitsämtern, aber auch in jeder Kinderarztpraxis.

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