Kinder impfen lassen: Pro und Kontra

Pickel auf der Babyhaut

Die Gesundheit ihres Säuglings und Kleinkindes ist für viele Eltern ein sehr sensibles Thema: Die Kleinen wirken zerbrechlich und können noch nicht artikulieren, wie es ihnen geht oder wo es wehtut. Die zahlreichen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt, die ersten kleinen Infekte und das eine oder andere Wehwehchen sind für Eltern häufig schwerer zu ertragen als für die Kinder selbst. Bereits vor dem dritten Lebensmonat muss auch die Entscheidung getroffen werden: Soll ich mein Kind impfen lassen? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Die häufig vertretene Meinung, dass Babys von den Impfungen krank werden und diese daher oftmals schädlich sind, ist grundsätzlich falsch. Die neusten Impfdosen sind so konzipiert, dass die kleinen Körper mühelos mit den Arzneistoffen zurechtkommen. Sollte es sich allerdings um Frühgeborene oder durch Krankheiten vorbelastete Kinder handeln, ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Kinderarzt unumgänglich. Wer sich dafür entscheidet, sein Kind impfen zu lassen, dem stellt sich im Anschluss die Frage, welche Impfungen für die Kleinen tatsächlich notwendig oder empfehlenswert sind. Auch hier gilt, dass bei besonderen Risikofaktoren der Kinderarzt der wichtigste Ansprechpartner sein sollte. Bei der Entscheidung für oder gegen die verschiedenen Impfungen sollten sich Eltern unter anderem folgende Fragen stellen: Vor welchen Krankheiten möchte bzw. muss ich mein Baby schützen? Zählt mein Kind zu einer bestimmten Risikogruppe? Möchte ich mit dem Kind vielleicht in ein Land reisen, für das es Impfempfehlungen gibt?

Kinder impfen: ratsame Impfungen ab dem 3. Lebensmonat

Wer seine Kinder impfen lassen möchte, dem raten die Ständige Impfkommission (Stiko) und Kinderärzte in der Regel zur Sechsfachimpfung. Sie ist für alle Kinder ab dem 3. Lebensmonat vorgesehen und stellt keine Gefahr dar, da die gespritzten Erreger nicht vermehrungsfähig sind. Die Impfungen beginnen möglichst früh, damit die Kinder einen eigenen Schutz entwickeln, bevor der sogenannte Nestschutz durch die Abwehrkräfte der Mutter endet. Die Sechsfachimpfung schützt gegen Diphterie, Hepatitis B, Hib, Keuchhusten, Kinderlähmung und Tetanus. Insbesondere wegen Hib gilt diese Kombiimpfung nach Ansicht der überwiegenden Mehrheit als unbedingt empfehlenswert. Denn die Krankheit kann eine Hirnhautentzündung verursachen und Babys sind gegen die Erreger in den ersten zwei Lebensjahren noch nicht ausreichend geschützt. Aufgrund der großen Ansteckungsgefahr ist zudem die Hepatitis-B-Impfung uneingeschränkt anzuraten. Da die Krankheit beispielsweise durch Bisse oder Kratzer übertragen werden kann und schlimmstenfalls schwere Leberschäden drohen, sollten Eltern erwägen, ihre Kinder impfen zu lassen.

Diphterie, Kinderlähmung und Tetanus treten in Deutschland nur noch vereinzelt auf bzw. gelten gemeinhin als ausgerottet. Dieser Umstand ist jedoch das Ergebnis der umfassenden Impfungen in den letzten Jahrzehnten, sodass diese Schutzmaßnahme nach wie vor anzuraten ist. Sollten Reisende diese Krankheiten einschleppen, wären die Kleinen den Erregern ansonsten schutzlos ausgeliefert. Gegen Keuchhusten werden Kinder geimpft, weil dieser den Organismus sehr belastet und manchmal zu gefährlichen Atemstillständen führt. Zu den häufigsten Folgeerkrankungen gehören Krampfanfälle, Lungenentzündung und dauerhafte Hirnschäden. Nach einer vollständigen Impfung liegt die Schutzwirkung allerdings bei über 95 Prozent. In vielen Bundesländern fragen Kinderkrippen bei der Aufnahme eines Kindes gezielt nach der Sechsfachimpfung.

Ähnliches gilt für die Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR), die von der Kommission ab einem Alter von 12 Monaten empfohlen wird. Diese Impfung wird vor allem wegen des gefährlichen Krankheitsverlaufs im Erwachsenenalter vorgenommen, wohingegen Kinder die Erkrankungen zumeist problemlos überstehen. Während die Masern zu Hirnhautentzündung führen können, sind Röteln eine große Gefahr für Mütter und das ungeborene Kind während der Schwangerschaft. Bei Ansteckungen während einer Schwangerschaft kann es zu einer Fehlgeburt bzw. Missbildungen des Kindes kommen, weshalb die Stiko auch jungen Frauen ohne Impfschutz nachträglich eine Behandlung anrät. Bei Jungen, die an Mumps erkranken, besteht neben dem Risiko, an einer Hirnhautentzündung zu erkranken, die Gefahr einer Hodenentzündung, die vereinzelt zu Unfruchtbarkeit führen kann. Gleichwohl kann die Impfung problemlos später, etwa im Alter von 11 oder 12 Jahren, durchgeführt werden.

Top Kategorien im real Onlineshop