Kann ein Baby bereits „Übergewicht“ haben?

Kann ein Baby bereits „Übergewicht“ haben?

Manche Babys sind richtige „Wonneproppen“. Andere sind dagegen eher zierlich. Aber ist das eine zu dick und das andere zu dünn? Fast immer gilt, dass Eltern sich keine Sorgen machen müssen: Die Natur regelt in der Regel alles so, wie es sein soll. Das Baby isst so viel, wie es braucht, um schnell und gesund zu wachsen. Eine Diät ist in den meisten Fällen ganz und gar nicht angebracht.
Manche Babygesichter verführen geradezu dazu, sanft über die dicken, roten Bäckchen zu streicheln. Und was die Figur angeht, ähneln einige Babys einem fröhlichen Buddha. Aber ist es noch gesund, wenn ein Baby so richtig pummelig ist, fragen sich einige Eltern. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen.

Ein bisschen Babyspeck ist gesund

Was bei älteren Kindern und Erwachsenen ein Problem sein kann, ist bei Babys völlig harmlos. Sie brauchen ihren Speck, um gesund zu wachsen. Und er hat noch einige andere Vorteile: Er schützt die empfindlichen Knochen, wärmt den Körper und liefert natürlich die nötige Energie, die das Baby braucht, um zu lernen und seine Welt zu erkunden. Kein Wunder, dass der Anteil des Körperfetts bei vielen Babys von anfänglich 11 auf ca. 25 Prozent am Ende des ersten Lebensjahres steigen kann. Doch auch wenn das Baby schlank ist, besteht kein Grund zur Sorge.

Vorsorgeuntersuchungen: Der Arzt prüft auch das Gewicht

Ob alles in normalen Bahnen verläuft, überprüft der Arzt in den Vorsorgeuntersuchungen: Steht das Längenwachstum in einem normalen Verhältnis zu der Gewichtszunahme? Er wird die Eltern rechtzeitig informieren, falls die Waage ungewöhnliche Ergebnisse anzeigt. Der Arzt sollte allerdings um Rat gefragt werden, wenn das Kind schon bei der Geburt deutlich zu dick war. Denn dieses Übergewicht kann die Geburt deutlich erschweren und später zu Gesundheitsrisiken führen.

Wie viel Gewicht nehmen Babys zu?

Natürlich sind Eltern versucht, das Gewicht des eigenen Babys mit dem anderer Babys zu vergleichen. Aber diese Methode hat keine große Aussagekraft; zu unterschiedlich sind die Entwicklungsschritte bei Babys. Man kann jedoch ungefähr beziffern, welche Gewichtszunahme bei Babys normal ist:

  • 1. Monat: 120 – 200 g/Woche
  • 2. Monat: 170 – 210 g/Woche
  • 3. Monat: 150 – 180 g/Woche
  • 4. Monat: 130 – 160 g/Woche
  • 5. Monat: 110 – 140 g/Woche
  • 6. Monat: 100 – 130 g/Woche
  • 7. Monat: 90 – 130 g/Woche
  • 8. Monat: 90 – 120 g/Woche
  • 9. + 10. Monat: 60 – 90 g/Woche

Anders ausgedrückt: In den ersten vier bis sechs Monaten kann sich das Gewicht des Babys leicht verdoppeln. An den Durchschnittswerten wird jedoch ebenfalls deutlich, wie unterschiedlich Babys wachsen und zunehmen können.

Stillen, Fläschchen und Beikost: die richtige Ernährung für eine gesunde Entwicklung

Statistiken zeigen, dass Kinder, die gestillt wurden, seltener übergewichtig werden als solche, die mit der Flasche ernährt wurden. Aber das muss nicht unbedingt an der Flasche und der Kuhmilch als Basis der Ernährung liegen. Es kann auch sein, dass das Milchpulver einfach zu hoch dosiert wurde. Deshalb ist es wichtig, sich immer ganz genau an die Angaben der Hersteller zu halten. Das gilt auch für die Beikost, die später gegeben wird und bevorzugt zuckerfrei sein sollte.
Übrigens: Die Muttermilch hat den Vorteil, dass das Baby damit nicht „überfüttert“ werden kann.
Aber an eines sollten Sie immer denken: Das Baby sollte nicht einfach nur deshalb gestillt werden, um es zu beruhigen, sondern wirklich nur dann, wenn es Hunger hat. Sonst lernt es, dass Essen gegen Quengeln, Langeweile, Müdigkeit und Unmut hilft – eine Angewohnheit, die sich unter Umständen später nur sehr schwer wieder ablegen lässt.
Also: Weder Eltern mit einem besonders propperen Nachwuchs, noch Eltern, deren Kind eher schlank ist, sollten sich Sorgen machen und anderen Erwachsenen, die kritisch schauen, selbstbewusst entgegentreten. Wer dennoch nicht genau weiß, ob sein Baby gesund ist, kann jederzeit den Kinderarzt oder auch die Hebamme um Rat fragen.

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