Intentionale und funktionale Erziehung - das sind die Unterschiede

funktionale Erziehung, intentionale Erziehung

Die Entwicklung und Förderung des eigenen Kindes liegt Eltern am Herzen. Der größte Wunsch von Eltern ist es, körperlich gesunde und geistig starke Kinder zu haben. So informieren sich werdende Eltern ausführlich über Erziehungsstile und die kindliche Persönlichkeitsentwicklung, schon lange vor der Geburt oder spätestens, wenn das Kind auf der Welt ist. Erziehungswissenschaftler und Pädagogen unterscheiden zwei wesentliche Einflüsse in der Erziehung: die intentionale und die funktionale Erziehung. Die intentionale Erziehung zeichnet sich durch die bewusst von den Erziehern ergriffenen Maßnahmen zur Förderung des Kindes aus. Die intentionale Erziehung zieht sich durch alle Lebensbereiche. So unterliegen bereits Tischregeln, die dem Nachwuchs beigebracht werden, oder Verbote bereits der sogenannten intentionalen Erziehung. Je nach eigener Erziehung und Einstellung prägt sich die intentionale Erziehung unterschiedlich aus: Manche Eltern fördern ihre Kinder von Geburt an, etwa durch frühkindliche sportliche Aktivität oder Sprachförderung im Kleinkindalter. Die anderen legen besonderen Wert auf Gehorsam, Ordnung und das Einhalten gewisser Regeln.

Funktionale Erziehung - der unbewusste Erziehungsfaktor

Die sogenannte funktionale Erziehung unterscheidet sich insofern von der intentionalen Erziehung, als dass der funktionalen Erziehung kein Motiv gegenübersteht und sie vor allem von unbewussten Faktoren geleitet wird. So findet die funktionale Erziehung praktisch immer und überall statt. Viele Wissenschaftler und Pädagogen sind sich einig, dass die funktionale Erziehung einen wesentlich entscheidenderen Einfluss auf die allgemeine Entwicklung des Kindes hat als die intentionale. Im Laufe der menschlichen Entwicklung nehmen immer mehr Personen, die außerhalb der Familie stehen, Einfluss auf das Kind. Seien es die ersten frühkindlichen Kontakte, der Sportverein, das Agieren in der Kindergartengruppe oder in der Schule. Dieses instinktive Lernen und das Nachahmen vorgelebter Verhaltensmuster prägen unbewusst die Persönlichkeit und den Charakter des Menschen. Erst die Akzeptanz bestimmter Regeln und gesellschaftlicher Normen ermöglicht es dem Kind, sich in eine Gruppe zu integrieren.

Achtsamer Umgang in der Erziehung

Viele Eltern fragen sich, wie sie ihr Kind erziehen sollten. Wie aus ihrem Kind ein sozial kompetenter Mensch und eine geschätzte Persönlichkeit wird. Sie möchten ihr Kind vor schlechtem Einfluss bewahren und ihm eine gute Zukunft ermöglichen. Eine sorgfältige Erziehung zeichnet sich gerade dadurch aus, dass die Eltern achtsam im Umgang mit ihrem Kind sind und es dabei unterstützen, sich in anderen Gruppen außerhalb der Familie, zu bewegen. In fremden Gruppen muss der Nachwuchs Kontakte pflegen und bewusst gestalten. Hier lernt das Kind Verhaltensmuster kennen, die es aus den eigenen vier Wänden nicht kennt. Die erfahrenen Einstellungen, Reaktionen und Vorgehensweisen helfen dem Kind dabei, ein eigenes Verhaltensrepertoire aufzubauen. Sicherlich ist es wichtig, dem Kind von Beginn an gewisse Verhaltensmuster aufzuzeigen und Grenzen zu setzen. Doch soziale Kompetenz, Empathie und emotionale Intelligenz erlernt der Mensch nur im Austausch mit anderen Menschen. Das Kind kann eine eigenständige Persönlichkeit herausbilden, wenn es wie jeder andere auch seine eigenen Fehler machen darf, um daraus zu lernen. Mit dem Rückhalt der Eltern, der Sicherheit eines liebevollen Zuhauses und der Stärke einer Familie, kann ein Kind davon nur profitieren. Und sorgsame Eltern auch - denn neu gelerntes Verhalten des Kindes kann auch zu der eigenen persönlichen Entwicklung beitragen.

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