Fremdelnde Babys: ganz normal

Letzte Woche hat Ihr Baby die Oma noch mit einem strahlenden Lächeln begrüßt. Und jetzt ist alles aus den Fugen geraten. Das Baby schreit und ist kaum noch zu beruhigen. Wahrscheinlich ist Ihr Kind jetzt in der Fremdelphase – ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Kindes.  
Zwischen dem siebten und neunten Lebensmonat beginnen Babys zu fremdeln. Selbst die freundlichsten Annäherungsversuche von Verwandten und Freunden werden mit lautem Schreien und Heulen, ja manchmal sogar Panikattacken quittiert. Das ist ganz anders als in den ersten Lebensmonaten, als alle fremden Menschen angestrahlt wurden und die Herzen vor Freude schneller schlugen. Doch in der Fremdelphase scheint das alles vergessen: Ob Opa oder Tante, alle Personen, die nicht Eltern oder Geschwister sind, werden misstrauisch beäugt – und mit jedem Schritt zu viel geht das Weinen los. Selbst der Vater kann vom Fremdeln betroffen sein, wenn er z. B. sehr viel arbeitet. Dann ist nur eine Person in der Lage zu helfen: Die Mama.

Fremdeln – ein wichtiger Entwicklungsschritt

Die lieben Verwandten sind meistens untröstlich, wenn sie schreiend und schreckerfüllt begrüßt werden. Nicht nur sie, sondern auch die Eltern fragen sich dann, ob sie etwas falsch gemacht haben. Warum reagiert der kleine Sonnenschein von einem Tag auf den anderen plötzlich so lautstark? Machen Sie sich keine Sorgen, das ist ganz normal. Zwischen dem siebten und neunten Monat macht Ihr Kind mit dem Fremdeln einen immens wichtigen Entwicklungsschritt.  In den ersten Lebensmonaten sind Kinder allem Neuen gegenüber aufgeschlossen, sie haben kaum Angst. Das ändert sich im zweiten Lebenshalbjahr. In dieser Zeit macht das Wahrnehmungsvermögen einen großen Schritt nach vorn. Die Kinder lernen immer besser, zwischen bekannten und unbekannten Gesichtern zu unterscheiden. Die bekannten Gesichter sind natürlich die von Eltern und Geschwistern, alle anderen gelten erst einmal als fremd, auf die man mit Vorsicht reagiert und durch das Schreien sicherheitshalber auch die Mutter in Alarmbereitschaft versetzt.

Die „Kindersicherung“ der Natur

Mit dem Fremdeln hat uns die Natur also eine raffinierte Kindersicherung mitgegeben. Sie sorgt dafür, dass wir allem Fremden mit Vorsicht begegnen und in diesem Alter nach Möglichkeit immer in der Nähe der Eltern bleiben. So ist ein erstklassiger Bodyguard immer in Reich- und Schreiweite. Das Kind braucht Ihre Nähe, Ihren Duft und Ihre Wärme, um sich angesichts von Fremden wieder zu beruhigen und im wahrsten Sinne des Wortes Schutz finden. Nehmen Sie Ihre Beschützerrolle wahr und sorgen Sie für gebührenden Abstand zu anderen Menschen, wenn Ihr Kind schreit. In Ihren Armen findet es die Sicherheit und die Geborgenheit, um auch in Zukunft der Welt mit großem Selbstvertrauen entgegenzutreten.

Keinen Zwang anwenden

Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Kontakt, indem Sie zum Beispiel mit dem Baby auf dem Arm nahe an die fremde Person herangehen oder es gar einfach auf einen fremden Schoß setzen. Die Angst ist echt. Sie sollten das genauso akzeptieren wie die "Fremden", die das Fremdeln bitte nicht auf sich persönlich beziehen sollen. Das Allerwichtigste ist, dass Sie immer da sind, wenn das Kind Sie braucht. 

Es geht vorüber

Gerade, wenn nur die Mutter die bestakzeptierte Bezugsperson und der Vater sozusagen nur zweite Wahl ist, kann das Fremdeln sehr stressig sein. Aber bleiben Sie ruhig und gelassen. Diese Phase geht vorbei. Das fängt manchmal schon an, wenn das Baby aus der Sicherheit Ihrer Umarmung wieder Augenkontakt mit den "Fremden" aufnimmt. Und nach einigen Wochen siegt die Neugier - mit dem sicheren Wissen, dass Sie für das Kind da sind, wenn es brenzlig wird.  

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