Elternzeit: wichtig für Väter und Kinder

Elternzeit: wichtig für Väter und Kinder

Für immer mehr Männer ist es selbstverständlich, die sogenannte Elternzeit in Anspruch zu nehmen und zumindest für einige Monate zu Hause zu bleiben, um sich um die Kinder zu kümmern. Mittlerweile haben sich auch viele Arbeitgeber auf die veränderten Gegebenheiten eingestellt, sodass die Elternzeit für Männer nicht mehr unbedingt mit einem Karriereknick verbunden ist. Die Akzeptanz für Männer, die sich für ihre Kinder eine Auszeit nehmen, steigt an. Trotzdem gibt es natürlich immer noch Arbeitgeber oder Kollegen, die einen frisch gebackenen Vater als „Weichei“ ansehen, wenn er die ihm zustehende Elternzeit auch tatsächlich in Anspruch nimmt. Doch die Vorteile wiegen für viele Männer diese Nachteile mühelos wieder auf. Die Anzahl der Männer in Elternzeit ist seit dem Jahr 2007 von etwa 18 % auf rund 25 % gestiegen. Allerdings zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Während der Anteil der Väter in Elternzeit in Bayern und Berlin bei rund einem Drittel liegt, sind es im Saarland nur etwa 15 %. Die meisten Väter gehen jedoch nur circa zwei Monate in Elternzeit. Väter, die volle zwölf Monate in Anspruch nehmen, gehören nach wie vor zu den Ausnahmen.

Sowohl Mütter als auch Väter, die ihr Kind zu Hause betreuen wollen, haben einen Rechtsanspruch auf die Elternzeit, die früher als „Erziehungsurlaub“ bekannt war. In der Regel muss die Erziehungszeit bis zum 3. Geburtstag des Kindes genommen werden. Stimmt der Arbeitgeber zu, kann diese Zeit auch auf die Zeitspanne zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes übertragen werden. Mütter und Väter müssen ihre Erziehungszeit nicht getrennt nehmen, sondern können auch gemeinsam in Elternzeit gehen. Um die volle Bezugsdauer von 14 Monaten zu erreichen, müssen die Väter dabei mindestens zwei Monate zu Hause bleiben. Wer sich im Erziehungsurlaub befindet, muss nicht komplett auf seine Arbeitsstelle verzichten, wenn er das nicht möchte. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können während dieser Zeit rund 30 Wochenstunden in Teilzeit arbeiten. Vom Staat bekommen die frisch gebackenen Eltern während der Elternzeit 67 % des bereinigten Nettoeinkommens ersetzt, das vor der Erziehungszeit erzielt wurde. Die Höchstgrenze der monatlichen Auszahlung liegt bei 1.800 Euro.

Kindererziehung als prägendes Erlebnis für Männer

Obwohl sich die Vaterrolle vor allem in modernen westlichen Gesellschaften mittlerweile stark verändert hat, sind es in vielen Fällen nach wie vor die Frauen, die sich um die Kindererziehung kümmern. Dies gilt besonders für Säuglinge oder Kleinkinder. Gerade deshalb empfinden viele Männer die Elternzeit als eine besonders prägende und intensive Zeit, in der sie eine enge Bindung zu ihren Kindern aufbauen können. So berichten viele Männer beispielsweise, dass die Beziehung zu ihrem Kind nach der Auszeit deutlich enger geworden sei. Das wiederum kommt der gesamten Familie zugute, denn durch die enge Bindung an die Väter wird auch der Familienzusammenhalt insgesamt gestärkt.

Besonders interessant für Frauen: Männer, die sich eine Auszeit für die Kindererziehung gegönnt haben, betätigen sich erfahrungsgemäß auch nach dem Ende ihrer Auszeit deutlich häufiger im Haushalt. Und auch in Sachen Gleichberechtigung spielt die Elternzeit von Vätern eine große Rolle. Denn wer am eigenen Leib erlebt hat, dass sich Beruf und Familie sehr wohl vereinen lassen, der ist als Chef eher geneigt, auch anderen Männern und Frauen diese Möglichkeit zu bieten. Wer wann in Elternzeit geht, das können Familien frei entscheiden. Deshalb ist es für Familien sinnvoll, sich bereits im Vorfeld genau zu überlegen, wann die Anwesenheit der Väter als „Vollzeitpapa“ am sinnvollsten ist. Viele Männer entscheiden sich dafür, die ihnen zustehende Elternzeit aufzuteilen. So können sie nach der Geburt beispielsweise einen Teil der Zeit in Anspruch nehmen, um ihrer Partnerin zur Seite zu stehen. Den zweiten Teil ihrer Elternzeit nehmen viele Väter dann am Ende der 14 Monate, um auch ihrer Partnerin den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern. Welcher Zeitpunkt der günstigste ist, hängt von der jeweiligen Familiensituation ab. Um unnötige Stresssituationen zu vermeiden, ist es daher sinnvoll, sich bereits während der Schwangerschaft Gedanken um die zeitliche Aufteilung zu machen.

Tipps für die Elternzeit

Auch für Männer ist es zunächst ungewohnt, den Alltag zu Hause mit einem kleinen Kind managen zu müssen. Damit dies auch tatsächlich gelingt, sollten Väter für ihren Erziehungsurlaub einige Tipps beherzigen:

  • Genießen Sie die Zeit mit dem Kind. Genau dafür ist diese Auszeit bestimmt.
  • Halten Sie Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber und übernehmen Sie bei Bedarf Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen. So sind Sie nicht ganz aus dem Arbeitsalltag verschwunden und der Wiedereinstieg wird erleichtert.
  • Verabreden Sie sich mit anderen Vätern in Elternzeit zu gemeinsamen Unternehmungen und zum Austausch.
  • Vergessen Sie auch während Ihres Erziehungsurlaubs die eigenen Hobbys nicht, denn kleine Auszeiten sind auch im Familienleben wichtig.

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