Ein beruhigendes Detail: der Schnuller

Schnulli, Nuckel oder Nucki – für eine so wichtige Sache wie den Schnuller gibt es viele Bezeichnungen. In vielen Haushalten mit kleinen Kindern trägt der Beruhigungssauger dazu bei, die Nerven der Kleinen und auch die der Großen zu schonen. Aber was hat es eigentlich mit der Wunderwirkung des Schnullers auf sich?

Eine kleine Geschichte des Schnullers

Schon vor Tausenden Jahren haben die Menschen auf die beruhigende Wirkung eines „Schnullers“ oder doch zumindest ähnlicher Gegenstände mit derselben Funktion vertraut. So haben Archäologen bei Ausgrabungen zum Beispiel in Italien und Griechenland Funde gemacht, die vermuten lassen: Der Vorfahre des Schnullers ist mindestens 3.000 Jahre alt. Damals handelte es sich um zu einem „Schnuller“ geformte Lumpen.

Die ersten Schnuller in Deutschland

In Deutschland wurde der „Schnuller“ zum ersten Mal im 15. Jahrhundert in einem medizinischen Werk erwähnt. Zu dieser Zeit hatte der Schnuller natürlich noch ganz andere Formen, als wir sie heute kennen. Man schnürte etwas Leinenstoff zusammen und füllte diesen mit einer Masse aus Brot, Mehl oder Brei. Auch Weinbrand, Laudanum und Mohnsamen kamen zum Einsatz – heute ist dies für uns unvorstellbar. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der erste „angeflanschte Gummisauger“ erfunden und über die Jahre hin weiter entwickelt. Um 1900 waren die meisten Schnuller bereits mit Ringen und Schutzschilden ausgestattet. Doch nicht immer wurde der Schnuller durchgängig für positiv befunden: Bis 1955 machte man den Schnuller zum Beispiel für Probleme mit Mund und Magen verantwortlich. Bis der Schnuller zu einem allgemein gebräuchlichen Gegenstand wurde, dauerte es noch einige Jahrzehnte. Heute stillen in den Industriestaaten die meisten Babys und Kleinkinder ihr Saugbedürfnis, soweit es über die Nahrungsaufnahme hinausgeht, mit dem Schnuller.

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Die positive Wirkung des Schnullers – Saugen beruhigt

Mit dem Saugen beginnen viele Babys schon im Leib der Mutter. In dieser Phase saugen sie bereits an dem eigenen Daumen. Gesunde Babys kommen also mit einem angeborenen Saugreflex zur Welt. So ist gewährleistet, dass sie genügend Saugkraft aufbringen, um ausreichend Milch aus der Mutterbrust trinken zu können. Die Nahrungsaufnahme ist also der wichtigste Grund für den Saugreflex.

Doch das Saugen hat noch weitere Wirkungen. So regt es zum Beispiel die Produktion bestimmter Hormone an, die das Baby beruhigen und die Verdauung fördern. Sigmund Freud hat diese Phase als die sogenannte „orale Phase“ bezeichnet.

In der oralen Phase drücken Babys nicht zuletzt auch ihre eigene Gefühlswelt teilweise durch das Saugen aus. Aufgeregte Babys nuckeln zum Beispiel intensiver und schneller – dieser Reflex hat in der Umkehrung wiederum eine beruhigende Wirkung.

Zusammenfassend lässt sich auf Babys und Kleinkinder bezogen sagen: Saugen tut Körper und Seele gut – und das funktioniert so gut, dass in einigen Familien Panik ausbricht, sollte der Schnuller einmal nicht zur Hand sein.

Schnuller – die kleinen Retter in der Not

Wenn das Kind schreit, ist der Schnuller oft „der Retter in der Not“. Kaum steckt er im Mund, kehrt Ruhe ein. Einige Hebammen empfehlen, Babys den Schnuller nicht von Anfang an zu geben. Dies könnte, so ihre Meinung, zu einer sogenannten „Saugverwirrung“ führen. Die Saugtechniken an Mutterbrust und Schnuller bzw. Fläschchen sind unterschiedlich. Bei einem häufigen Wechsel zwischen Schnuller, Fläschchen und Mutterbrust können Babys die Fähigkeit verlieren, richtig an der Brust der Mutter zu trinken, sie bekommen nicht mehr ausreichend Milch und die Mutter empfindet beim Stillen Schmerzen. Sobald ein Baby dauerhaft und regelmäßig an der Brust oder aus dem Fläschchen trinkt, kann es in der Regel auch den Schnuller bekommen. Das kann schon nach drei bis vier Wochen der Fall sein.

Schnuller nicht als Allzweckwaffe einsetzen

Allerdings sollte ein Schnuller nicht als Dauerlösung eingesetzt werden, damit die Anzeichen von Hunger und Unwohlsein nicht unterdrückt werden. Außerdem ist es natürlich nur von Vorteil für die Mutter-Kind-Beziehung, wenn das Kind möglichst oft die mütterliche Nähe spürt. Einige Kinder haben eine Abneigung gegen Schnuller, vielleicht, weil sie den Geschmack des Materials nicht mögen. Sie werden dann jedoch zumeist ganz von allein ruhig und schlafen ein.
Eltern werden in jedem Fall schnell die richtige Methode finden, um ihr Baby zu beruhigen – sei es allein durch körperliche Nähe oder mithilfe eines Schnullers. Für Sie gilt es lediglich, zu wissen: Ein Schnuller ist nicht schädlich für Ihr Baby. Leider hält sich dieser Glaube immer noch recht hartnäckig. Lediglich bei größeren Kindern, die bereits erste Zähne bekommen, kann die ständige Nutzung des Schnullers zu Zahnfehlstellungen führen. Aber dies ist ja erst in ein paar Jahren der Fall – bis dahin dürfen Sie Ihrem Kind ohne Bedenken einen Schnuller geben.

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