Ein Abendritual begleitet das Kind zwischen Wachen und Schlafen

Ein Abendritual begleitet das Kind zwischen Wachen und Schlafen

Wenn die Kleinen am Abend zu Bett gehen sollen, wird das für die Eltern häufig zur Geduldsprobe. Denn sie sind vom Tag erschöpft und die Kinder fordern gerade zu dem Zeitpunkt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Doch auch wenn die elterliche Geduld am Ende eines langen Tages nicht mehr ganz so strapazierfähig ist, lohnt es sich, mit einem schönen Abendritual die Nacht einzuläuten. Denn die vertraute Wiederholung bringt das Kind dazu, sich zu entspannen und seine Müdigkeit anzunehmen. Bei Babys und kleinen Kindern bis ungefähr drei Jahren sollte das Abendritual sehr einfach und schlicht gehalten werden. Die Kleinsten lassen sich am besten mit einer abgedimmten Lichtquelle und leiser Musik zur Schlafruhe bringen. Für Babys sollte man jeden Abend die gleiche Musik erklingen lassen. Das gute alte Wiegenlied hat auch in der Zeit der modernen Medien noch lange nicht ausgedient: Babys lieben es, wenn die Mutter ihnen selbst vorsingt.

Recht schnell werden die Säuglinge die Musik mit Entspannung und Schlaf verbinden. Das warme Licht und die leise musikalische Untermalung sorgen für eine wunderbare Atmosphäre im Kinderzimmer. Beim Abendritual mit dem Baby ist es auch wichtig, dass der Säugling vor dem Schlafengehen die ungeteilte Aufmerksamkeit der Mutter oder des Vaters erfährt. Diese liebevolle Zuwendung ist durch nichts zu ersetzen und gibt dem Kind das nötige Vertrauen für eine ruhige Nacht.

Ein harmonischer Abschluss des Tages für eine ruhige Kindernacht

Beim Abendritual geht es darum, bewusst und entspannt Zeit miteinander zu verbringen. Diese wertvolle Familienzeit sollte spielerisch angegangen werden, ganz im Sinne der kindlichen Bedürfnisse. Bei der Auswahl des abendlichen Spiels sollten die Eltern die Persönlichkeit des Kindes berücksichtigen. So hat es auf manche Kinder eine beruhigende Wirkung, wenn sie zum Abschluss des Tages als Abendritual ein Bild malen. Beim Malen können so manche Erlebnisse des Tages sinnvoll eingeordnet und verarbeitet werden. Doch auf manche Kinder wirkt das Malen eher anregend, da ihnen dabei tausend neue Ideen und Gedanken kommen.

Für alle Kinder ist ein Puzzle oder ein Brettspiel ein toller Einstieg in den Abend. Beim gemeinsamen Spiel mit den Eltern und Geschwistern fühlt sich das Kind geborgen. Zu einem gelungenen Abendritual gehört auch das gemeinsame Abendessen. Diese Mahlzeit sollte ganz in Ruhe eingenommen werden, dabei kann man im Gespräch den Tag noch einmal Revue passieren lassen. Sollte es am Tag Konflikte gegeben haben, dann dürfen diese von den Kindern ruhig thematisiert werden. Im Sinne eines friedlichen Abendrituals sollten Eltern aber darauf verzichten, selbst das Gespräch darauf zu bringen. Den eventuellen Redebedarf der Kinder sollten Sie aber ernst nehmen und darauf eingehen.

Nach dem Essen gehört das Waschen und Zähneputzen zum Abendritual. Viele Kinder trödeln gerne im Bad herum, um die Zeit des Abendrituals endlos auszudehnen. Damit dies nicht geschieht, bekommen die kleinen Trödler einen Küchenwecker oder eine Sanduhr mit ins Bad. Sobald die Zeit abgelaufen ist, winkt der schönste Teil des Abendrituals: die Geschichte zur guten Nacht!

Das Abendritual ist ein Betthupferl für die Seele

Vor dem Lesen oder Erzählen wird der Schlafplatz noch rasch gemütlich hergerichtet. Sind alle Stofftiere im Bett, die das Kind für ein gelungenes Abendritual braucht? Liegt die Kuscheldecke bereit? Die meisten Kinder lieben es, während der Geschichte auf dem Schoß von Mama oder Papa zu sitzen, denn beim Abendritual muss immer Zeit fürs Kuscheln sein! Manche Kinder kuscheln lieber vor der Gutenachtgeschichte und hören dann lieber liegend im Bett den Worten der Eltern zu. Wie bei den meisten Erziehungsfragen gibt es auch beim Abendritual keine Patentrezepte. Gut ist immer, was Eltern und Kindern gleichermaßen gefällt. Auf keinen Fall darf die Gutenachtgeschichte für das Abendritual zu spannend sein. Denn durch eine aufregende Geschichte werden die Kinder zu sehr aufgewühlt. Auf jeden Fall muss die Geschichte für das Abendritual immer ein gutes Ende haben, damit danach keine bösen Träume kommen.

Ob man vorliest oder lieber frei formuliert, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und der Fantasie der Eltern. Kinder lieben Wiederholungen, oft wünschen sie sich in einem gewissen Zeitraum immer wieder die gleiche Geschichte für das Abendritual. Auch daran lässt sich ersehen, wie sehr die kindliche Seele auf feste Strukturen und Gewohnheiten angewiesen ist. Ein Punkt mehr für das regelmäßige Abendritual, welches diesen Wünschen mehr als entgegenkommt. Mit einem liebevoll und ruhig gestalteten Abendritual beugt man schon im Vorfeld so manchem Einschlafproblem vor. Das Vorsingen ist eine beliebte Alternative zum Vorlesen. Natürlich dürfen die Kinder auch gerne mit in das Lied einstimmen. Absolut tabu sollten Fernseher, Radio und Computer beim Zubettgehen sein, denn diese Medien überfluten das Kind mit Reizen, die es so spät am Abend nicht mehr verarbeiten kann.

Es sollte immer darauf geachtet werden, dass die Kinder das geliebte Abendritual nicht übermäßig in die Länge ziehen. Deshalb sollte die Anzahl der Geschichten oder die Dauer der Vorlesezeit oder die Anzahl der Lieder auf einen bestimmten Zeitrahmen begrenzt werden. Kinder brauchen diesen äußeren Rahmen, daraus schöpfen sie Sicherheit. Ein unendliches Abendritual dient weder den Eltern noch den Kindern, denn wichtig ist nicht die Quantität, sondern die Qualität. Beim Abendritual stehen die Kinder im Mittelpunkt des elterlichen Interesses und ihrer Aufmerksamkeit. So können die Kinder eine große Portion Liebe und Sicherheit tanken, während der Tag langsam ausklingt.

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