Eifersucht unter Geschwistern: Wenn Kinder um die Aufmerksamkeit ihrer Eltern kämpfen

Eifersucht unter Geschwistern

Mit der Geburt eines Geschwisterkindes ändert sich in einer Familie vieles. Ob Kinder sich eine Vorstellung von dieser Veränderung machen können, hängt vom Alter ab. Zwar haben die Kids meist Freunde mit jüngeren Geschwistern, doch das bedeutet noch lange nicht, dass sie wissen, inwieweit sich ihr Familienleben zukünftig verändert. Eifersucht unter Geschwistern wird erst nach der Geburt zum Thema.

Schwangerschaft: Kinder warten gespannt auf den neuen Spielkameraden

Die Schwangerschaft der Mutter weckt die Vorfreude auf den neuen Erdenbürger. In den schönsten Farben malen sich Kinder das zukünftige Leben aus. Bei Mädchen erwacht der Mutterinstinkt. Sie freuen sich, ihrer Mutter beim Füttern und Windeln wechseln helfen zu dürfen und auf lange Spaziergänge mit dem Buggy, bei denen sie stolz das Baby ihren Freundinnen vorführen können. Jungen sind meist etwas pragmatischer veranlagt. Sie denken an einen Spielkameraden, der jederzeit verfügbar ist. Zu diesem Zeitpunkt sind Kinder noch nicht auf ihr Geschwisterchen eifersüchtig. Dass diese Vorstellungen weit von der Wirklichkeit entfernt sind, liegt auf der Hand. Nach der Geburt müssen sich auch die Eltern erst einmal an den neuen Rhythmus gewöhnen, da Babys eine Menge Aufmerksamkeit fordern – Zeit, in der sich die Eltern weniger um das ältere Kind kümmern.

Mama und Papa lieben das Baby mehr als mich

Eifersucht unter Geschwistern entsteht, wenn Kinder das Gefühl haben, ihre Eltern zu verlieren. Während vor der Geburt die Welt noch scheinbar in Ordnung war, scheint sich nun die gesamte Liebe von Mama und Papa auf den Winzling zu konzentrieren. Er wird gehegt und gepflegt. Schreit das Baby, kommen gleich alle, um es zu trösten. Weint das ältere Kind, sind die Eltern genervt. Hinzu kommt, dass auch Freunde und Verwandte verzückt mit dem Baby spielen.

Auch negative Aufmerksamkeit bedeutet Beachtung

Das Gefühl der Eifersucht unter Geschwistern ist immer da. Kinder leben mit der Angst, die Liebe ihrer Eltern zu verlieren. Damit es nicht so weit kommt, streiten sie um die Gunst von Mama und Papa. Wer mehr Aufmerksamkeit bekommt, ist Sieger im Liebesduell. Dabei ist es egal, wie man sich bemerkbar macht. Das Ringen um Beachtung nimmt manchmal seltsame Züge an. Scheinbar wird derjenige mehr geliebt, der lauter, auffälliger ist.

Eifersucht unter Geschwistern: Ermutigen Sie Ihre Kinder

Bekommen Kinder durch Schimpfen mehr Zuwendung, als wenn sie sich still und brav fügen, wählen sie meist den aktiven Weg. Je lauter sie sind und je unmöglicher sie sich benehmen, desto mehr Zeit erübrigen die Eltern für sie. Aus welchem Grund sollten Kinder dieses Verhalten ändern? Haben sie sich erst einmal in dieser Aufmerksamkeitsspirale verfangen, ist es für die ganze Familie schwer, dort wieder herauszukommen. Mit ein paar Strategien lässt sich dieses Benehmen verhindern und Eifersucht unter Geschwistern minimieren:

Heben Sie die persönlichen Eigenschaften hervor

Jedes Kind ist einzigartig. Eine Abgrenzung individueller Persönlichkeitsmerkmale erfolgt spätestens im Schulalter. Eltern, die diese Eigenschaften erkennen und fördern, stärken das Selbstbewusstsein ihrer Kinder. Eine Gleichbehandlung des eigenen Nachwuchses in allen Situationen ist nicht nötig, erzeugt sogar meist Eifersucht unter Geschwistern. Der gut gemeinte Wunsch, es jedem Kind recht zu machen, geht nach hinten los, wenn man nicht die persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben jedes Einzelnen berücksichtigt.

Verteilen Sie Ihre Zuneigung

Sicherlich haben Eltern manchmal eine Vorliebe für ein Kind. Sei es, weil es Charaktereigenschaften besitzt, die den eigenen ähneln oder es in einem von Stress geprägten Tagesablauf keine Ansprüche stellt. Diese Vorlieben führen zu Eifersucht unter Geschwistern, wenn sie offen ausgelebt werden. Vorverurteilungen eines Kindes, beispielsweise als „Heulsuse“ oder „Stressverursacher“ sind kontraproduktiv. Wer die Stärken seiner Kinder hervorhebt und nicht nur die Schwächen thematisiert, wird seinen Kindern eher gerecht.

Kinder gegeneinander auszuspielen ist ein No-Go

Oft denken Eltern, ihren Kindern durch Vergleiche einen Sachverhalt besonders anschaulich darstellen zu können. Solange sie dieses Verfahren bei Gegenständen anwenden, ist nichts dagegen einzuwenden. Kritisch wird es, wenn der Nachwuchs miteinander verglichen wird. Denn Können und körperliche Voraussetzungen sind nicht gleichmäßig verteilt. Fliegen dem älteren Bruder gute Noten ohne viel Aufwand zu, kann dies nicht in Relation zu mittelmäßigen Klassenarbeitsergebnissen der kleinen Schwester gesetzt werden. Vor allem, wenn sie für das Ergebnis bereits einen erheblichen Aufwand betrieben musste. Auch Charaktereigenschaften wie Hilfsbereitschaft oder Gesprächigkeit sind bei jedem Kind anders verteilt. Unnötige Vergleiche schüren die Eifersucht unter Geschwistern.

Loben Sie richtig

Lob ist ein sehr wichtiger Baustein der Erziehung. Allerdings kommt es auf das „Wie“ an. Pauschale Lobgesänge bringen wenig. Mit Sätzen wie „Du hast eine tolle Arbeit geschrieben“ können Kinder nicht viel anfangen. Diese Aussage ist zu beliebig. Vielmehr sollten Eltern einzelne Punkte besonders hervorheben, z. B. dass die Rechtschreibübungen zum Erfolg im Diktat geführt haben. Auch kleine Sportler wollen nicht nur hören, wie gut sie gespielt haben. Besser ist es, beispielsweise das Angriffsspiel oder eine andere Situation im Spiel herauszustellen. Auch zu häufiges Lob erreicht nicht die gewünschte Wirkung.

Effektive Konfliktlösung

Eifersucht unter Geschwisterkindern ist kein Thema, solange sich jedes Kind ernst genommen fühlt. Das gilt im täglichen Miteinander, aber auch in Sondersituationen, wie einem Streit. Häufig sind Eltern überfordert, wenn ihr Nachwuchs versucht, sie bei Konflikten auf ihre Seite zu ziehen. Förderlich ist in diesem Fall, eine neutrale Position einzunehmen und jedem Kind die Möglichkeit zur Darstellung seiner Meinung zu geben. Wer nicht vorverurteilt, sondern das Geschehene durch ein vernünftiges Gespräch zu klären versucht, ist auf dem besten Wege, Konflikte effektiv zu lösen. Viele Dinge lassen sich in einer Familienkonferenz klären. Führen Sie Gespräche mit dem Ziel, Einsicht zu bewirken, nicht zu bestrafen.

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