Die Vorsorgeuntersuchung U3

Gelbsucht bei Neugeborenen

Die Vorsorgeuntersuchungen sind in Deutschland elementarer Bestandteil der Kinderheilkunde. Dank der regelmäßigen Routineuntersuchungen erkennen Kinderärzte zeitnah Schädigungen oder Krankheiten bei Säuglingen und Kleinkindern, die die geistige oder körperliche Entwicklung der Kleinen beeinträchtigen könnten, und können schnell die erforderliche Behandlung einleiten. Die Untersuchung soll zudem einer Vernachlässigung, Verwahrlosung oder Misshandlung der Kleinen entgegenwirken. Bemerkt der Mediziner entsprechende Anzeichen, sucht er das Gespräch mit den Eltern des kleinen Patienten. Der „Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen“ schreibt die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr vor. Alle Untersuchungsergebnisse von der U1 bis zur U9 werden im sogenannten „Gelben Heft“ festgehalten. Die U-Untersuchungen für Neugeborene und Kleinkinder gehören seit 1971 zu den Pflichtleistungen der deutschen Krankenkassen. Bei der U3 handelt es sich um die erste Vorsorgeuntersuchung, die beim gewählten Kinderarzt stattfindet. Sie wird im Zeitraum zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche des Babys durchgeführt. Bei diesem Kinderarzttermin sollten die frischgebackenen Eltern ausreichend Zeit einplanen. Die Untersuchung dauert ungefähr zwanzig bis dreißig Minuten. In dieser Zeit schaut sich der Mediziner den Säugling erneut sehr genau an. Zusätzlich beantwortet der Kinderarzt die Fragen der Mütter und Väter oder gibt Ratschläge bei möglichen Problemen.

Was wird bei der U3 untersucht?

Die U3 ist eine der umfassendsten und bedeutendsten Vorsorgeuntersuchungen. Das Hauptaugenmerk des Mediziners liegt auf der motorischen und der neurologischen Entwicklung des Babys. Zu Beginn der U3 begutachtet der Arzt die Größe und das derzeitige Gewicht des Säuglings. Allein in den ersten drei Lebensmonaten legen die Kleinen rund 150 g in der Woche zu. Anschließend untersucht der Arzt die Atmung des Neugeborenen. Die Atemfrequenz sollte bei einem Baby in diesem Alter bei etwa dreißig bis fünfzig Atemzügen in der Minute liegen. Bei der Untersuchung des Herzkreislaufsystems achtet der Arzt besonders auf die Geräusche des Organs. Das Herz eines Neugeborenen schlägt in diesem Entwicklungsstadium 100 bis 140 Mal innerhalb einer Minute. Bei der U3 Vorsorgeuntersuchung begutachtet der Kinderarzt sehr genau die Färbung und die Beschaffenheit der Babyhaut. Dabei schaut er nach Pigmentstörungen oder möglichen Wassereinlagerungen. Ist bei dem kleinen Patienten zuvor Neugeborenen-Gelbsucht diagnostiziert worden, schaut er sich die Entwicklung des Krankheitsbildes an. Etwa zwanzig Prozent der Säuglinge leiden unter der sogenannten Babyakne. Auslöser für diese Hautveränderungen sind spezielle Hormone. In der Schwangerschaft nahmen sie positiven Einfluss auf die kindliche Entwicklung im Mutterleib. Nach der Geburt befinden sich diese noch immer im Körper des Kindes und regen die Talgproduktion an. Die kleinen Mitesser oder Pusteln gehen allerdings im Laufe der Zeit zurück. Eltern von Neugeborenen mit Babyakne sollten die Haut ihres Lieblings nur mit besonders sanften, extra für empfindliche Babyhaut entwickelten Produkten pflegen. Bei der U3 werden ebenso die Fortschritte bei der Wundheilung am Bauchnabel des Kleinen untersucht. Zusätzlich werden die Geschlechtsorgane und der Bauchbereich des Säuglings abgetastet. Dadurch kann der Kinderarzt Rückschlüsse auf die Verdauung ziehen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die detaillierte Untersuchung des kindlichen Skelettes, des Muskelapparates sowie des Nervensystems. Der Mediziner ermittelt den Umfang des Kopfes und misst die Entfernung der Fontanellen. Zum Abschluss erhält das Neugeborene noch einmal einen Vitamin-K-Tropfen, der für eine bessere Gerinnung des Blutes sorgen soll.

Warum ist der Hüftultraschall wichtig?

Im Rahmen der U3 Untersuchung wird in den meisten Fällen ein sogenanntes Hüftscreening durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Untersuchung via Ultraschall. Sie soll Aufschluss über mögliche Defekte oder fehlerhafte Entwicklungen im Bereich der kindlichen Hüfte geben. Da viele Kinderärzte nicht über die dafür erforderlichen medizinischen Vorrichtungen verfügen, werden die frischgebackenen Eltern in der Regel an einen erfahrenen Orthopäden überwiesen. Die Hüftgelenkspfanne eines Großteils der Säuglinge in diesem Alter ist normalerweise soweit entwickelt, dass sie dem Oberschenkelknochen sicheren Halt bietet. In lediglich drei Prozent der Hüftultraschalluntersuchungen wird Hüftdysplasie diagnostiziert. Hierbei handelt es sich um eine fehlerhafte Ausbildung der Hüfte. Die Schwere der Schädigung wird in verschiedene Grade aufgegliedert. Wird eine minimale Verzögerung der Hüftreife festgestellt, wird dies durch den Grad IIa+ symbolisiert. In dem Fall müssen in der Regel keine weiteren medizinischen Maßnahmen ergriffen werden. Erkennt der Orthopäde auf den Ultraschallbildern eine maßgebliche Reifeverzögerung oder sogar eine Fehlbildung, wird eine entsprechende Therapie verordnet. Hier können Hilfsmittel wie zum Beispiel Spreizhosen die Fehlstellung beheben.

Impfberatung bei der U3 Vorsorgeuntersuchung

Sehr oft klärt der Kinderarzt Mütter und Väter von Neugeborenen bereits bei der U3 Vorsorgeuntersuchung über die notwendigen Impfungen auf. Gleichzeitig erklärt der Mediziner detailliert die Vor- und Nachteile optionaler Impfangebote und spricht eine Empfehlung aus. Die endgültige Entscheidung obliegt in diesem Fall den Eltern. Die laut Impftabelle vorgegebenen Impfungen beginnen mit der neunten Lebenswoche des Kindes. Es ist erforderlich, dass diese in bestimmten Abständen erneuert werden. Die genauen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sind im Impfkalender aufgeführt. Die Untersuchungsergebnisse der U3 hält der Kinderarzt im gelben Vorsorgeheft des Kindes fest. Die nächste Vorsorgeuntersuchung, die U4, findet zwischen dem dritten und vierten Monat statt.

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