Die U8 Untersuchung: wichtige Vorsorge im vierten Lebensjahr

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Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt dienen dazu, etwaige Krankheiten von Säuglingen, Kleinkindern oder größeren Kindern zeitnah zu erkennen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Diagnose geistiger oder körperlicher Fehlentwicklungen der Kleinen, die diese im späteren Leben beeinträchtigen können. Bei den Vorsorgeuntersuchungen kann der Kinder- und Jugendarzt diese Beeinträchtigungen zeitnah feststellen und gegebenenfalls umgehend entsprechende therapeutische Maßnahmen einleiten. Ein weiterer Aspekt der U-Untersuchungen ist das Aufdecken möglicher Vernachlässigungs- oder Verwahrlosungsfälle, der Misshandlung von Kindern oder von sexuellem Missbrauch.

In den meisten deutschen Bundesländern besteht ein verbindliches Einlade- und Meldewesen zu den Vorsorgeuntersuchungen. Die Eltern werden bei Versäumen eines Termins an die anstehende Untersuchung erinnert.

Die entsprechenden ärztlichen Maßnahmen der einzelnen Vorsorgeuntersuchungen wurden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in den sogenannten Kinder-Richtlinien festgeschrieben. Die U-Untersuchungen sind bis zum vollendeten 6. Lebensjahr vorgeschrieben.

Bei der U-Untersuchung werden die einzelnen Untersuchungsergebnisse in dem „gelben Vorsorgeheft“ des Kindes dokumentiert. Bei den Krankenkassen gelten die Vorsorgeuntersuchungen seit dem Jahr 1971 zu den Pflichtleistungen.

Die U8-Untersuchung findet zwischen dem 43. und 48. Lebensmonat des Kindes statt. Hier untersucht der Mediziner das Wachstum und die geistige Entwicklung der Kleinen.

Mit dreieinhalb bis vier Jahren befindet sich der Nachwuchs im Kindergartenalter. In den Monaten vor der Untersuchung hat das Kind bedeutende Entwicklungssprünge gemacht.

Eltern sollten daran denken, die Vorsorgeuntersuchung bis spätestens zum 50. Lebensmonat durchführen zu lassen. Wer den Termin versäumt und über dieser zeitlichen Grenze liegt, dem kann es passieren, dass die zuständige Krankenkasse den Untersuchungstermin dem Versicherten als sogenannte „individuelle Gesundheitsleistung“ (iGel) in Rechnung stellt und Sie die Kosten für den Besuch beim Kinderarzt selbst tragen müssen.

Was wird bei der U8 Untersuchung kontrolliert?

Der Fokus der U8 Untersuchung liegt auf dem geistigen Entwicklungsstand der Kleinen, ebenso wie auf orthopädischen Gegebenheiten. In diesem Zusammenhang wird das Kind unter anderem auf Fehlentwicklungen der Hüfte oder eine mögliche sogenannte Beinlängendifferenz hin begutachtet. Darüber hinaus untersucht der Mediziner das Kind auf Verhaltensauffälligkeiten. Hier schaut sich der Arzt an, ob es beispielsweise an den Nägeln kaut oder sich die Haare ausreißt. Zudem untersucht er, ob bei dem Nachwuchs eine Interaktionsstörung vorliegt und es zum Beispiel aggressives Verhalten zeigt.

Im Anschluss widmet sich der Kinderarzt der kindlichen Feinmotorik sowie der Konzentrationsfähigkeit und dem Wahrnehmungsvermögen. Zusätzlich werden die Eltern nach dem Schlafverhalten des Kindes befragt.

Bei der U8 Untersuchung kontrollieren die Ärzte zum wiederholten Mal neben der sprachlichen Entwicklung auch die Hörfähigkeit. Sie ist die Grundvoraussetzung für das korrekte Erlernen von Sprache. Gleichzeitig muss sich das Kind seinen ersten umfassenderen Sehtests stellen. In diesem Alter sollte ein Kind eine Sehschärfe von 100 Prozent erreicht haben.

Den Abschluss bildet eine ausführliche internistische Begutachtung. Hierdurch sollen beispielsweise Störungen der Nierentätigkeit, der Herzfunktion oder der Schilddrüse frühzeitig festgestellt werden.

Normalerweise folgt der gesamten U8 Untersuchung ein Arzt-Eltern-Gespräch. So kann der Mediziner familiäre Risikofaktoren herausfinden und diese in seine Untersuchungsergebnisse einbeziehen. Darüber hinaus gibt der Kinderarzt wertvolle Tipps rund um das Thema Ernährung.

U 8 Untersuchung: Das können Vierjährige

Generell lässt sich die U8 Untersuchung in vier Oberkategorien einteilen: Sozialverhalten, sprachliche Entwicklung, Motorik sowie Seh- und Hörvermögen.

Im Alter von vier Jahren hat sich die Mehrzahl der Kinder bereits zum größten Teil von ihrer Bezugsperson abgenabelt. Sie fremdeln so gut wie gar nicht mehr. Gleichzeitig hat der Nachwuchs inzwischen gelernt, das Spielzeug auch mal mit Freunden zu teilen. Im Spiel versucht der Kinderarzt herauszufinden, inwieweit das Sozialverhalten des Kindes ausgeprägt ist. Im Elterngespräch stellt er Fragen nach dem Umgang der Kleinen mit ihren Spielgefährten im Kindergarten oder Geschwistern. Auch alltägliche Situationen werden erörtert. Bei Bedarf hilft der Mediziner mit Ratschlägen weiter und gibt wertvolle Tipps.

Das Kind ist mit vier Jahren mittlerweile in der Lage, bestimmte Dinge nachzuerzählen. Mancher Nachwuchs kann das schon in der richtigen und logischen Abfolge der Ereignisse schildern. Er nutzt dazu sinnvolle Adjektive und gebraucht ebenso Präpositionen. Darüber hinaus ist es für das Kind normalerweise kein Problem, Gegenstände bei ihrem Namen zu nennen. Ein vierjähriges Kind kann auch bestimmte Alltagsbegebenheiten, die es in der Vergangenheit erlebt hat, wiedergeben. Dabei nutzt es in erster Linie Ich-Sätze, die es mit “und dann“ vervollständigt. Es führt Unterhaltungen und versucht sich im Erzählen von Scherzen. Dabei kann es herzlich über sich selber lachen. Wenn die Mama es bei seinen Ausführungen unterbricht, dann dreht sich das Kind in die Richtung, aus der die vertraute Stimme kommt. Wenn sie eine Geschichte hören, stellen sie im Anschluss zahlreiche sogenannte W-Fragen. Der Arzt führt zur Begutachtung der Sprachfähigkeit einen Standardtest durch. Hierbei achtet er zudem auf Stottern oder Stammeln.

Der dritte große Block testet die Grob- und Feinmotorik der Kleinen. Sie sollten in der Lage sein, einen Stift mit drei Fingern zu halten. Sie können generell problemlos Dreirad fahren. Zu den ärztlichen Tests zählt unter anderem, dass das Kind einen Kreis anhand einer Vorlage aus- beziehungsweise nachmalen soll. Zusätzlich finden die Kleinen mehrfach hintereinander die längste von drei Strichen. Sie sind in der Lage, einen Menschen aus drei Teilen zu zeichnen oder die richtigen Teile in die richtigen Öffnungen einer Formbox zu stecken. Auch das Ausschneiden einer Form bereitet ihnen keine Schwierigkeiten mehr. Abschließend lässt der Kinderarzt die für wenige Sekunden auf einem Bein stehen oder mit beiden Beinen bis zu 30 Zentimeter weit hüpfen. So kann der Mediziner Rückschlüsse auf etwaige Haltungsschäden ziehen, die frühzeitig korrigiert werden können.

Schlussendlich kontrolliert der Arzt noch die Hör- und Sehfähigkeit, um sicherzustellen, dass hier kein Defekt vorliegt. Sollte es jedoch in der Familie gehäuft zu Sehschwächen komme, ist der Weg zu einem Facharzt für Augenheilkunde ratsam.

Mit diesen Tests schließt die U8 Untersuchung. Die folgende U9 Untersuchung findet im fünften Lebensjahr des Kindes statt.

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