Die Sprachentwicklung bei Kindern

Die Sprachentwicklung bei Kindern

Die Sprachentwicklung bei Kindern ist ein langwieriger und äußerst komplexer Prozess. Die Kleinen müssen dabei zahlreiche kognitive Leistungen erbringen. Ein intaktes Hörvermögen ist dazu unbedingt erforderlich. Nur so ist es dem Kind möglich, Laute und Geräusche wahrzunehmen. Auch das Sehen und Tasten spielt eine wichtige Rolle. Dadurch verknüpft der Nachwuchs beispielsweise einen Gegenstand oder eine Tätigkeit mit einem bestimmten sprachlichen Ausdruck. Zudem muss das Kind in der Lage sein, sich in einem gewissen Maß zu konzentrieren. Konzentrationsfähigkeit ist eine entscheidende Voraussetzung für das Erlernen von Sprache.

Alle diese Fähigkeiten nützen jedoch nichts, wenn das Eltern-Kind-Verhältnis nicht intakt ist. Immerhin sind Mama und Papa die ersten Gesprächspartner der Kleinen. Der Nachwuchs muss das Gefühl haben, dass er sich jederzeit mitteilen kann. Es liegt in der Hand der Eltern, inwieweit sie die Sprachentwicklung ihres Kindes fördern und unterstützen. Zuneigung, viel Wärme und eine große Portion Akzeptanz sind die Grundpfeiler für das erfolgreiche Erlernen von Sprache.

Wie Kinder sprechen lernen

Die Sprachentwicklung bei Kindern ist nicht mit dem Erlernen einer Fremdsprache im Erwachsenenalter vergleichbar. Kinder lernen nach eigenen Regeln sprechen. Wann und wie zügig sich die Sprachentwicklung des Nachwuchses vollzieht, ist individuell verschieden. Das Erlernen von Sprache ist ein langer Prozess. Er lässt sich in unterschiedliche Phasen unterteilen. Den ersten Laut gibt das Kind in der Regel im Kreißsaal von sich. Der durchdringende Schrei bei der Geburt entsteht durch die beginnende eigenständige Atmung des Babys. Anschließend macht sich das Kind genau auf diese Art und Weise bemerkbar, wenn es Hunger hat oder die Aufmerksamkeit seiner Eltern auf sich ziehen möchte.

Ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat verändert sich das Schreien des Kindes. Die erste hörbare Veränderung im Rahmen der Sprachentwicklung vollzieht sich zwischen dem sechsten und dem zwölften Lebensmonat. Das Baby beginnt damit, erste Silben zu bilden. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von „Lallmonologen“. In dieser Phase werden wichtige Grundsteine für die weitere Entwicklung der kindlichen Sprache gelegt. Ab dem 18. Monat bildet das Kleinkind seine ersten Worte. Sie bestehen meist aus einfachen Silbenbausteinen wie „Pa-Pa“ oder „Ma-Ma“. Jetzt kann es bereits leichte Silben nachbrabbeln, versteht allerdings noch nicht deren Sinn. Im Laufe der Zeit verbindet das Kleine die Worte mit bestimmten Gegenständen. Bis zum zweiten Lebensjahr fragt das Kind nach Namen oder Begriffen. Dadurch erweitert das Kleinkind Schritt für Schritt seinen Wortschatz. Auch das Wissen über verschiedene Gegenstände nimmt zu.

Scheinbar schleichend vollzieht sich der Übergang zu Sätzen, die aus mehreren Worten bestehen. Bis zum Alter von drei Jahren kann sich der Nachwuchs schon weitgehend korrekt ausdrücken. Grammatikfehler sind dabei durchaus normal. Wichtig ist, dass Eltern und Erzieher diese verbessern. Im Anschluss folgt das sogenannte „zweite Fragealter“, an dessen Ende viele Mütter und Väter das Wort „Warum“ wohl einen gewissen Zeitraum lang nicht mehr hören können. In dieser Entwicklungsphase festigt sich der Wortschatz des Kindes. Es wird bei der Anwendung von Grammatik und in der Satzbildung sicherer. Die grundlegende Sprachentwicklung ist im Alter von etwa fünf Jahren abgeschlossen. Das Kind kennt nun Ober- und Unterbegriffe. Es kann Gegenstände unterscheiden. Zudem kennt es grammatikalische Kategorien wie Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart.

Kinder lernen von sich aus zu sprechen

Kinder wollen sprechen lernen. Mit zunehmenden Lebensmonaten entwickeln die Kleinen ein immer besseres Gehör für die Sprach- und Satzmelodie. Sie beginnen die Laute der Muttersprache und auch die Betonung, die sie bei den Eltern hören, zu imitieren. Gleichzeitig erproben die Kleinkinder so auch ihre eigene Stimme. Die meisten Kinder beginnen mit einem oder eineinhalb Jahren, sich zu äußern, da sie dann die Bewegungen der dafür notwendigen Muskeln immer besser kontrollieren und steuern können.

In der Regel sind „Mama“ und „Papa“ die ersten Wörter. Es gibt Kinder, die ihre ersten Worte bereits zwischen dem neunten und dem zwölften Lebensmonat sagen. In wenigen Ausnahmefällen lassen sich Kinder bis zum Alter von zweieinhalb Jahren Zeit, wobei sich die Sprachentwicklung bei Mädchen in der Regel schneller vollzieht als bei Jungen. Auch beim Wortschatz existieren individuelle Unterschiede. Er kann bei Kindern mit einem Alter von zwei Jahren zwischen 50 und 200 Begriffen liegen, wobei sich diese Zahl eher auf den passiven Wortschatz bezieht. Wenn das Kind bis zu 200 Wörter verstehen kann, so verwendet es aktiv meist nicht mehr als 20. Da die kindliche Sprachentwicklung eigenen Regeln folgt, bilden die Kleinen häufig für elterliche Ohren ungewöhnliche Satzkonstruktionen oder merkwürdige Wortkreationen. Das ist ganz normal und liegt daran, dass sie ihre eigenen Regeln konsequent anwenden. Mama und Papa können ihrem Nachwuchs helfen, diese typischen kindlichen Fehler zu vermeiden. Durch Vorlesen oder durch das Erfinden eigener Geschichten erlernt das Kind die Besonderheiten von Grammatik oder auch sprachliche Ausnahmen kennen. Auch eine konsequent korrekte Kommunikation mit dem Nachwuchs wirkt sich sehr positiv auf die kindliche Entwicklung der Sprache aus. Je mehr sich Mutter und Vater verbal mit ihren Kindern beschäftigen, desto leichter fällt es den Kleinen, das Sprechen zu lernen.

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