Die ersten Schritte: So lernen Kinder laufen

Aus Liegen wird Rollen, aus Rollen Robben, aus Robben Krabbeln, aus Krabbeln Stehen und dann geht es auf eigenen Füßen flink durch die Welt: Ihr Baby entdeckt die Welt auf eigenen Füßen. Und damit vollbringt es eine gigantische Leistung.
Die ersten Schritte sind ein Meilenstein in der motorischen Entwicklung des Menschen. Wir vergrößern unsere Reichweite, können neue Orte entdecken und Unabhängigkeit gewinnen. Wann genau Kinder mit dem Laufen beginnen, ist nicht in Stein gemeißelt. Im Schnitt sind sie 12-13 Monate alt, wenn sie sich auf die Beine machen. Einige sind schon mit 9-10 Monaten gut unterwegs, andere lassen sich Zeit, bis sie 16 Monate alt sind. Also machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind später mit dem Laufen beginnt als andere. Erst wenn auch der 16. Monat vorübergeht, ohne dass Anstalten gemacht werden, aus eigenem Antrieb loszulaufen, sollte man auf jeden Fall das Gespräch mit dem Arzt suchen. In diesem Alter sind ca. 90 Prozent aller Kleinkinder so weit, dass sie laufen können.

Ein bisschen Geduld ist gefragt

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Das gilt auch fürs Laufen. Mit dem Krabbeln hat Ihr Kind die Lust an der Fortbewegung weiterentwickelt. Und jetzt möchte es auch auf eigenen Füßen stehen – wie die Großen. Sie werden erstaunt sein, wie viel Ehrgeiz Kinder entwickeln können, um Laufen zu lernen. Schließlich wollen Sie auch können, was ihnen die Großen jeden Tag vormachen. Versuchen Sie nicht, das Laufen lernen zu beschleunigen, indem Sie das Kind immer wieder auf die Füße stellen.

Schritt für Schritt

Es beginnt mit dem Hochziehen. Das Kind nutzt alles in seiner Reichweite, um sich hochzuziehen und auf den eigenen Füßen zu stehen. Da kann ein Stuhl sein, der Laufstall oder auch Mamas Rock. So bekommt es jeden Tag mehr Standfestigkeit, die anfängliche Wackligkeit vergeht schnell. Außerdem lernt das Kind, den eigenen Körper im Gleichgewicht zu halten. Und das ist unverzichtbar zum Laufen lernen. Der nächste Schritt ist das Seitwärts-Laufen. Erst "schlurfen" die Füße noch über den Boden, aber dann heben sie sich und setzen einige Zentimeter versetzt wieder auf. Dabei hält sich das Kind noch am nächsten erreichbaren Gegenstand fest.  Dann kommt das freie Stehen. Am Anfang braucht Ihr Nachwuchs vielleicht noch ihre helfende Hand, um vom Boden hochzukommen. Aber kurze Zeit später kann Ihr Kind auch das alleine. Einige Wochen später wird es spannend: Die ersten eigenen Schritte Ihres Kindes. Es setzt einen Fuß vor den anderen, freihändig und mit viel Entdeckerfreude. Hier ist viel Motorik gefragt. Das Gewicht muss ständig verlagert werden, dann muss die Balance wieder hergestellt werden und schließlich braucht man neuen Schwung, um vorwärts zu kommen. Ihre hilfreiche Hand wird in dieser Phase garantiert gerne angenommen. Sie werden sehen, wie schnell die Bewegungen von Tag zu Tag sicherer werden. Und jetzt fehlt nur noch, dass Ihr Kind den Schwung auch wieder rausnehmen kann: Bremsfähigkeiten sind gefragt. Am Anfang wird sich Ihr Kind wahrscheinlich einfach auf den Po fallen lassen, aber schließlich wird es lernen, das Tempo zu variieren. Voilà, Ihr Kind kann laufen!

Schuhe oder nicht?

Wir Menschen sind ohne Schuhe geboren. Und am besten sollten wir auch die ersten Schritte ohne Schuhe machen. Schuhe nehmen Kindern die Möglichkeit, in direkten Kontakt mit dem Boden zu kommen. Das macht das Laufen erst einmal schwieriger. Ohne Schuhe können sich die Fußmuskeln besser entwickeln und die Kleinen müssen nicht mehr Gewicht als nötig an den Füßen mit herumtragen. Außerdem sind Schuhe oft auch mal einen Hauch zu groß oder zu klein, aber wie soll man das auf Anhieb erkennen? Anders sieht es aus bei Socken, die die Füßchen warm halten und zudem auch mit "Anti-Rutschsohle" ausgerüstet sein können. Wenn Ihr Kind auf den eigenen Füßen sicher von A nach B kommt und Sie auch draußen mit ihm auf die Pirsch gehen wollen, können Sie im Fachgeschäft so genannte Lauflernschuhe erhalten. Diese sind besonders weich und biegsam und behindern weniger beim Laufen als feste Schuhe. Lassen Sie sich am besten ausführlich beraten, damit die Schuhe auch wirklich richtig sitzen. 

Was ist mit Lauflernhilfen?

Es gibt so genannte Lauflernhilfen, bei denen die Kinder in ein Gestell gesetzt werden, das ihr Gewicht trägt, ihnen aber die Möglichkeit gibt, selbst die Füßchen zu bewegen und voranzukommen. Viele Experten raten davon ab. Das Problem ist, dass beim Laufen lernen mit diesen Geräten die eigene Balance-Fähigkeit auf der Strecke bleibt. Solange das Kind noch nicht seinen Körper und den im Verhältnis zur Körpergröße relativ großen Kopf ausbalancieren kann, kann das Stehen und Laufen mit Lauflernhilfe ungesund sein.

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