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Die anale Phase – ein normaler Entwicklungsschritt bei Kleinkindern

Die anale Phase ist ein normaler Entwicklungsschritt, den alle Kleinkinder durchlaufen müssen. In dieser Zeit lernen sie viel über sich selbst – über ihre Gefühle und Wünsche und auch darüber, dass der eigene Willen nicht immer durchgesetzt werden kann. Deshalb ist die umgangssprachlich auch Trotzphase genannte Zeit der Grundstein zur eigenen Identität -  Ihr Kind kann sich jetzt von Ihnen abgrenzen und seine Eigenständigkeit erkunden und genießen. Aber das ist nicht immer leicht und führt oft zu Konflikten! Worum es in der analen Phase genau geht und wie Sie darauf reagieren können, lesen Sie hier.

Alles Gute!
Ihr Meine Familie-Team

Anale Phase, was bedeutet das?  

„Anale Phase“ wurde als Begriff und Konzept von Sigmund Freud (1856–1939) geprägt. Er war der Begründer der Psychoanalyse und damit auch der modernen Psychotherapie und forschte zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Er unterteilt die psychologische Entwicklung von Kindern in unterschiedliche Abschnitte: Die anale Phase betrifft Kinder zwischen zwei und drei Jahren. Das Konzept „anale Phase“ umfasst sowohl Elemente der Persönlichkeitsentwicklung als auch der psychosexuellen Entwicklung . Sigmund Freuds Theorie nach stehen in dieser Phase die Ausscheidungsfunktionen des Körpers im Mittelpunkt.

Ihr Kind lernt jetzt, kontrolliert Urin und Kot auszuscheiden, und erlangt über das Einhalten oder Loslassen zum ersten Mal Autonomie über den eigenen Körper. Übersetzt vom Körper in die Persönlichkeitsentwicklung bedeutet das, dass Ihr Kind jetzt lernt, sich als selbstständige Person wahrzunehmen, die selbst entscheiden darf, was sie behalten möchte (Einhalten) und was sie von sich hergeben möchte (Loslassen). Gleichzeitig lernt Ihr Kind, dass diese Entscheidung von den Eltern auch abgelehnt werden kann. Je nach Situation werden Sie Ihr Kind für sein Entleeren loben (auf der Toilette) oder mit Kritik reagieren (Einnässen). Das Kind entscheidet nun, etwas von sich zu behalten oder abzugeben, und das entsprechend dem eigenen Willen oder indem es sich dem Willen eines anderen beugt, wodurch Konflikte entstehen können. Dadurch lernt Ihr Kind, seine eigenen Wünsche zu erkunden und eine abgegrenzte Persönlichkeit zu entwickeln. Außerdem wird es ausprobieren, seinen Willen auch entgegen der Wünsche der Eltern durchzusetzen.

Deshalb ist die anale Phase ein wichtiger Schritt für Ihr Kind, in der es sich mit seinen Gefühlen und Stimmungen auseinandersetzt. Hier werden auch Grundsteine für alle weiteren Persönlichkeitsmerkmale gelegt, bei denen es um Behalten und Hergebenwollen oder Hergebenmüssen geht: das Verhältnis Ihres Kindes zu Besitz und Macht.

Ist die anale Phase das Gleiche wie die Trotzphase?  

Anale Phase und Trotzphase treten gleichzeitig auf und haben die gleichen Merkmale. Auch in der Trotzphase werden Besitz und Macht verhandelt, indem Ihr Kind seine Selbstständigkeit und seinen Willen durch „ich!“, „meins!“ und „nein!“ ausdrückt und ausprobiert, Ihren Wünschen zu trotzen. Ihr Kind muss also immer wieder situativ entscheiden, ob es sich durchsetzt oder beugt, ob es seinem Freiheitsbedürfnis oder der Autorität der Eltern nachkommt. Diese neu gewonnene Autonomie aber steht in Widerspruch zu dem Bedürfnis nach Geborgenheit. Ihr Kind sollte in dieser Phase lernen, dass unterschiedliche Meinungen gegenläufig sein können und dass es darüber durchaus Streit geben kann. Ihr Kind muss in dieser Phase verinnerlichen, dass Sie es trotz der Eigenständigkeit und Unstimmigkeit bedingungslos akzeptieren und lieben.

Wann beginnt die anale Phase und wie lange dauert sie? 

Die anale Phase beginnt, wenn Ihr Kind eigenständig und kontrolliert Urin und Kot einhalten oder ausscheiden kann. Das ist bei den meisten Kindern mit circa zwei Jahren so weit. Die vorangehende Phase ist nach Sigmund Freud die „orale Phase“, in der Ihr Kind seine Umwelt mit dem Mund erkundet. Die anale Phase wird in seinem Modell durch die „phallische“ oder „ödipale Phase“ abgelöst, in der Ihr Kind seine Geschlechtsorgane erkunden wird, diese beginnt mit etwa drei Jahren. Die anale Phase dauert also etwa ein Jahr lang, zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr.

Was bedeutet die anale Phase für die psychosexuelle Entwicklung?

In Sigmund Freuds Modell sind diese Phasen der Persönlichkeitsentwicklung auch eng mit der psychosexuellen Entwicklung verbunden. Er geht davon aus, dass die Entwicklung von Sexualität und Libido (sexuelle Lust) bereits bei Babys einsetzt und sich dann kontinuierlich zu einer Erwachsenensexualität weiterentwickelt. In der analen Phase ist das Ausscheidungsorgan Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und das Ausscheiden an sich libidinös besetzt, also mit Lustgewinn verbunden. Obwohl diese frühe Form des Lustgewinns noch nichts mit der Sexualität von Erwachsenen zu tun hat, können frühkindliche Erfahrungen Auswirkungen auf die Sexualität im Erwachsenenalter haben.

Wie können Eltern auf die anale Phase reagieren? 

Auch der bekannte Analytiker Erik Erikson (1902–1994) hat die anale Phase / Trotzphase erforscht und auf Sigmund Freud Bezug genommen. Er verschiebt in seinem „Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung“ den Fokus von der Sexualität auf die Auseinandersetzung des Kindes im Spannungsfeld zwischen eigenem Willen und möglicher Ablehnung – also zwischen Unabhängigkeit und Bindung an die Eltern. Auch er verortet diese Phase zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr und greift die Herausforderung auf, durch Abgrenzung und Autonomiegewinn eine eigene Identität zu formen. Er fasst die einzelnen Entwicklungsstufen als Aufgaben auf, die ein Mensch in einer gewissen Zeitspanne lösen muss – in dieser muss das Kind lernen, dass es seinen Willen und seine Selbstständigkeit durchsetzen darf, ohne dass die Geborgenheit durch die Eltern dadurch in Gefahr gerät. Schafft es das, wird das Autonomiestreben in ein positives Selbstbild gewandelt. Schafft es das nicht, wird Autonomie auch nach dieser Phase mit Scham und Zweifeln besetzt sein.

Sie sollten Ihr Kind in dieser Phase ganz besonders begleiten und unterstützen, damit es die Richtigkeit und Akzeptanz seiner Wünsche erfährt und diese uneingeschränkt erkunden darf. Sonst kann es passieren, dass Ihr Kind seine Wünsche als inakzeptabel und falsch wahrnimmt, diese zunehmend mit Zweifeln besetzt und unterdrückt und kein positives Selbstkonzept entwickeln kann. Dazu gehört, dass Sie die Ausscheidungen Ihres Kindes positiv besetzen und es für das „Hergeben“ loben. Sie sollten nicht zu früh mit der Sauberkeitserziehung beginnen oder Sauberkeit erzwingen, damit Ihr Kind seine Ausscheidungen und das Hergeben nicht mit Unbehagen oder Scham über seine Körperfunktionen besetzt. Sobald es zu Konflikten zwischen Ihrem Willen und dem Willen des Kindes kommt, sollten Sie Folgendes beachten:

  • besonders geduldig sein
  • Erkundungsimpulse positiv verstärken
  • Alternativen vorschlagen oder Ihr Kind anleiten, welche zu machen
  • Grenzen setzen und diese konsequent wahren
  • verlässlich und gleichbleibend in der Elternreaktion bleiben

Dann erfährt Ihr Kind, dass es anderer Meinung sein und zornig werden darf und trotzdem die Geborgenheit und das positive Selbstbild nicht verlieren muss. So wird die Bindung gestärkt, während Ihr Kind lernt, dass seine eigenen Gefühle getrennt und unabhängig von denen der Eltern sind. Wenn Ihr Kind diese Aufgabe und Entwicklungsstufe erfolgreich meistert, wird es in der Lage sein, seine neu gewonnene Unabhängigkeit zu genießen, und es wird ihm leichter fallen, sich stückweise von Ihnen zu trennen, beispielsweise in der Kita.

Haben Störungen der analen Phase Auswirkungen auf das Erwachsenenleben?

Es wird davon ausgegangen, dass einzelne Entwicklungsstufen, die nicht erfolgreich abgeschlossen wurden, als ungelöste Aufgaben aus dieser Phase in die nächste Entwicklungsphase gezogen werden. Immer noch ungelöst, können sie später zu Schwierigkeiten im Erwachsenenleben führen.

Da in der analen Phase / Trotzphase 

  • die Abgrenzung zu den Eltern erlernt wird,
  • die Fähigkeit, sich uneinig und doch geborgen zu fühlen,
  • den eigenen Körper und die eigene Person wertzuschätzen und
  • das Verhältnis gegenüber Besitz und Macht (Hergeben und Einbehalten) 

erlernt wird, entstehen an genau diesen Punkten auch Defizite im Erwachsenenleben, wenn diese Aufgaben nicht richtig gelöst wurden. Zunächst geht es um das Einbehalten und Loslassen von Kot und Urin, aber das wird auf eine Reihe von Gefühlen übertragen, die zurückgehalten werden und dann in Sigmund Freuds Theorie entweder zu stark verinnerlicht werden oder sich im Erwachsenenalter in übertriebenem Maße bahnbrechen. Deshalb sind die Störungen häufig an zwei gegensätzlichen Polen orientiert:

  • Geiz oder Verschwendungssucht
  • übertriebener Ordnungssinn oder Chaos
  • übertriebene Eigensinnigkeit oder zwanghaftes Verhalten

Auch Erik Erikson stellt fest, dass eine schlecht bewältigte Trotzphase, in der positiv besetztes Hergeben, ein positives Selbstbild und geborgene Unabhängigkeit nicht erlernt wurden, zu einer Reihe von Defiziten im Erwachsenenleben führen können:

  • Geiz in Bezug auf Geld, Zeit oder Liebe
  • Überbetonung von Recht und Ordnung
  • Perfektionismus
  • starke Selbstkritik
  • strenges Gewissen
  • Unsicherheit und Zweifel an sich selbst
  • Putzzwang oder Waschzwang

Nicht nur Sigmund Freud und Erik Erikson gehen davon aus, dass die Grundsteine der Persönlichkeit bereits in jungen Jahren gelegt werden – dass die frühe Kindheit also Auswirkungen auf unsere Persönlichkeit auch im Erwachsenenleben hat. Auch in der modernen Psychoanalyse und Tiefenpsychologie bildet die Erforschung der Kindheit häufig den Kern der therapeutischen Arbeit. Ungelöste Aufgaben und Konflikte aus der Kindheit können im Erwachsenenalter dann aufgearbeitet und nachgereift werden.

Häufig gestellte Fragen zum "Meine Familie" Vorteilsprogramm

Wann erhält man das „Meine Familie“-Begrüßungspaket?

Das „Meine Familie“-Begrüßungspaket erhalten einmalig alle beim „Meine Familie“-Vorteilsprogramm angemeldeten Kinder im Alter von 0 bis 24 Monaten.

Woran liegt es, wenn die Vorteilspost während eines Quartals ausbleibt?

Für Kinder, die ihr viertes Lebensjahr erreicht haben, werden nur noch zweimal jährlich Vorteilscoupons per Post versendet. Dies kann der Grund dafür sein, dass Teilnehmer am „Meine Familie“-Programm plötzlich weniger Post erhalten als vorher.

Was ist zu tun, wenn ein bei „Meine Familie“ angemeldetes Kind zum Geburtstag keine Geburtstagspost bekommen hat?

In seltenen Fällen kann die Geburtstagspost eines Kindes verspätet eintreffen. Sollte die Post auch nach einer gewissen Wartezeit noch nicht eingetroffen sein, wenden Sie sich bitte über das Kontaktformular an den „Meine Familie“-Kundenservice.

Was könnte der Grund dafür sein, wenn trotz Anmeldung eines Kindes zwischen 0 und 24 Monaten beim „Meine Familie“-Vorteilsprogramm kein Begrüßungspaket beim Teilnehmer ankommt?

Sobald ein Kind im entsprechenden Alter bei „Meine Familie“ angemeldet wurde, wird der Versand des Begrüßungspakets automatisch veranlasst. Bitte beachten Sie, dass der Versandprozess einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Wir bitten Sie im Zweifelsfall um ein wenig Geduld. Wird ein Kind bereits während der Schwangerschaft angemeldet, wird Versand des Begrüßungspakets erst nach dem eingetragenen Geburtstermin veranlasst.

Wie können Daten, die bei der Anmeldung beim „Meine Familie“ Programm angegeben wurden, geändert werden?

Die im real Konto hinterlegten Daten können jederzeit eingesehen und bearbeitet werden. Nach dem Login unter www.real.de kann der Datensatz geändert, ergänzt oder gelöscht sowie Kinder neu angemeldet werden. Um die Änderungen zu übernehmen, muss abschließend der Button „Änderungen speichern“ angeklickt werden.

Sind die „Meine Familie“-Vorteilscoupons auch im real Onlineshop einlösbar?

Die „Meine Familie“-Coupons sind leider nicht im Onlineshop einlösbar. Der real Onlineshop bietet jedoch sehr häufig eigene Rabattaktionen und Preisnachlässe auf ganze Artikelsortimente.