Der Zeckenbiss - wie verhalte ich mich richtig?

Der Zeckenbiss - wie verhalte ich mich richtig?

Fast jeder, der ab und zu in der freien Natur unterwegs ist und dort vielleicht auf Wanderschaft geht, wird irgendwann schon einmal mit Zecken in Kontakt gekommen sein. Normalerweise sind die kleinen Insekten harmlos, in einigen Fällen können jedoch auch schwere Krankheiten wie Borreliose übertragen werden. Der folgende Ratgeber verrät, wie solche Szenarien ganz einfach vermieden werden können.

Die ersten Schritte nach dem Zeckenbiss

Zunächst gilt, wie bei vielen anderen vermeintlich schlimmen Ereignissen: keine Panik! Wenn ein Zeckenbiss wirklich immer schwerwiegende Folgen hätte, würden sehr viel mehr Menschen dadurch an Krankheiten leiden. Unter den Zecken auf dieser Welt sind nur etwa vier Prozent mit Erregern ausgestattet, welche dem Menschen in Form verschiedener Krankheiten gefährlich werden könnten. Das heißt, dass durchschnittlich etwa 25 Zeckenbisse nötig sind, um auch nur einmal infiziert zu werden.

Dennoch sollte der Zeckenbiss natürlich schnellstmöglich beseitigt werden. Dazu ist es wichtig, die Zecke auf keinen Fall zu quetschen. Die Bakterien, welche Krankheiten auslösen können - wie etwa Borrelien -, befinden sich im hinteren Teil der Zecke. Durch ein Quetschen werden diese in den Stechapparat der Zecke gedrückt, wodurch sie anschließend in den Blutkreislauf des Menschen geraten. Eine handelsübliche Pinzette etwa ist nicht geeignet, um eine Zecke fachgerecht zu entfernen. In Drogerien oder Apotheken gibt es jedoch spezielle Zeckenzangen, mit welchen die Zecke schnell und vor allem sauber entfernt werden kann. Oft kann es dabei passieren, dass der Kopf der Zecke in der Wunde verbleibt. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, denn bösartige Bakterien befinden sich, wie bereits gesagt, im hinteren Teil der Zecke - und dieser wurde gerade erfolgreich durch die Zeckenzange entfernt.

Die weitere Vorgehensweise nach einem Zeckenbiss

Wir haben nun festgestellt, dass die allermeisten Zeckenbisse völlig ohne Komplikationen ablaufen - aber natürlich ist das nicht immer der Fall. Jede Zecke hinterlässt dabei zunächst nach dem Biss eine gerötete Hautstelle. Das ist völlig normal und in etwa vergleichbar mit einem Mückenstich. Nach einigen Tagen sollte diese Rötung verschwunden sein. Gleichzeitig ist es unmöglich, bereits nach 24 Stunden Symptome von schweren Krankheiten wie Borreliose oder FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) zu entwickeln. Es müssen mindestens sieben Tage vergehen, bevor Anzeichen der erwähnten Krankheiten überhaupt festgestellt werden können.

Eine übertragene Borreliose etwa ist leicht an einer sehr großen Rötung um den Zeckenbiss (der Durchmesser beträgt mindestens vier Zentimeter) zu erkennen. Diese Rötung nimmt die Form eines Kreises an, während sich in der Mitte des Kreises ein etwas größerer, ebenfalls roter Punkt befinden. Diese Stelle breitet sich danach auch weiter aus und kann, in seltenen Fällen, sogar Fieber und/oder Muskelschmerzen auslösen. Der Gang zum Arzt ist dann sofort zu unternehmen! Auch hier gilt jedoch, dass Panik ein schlechter Ratgeber ist. Diese Krankheit ist in drei Stadien unterteilt, wovon die erwähnten Symptome allesamt noch das erste Stadium ausmachen. Ein rechtzeitiger Gang zum Arzt bedeutet also, dass die Borreliose mit einfachen Antibiotika in Form von Tabletten komplett geheilt werden kann. Schwierig wird es erst in der dritten Phase der Krankheit, weswegen ein sofortiger Arztbesuch wichtig ist. Im Regelfall trägt dann keiner der Patienten bleibende Schäden davon.

Anders sieht es bei der erwähnten FSME aus. Auch diese Krankheit wird in einigen Fällen von Zecken übertragen und kann leider noch nicht therapiert werden. Die einzige Möglichkeit ist daher eine frühzeitige Impfung, die gegen jegliche Art der FSME immun macht. Wurde diese Impfung nicht durchgeführt, drohen Muskel- und Gliederschmerzen, Gleichgewichtsverlust, Störungen des Bewegungsapparats, hohes Fieber, grippeähnliche Symptome und vieles mehr. In den meisten Fällen klingt die Krankheit nach einer Behandlung mit Schmerzmitteln von selbst wieder ab. Gerade jüngere Patienten haben gute Aussichten auf eine komplette Heilung. Manchmal bleiben jedoch irreparable Schäden, wie leichte Gleichgewichtsstörungen oder Probleme bei der fehlerfreien Aussprache, zurück. Immerhin ist der Mensch nach durchlebter Krankheit jedoch gegen weitere Form von FSME sein Leben lang immun.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Wie immer hilft auch beim Zeckenbiss der rechtzeitige Gang zum Arzt. Gegen FSME ist dies die simple Impfung, bei der Borreliose reicht eine einfache Behandlung nach dem Ausbruch der ersten Symptome. Trotz aller Schreckensnachrichten sollte ein Zeckenbiss aber nie überbewertet werden. Nur ein kleiner Teil der Zecken ist gefährlich und ein noch kleinerer Teil wird seine gefährlichen Bakterien tatsächlich in den menschlichen Körper übertragen. Gegen Ausflüge in die Natur und eine anschließende lückenlose Untersuchung des eigenen Körpers spricht also nach wie vor nichts.

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