Der Weg zur windelfreien Erziehung

Der Weg zur „windelfreien“ Erziehung

Windelfreie Erziehung – was genau bedeutet das?

In westlichen Industrieländern gehören Windeln zum Baby wie Schnuller oder Nuckelflasche. Ist das wirklich so? Oder sind Wergwerfwindel & Co. eigentlich nur komfortabel für Mama und Papa?

In Ländern wie China, Indien oder Afrika stellt sich diese Frage überhaupt nicht. Hier gehört der Gang auf Töpfchen oder Toilette von der Geburt an zum Lebensalltag. Auch in den USA gibt es immer mehr Eltern, die ihre Kleinen ab dem ersten Atemzug „TopfFit“ machen. Bei dieser „windelfreien“ Erziehung handelt es sich um eine Alternative zum Wickeln.

„Windelfrei“ hat nichts mit Sauberkeitstraining zu tun: Das übliche Töpfchen-Training entfällt bei der „Windelfrei“-Methode, da das Kind nicht von der Windel auf den Toilettengang umlernen muss.

Der Weg zur "windelfreien" Erziehung: Lernen, Zeichen zu deuten

Das menschliche Nervensystem ist bei Geburt noch nicht voll entwickelt. Die Annahme, Säuglinge seien in diesem Stadium noch nicht in der Lage, ihre Ausscheidungsorgane zu kontrollieren, ist jedoch ein Trugschluss.

Ein Neugeborenes möchte trocken und sauber sein. Aus diesem Grund weinen Säuglinge, wenn die Windel voll ist. Babys machen bereits vor dem Ausscheiden deutlich klar, dass in ihrem Bauch etwas passiert. Es liegt nur an den Eltern, diese Signale richtig zu deuten. Hier setzt das „Windelfrei“-Konzept an. Es bedeutet, dass Mama und Papa ihren Schatz beim Ausscheiden so unterstützen, dass sich das Baby dabei möglichst wenig schmutzig macht.

„Windelfrei“ heißt also, mit seinem Kind zu kommunizieren. So lernen Eltern und Baby gleichzeitig, auf die Pipi-Aktivitäten oder das große Geschäft zu achten. Finden die Signale des Kindes bei Mama und Papa keine Beachtung, gewöhnt sich das Kind daran, in die Windel zu machen. Somit muss das Kleine später mühsam lernen, dass die Ausscheidungen eigentlich ins Töpfchen oder die Toilette gehören. Bei der „TopfFit“-Methode ist der Weg das Ziel. Perfektion ist hier fehl am Platz. Eltern, die ihr Kind windelfrei erziehen, müssen viele nasse Hosen einkalkulieren.

„Windelfrei“ – so gelingt es Schritt für Schritt

Das „Windelfrei“-Konzept hört sich nach mehr Arbeit an, als es tatsächlich bedeutet: Die Mutter ist gerade in den ersten Lebensmonaten ständig in der Nähe ihres Kindes und achtet stets auf die Signale ihres Babys. Sie muss lediglich neben Hungeranzeichen und Müdigkeitserscheinungen auf die Ausscheidungsbedürfnisse des Kleinen deuten lernen.

Für den Start der „Windelfrei“-Erziehung empfehlen sich die Wochen vom vierten bis zum sechsten Monat. In dieser Zeit zeigen die Babys besonders stark an, wenn sie etwas möchten oder sie etwas stört.

Aller Anfang ist schwer, doch es lohnt sich!

Zu Beginn sollten Eltern dem Kleinkind am Vormittag ein bis zwei Stunden keine Windel anziehen. In ruhiger Atmosphäre eines wohltemperierten Raumes können Mama und Papa am besten sehen, in welchen Zeiträumen das Baby Pipi macht oder sein Geschäftchen verrichtet. Darüber hinaus lernen sie, wie ihr Kleines dieses Bedürfnis zum Ausdruck bringt. Eltern kleiner Jungen können ihrem Sprössling eine Stoffwindel zwischen die Beine legen. Dadurch wird verhindert, dass sich der Urin springbrunnenartig im Raum verteilt. In vielen Fällen können Mama und Papa bereits nach wenigen Tagen sagen, in welcher Form das Kind seine Ausscheidungsaktivitäten ankündigt.

Entscheidend ist eine gute Planung

Ein Großteil dieser Kleinkinder trägt dennoch Windeln. Es gibt allerdings auch Babys, bei denen Eltern gänzlich darauf verzichten. Windeln kommen nur dann zum Einsatz, wenn die Familie unterwegs ist oder keine Möglichkeit besteht, hundertprozentig auf die Reaktionen des Kindes zu achten. Auch kleinere Rückschläge sind einzuplanen. „Windelfrei“-Kinder sind beispielsweise mit einem halben Jahr so mit ihrer motorischen Entwicklung beschäftigt, dass sie die Ausscheidungssignale leicht „überspielen“ oder sich sogar gegen das „Abhalten“ von Mama und Papa wehren.

Bei Auffälligkeiten handeln Sie schnell

Macht das Baby deutlich, dass sich im Bäuchlein etwas tut, sollten Eltern nicht zögern. Mamas oder Papas nehmen das Baby nun hoch und erklären auch dem ganz Kleinen, was sie gleich machen werden. Anschließend wird das Baby über die Toilette, die Badewanne oder das Töpfchen gehalten. Ein leiser Laut wie beispielsweise ein „sss“ gibt das Signal. Während des „Abhaltens“ stützen die Eltern ihr Kind an den Oberschenkeln, während der Oberkörper des Babys am Bauch von Mama oder Papa lehnt. Nach einigen Wiederholungen entleeren sich die meisten Kinder bereits in weniger als sechzig Sekunden. Besonders faszinierend ist die Beobachtung des Effektes bei Neugeborenen.

Bringen Sie Routine in den „windelfreien“ Alltag

Am Anfang sollten Eltern typische Standardsituationen trainieren. Dabei wird das Kleine beispielsweise immer vor oder nach dem Schlafen „abgehalten“. Dabei erkennt das Baby sehr schnell den Zusammenhang zwischen dem Blasendruck, der Haltung und dem eigentlichen Prozess des Entleerens.

Die Vorteile der „windelfreien“ Erziehung

Durch TopfFit-Erziehung wird ein besonders enger Kontakt zwischen Eltern und Kind gefördert. Zudem regt das „Windelfrei“-Konzept die Kommunikation mit dem Kind an und ermöglicht dem Nachwuchs ein Maximum an Bewegungsfreiheit. 

„Windelfrei“-Babys leiden tendenziell weniger an Windeldermatitis, Wundsein oder sonstigen Ausschlägen.

Manche „TopfFit“-Sprösslinge machen ihr großes Geschäft sehr schnell kaum noch in die Windel und sind früher sauber als Gleichaltrige.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Einsparung von Kosten, da der Verbrauch von Windeln entsprechend niedrig ausfällt.

Die Verringerung des Windelkonsums schont darüber hinaus die Umwelt.

Die „TopfFit“-Methode: kaum Nachteile

Nachteile ergeben sich aus dem „Windelfrei“-Konzept kaum. Am besten transportieren „Windelfrei“-Eltern ihren Liebling im Tragetuch, da es unkompliziert gewaschen werden kann. Zusätzlich sollten Eltern von TopfFit-Kids auf Spaziergängen, Ausflügen oder schlechtem Wetter immer ausreichend Wechselwäsche und die obligatorische Notfallwindel mitnehmen, wobei sich Zweiteiler, separates Unterhemd und extra Unterhose zur Realisierung des „Windelfrei“-Modells am besten eignen.

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